Dänemark U21 – Belgien U21 – 0:0

Dänemark U21 – Belgien U21 – 0:0

„BALKAN FÜR BELGIEN, NACHSITZEN FÜR DÄNEMARK“

06.10.2026
Vejle Stadion
U21-EM-Qualifikation, Gruppe I
Zuschauer: 3600

VEJLE – In der Länderspielpause September/Oktober lag der internationale Fokus voll auf der UEFA Nations League, auch der Landbote berichtete hierzu.
Von vielen unbemerkt standen indessen entscheidende Länderspiele im U21-Bereich auf dem Plan. Die U21-EM in Serbien und Albanien 2027 naht und es gilt, neben den Gastgebern 14 weitere Teilnehmer zu bestimmen. Hierzu läuft seit September 2025 in neun Gruppen die Qualifikationsrunde. Die Gruppenersten qualifizieren sich für das Turnier auf dem Balkan, ebenso der beste Gruppenzweite.
Für die übrigen Gruppenzweiten droht der mühsame Weg in die Play-offs. In der Gruppe I sollte passend dazu am 06.10.2026 der letzte Qualifikationsspieltag mit einem absoluten Knaller-Spiel steigen. Grund genug, das Auto vollzutanken und sich nach Feierabend zu unseren nördlichen Nachbarn aufzumachen.

Die Ausgangssituation:

In Vejle in der Region Syddanmark begrüßte der Gastgeber Dänemark (Gruppenzweiter, 14 Punkte) die Kicker aus Belgien (Gruppenerster, 16 Punkte). Mit einem Sieg wärem die Gastgeber direkt qualifiziert. Österreich lauerte derweil mit Außenseiterchancen auf Rang 3 (11 Punkte) und könnte bei einer Niederlage Dänemarks und einem eigenen deutlichen Sieg sogar noch den zweiten Rang erobern.

Dänemarks U21 spielte alle Qualifikationsheimspiele im Vejle Stadion, das nah zum Vejlefjord gelegen ist. Das 2008 eröffnete Stadion ist Heimspielstätte von Vejle BK und bietet 11.060 Zuschauern Platz.

Am Dienstagabend sollten es immerhin 3.600 rot-weiße dänische Fans werden, die zum Stadion pilgerten. Für ein U21-Länderspiel, dazu noch unter der Woche, eine bemerkenswerte Kulisse. Beim Einlaufen dann die erste Überraschung: Teile der vollbesetzten Gegengerade präsentierten eine kleine Choreo mit rot-weißen Kacheln. Eine Ecke des Stadions hatten Kinder für sich in Beschlag genommen, die mit Trommeln über 90 Minuten einen richtig guten Support abliefern sollten. Das ganze Stadion stand stolz hinter seinen Dannebrog-Kickern und so wurde es richtig laut beim Singen der dänischen Nationalhymne.

Bei klarem Himmel und einem schönen Sonnenuntergang erwischten die Belgier unter Nationaltrainer Gill Swerts den besseren Start in das Spiel. Nach 16 Minuten dann eine seltene Szene im Strafraum der Dänen und sicher die kurioseste Situation des Spiels: Der dänische Torwart Theo Sander nahm einen klaren Rückpass mit der Hand auf und die Pfeife des Schiedsrichters ertönte sofort.
Indirekter Freistoß stand auf dem Programm und elf dänische Spieler fanden sich auf ihrer Torlinie im Fünfmeterraum wieder. Belgien nutzte diese Steilvorlage jedoch nicht, sondern legte den Ball umständlich quer und verlor dadurch die freie Schussmöglichkeit. In der 35. Minute trafen die Belgier dann mit einem satten Schuss die Latte. Dänemark im Glück.
Die zweite Hälfte gehörte den Hausherren. Die Partie blieb umkämpft und die Gastgeber bemühten sich zunehmend um den Führungstreffer. Die Skandinavier erhöhten den Druck auf Belgien, richtig zwingend wurde es allerdings erst in der Schlussphase. Der dänische Stürmer Priske kam einige Minuten vor Schluss frei zum Abschluss, setzte den Ball aber über das Tor. Die Nerven lagen zunehmend blank und es kam noch zu intensiven Rudelbildungen, die das ohnehin hochemotionale Publikum zusätzlich aufheizten und einige gelbe Karten mit sich brachten.

Nach vier Minuten Nachspielzeit dann der Abpfiff: Es blieb beim 0:0. Die Roten Teufel aus Belgien jubelten, während enttäuschte Dänen den vergebenen Chancen hinterhertrauerten. Übrigens: Bei einer Niederlage Dänemarks hätte noch ein Desaster gedroht, denn Österreich lieferte in Wales einen 7:1-Kantersieg ab.

Belgien kann nun schon einmal genauso wie Deutschland die Koffer für den Balkan packen. Für Dänemark geht es im November in die Play-offs – Heimspielort wird erneut Vejle sein. Ein schwieriger Weg zur U21-EM, der für die Dänen nun über zwei zusätzliche Spiele gegen die Niederlande führt.

Mit einem obligatorischen Fransk Hotdog mit Remoulade von Circle K wurde dann die spätabendliche Ausreise aus Dänemark vollzogen und eine feierabendliche Tour ins benachbarte Ausland fand ihr Ende. Dänemark, immer wieder gerne! (Gastbericht von cs)

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