„DIE ROSINE IM BERGISCHEN LAND“
07.06.2026
Mittelrheinliga
Stadion an der Paffrather Straße
Zuschauer: 900
BERGISCH GLADBACH – Kollektiver letzter Spieltag in NRW und frei nach dem Motto: „Das Beste kommt zum Schluss“ wurde sich für den Sonntag-Nachmittag eine Rosine im Bergischen Land herausgepickt. Mit dem „Stadion an der Paffrather Straße“ wartete nicht nur ein Zehntausender darauf besucht zu werden, die Heimelf von Bergisch Gladbach 09 schickte sich an mit einem Sieg den Sprung in die Regionalliga zu schaffen. Ein neues RL-Kreuz kann man immer gebrauchen und so ging es am Sonntag tief in den Westen.
Fünf Spiele standen für mich an diesem Wochenende an. In vier Spielen waren Aufstiegsentscheidungen möglich. Für den Sonntag-Vormittag war noch ein Slot frei und zur Abwechslung ging es um 11 Uhr in Essen nicht nur auf einen Ascheplatz, sondern mit der DJK Eintracht Borbeck zum Letzten der letzten Liga. Satte 318 (!) Gegentore in 25 Spielen hatte sich die DJK („Deutsche Jugendkraft“) gefangen. Rund 13 Gegentore pro Spiel. Vor Ort wurde ein wunderbar-heruntergekommener Hartplatz eingeheimst. Außerdem bekamen die Anwesenden schnell mit, dass Borbeck am Vortag zum Mannschaftsabend geladen hatte. Nach nicht mal 10 Minuten stand das Spiel schon auf der Kippe. 0:1 und im Borbecker Team krachte es. Rote Karte nach Handgreiflichkeiten innerhalb der eigenen Mannschaft. Ein Mitspieler zog zudem sein Trikot aus, warf es auf den Boden und verließ das Spielfeld wutschnaubend. Die Gemüter beruhigten sich wieder und vielleicht war es ganz gut, dass die DJK „nur“ mit 0:7 verlor. Die Krönung im Spiel: Der vergebene Elfmeter für die Heimelf in der Schlussminute.
Nach dem Kick in Borbeck ging es flugs weiter ins Bergische Land. Irgendwie würde 09 das Spiel schon gewinnen, mit einem Spektakel rechnete ich nicht. Das gab’s bereits in Essen. Ein Sieg würde bei 2 Punkten Vorsprung auf den Siegburger SV definitiv für den Aufstieg reichen. Eventuell ginge auch bei einem Remis was, da der SSV zeitgleich in Merten unterwegs war. Zunächst war ich aber froh, dass ich ein Fahrrad im Kofferraum hatte. Parkplätze am Stadion waren rar, so dass ich einfach ins Stadtzentrum durchfuhr und den Weg zurück mit dem „Klappi“ antrat. Die Stadt macht ihrem Namen durchaus alle Ehre: Es geht hoch und runter. Eine Schlange am Kassenhäuschen gab es nicht. Eintritt frei. Dafür wurde offensiv um eine Registrierung in der „DKMS“ geworben – der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Deal! Fahrrad angekettet und 9€ gespart.
Hinein ging es ins Rund, das gut gefüllt war. Keine Ahnung wie der Verein vor Ort die Zuschauer gezählt hat, denn es gab keine Tickets mit Laufnummer oder sonstige Registrierungen. Ich hätte die Zahl locker auf über 1000 Zuschauer geschätzt. Wie dem auch sei, die Kulisse stimmte. Vielleicht haben sich ja 900 Personen bei der DKMS angemeldet. Das wäre ein Erfolg. Auf der Haupttribüne ein kleiner Stimmungsblock, der natürlich ziemlich weit davon entfernt ist als „Szene“ bezeichnet zu werden. Aber immerhin. Los ging das Spiel, eine „knisternde Stimmung“ lag nicht über dem Feld. Die 09er gaben den Takt vor, konnten den Gegner aber (noch) nicht an die Wand spielen. Dennoch fiel das 1:0 im Nachsetzen und auch das 2:0 um Minute 40 herum ließ den Gegner aus Köln nicht völlig demoralisiert zurück. Mit dem 3:0 zur Halbzeit war die Messe dann wohl gelesen.
Nach dem Wiederanpfiff war der Gegner augenscheinlich nicht darauf aus, das Schlimmste zu verhindern. Porz wollte den Ehrentreffer erzwingen und die Defensive war so offen wie das berühmte Scheunentor. Bereits 5 Minuten nach dem Seitenwechsel prangte ein 5:0 auf der Anzeigetafel. Am Ende gelang das zweistellige Ergebnis, auf das man am Vormittag noch am Don-Bosco-Gymnasium in Essen-Borbeck gehofft hatte. Regionalliga-Aufstieg mit einem Kreisklasse-C-Resultat. Unglaublich.
Anschließend waren alle Zuschauer auf der Rasenfläche „welcome“ und es wurde zusammen mit den Beteiligten der Titel in der Mittelrheinliga auf dem Feld gefeiert. Eine erstaunliche Veranstaltung, die ohne viel Organisation auskam. Dass kein Eintritt erhoben wurde, okay, aber nicht mal ein einziger Ordner konnte im Stadion erspäht werden. Selbst bei der DJK Eintracht Borbeck hatte sich ein biertrinkender Mann eine Ordnerweste um die Schultern geworfen. Vielleicht sind sie in Bergisch Gladbach ja naiv, doch bis dahin kann sich die Regionalliga West auf einen entspannten Verein und einen schönen Ground freuen. (mm)











































































































































































































































































































































