„15 TORE UND 18 ELFMETER“
03.06.2026
Aufstiegsrunde Regionalliga Nord
Stadion Hoheluft
Zuschauer: 2.046
HAMBURG – Springen wir nochmal eine Woche zurück. 27. Mai, Conference-League-Finale in Leipzig. 4 Mann im Auto. Alle Mitfahrer sind sich einig: Der Eimsbütteler TV ist die schwächste Mannschaft in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Ich lasse mich sogar zu der Behauptung hinreißen „…die können froh sein, wenn sie überhaupt ein Tor in den drei Spielen schießen“.
Eine Woche nach diesem Satz bin ich dann Augenzeuge von den Treffern fünf bis neun. Am Ende werden es 15 Tore in 3 Spielen und der stürmische Aufstieg in die Regionalliga. Eimsbüttel: 15. Schwechheimer Landbote: 0. Aber – ganz ehrlich: Wer hätte mit diesem Resultat gerechnet? Wiederum 4 Wochen zuvor, am 1. Mai, konnte der ETV im Oberliga-Spitzenspiel beim 0:1 zu Hause gegen Dassendorf vor meinen Augen ebenso wenig überzeugen. Und nun das.
Die Idee, dem zweiten Spiel in der Aufstiegsrunde beizuwohnen, war eine spontane. Das ist nicht gut, wenn es ins Herz Hamburgs geht, denn das bedarf schon etwas Vorbereitungszeit. Die Einlasssituation in den alt-ehrwürdigen Hamburger Spielstätten ist zumeist eine Katastrophe. Und zu diesen historischen Spielstätten gehört das Stadion Hoheluft mit seiner über 100 Jahre alten Holztribüne ganz gewiss. Überhaupt hatte das Stadion erst den Ausschlag für den Besuch gegeben. Denn der ETV spielt eigentlich sonst fast nebenan auf dem eigenen Platz. Auf einen zweiten Besuch innerhalb kürzester Zeit auf der ausbaulosen Plastikwiese, hatte ich keine Lust. Rund 1000 Todesfelder kündigten sich für das Match in Hamburg an und das wird der Grund für den Umzug in das Stadion gewesen sein.
Zwanzig Minuten vor dem Anpfiff erwartete mich die unausweichliche Schlange an der Kasse. Die Taktik diesmal: Irgendwo im vorderen Bereich würde bestimmt ein bekanntes Gesicht stehen. Drei Minuten später war ich drin. Das Stadion füllte sich nur langsam. Am Ende konnte die Kulisse von über 2000 Zuschauern aber überzeugen. Knapp die Hälfte mögen den Todesfeldern wohl tatsächlich die Daumen gedrückt haben. Dank des Spielverlaufs konnten die unorganisierten Auswärtsfans kaum auf sich aufmerksam machen.
Überzeugen konnte letztlich nämlich der ETV. In jeder Situation waren die Hamburger einen Schritt schneller und die ersten beiden herausgespielten Chancen zappelten sofort im Netz. Bitter für Todesfelde, die mit ihrem höheren Altersschnitt einen ganz anderen Fußball spielen. Eimsbüttel legte bis zur 60. Minute nach. 4:0. Ein Fußballfest. Doch die Segeberger gaben sich nicht auf, trafen zwei Mal durch den ewigen Torjäger Morten Liebert. Ex-Profi Jan-Marc Schneider legte per Einzelleistung in der Schlussphase den dritten Treffer nach. Eimsbüttel wankte nur kurz.
Nach dem Abpfiff sorgten die Regularien des Norddeutschen Fußballverbands noch für ein Elfmeterschießen, das insgesamt 18 Schützen verschliss. Nach dieser Odyssee waren eigentlich alle zufrieden. Eimsbüttel als praktischer Aufsteiger. Todesfelde hatte sein Gesicht gewahrt und weiterhin alles in der Hand. Der ETV sollte sein Abschlusspiel in Heeslingen letztlich mit 6:0 gegen den Blumenthaler SV gewinnen. Auch für Todesfelde nahm die Geschichte einen versöhnlichen Lauf. Das 2:0 gegen Egestorf in Oberneuland bedeutete am Ende ebenso den Regionalliga-Aufstieg.
Congrats to Eimsbüttel & Deathfield! Großer Fußball. Man kann sich ja mal irren. (mm)




















































































































































































































































































































































