Hannover 96 – SC Paderborn 07 – 1:1

“MARTIN KIND – DU TEIL EINER CHOREO”

18.04.2026

2. Bundesliga
Niedersachsenstadion
Zuschauer: 49.000

    HANNOVER- nach der frustrierenden Derbyniederlage gegen den HSV führte der Weg in die Region Hannover. Dort stand ein ganz besonderes Ereignis an: das Jubiläumsspiel zum 130-jährigen Bestehen von Hannover 96. Die Anstoßzeit um 20:30 Uhr erwies sich dabei einmal mehr als Glücksfall für jeden Groundhopper.

    Bereits gegen 20:10 Uhr erreichte man das Stadion. Das Flutlicht war eingeschaltet, die Atmosphäre elektrisierend – alles wartete gespannt auf die angekündigte große Choreografie.

    Wenig später war es dann soweit: Mit Ausnahme des Gästeblocks verwandelte sich das gesamte Stadion in ein beeindruckendes schwarz-weiß-grünes Fahnenmeer. Vor der West- und Nordtribüne prangten die Worte:

    „Mit all ihren Höhen und Tiefen, ihren Siegen und Niederlagen, ihrem Stolz und ihrem Schmerz“

    sowie

    „Eine Geschichte, die wir tragen, weiterleben und niemals vergessen.“

    Passend zu diesen Zeilen wurde die bewegte Geschichte des Vereins visuell dargestellt. Aufwendig gestaltete Blockfahnen zeigten die bedeutendsten Momente der Vereinschronik.

    Eine zentrale Fahne trug die Aufschrift:
    „130 Jahre Hannoverscher Sportverein.“

    Erinnert wurde unter anderem an die deutschen Meisterschaften von 1938 und 1954 sowie an das Jahr 1992, als Hannover 96 als Zweitligist sensationell den DFB-Pokal nach einem dramatischen Elfmeterschießen gewann.

    Da ich selbst erst 1996 – also genau 100 Jahre nach der Vereinsgründung – geboren wurde, waren mir vor allem die jüngeren Ereignisse besonders präsent. So etwa die Saison 2011/2012, in der Hannover 96 erstmals auf internationaler Bühne auftrat und mit Spielern wie Jan Schlaudraff, Lars Stindl und weiteren Akteuren unvergessliche Europapokalnächte erlebte.

    Doch auch die dunklen Kapitel der Vereinsgeschichte wurden nicht ausgespart. Besonders bewegend waren die Erinnerungen an das Jahr 2009, als der an Depressionen erkrankte Torwart Robert Enke tragisch verstarb, sowie an den frühen Tod des 19-jährigen Talents Niklas Feierabend, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.

    Auch die anhaltenden Machtkämpfe rund um Martin Kind, insbesondere im Zusammenhang mit seiner kritischen Haltung zur 50+1-Regel, fanden in der Choreografie ihren Platz.

    Auf der Osttribüne waren zudem verschiedene historische Vereinswappen zu sehen. Nachdem die Blockfahnen verschwunden waren, erschienen auf der Westkurve das ursprüngliche Gründungslogo von 1896 und auf der Nordtribüne das klassische runde „96“-Emblem – eindrucksvoll dargestellt durch farbige Ponchos über Ober- und Unterrang hinweg.

    Für mich zählt diese Choreografie zu den beeindruckendsten, die ich je in einem Stadion erleben durfte. Der immense Aufwand und die Detailverliebtheit sind kaum in Worte zu fassen. Über ein halbes Jahr Vorbereitung für eine Inszenierung, die nur wenige Minuten andauert – was dahinter steckt, können vermutlich nur die Beteiligten selbst wirklich ermessen.

    Es zeigt eindrucksvoll, welch großer Verein in Hannover beheimatet ist und wie viel er seinen treuen und leidenschaftlichen Fans bedeutet.

    Doch auch im Gästeblock wurde gefeiert: Die Gruppe „Black Blue Fighters“ beging ihr 20-jähriges Jubiläum mit einer eigenen Choreografie aus blauen und schwarzen Fahnen. Zusätzlich wurden sowohl beim Intro als auch im Spielverlauf mehrere Fackeln gezündet.

    Das Spiel selbst, das durchaus sportliche Bedeutung hatte, endete schließlich mit einem 1:1-Unentschieden. Der SC Paderborn bleibt damit auf dem zweiten Tabellenplatz, während Hannover 96 auf Rang vier abrutscht.

    Persönlich hoffe ich, dass am Ende mit Hannover 96 und Schalke 04 zwei Traditionsvereine gemeinsam den Aufstieg in die erste Bundesliga schaffen. Ob dies realistisch ist, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Die Fans werden ihrem Verein unabhängig von der Liga weiterhin treu zur Seite stehen.

    Auf die nächsten 130 Jahre Hannoverscher Sportverein. (fj)

    TSV Schwaben Augsburg – SV Wacker Burghausen – 1:0

    „DER SCHÖNSTE GROUND BAYERNS“

    18.04.2026
    Regionalliga Bayern
    Rosenaustadion
    Zuschauer: 367

    AUGSBURG – Das Wochenende begann mit einem großen Loch. Und zwar im rechten Vorderreifen des vierrädrigen Gefährts, das uns zu den schönsten Grounds Bayerns bringen sollte.

    Wochen zuvor wurde sich elegant in ein Hansa-PKW zum Rostocker Auswärtsspiel nach Schweinfurt eingebucht. Ob ich mir einen Revisit im Sachs-Stadion am Samstag gönnen wollte, ließ ich bis zum Schluss offen. Am Freitag der „Schönbusch“ in Aschaffenburg und am Sonntag das „Waldstadion Weismain“, das waren die Gründe für die Mitfahrt.

    Kurz vor Kassel machte es dann „zisch!“ und ich fasse mich kurz: Wir hatten noch Glück im Unglück. Der Reifen verlor seinen Luftdruck gerade als ein Autohof an einer Ausfahrt auftauchte. Im Kofferraum entdeckten wir Dichtmittel und eine mobile Reifenpumpe. Zu guter Letzt gehen Props raus an „Heiko’s Reifenservice“ in Hann. Münden, der die passenden Pneus kurz vor seinem Feierabend nach telefonischer Absprache schon aus dem Lager rollte und auf uns wartete. Selten hat sich eine Werkstatt die positive Google-Bewertung so verdient!

    Trotz anderhalb Stunden Puffer für die Partie in Aschaffenburg konnten wir das Regionalliga-Spiel gegen Aubstadt knicken. Ersatz war mit einem Kreisliga-Derby beim FV Bad Vilbel schnell beschafft. Das war zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber wie gesagt – es hätte uns auch schlimmer treffen können. Doch dank dieser Geschehnisse entschied ich mich am Abend beim Bier in Aschaffenburg für Plan C. Kein Revisit in Schweinfurt und auch das Helmut-Schön-Stadion in Wiesbaden war angesichts der Ereignisse auf der Autobahn am Freitag nicht „gut genug“. Mit dem Deutschland-Ticket ging es nächsten Morgen schließlich Richtung Rosenaustadion, während sich der Rest der Autobesatzung ein 0:0 in Schweinfurt abholte.

    Die Deutsche Bahn war an diesem Samstag-Vormittag verlässlicher als unser tschechisches Automobil am Vortag und konnte selbst eine Umsteigezeit von 6 Minuten in Treuchtlingen einhalten. Bei T-Shirt-Wetter flanierte ich anschließend noch eine Stunde durch das schöne Augsburg, bis schließlich der Regionalliga-Spielort angesteuert wurde. So eine Zeitreise in die 1950er-Jahre hätte ich beim besten Willen nicht erwartet. Das Rosenaustadion spielt in Sachen „Nostalgie“ ganz sicher in der höchsten Liga mit. Einfach cool, diese Holzsitzschalen auf der Haupttribüne und das typische Design dieser Zeit, mit der geschwungenen Linie als Roter Faden. In den Fensterscheiben der Tribüne ist noch die „Erstverglasung“ verbaut und aus den Betonritzen wächst Löwenzahn. Wie schön ein Stadion aussehen kann, wenn man damit kein Geld damit verdienen muss, beweist die Heimat der Augsburger Regionalligisten und steht damit völlig zu Recht seit 2014 unter Denkmalschutz.

    Unter Denkmalschutz würde wohl auch der TSV Schwaben Augsburg in der Regionalliga Bayern gerne stehen. Der Verein wurde 1847 gegründet und steckt mitten im Abstiegskampf. Die Gäste aus Burghausen hätten mit einem Sieg den Klassenverbleib offiziell einfahren können, sind aber praktisch sowieso gerettet. In einer ausgeglichenen Partie mit unkonzentrierten Abwehrreihen, nutzten die Augsburger Schwaben einen Abspielfehler des gegnerischen Teams nach einer halben Stunde zur Führung und schließlich zum Sieg.

    Burghausen hätte nach der Pause ausgleichen können, zielte aber in Person von Ex-HSV-Spieler Tom Sanne jeweils um Zentimeter neben das Tor. Interessant in diesem Zusammenhang auch die Trainerpersonalie bei den Schwaben, wo mit Matthias Ostrzolek ebenfalls ein alter Hamburger auf der Trainerbank sitzt. Übungsleiter in Burghausen übrigens: Lars Bender, Ex-Nationalspieler. Begleitet wurde der ehemalige Zweitligist von einem kleinen, sangesfreudigen Wacker-Mob, bestehend aus vielleicht 40 Mann. Auch auf Seiten der Schwaben gab es etwas Support.

    Wir drücken den Mietern des Rosenaustadions die Daumen. Denn sowohl die Schwaben als auch der FCA II stecken aktuell tief im Abstiegssumpf der Regionalliga fest. Der TSV springt durch den Sieg auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Das 1:0 war vielleicht nicht sehr graziös, aber lebensnotwendig. Fußball im Rosenaustadion ist nur in der Regionalliga Bayern vorgesehen, sollten beide Augsburger Vereine in die Bayernliga relegieren, droht dem Stadion der Status „Lost Ground“. Davon abgesehen, ist in der Sommerpause die Sanierung der Flutlichtmasten geplant und damit einhergehend vermutlich die Demontage der ikonischen Lichtspender.

    Das Derby zwischen der FCA-Reserve und den „Schwabenrittern“ am heutigen Dienstag findet in der Bundesliga-Arena statt. Besser wird’s nicht werden, im Rosenaustadion – für mich seit Samstag der schönste Ground Bayerns. (mm)

    Holstein Kiel – 1.FC Kaiserslautern – 3:0

    “DER FCK BRENNT – ABER KIEL BLEIBT EISKALT“

    17.04.2026
    2.Bundesliga
    Holstein Stadion
    Zuschauer:15.034

    KIEL – Mein zehntes Spiel mit Beteiligung von Holstein Kiel führte mich ins Holstein-Stadion, wo der Traditionsverein 1. FC Kaiserslautern zu Gast war.

    Ein Freitagabendspiel, das mich sofort reizte – und so sicherte ich mir kurzerhand über den Holstein-Fan H. R. eine Eintrittskarte. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!

    Die Anreise mit der Bahn verlief reibungslos. Bereits eine halbe Stunde vor Anpfiff befand ich mich im alten Gästeblock des Stadions – jenem Ort, an dem ich mir früher selbst die Stimme heiser geschrien hatte.

    Diesmal betrachtete ich das Spiel mit neutraler Perspektive. Insgeheim drückte ich jedoch den Gästen die Daumen. Fritz Walter, der „Betze brennt“ – mehr Argumente braucht es kaum.

    Gebrannt hat es an diesem Abend allerdings vor allem im Gästeblock: Zum Intro präsentierte sich ein beeindruckendes rot-weißes Fahnenmeer, und der gesamte Block erstrahlte in leuchtendem Rot. Gefühlt bei jedem Liedwechsel wurden neue Fackeln entzündet.

    Doch auch die Anhänger von Holstein Kiel zeigten große Leidenschaft. Beim Einlaufen der Mannschaften erhellte die Westkurve das Stadion mit einem eindrucksvollen Lichterbild. Auf einem Spruchband war zu lesen:
    „WIR FOLGEN DIR WOHIN ES GEHT – AUCH BIS ANS ENDE DIESER WELT.“
    Eine Aussage, die beinahe an ein Nena-Konzert erinnerte – doch die Bühne bildete an diesem Abend die 2. Bundesliga.

    Nach dem wichtigen Auswärtssieg in Düsseldorf trat die „Walter-Elf“ mit großem Selbstbewusstsein auf. Bereits in der 16. Minute erzielte Tohumcu mit einem sehenswerten Treffer die Führung. Die Gäste hingegen präsentierten sich über die gesamte Spielzeit hinweg schwach und fanden kaum ins Spiel. Innerhalb von nur vier Minuten erhöhten Harres (36.) und Zec (40.) und entschieden die Partie frühzeitig. Der 3:0-Halbzeitstand war hochverdient und wirkte am Ende sogar noch schmeichelhaft für die Gäste.

    Dennoch verdienen die Fans aus Kaiserslautern größten Respekt: An einem Freitagabend rund 1400 Kilometer in den Norden zu reisen – für ein Spiel, das sportlich kaum noch Bedeutung hatte –, eine deutliche Niederlage hinzunehmen und dennoch ununterbrochen zu unterstützen, zeugt von außergewöhnlicher Leidenschaft und Qualität.

    Auch inhaltlich setzten die Fans ein starkes Zeichen: Anhänger beider Vereine protestierten gemeinsam mit Spruchbannern gegen das Polizeigesetz in Schleswig-Holstein sowie gegen die Anstoßzeit am Freitagabend. Im Gästeblock wurden zudem kritische Botschaften zu Print@home-Tickets und zur Berliner Polizei präsentiert.

    Insgesamt bleibt dieser Spieltag als gelungener Ausflug in die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein in Erinnerung. (fj)

    TSG 1899 Hoffenheim – VFL Osnabrück – 0:1

    “AMATEURTEAMS RAUS AUS LIGA 3!”

    22.02.2026
    3.Liga
    Dietmar- Hopp Stadion
    Zuschauer:1.666

    SINSHEIM – Es ist der 16.09.2007. Die TSG 1899 Hoffenheim empfängt am fünften Spieltag der Zweitliga-Saison 2007/2008 den VfL Osnabrück im Dietmar-Hopp-Stadion.

    Die damaligen Spieler Demba Ba, Carlos Eduardo und Copado zaubern auf dem Platz und schlagen die Osnabrücker mit 3:1. Am Ende der Saison gelingt der TSG tatsächlich der Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga.

    Einen sehr großen Anteil an diesem Erfolg hatte Investor Dietmar Hopp, der durch seine finanzielle Unterstützung die TSG innerhalb weniger Jahre von der Kreisliga auf die Bundesliga-Landkarte setzte. Eine Entwicklung, die bundesweit für viel Kritik sorgte. Der Vorwurf: Die TSG habe sich den Weg in die höchste Spielklasse „erkauft“, während es für Traditionsvereine mit deutlich größeren Anstrengungen verbunden ist aufzusteigen – und andere Klubs die große Bühne sogar ganz verlassen mussten. Als Beispiel wird häufig TuS Koblenz genannt. Damals nach dem letzten Spieltag noch Zehnter der zweiten Liga, spielt der Verein heute nur noch in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

    Auch der VfL Osnabrück spielt aktuell eine Liga tiefer als damals und musste erneut die Reise in das kleine Stadion antreten. Gegen die Hoffenheimer Amateure ging man im Drittligaspiel dennoch als Favorit ins Rennen. Nach zuletzt fünf Siegen in Folge grüßen die Lila-Weißen von der Tabellenspitze und gelten als heißer Anwärter auf den Zweitliga-Aufstieg.

    Was jedoch nie abgestiegen ist, sind die Fans des VfL. Sie lieferten einen wirklich starken Auftritt ab. Bereits vor dem Anpfiff wurde eine Fahne mit der Aufschrift „Amateurteams raus aus Liga 3“ aufgehängt.

    Zum Intro gab es anschließend große lila-weiße Schwenker. Mit mehreren Doppelhaltern präsentierte man den Vereinsnamen „VfL Osnabrück“, dazu zweimal zwei Fußballer-Motive sowie zweimal das Vereinswappen. Die Mob hatte sichtlich Bock, und die Gesänge – inklusive der „Scheiß-Hopp“-Rufe – dürften bis zum Wohnsitz des sechsfachen Milliardärs und SAP-Mitbegründers zu hören gewesen sein.

    Sportlich endete die Partie mit einem 0:1-Auswärtssieg für den lila-weißen Traditionsverein. Den entscheidenden Treffer erzielte Kopacz bereits nach zehn Minuten.

    Für den weiteren Saisonverlauf wünsche ich dem VfL alles Gute. (fj)

    Paysandú FC – CA Rentistas (0:1)

    Die BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (95) verschlägt uns diesmal nach Uruguay.

    Fast fünf Busstunden nördlich von Montevideo kickt Paysandú FC in der zweiten Liga. Der Weg dorthin besteht aus schier endlosen Feldern, auf denen die Rinder grasen.

    Doch das Estadio Parque Artigas in dem Städtchen an der Grenze zu Argentinien hat es in sich. Zwei große Tribünen hinter den Toren sowie eine Längsseite mit den hier typischen Betonbänken in Vereinsfarben schmücken den Ground. Nur die Haupttribüne ist aus der Neuzeit.

    Dank der Anstoßzeit am frühen Abend konnte noch ein toller Sonnenuntergang mitgenommen werden und in der „VUK cervecería“ ums Eck lässt es sich nach dem Spiel gut einkehren.

    Aber Achtung: das Stadion wird grundlegend saniert und umgebaut. Die Bauarbeiten sollen zeitnah beginnen.


    10.04.2026
    Estadio Parque Artigas
    Paysandú FC – CA Rentistas (0:1)

    Glentoran FC – Dungannon Swift FC – 5:0

    „ILLEGAL IM OVAL“

    09.04.2026
    NIFL Premiership
    The Oval
    Zuschauer: 2.210

    BELFAST – Ebenso wie am Vortag den „Dalymount Park“ in Dublin, steuerte ich auch das legendäre „The Oval“ nach fast 10 Jahren zum zweiten Mal an. Beim ersten Mal ging der Besuch sprichwörtlich in die Hose. Ich erzähle es kurz und knapp: Auf dem Weg nach Belfast wurde damals noch irgendeine Klosterruine besichtigt. Es regnete schon den ganzen Tag. Auf dem steilen Weg dort hin rutschte ich aus und purzelte den morastigen Pfad ab. Unten lag ich wie ein Kanarienvogel im Matsch. Bis auf ein paar Blaue Flecken blieb ich körperlich unversehrt. Aber meine Garderobe war nicht mehr vorzeigbar. Unter dem Gelächter meiner Kameraden und von oben bis unten mit Schlamm besudelt, musste ich nur in Unterhose und mit geliehenem Pullover eines Mitreisenden im Mietwagen Platz nehmen.

    Den Spielbesuch in Belfast konnte ich knicken und musste mich im Zentrum um neue Klamotten kümmern. Immerhin zogen wir alle zusammen über die Einkaufsmeile von Belfast und die Klamotten von dort hielten jahrelang. Jedes Mal musste ich an die Geschehnisse denken, wenn ich die schwarze „Übergangsjacke“ aus Belfast anzog. Und damit auch an den Sehnsuchtsort „The Oval“. Nun war es also so weit. Die Terminierung passte gut in unseren Pärchenurlaub. Am letzten Tag sollte es ohnehein nach Nordirland gehen. Am Spieltag selbst regnete es zunächst auch nicht. Diesmal sollte mir der Ground nicht durch die Lappen gehen. Dachte ich.

    Denn wir hatten ein ganz anderes Problem. Da bei dieser Reise hauptsächlich Irland im Fokus stand und Belfast maximal einen halben Tag beehrt werden sollte, vergaßen wir im morgendlichen Abreisestress die Reisepässe zu Hause. Ich biss mir auf die Lippe. Und das mit der Vorgeschichte von damals. Eine kurze Recherche ergab zum Glück, dass zwischen der Republik Irland (EU) und Nordirland (UK) keine Grenzkontrollen stattfinden. Zunächst war der Plan, die Grenze irgendwo in einem Dorf zu passieren. Doch schließlich waren wir uns unserer Sache sicher – ab über die M1. Alles was einem auf der Strecke erwartet, ist ein Schild: „Willkommen in Nordirland“. Sollte man im Anschluss nicht polizeilich auffallen, steht dem Fußballbesuch nichts mehr im Wege.

    Illegal ging es also ins Oval. Schon eine Stunde vor dem Anpfiff steuerten wir den legendären Spielort der „Glens“ an und fanden einen Parkplatz, vielleicht 50m vom Eingang entfernt. Bei Glentoran geht es in allen Belangen gemütlich zu. Für 15£ bekommt der Groundhopper am Kassenhäuschen ein weiteres Hardticket für die Galerie in die Hand gedrückt. Mit der Karte darf man jeden Sektor des Stadions betreten. Alles ist geöffnet. Vom Rasenwall hinter dem Tor, bis zum Auswärtsblock. Dungannon rückte mit etwa 20 Leuten an, darunter ein Schreivogel besonderer Güte, der es locker mit den hiesigen Möwen aufnehmen konnte. Als der Himmel nach gut einer Viertelstunde seine Schleusen öffnete und sich ein Platzregen über Belfast ergoss, flüchtete der kleine Mob auf die überdachte Gegentribüne. Für die Swifts geht es um nichts mehr. Der letztjährige Aufsteiger und Pokalsieger ist auf den letzten Drücker in die Meisterrunde gerutscht und feierte somit den sicheren Klassenerhalt. Das Saison-Highlight fand im vergangenen Sommer statt: Die Gäste traten in der Conference League beim FC Vaduz an und siegten dort mit 1:0. Das Rückspiel verlor man 0:3 nach Verlängerung. Aber, egal.

    Ganz anders bei Glentoran. Mit einem Sieg drei Spieltage vor Schluss an diesem Samstag gegen Dungannon war klar: In zwei Wochen können sich die „Glens“ aus eigener Kraft zum Meister krönen! Es wäre der erste Titel seit 17 Jahren. Im Fernduell mit Larne zog der Spitzenreiter zunächst davon und Glentoran benötigte in diesem Spiel im Idealfall einen hohen Sieg. Für Spannung war also reichlich gesorgt. Der Kantersieg gelang, auch dank der Mithilfe des gegnerischen Torwarts, der mindestens drei Treffer verschuldete. Aber auch ohne Torwartfehler waren die Gäste in diesem besseren Regionalliga-Spiel dem Druck irgendwann nicht mehr gewachsen. Zumindest in der zweiten Halbzeit fielen zwei schön herausgespielte Treffer.

    Glentoran bleibt zwei Spieltage vor Schluss weiterhin drei Punkte hinter den Jungs aus Larne. Der Clou: Am morgigen Freitag kommt es in „The Oval“ zum direkten Duell der beiden Kontrahenten. Durch den 5:0-Sieg gegen die Swifts reicht dem GFC ein einfacher Sieg für die Tabellenführung und beide Teams würden punktgleich in den finalen Spieltag gehen. Wir drücken dem sympathischen Verein aus Belfast die Daumen! Das Stadion ist eine Wucht, vor allem die große Haupttribüne lässt die Kinnlade herunterklappen. Alles wirkt irgendwie so geordnet, dabei knabbert der Zahn der Zeit an jeder Ecke. Allein der Hafenblick, die spielenden Kinder auf dem Wall und die Flugzeuge, die über den Ground segeln, wären das Eintrittsgeld wert. Da kümmert es auch nicht, dass selbst im spannenden Meisterschaftsrennen gerade mal 2000 Zuschauer den Weg ins Stadion fanden. Zwei illegal eingereiste Besucher aus Schwechheim kommen noch dazu. (mm)

    Beşiktaş JK – Antalyaspor Kulübü – 4:2

    „DER ADLER FLIEGT IN RICHTUNG EUROPA“

    10.04.2026
    Trendyol SüperLig
    Tüpraş Stadyumu
    Zuschauer: 32.966

    ISTANBUL – Als ich die Ansetzungen der Süper Lig sah, begann ich mit der Urlaubsplanung, schnell waren die Flüge im Warenkorb und ein paar Tage später begann das Dilemma.

    Ich hatte mir schon im Februar die Passolig gekauft, was ich aber bis dato nicht wusste: Da die Passolig keine Anwendung fand, konnte ich meine Adresse nicht speichern. Selbst mit Hilfe eines weiteren Redakteurs gelang es mir nicht meine Adresse zu speichern, obwohl bei ihm alles funktionierte. Somit war 2 Tage vor Abflug das Problem da, dass ich keine Karten kaufen konnte. Ich versuchte alles, aber ohne Erfolg.

    Am Tag des Abflugs standen mehrere Fragezeichen im Raum. Kann ich den Länderpunkt vergessen? Oder klappt das nur mit türkischer Nummer? Oder, oder..

    Als ich abends im Hotel ankam, schaute ich direkt nach, aber es funktionierte NIX. Im Hotel nachgefragt – das Personal konnte einem auch nicht weiterhelfen. Somit ging es Freitag-Vormittag zum Stadion, in der Hoffnung, dass irgendwer dort helfen kann…

    Der Freitag-Vormittag stand in keinem guten Licht, denn auf dem Weg zum Stadion fing es an zu regnen. Am „Tüpraş Stadyumu“ angekommen, kamen mir auch schon direkt zwei Tickethändler entgegen, die ich aber dankend abwies. Dann hörte ich wie zwei Deutsch-Türken sich auf Deutsch unterhielten – ich also direkt hin und gefragt ob die mir helfen könnten. Auch mit den beiden zusammen hatte es nicht geklappt, was die Jungs ebenfalls sprachlos machte.

    Einer von den beiden ging nochmal zum Ticketschalter, fragte nach, kam zurück und meinte: „Gib die Adresse vom Hotel ein, das ist egal, da gucken die eh nicht nach. Die App spinnt manchmal“. Gesagt, getan und schwupps konnte ich meine Adresse speichern, mir eine Karte online bestellen und zum Schalter gehen für die Passolig. Offenkundig funktioniert das nicht mit einer deutschen Anschrift.

    Nachdem alles geklappt hatte, schlenderten wir zum Stadion-Café, wo mich beide auf ein „Sahlep“ einluden, wir unterhielten uns noch und traten gemeinsam die Rückreise an. Da plötzlich Starkregen einsetzte, nahmen wir uns ein Taxi.

    Als es zum Spiel ging und ich durch drei Sicherheitskontrollen musste, stand dem Länderpunkt nichts mehr im Wege. Zum Spiel selber ist zu berichten, dass Beşiktaş schnell die Weichen auf Sieg stellte, mehr als verdient den Heimsieg einfuhr und weiterhin den vierten Tabellenplatz festigt, der für den europäischen Wettbewerb reicht. Zur Stimmung: Ich war etwas irritiert, da auf drei verschiedenem Tribünen jeweils Ultras standen, weshalb der Gesang nicht immer ganz so koordiniert war. Dennoch war die Lautstärke schon recht beeindruckend.

    Somit war es doch noch ein gelungenes Wochenende in Istanbul, ehe die Reise am Montag weiter ging nach Malta. (sm)

    Bohemian F.C. Dublin – Sligo Rovers F.C. – 1:2

    „DON’T WORRY…“

    08.04.2026
    Premier League
    Dalymount Park
    Zuschauer: 4.018

    DUBLIN – „Wiedergutmachungstour“ auf die irische Insel nach knapp 10 Jahren. Sowohl der „Dalymount Park“ in Dublin, als auch das berühmte „The Oval“ in Belfast, hätten schon lange auf der persönlichen Bucket List abgehakt sein können, wären mir und meinen Reisekollegen damals nicht einige schicksalhafte Dinge passiert. Zu Glentoran und „The Oval“ komme ich im Laufe der Woche noch. Bei den Bohemians war es eher eine Fehlplanung: Drei Tickets für das Derby gegen Shamrock am Spieltag zu bekommen, erwies sich vor Ort als unlösbare Aufgabe. Aus Mangel an Karten ging es damals zu St. Patrick’s und nun konnten die beiden prestigeträchtigen Grounds auf einer neuerlichen Irland-Tour gekreuzt werden – und diesmal in einer ganz anderen Konstellation: Im Pärchenurlaub. Glück mit dem Spielplan und alles unter einem Hut. Das war nur gerecht nach so einer langen Wartezeit.

    Zunächst ging es aber da weiter, wo es damals aufgehört hatte. Der Besuch bei den „Gypsies“ genannten Bohemians, hing die ganze Zeit in der Luft und war von vornherein wieder spontan geplant. Die ersten Tage verbrachten wir an der malerischen Westküste und die „Zurückverlegung“ nach Dublin sollte wetterabhängig erfolgen. Tatsächlich kündigte sich eine große Regenfront am Freitag über Kerry an und gegen Mittag fuhren wir etwas früher als geplant Richtung Osten. Statt der anvisierten 4 Stunden war die Fahrzeit nun mit 6 Stunden angegeben. Gut 1500km Linksverkehr in dieser Woche blieben nicht folgenlos – beim Wenden in Dingle machte die Mietkarre Bekanntschaft mit einem irischen Kantstein, was am Stoßfänger deutliche Spuren hinterließ. Mal gucken, wie das „Don’t worry“ von der Mietwagenstation mit meiner Kreditkarte korrespondieren wird…

    Ich schweife ab. Doch die Laune war nicht wirklich gut und hinzu kam ein Déjà-vu: Das Spiel bei den „Boh’s“ war erneut ausverkauft. Selbst bei so einem 08/15-Gegner muss man bei dem mitgliedergeführten Traditionsverein das Ticketing mittlerweile genau verfolgen. Egal, für den Fall war die Erstliga-Partie in Dundalk geplant. Doch dank der 6h-Fahrt wurde auch dieser Plan zur Hängepartie. In Irland gibt es aktuell ziemlich krasse Proteste, die an die „Trecker-Demos“ in Deutschland vor 2 Jahren erinnern. Dadurch wird zur Zeit die Benzinversorgung teilweise lahmgelegt und Fahrzeuge blockieren die Autobahnen. Der Mob entzündet Lagerfeuer auf den „Motorways“ und hält die ganze Nacht Wache. Diverse Baustellen kommen dazu. Harte Zeiten.

    Aber ich schweife schon wieder ab. Am Ende entschied ich mich für die Bohemians und gegen Dundalk – denn Gästetickets konnte man im Online-Shop für das Spiel noch problemlos buchen. Irgendwie würde ich mich vor Ort schon in den neutralen Bereich reinschnacken. Am Dalymount Park angekommen, war die erste Option zunächst, einfach mit der Karte den Eingang für die Heimfans zu testen. Und siehe da: Auf dem Gerät flammte ein grünes Licht auf und ich war drin! Auf der Hintertortribüne, perfekt.

    Sligo flutete nach Anpfiff den kleinen „Mono-Stand“, aber im Notfall wäre auch dort noch Platz gewesen. Die „Szene“ besteht wohl eher aus Allesfahrern. Im Gegensatz zu den „Gypsies“, die über eine kleine Ultra-Gruppe verfügen, die zum Einlauf der Teams ordentlich zündelte. Alles in allem ging es auf der Haupt- und Hintertortribüne schon kompakt zu. Unter den Augen unzähliger deutscher Dublin-Touristen, kochte im Nieselregen der irischen Hauptstadt richtig authentische Fußball-Atmosphäre auf. Ich hätte nie gedacht, dass Songs der Gruppe „Spandau Ballett“ mal für Gänsehaut bei mir sorgen. Aber die Haupttribüne interpretierte den Hit „Gold“ wirklich exzellent. Kompliment! Es ging nahtlos weiter, denn die „Boh’s“, die oben in der Tabelle mitmischen, trafen früh zur Führung. Nichts deutete auf einen Punktverlust hin, bis Sligo kurz vor der Pause per Hacke zum Ausgleich traf. Erstmals jubelte der „Mono-Stand“, was die Heimszene nicht unberührt ließ. Hier merkt man die kulturelle Nähe zum Vereinten Königreich – „You only sing when you’re winning“.

    Im zweiten Durchgang kam es noch schlimmer für Dublin. Direkt nach Wiederanpfiff gelang den Rovers die Führung. Für die Gäste eine Art Befreiungsschlag, denn bis dahin hütete man mit 5 Pünktchen gerade mal so den vorletzten Platz. Der elfmalige irische Meister wäre vielleicht zurückgekommen, doch ein Platzverweis verwässerte das ohnehin schon eher limitierte Spiel zusehends, am Ende fuhr Sligo den nicht unverdienten Auswärtssieg ein. „Don’t worry“, möchte man den Bohemians da zuflüstern. Trotz der überraschenden Niederlage steht der Verein weiter an dritter Stelle der Premier Division.

    Nicht traurig sein – das könnte vielleicht auch bald für die Groundhopper-Zunft gelten. Denn das Stadion soll schon lange umgebaut werden. Das war bereits vor 10 Jahren der Plan. Seitdem wurde übrigens die halbierte Gegengerade abgerissen und der „Mono-Stand“ als Stahlrohrkonstrukt errichtet. Die Haupttribüne mit der Kirche im Hintergrund und die Hintertorseiten sind noch immer dieselben. Vor allem die gesperrte Seite hinter dem Tor gibt einen ganz wunderbar-morbiden Eindruck ab. Gut, dass der Besuch geklappt hat. Noch ein Fail bei den Bohemians wäre vielleicht nicht mehr drin gewesen. (mm)

    CR Vasco da Gama – Botafogo FR – 1:2

    „OSTERÜBERRASCHUNG MIT CHOREOS UND IRON MAIDEN“

    04.04.2026
    Série A
    Estádio São Januário
    Zuschauer: 20.072

    RIO DE JANEIRO – Beeindruckt von den Erlebnissen der Redaktionskollegen (tp) und (fj) in Südamerika letztes Jahr stand für mich fest, dass ich 2026 nachziehe. Vor einem halben Jahr sah ich für Ostern erschwingliche Flüge von Schwechheim über Madrid nach Rio de Janeiro und zurück. Nebenbei auch noch zwei Urlaubstage gespart, da fiel die Entscheidung nicht schwer.

    Schwerer war hingegen die Ticketbeschaffung. Vereine in Brasilien mit einer Stadionkapazität von 20.000 Zuschauern und mehr müssen ihre Karten mit biometrischer Erfassung verkaufen. Vor Ort schaut man in eine Kamera und nach Bestätigung der eigenen Visage öffnet das Drehkreuz. Ich fühlte mich an China erinnert und war erschrocken, dass sich dieser Mist immer weiter verbreitet.

    Aber es nützte nichts, schließlich sollte ja der Länderpunkt fallen. Die Registrierung mit Reisepass und Selfie klappte schon in Deutschland, aber kurz vor dem freien Verkauf konnte ich mich nicht mehr einloggen. Die Funktion „Passwort vergessen“ klappte auch nicht und so musste ein neuer Account her.

    Allerdings war der Reisepass ja bereits hinterlegt und so nahm ich den alten, der noch in der Schublade lag. Ging letztendlich, war aber super nervig. Im Nachgang stellte sich heraus, dass das System wegen meiner deutschen E-Mail-Adresse Zicken machte. Nehmt besser Google oder Hotmail.

    Vorm „Clássico da Amizade“ verbrachte ich den Tag zunächst in Leblon und Ipanema am Strand. Das Lebensgefühl „Alegria“ ist wirklich ansteckend und ich fühlte mich in Rio auf Anhieb wohl. Caipirinha und das kühle Bier in der „Camisinha“ zu fairen Preisen sorgten für ein Dauergrinsen. Später genoss ich noch eine üppige Feijoada, die selbst einen guten Esser wie mich pappsatt machte.

    Irgendwann wurde es aber Zeit für Fußball und ich traf mich mit (bd) aus Meppen und seiner Frau auf der Ballermeile in Stadionnähe. Grüße gehen raus! Es gab dutzende Grillstände und auch hier frisch Gezapftes zu zivilen Preisen. Im Viertel sind die Graffiti unübersehbar und die Huldigung an die Vereinslegende Roberto Dinamite sollte später noch eine Rolle spielen.

    Etwa 45 Minuten vor Anpfiff betraten wir das altehrwürdige „Estádio São Januário“, welches mit seiner Hufeisenform recht selten sein dürfte. Vasco plant einen Neubau, der sich hoffentlich noch hinzieht. Die langgezogene Stehkurve ist schon phänomenal.

    Auch wenn die Freundschaft in den letzten Jahren etwas bröckelte, durften die Gäste aus Botafogo den kurzen Weg fahren. Die Show des Abends sollte aber der „Força Jovem do Vasco“ vorbehalten sein, die so richtig auftischte.

    Zum Einlauf der Mannschaften zogen die Fans gleich drei Blockfahnen hoch. Zusätzlich gab es ein Hochziehelement auf unserer Seite, dass eine Collage aus Zeitungsartikeln von früheren Derbysiegen zeigte. Ich bin so gar kein Musikkenner, aber die Verbundenheit der Força Jovem zu Iron Maiden war auch für mich nicht zu übersehen.

    Ich kam gar nicht mit dem Fotografieren hinterher, denn die Torcida hatte bereits die Kurve komplett mit schwarzem Rauch eingenebelt. So viel Rauch hatte ich zuletzt beim Belgradderby im September gesehen und der Anpfiff verzögerte sich um mehrere Minuten.

    Auch vom Support her machte Vasco einfach nur Spaß und gefühlt hatte sich die Reise schon gelohnt. Doch das war noch nicht alles. Zur zweiten Halbzeit zeigte die linke Seite eine Blockfahne mit dem Konterfei von Dinamite, der unglaubliche 698 Tore für Vasco schoss. Auf der rechten Seite war ein Meer von weißen Klatschstangen und die Botschaft, dass heute der 12. Mann das Spiel gewinnt.

    Tatsächlich erzielte David nach einer Stunde das 1:0 und sorgte für grenzenlose Ekstase im Estádio. Allerdings währte die Freude nur kurz, weil Botafogo per Kopf ausglich. Auf den Rängen setzte die Torcida mit einer Blinkershow ein letztes Highlight, denn Matheus Martins brachte die Heimseite mit einem Traumtor von der Sechzehnerkante in den Knick zum Schweigen.

    Danach waren nur noch die Anhänger von „Fogo“ zu hören und die Gäste brachten die Führung über die Zeit. War es verdient? Keine Ahnung. An diesem Abend stand der Fanauftritt im Fokus. Vorher hatte ich viel Positives über Vasco gehört, aber das war eine echte Osterüberraschung und Brasilien sortiert sich in meinem „Länder-Ranking“ weit oben ein. (hr)

    SpVgg Landshut – TSV Kareth-Lappersdorf (1:1)

    Endlich befinden wir uns im Frühjahr und die Zeit nach Ostern ist in Deutschland vielleicht die beste Zeit zum Fußballgucken. Wenn das Wetter mitspielt und die entscheidenden Spieltage anstehen, gibt es Auswahl in Hülle und Fülle.

    Ihr seid irgendwo in Bayern und wisst nicht so recht ob es nach München oder ins Fränkische gehen soll? Dann checkt doch mal Landshut in Niederbayern ab. Dort steht mit dem „Hammerbachstadion“ unsere BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (94). An dem Spielort wurde von 1975 bis 1984 fast zehn Jahre bis zur endgültigen Fertigstellung gebaut. Heute bietet diese Landesliga-Perle genau Platz für 8.150 Zuschauer. Abgesehen von der großen Tribüne, stechen vor allem die Flutlichtquader ins Auge.

    Neben einer kleinen, politisch angehauchten Fanszene, wird man bei der heimischen SpVgg Landshut demnächst wohl auch Bayernliga-Fußball bestaunen können. Denn die Fußballer aus der „Dreihelmenstadt“ sind aktuell unangefochtener Spitzenreiter der Landesliga Mitte und klar auf Aufstiegskurs.


    04.08.2024
    Hammerbachstadion
    SpVgg Landshut – TSV Kareth-Lappersdorf (1:1)

    HSK Posušje – FK Borac Banja Luka – 0:3

    HSK Posušje – FK Borac Banja Luka – 0:3

    „BESUCH VOM SPITZENREITER“

    04.04.2026
    Premijer Liga
    Stadion Mokri Dolac
    Zuschauer: 1.200

    POSUŠJE – Nachdem wir am Vorabend das Stadtderby in Mostar hinter uns gelassen haben und glücklich ins Bett gefallen sind, warteten am nächsten Morgen schon meine Eltern auf uns. Eben genannte waren bisher „erst“ in Slowenien & Kroatien, sodass es sich anbot, die Grußkarte zum runden 60. Geburtstag mit einem Zeitgeschenk zu füllen. Die Zeit war in diesem Fall Bosnien & Herzegowina und das Geschenk zwei Flugtickets nach Tuzla, Return versteht sich.

    Auf dem Programm stand Mostar, das Derwischkloster in Blagaj, die olympische Bobbahn sowie die Altstadt in Sarajevo und das Kriegstunnelmuseum. Letzteres fiel leider ins Wasser, da kurz vor uns zwei Busladungen ankamen und wir mindestens 1 1/2 Stunden hätten warten müssen. Schade, ist das doch der einzige der oben genannten Orte, den ich zuvor noch nicht besichtigt hatte. Ein Glück bin ich in wenigen Wochen schon wieder irgendwo zwischen Bihać & Tuzla unterwegs!

    Das Spiel in Posušje passte perfekt ins Programm. Zum einen wurde es am Samstagabend um 18:30 angesetzt und zum anderen liegt Posušje im westlichen Teil der Herzegowina, dessen Fläche fast ausschließlich von ethnischen Kroaten bevölkert ist. Bedeutete für uns, dass wir zum einen bis abends genügend Zeit für Kulinarik & Sightseeing hatten sowie zum anderen den Besuch der eben benannten westlichen Herzegowina. Ich hatte meiner Familie versprochen, dass wir auf jeden Fall einmal in die Republika Srpska als auch in die Herzegowina fahren, um die kulturellen Unterschiede zumindest bedingt zu sehen und zu verstehen. Ansetzungen passten also!

    „Republika Srpska, Busladungen, Spitzenreiter“? Ja, die Worte habt ihr eben alle schon gelesen und sie fügen sich nun zu einer Art Puzzle zusammen, denn gleich fünf Busse als auch ein paar Kleintransporter rollten eine Stunde vor Spielbeginn in Posušje am Stadion an. Hvala ti an meine Balkankontakte, die Info passte mal wieder! In Bosnien & Herzegowina gilt seit Jahren, dass Gästefans in der Regel nur zwischen der 10. & 80. Minute das Spiel innerhalb des Stadionmauerwerks erleben. Heute wurde mal ein Auge zugedrückt und die Gäste verweilten bis Spielende im Block. Die Einlassprozedur startete auch bereits 30 Minuten vor Anpfiff, der letzte war dennoch erst zur 12. Minute im Block.

    In der Zwischenzeit bewaffneten wir uns mit Pivo und Snacks, ehe wir auf der Tribuna Sjever Kollege (fj) und seinen Weggefährten Jan antrafen. Die beiden waren auf meine Empfehlung um 14:30 Uhr noch beim Spiel in Čitluk, welches in einem richtig tollen Stadion in der Nähe der Kravica-Wasserfälle stattfand. Die beiden Hamburger haben beides mitgenommen und sofort für gut befunden, oder wie der Liverpool-Kumpel von (fj) sagen würde: „Einwandfrei“.

    Zurück ins Mokri-Dolac-Stadion: Die Lešinari (Geier) supporteten in der ersten Halbzeit lautstark hinter ihrem Banner mit der Aufschrift „Vultures – Banja Luka“. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde es plötzlich auf der Heimseite laut und unübersichtlich, da der Linienrichter (Goran Ilinčić, aus Prijedor, Republika Srpska) den Fans angeblich den Mittelfinger zeigte. Auf Videoaufnahmen konnte dies später eindeutig identifiziert werden. Sonst war allerdings nicht viel los, die aktive Fangruppe Poskoci ist aktuell nicht im Stadion und unterstützt hingegen lediglich den Basketballverein der Stadt. Nach der Halbzeitpause wurde es langsam dunkel und die Geier aus Banja Luka zündeten zwei Fackeln. Zuerst eine einzelne gelbe und später dann eine rote, welche von einem Meer aus rot-blauen Fahnen umgeben wurde. Letztgenannte Aktion wurde von einem kyrillischen Banner untermalt, welches ungefähr „Du bringst die Fahne zum Wehen“ bedeuten müsste. Sehr schick, sehr gelungen! Den Rest der zweiten Halbzeit verquatschte ich mit einem Kroaten, der lange in Frankfurt gelebt hat und heute wieder in seiner Heimat ist. Grüße gehen raus! Das Spiel endete übrigens 0:3 vor 1.200 zahlenden Zuschauern!

    Nach dem Spiel galt es für uns noch schnell, etwas zu futtern, da wir alle ziemlichen Hunger hatten. Ich erinnerte mich, dass es unten an der Hauptstraße, von wo aus es über Široki Brijeg zurück nach Mostar geht, für eine verdammt schmale Mark verdammt gute Fleischröllchen geben soll. Die Velika Ćevapčići kamen frisch gegrillt für 10 Mark, mit Ajvar, Zwiebeln und mindestens einem halben Anteil aus Schweinefleisch, versteht sich – wir sind hier ja schließlich wieder in der kroatischen Küche. Wem hingegen 5 Röllchen im Fladen langen, mala Ćevapčići also, kommt mit 6 Mark gut weg. Das sind grob 3 Euro. Am Ende waren wir mit Getränken und vier satten Erwachsenen bei rund 20 Euro. Der Rückweg gestaltete sich unproblematisch und wir fielen nach einem kleinen Absacker zufrieden in unsere Betten, ehe es am Sonntag weiter nach Sarajevo gehen sollte. Wer Fragen zu Bosnien & Herzegowina oder zum Balkan allgemein hat, kann uns gerne über den Messenger kontaktieren. (hd)

    FC Dinamo Minsk – FC Belshina Bobruisk – 2:0

    FC Dinamo Minsk – FC Belshina Bobruisk – 2:0

    “DAWAI, DAWAI”

    04.04.2026
    Vysshaya Liga
    Stadyen Dynama-Juni
    Zuschauer: 650

    MINSK – Seit dem letzten Jahr kann man als EU-Bürger visumfrei nach Belarus reisen. Das reizte mich sehr, im vergangenen Jahr passte es bei mir aber einfach nicht in den Kalender. Zudem fixten mich natürlich die anderen beiden Berichte beim Landboten zusätzlich an. Aktuell ist bis Ende 2026 eine visumsfreie Einreise möglich, wird aber bestimmt erneut verlängert. Einen Trip ins Ungewisse, was klappt vor Ort, was nicht? Ein bisschen Ungewissheit reizt mich ja gut und gerne mal. Da der Spielplan für die Ligen in Belarus leider erst Mitte Februar rauskam, waren die billigeren Optionen für Ostern natürlich ausgeschöpft. Mit dem Flieger ging es also vom BER nach Vilnius hin und zurück. Vilnius passt gut, das Unternehmen “Ecolines” verbindet die Stadt mit der Metropole Minsk im Nachbarland. Die Busfahrt gibt es mehrmals am Tag. Ich entschied mich, über Nacht die Situation an der Grenze zu überstehen.

    Das Wort “überstehen” ist dramatischer, als es am Ende wirklich war. Zuerst kam die Ausreise und dann die Einreise, unser Bus war nicht komplett gefüllt und nach 4 Stunden mit allem drum und dran rollten wir die Straßen weiter Richtung Hauptstadt. Keine nervigen Fragen, lediglich Pass-, Hotel- und Gepäckkontrolle. Diese Zustände hat man im Sommer an den Grenzübergängen auf dem Balkan ähnlich zeitintensiv.

    Zwei volle Tage in der Stadt standen an, früh morgens spuckte mich der Bus an der Busstation heraus, direkt neben dem Hauptbahnhof. Erster Eindruck der Stadt: Wahnsinnig sauber! Kein Müll auf den Straßen, da kann sich so manche deutsche Stadt definitiv eine Scheibe abschneiden. Das Hotel konnte ich über den bekannten Anbieter “trip” buchen, somit ging die erste Reise per Fußbus erstmal dahin. Die Taxi-App “Yandex” läuft in dem Land einwandfrei, lediglich Barzahlung klappte bei mir. Das Tauschen von Bargeld ist das kleinste Problem im Land, jede Bankfiliale hat eine Wechselstube und am Hauptbahnhof gibt es ein 24/7-Stübchen. Die Zahlungsmethode Kreditkarte funktionierte in zahlreichen Restaurants, Bars oder Supermärkten.

    Neben den sauberen Straßen gefiel mir die Stadt richtig gut, der Fluss “Swislatsch” lieferte schöne Wege durch das Stadtzentrum. Als Restaurant-Tipp kann ich das “Kamyanitsa Restaurant” empfehlen, leckere einheimische Küche und Bier für umgerechnet 2€/0,5 Liter. Falls jemand mal nach Minsk fahren will, besucht gerne diesen Laden.

    Am Freitagabend stand der erste Termin an, leider wurde das Spiel von Arsenal Dzerzhinsk von Baryssau nach Minsk verlegt. Der Länderpunkt fiel dann eben hier. Die Polizisten vor dem Einlass durchstöberten meinen Reisepass, um den Stempel zu finden. Die einzige “unangenehme” Situation in diesem Land. In der Nacht zuvor am Grenzposten bekommt man nämlich hinter dem Glas nicht mit, welche Seite am Ende den Stempel erhält. Naja, hat ja geklappt. Zuerst stolperten die Tellermützen-Träger über den Stempel aus Bangladesch. Ganz viel Liebe für dieses Land, da lass ich nichts rankommen! Am Ende entschärfte sich die Situation, die Kommunikation war auch eher schwierig. Stempel gefunden und rein ins Stadion. Circa 250 Zuschauer fanden sich im Stadion ein. Die Busnacht zerrte am Gemüt und somit verschlug es die Reisegruppe ins Restaurant und danach ins Hotel. Die Partyszene der Stadt müssen andere Landboten-Redakteure ausfindig machen.

    Am Sonnabend stand erneut ein bisschen Touri-Programm auf dem Zettel. Nach knappen 10 Stunden Schlaf stärkten wir uns im Supermarkt mit einem reichhaltigen Frühstück. Eine heiße Theke und große Auswahl an Backwaren ließen die Herzen höher schlagen.

    Am Abend sollte dann das nächste Spiel starten. Der mutmaßlich größte und bekannteste Verein des Landes, der sich die Spitze mit BATE Baryssau teilt. Die meisten Titel holte der Verein aus der nördlich gelegenen Stadt Baryssau. Dinamo hingegen steht an zweiter Stelle der meisten Meisterschaften der Liga. Das Spiel wurde leider im kleinen Stadion in Minsk ausgetragen, das “Stadyen Dynama-Juni” verfügt über einen Kunstrasen im Gegensatz zum großen Stadion, welches unmittelbar im Stadtzentrum liegt. Tickets für das Spiel gibt es an der Tageskasse für 10 weißrussische Rubel (2,70€) bekommt man das schöne Stück Papier.

    Im Stadion gab es einen kleinen organisierten Haufen des Gastgebers. Die üblichen Schlachtrufe wie DI-NA-MO animierten die restlichen Anhänger mit einzusteigen. Ein kleiner Gästeblock mit 15-20 Leuten war ebenfalls anwesend, eine knapp zweistündige Autofahrt beinhaltete die Anreise der Gäste.

    Zum Spiel benötige ich nicht viele Zeilen, der kalte Wind gepaart mit Regen peitschte durch das Stadion. Nach dem Kick ging es zum Hotel, um die Sachen abzuholen, um 00:30 Uhr sollte der Bus zurück nach Vilnius fahren. Nach ein paar Kaltgetränken in einer Kneipe war es soweit, der Rückweg dauerte insgesamt nur fast 5 Stunden inklusive Grenzkontrollen. Die Ausreise war somit sehr entspannt. Ein spannender Trip ins Ungewisse fand sein Ende und am Sonntag verbrachte die Reisekombination Zeit in Litauen, ehe es am Ostermontag mit Onkel Rainer von Vilnius zurück nach Berlin ging. Ein Länderpunkt ohne Urlaub, das ist schön! (tp)

    SC Fortuna Köln – Bonner SC – 4:1

    SC Fortuna Köln – Bonner SC – 4:1

    „ROAD TO DFB-POKAL – DER KÖLNER WEG“

    01.04.2026
    Landespokal Mittelrhein
    Südstadion
    Zuschauer: 4.994

    KÖLN — Am Tag zuvor hatte ich einen schönen Tag in Luxemburg und fuhr am besagten 1.4. fast pünktlich mit dem Regionalzug von Trier nach Köln. Dies war kein Aprilscherz, sondern Realität. In Köln verbrachte ich den Nachmittag im Coworking Space und kurbelte die deutsche Wirtschaft an. Vor Ort konnte ich nach Dienstschluss auch meinen Rucksack abgeben und fuhr anschließend zum Südstadion. Auf dem Weg dorthin stieg ich zu früh aus, da laut Anzeige die Haltestelle gesperrt war. Das war jedoch nicht der Fall, und somit lief ich 20 Minuten zu Fuß zum Stadion und noch einmal 17 Minuten drum herum, da mich Maps zum Gästeblock schickte. Die Bahnstation ist eigentlich direkt vor dem Stadioneingang. Wie auch immer, das passiert den Besten und ich hatte noch genügend Zeit.

    Im Vorfeld besorgte ich mir eine Stehplatzkarte für die Längsseite und bemerkte beim Eingang, dass dies die absolut falsche Entscheidung war, da dort die Ultras stehen und die Sicht auf das komplette Geschehen eher mittelmäßig ist. Dank eines netten Ordners durfte ich jedoch in die abgesperrte Kurve und genoss das Treiben von dort aus.

    Und das hatte es in sich, denn die Gästefans begrüßten sich selbst mit einem Fackelintro, das bei der Helligkeit optisch allerdings noch nicht so wirkte wie 45 Minuten später. Auf dem Platz spielte in der ersten Hälfte nur eine Mannschaft, nämlich Fortuna. Folgerichtig ging man auch mit 1:0 in Führung. Die zweite Hälfte lief nicht lange, da musste das Spiel bereits unterbrochen werden, weil die Fortuna-Ultras ihrerseits einige Brennkörper entzündeten, wodurch eine starke Rauchwolke über das Spielfeld zog.
    Nach der Unterbrechung kam Bonn besser ins Spiel und erzielte in der 78. Minute den Ausgleich. Ich sah mich schon in der Verlängerung, doch die Fortuna erzielte vier Minuten später erneut die Führung. Kurz darauf musste ein Bonner nach einer Notbremse vom Platz, und der Gastgeber machte schließlich den Deckel drauf. Nach 101 Minuten war Schluss und im Finale kommt es nun zum Kölner Duell zwischen Viktoria und Fortuna im Sportpark Höhenberg.

    Für mich ging es schnell aus dem schönen Südstadion zurück zum Coworking Space und anschließend zum Kölner Airport. Dort holte mich das grüne Hotel um 23.35 Uhr ab und brachte mich mit einer Verspätung von rund 40 Minuten, aufgrund einer kurzfristigen Tankpause einen Kilometer vor dem Ziel, nach Hause. Für die Fortuna geht es in der Liga weiter um den Aufstieg, der sehr wahrscheinlich gelingen wird. Wir drücken für den weiteren Weg die Daumen und ich bedanke mich für das schöne Spiel zum Wochenteiler vor einer tollen Kulisse. (mb)

    FK Velež Mostar – HŠK Zrinjski Mostar – 0:1

    FK Velež Mostar – HŠK Zrinjski Mostar – 0:1

    „ČESTITAM, RED ARMY“

    03.04.2026
    Premijer Liga
    Stadion Rođeni
    Zuschauer: 4.500

    MOSTAR – Am vergangenen Freitag stand in der Herzegowina das 73. Mostar-Derby an. Wie gewohnt ging das Spiel ohne Gästefans über die Bühne, und so lag es an der Red Army, den zahlreichen Groundhoppern eine gute Show zu bieten. Grund zur Vorfreude gab es zur Genüge, feierte die RED ARMY nur wenige Tage zuvor, am 01.04.2026, ihr 45-jähriges Bestehen. Karten gab es am Spieltag direkt am Stadion für umgerechnet 5 Euro. Neben meinen Eltern und meiner Partnerin waren noch rund 10 Groundhopper in den Wizzair-Bomber gestiegen, unter anderem (fj). Kein Wunder, denn die Premijer Liga gab für dieses Wochenende sehr hopperfreundliche Anstoßzeiten bekannt.

    Das Mostar-Derby sollte also wie eben beschrieben am Freitagabend über die Bühne gehen und das Kräftemessen der Hauptstadtvereine am Samstagabend. Ich entschied mich gegen das Sarajevo-Derby und für Posušje gegen Banja Luka. Erstens wird das Grbavica-Stadion gerade umgebaut, und zweitens fehlte mir das Mokri-Dolac-Stadion in Posušje noch zur Komplettierung der obersten Liga im Binnenstaat. Zu dem Spiel und zu Bosnien & Herzegowina allgemein könnt ihr aber im Laufe der Woche noch mehr lesen.

    Nachdem wir die vierstündige Berg- und Talfahrt souverän meisterten, checkten wir gegen 16:30 Uhr im Apartment ein. Direkt an der historischen Altstadt gelegen, wusste das Quartier direkt bei älteren sowie jüngeren Familienmitgliedern zu gefallen. Es verfügt über einen Parkplatz und einen kleinen Frühstücksraum. Auf der kroatisch geprägten Seite, westlich der Neretva, kehrten wir noch auf eine ordentliche Portion Ćevapčići in eine Konoba ein. Innerhalb von zwei Minuten gelangt man zu Fuß über die Stari Most und taucht so in das bosnisch-muslimisch geprägte Leben ein. Hier gibt es Rind statt Schwein, Kaymak statt Ajvar und Čaj statt Pivo. Auf dieser Seite der Stadt liegt auch, fünf Kilometer außerhalb vom Zentrum, das Rođeni-Stadion, genauer gesagt im Vorort „Vrapčići“.

    Eine halbe Stunde vor Anpfiff holten wir uns im vereinseigenen Café unsere Eintrittskarten ab und staunten nicht schlecht, da die RED ARMY bereits kräftig am Zünden und Böllern war. Ein paar Kanonenschläge haben das Zwerchfell der Zuschauer ordentlich in Bewegung gebracht. Zum Einlaufen der Mannschaften wurden ordentlich Konfettirollen aufs Spielfeld befördert, und direkt danach gab es eine kleine Blockfahne, welche einen Balkenschal in den Vereinsfarben dargestellt hat. Um die Blockfahne herum hielten alle Navijači’s ihre eigenen Fanschals hoch, was zu einem super Gesamtbild führte. Abgerundet wurde die Aktion durch ein großes Transparent, auf dem ein Satz zu sehen war, der so etwas wie „Identität des Vereins und der Stadt, der wir ewig Liebe geben“ bedeutet. Alle Angaben ohne Gewähr, ich lerne noch und bin blutiger Anfänger der kroatischen Sprache.

    Zwischen Konfetti und Schalparade wurde noch ordentlich Rauch, ebenfalls in rot-weiß(-gelben) Vereinsfarben, abgebrannt. 1A! Im Anschluss wurden ein paar Bengalen zielsicher auf den großen Haufen der Konfettireste geworfen, sodass dieser lichterloh zu brennen begann. Der Feuerwehrmann, der samt Löscher den halben Platz umrundete, wurde von der Masse lautstark abgefeiert.

    Unter dem Motto „prestati nećemo nikada“ (Wir werden niemals aufhören) wurde direkt die nächste große Pyroshow eingeleitet. Weiße Bengalos, Blinker und kleine Fontänen sorgten visuell für feierliche Stimmung, und so hatte die aktive Gruppe die Möglichkeit genutzt, ihr fünfundvierzigjähriges Bestehen ordentlich zu zelebrieren. ČESTITAM, Red Army! (Alles Gute, Red Army)

    In der zweiten Halbzeit brannten exakt 45 rote Fackeln zeitgleich ab, was dem Geburtstag noch das i-Tüpfelchen verleihen sollte. Auf dem Rasen waren die Kroaten klar besser, und Zrinjski siegte im 73. Aufeinandertreffen mit 1:0. Insgesamt sahen 4.500 Zuschauer das Spiel, und eins steht fest: Auch mein fünfter Besuch in Bosnien & Herzegowina wird nicht mein letzter gewesen sein! (hd)

    FK Igalo – FK Berane – 0:2

    FK Igalo – FK Berane – 0:2

    “MONTENEGRO – DU SCHÖNER BALKAN”

    28.03.2026

    2. CFL
    Stadion Solila
    Zuschauer: 64

      IGALO – Planung ist eben alles, neben zahlreichen Reisen in jedem Jahr mit dem Fokus auf schöne Grounds, Derbys und billigem Essen. An diesem Wochenende sollte es mit familiärer Begleitung und somit ein entspanntes Ziel herhalten, mit guten Voraussetzungen. Die Länderspielpause in Europa natürlich clever genutzt, Zeit für Orte, an denen (leider) der Fußball so oder so nicht unbedingt großgeschrieben wird. Im Vergleich zum restlichen Balkan geht Montenegro in meinen Augen mit Blick auf das runde Leder unter. Länder wie Bosnien, Kroatien oder Serbien sind eben doch dominanter. Schade, definitiv! Verstecken muss sich das Land sonst aber nicht, bei meinem Aufenthalt vor ein paar Jahren fand ich die Natur schon beeindruckend.

      Ein Land, das den Euro als Zahlungsmittel hat und immer noch so preiswert ist. Vom Flughafen Dortmund nach Podgorica buchte ich die Flüge für 60€ return pro Nase pünktlich, um diese unter den Tannenbaum zu legen. Der Airport ist einfach top: geniale Verbindungen und niedrige Preise. Wichtig für die Sparfüchse unter uns: Leider wurde das Gebiet südlich des Flughafens als Parkzone eingerichtet. Das war es mit nur 15-minütigem Fußweg vom Auto zum Gate. Kostenfreie Parktipps, gerne per Nachricht an uns Ortsfremde.

      Somit sollte es von Freitag bis Sonntag in das Land mit dem höchsten Schweinefleischkonsum Europas gehen. Den Freitag verbrachten wir noch in der Hauptstadt, zu Mittag gab es eine gelungene Fleischplatte für 12€. Am Abend spielte die Nationalmannschaft ein Testspiel gegen die europäische Weltmacht Andorra. Tickets für 5€ akzeptierte ich und somit besuchten wir das wahrscheinlich schönste Stadion im Land. Das Kreuz wurde zwar gesetzt, bei meinem nächsten Aufenthalt möchte ich gerne ein Spiel des größten Vereins im Land sehen. Rund um das Stadion erspähte das geschulte Auge einiges an Streetart. Immerhin wird die Stadt Podgorica damit aufgewertet, ansonsten ist sie eine der in meinen Augen langweiligsten Städte des Balkans.

      Am Sonnabend das Highlight des Wochenendes, mit unserem Standort der Unterkunft in der Nähe von Budva lag der Kick an der kroatisch-bosnischen Grenze sehr gut. Die Strecke an der Bucht von Kotor ist wirklich atemberaubend. Ende März ist der Verkehr auch noch sehr entspannt, die Massen an Touristen kommen zum Glück später im Jahr. Vor 2 Jahren brutzelte ich selbst an der Küste von Petrovac im August, ich weiß wovon ich spreche.

      Nach circa zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Ort des Geschehens. Den Sprit gibt’s für 1,52 €/Liter Benzin. Ein Segen im Vergleich zu unserer Heimat. Das Stadion des FK verfügt über Steinstufen mit Sitzschalen, daneben wurden die Bauarbeiten bereits gestartet. Was passiert, konnte keiner beantworten. Wir sind gespannt, das Panorama des Grounds bleibt definitiv bestehen, Berge bis zum Umfallen. Ich mag solche Spielstätten, die oft unter dem “Radar” sind, keine Perle für jedermann.

      Überraschenderweise überzeugte uns das Niveau auf dem Geläuf, FK Berane brachte sogar ein paar Gästefans mit, keine Ultras, sondern eher normale Fans. Eine weite Anreise aus dem Norden Montenegros. Die Gäste, welche über das zweitgrößte Stadion des Landes verfügen, dominierten das Spiel und entschieden es für sich.

      Für uns stand nach dem Spiel noch die Stadtbesichtigung in Kotor an. Bekannt ist die Stadt wahrscheinlich in ganz Europa, ob für Kreuzfahrtschiffe, Influencer oder einheimische ausgewanderte. Ein Traumziel und ich habe mir nicht zu viel versprochen. Enge Gassen, schönes Panorama und viele nette Lokale.

      Am Sonntag gönnte uns der Wetterfrosch noch 17 Grad und prallen Sonnenschein. Auf dem Weg von Budva nach Podgorica hielten wir noch an der “Sveti Stefan”, einer Insel vor dem Festland. Zusätzlich am “Skadarsko Jezero”. Ein See, welcher Montenegro vom Nachbarland Albanien trennt. Zudem ist es flächenmäßig der größte See auf dem Balkan. Die Landschaft ist phänomenal, besonders der Aussichtspunkt “Circular Viewpoint” (bei Maps) bietet eine schöne Aussicht. Zur perfekten Flugzeit Sonntags um 17:30 hob Wizz Air zurück nach Dortmund ab. Hvala Montenegro! Bis zum nächsten Mal, zum nächsten Wochenende gerne wieder Fußball mit Support, Hajde! (tp)

      FK Český Lev Neštěmice – TJ Oldřichov (1:3)

      Ostern bedeutet auch Sommerzeit – und das ist die Zeit für unser beliebtes Nachbarland: Tschechien! Am vergangenen Wochenende wurden die Uhren umgestellt und ab sofort befinden wir uns wieder im Sommerhalbjahr. Fußball auf dem unteren Level macht einfach viel mehr Spaß bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher. Darum ging es gleich am ersten Wochenende der neuen Zeitrechnung ins gelobte Land.

      Mitgebracht haben wir die BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (93) aus Neštěmice, einem Ortsteil von Ústí nad Labem, kurz hinter der deutschen Grenze gelegen. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber in ein paar Wochen geht es weiter nach Weismain. So ähnlich wie beim fränkischen Kreisklassisten sieht es auch in Neštěmice aus. Die beeindruckende Seite mit den Stufen und der Tribüne ist die Krönung des Grounds. Wenn dazu noch eine riesige Klobasa den Hunger vertreibt und ein halber Liter Bier für 1 Euro und ein paar Zerquetschte über die Theke wandert, weiß man, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

      In Tschechien kann man sich eben „besser geben, als man ist“. In diesem Sinne: Wir wünschen eine schöne Sommerzeit und natürlich ein frohes Osterfest!


      28.03.2026
      FK Český Lev Neštěmice – TJ Oldřichov (1:3)
      Stadion Český Lev

      FC Rot- Weiß Erfurt – FC Carl- Zeiss Jena – 7:9 n.E

      FC Rot- Weiß Erfurt – FC Carl- Zeiss Jena – 7:9 n.E

      “DERBY OHNE GNADE“

      29.03.2026
      Landespokal Thüringen
      Steigerwaldstadion
      Zuschauer: 15.040

      ERFURT – Fast sechs Jahre sind vergangen, seit ich zuletzt das Steigerwaldstadion in Erfurt betreten habe. Die Erinnerung daran ist wenig glanzvoll: ein Oberliga-Spiel gegen Inter Leipzig, ausgetragen unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie, vor spärlicher Kulisse und ohne echte Atmosphäre.

      Umso größer war nun die Vorfreude, dieses traditionsreiche Stadion endlich unter würdigen Bedingungen zu erleben. Pünktlich zum Verkaufsstart sicherte ich mir daher eine Karte für das Thüringen-Derby gegen Jena. Nur kurze Zeit später vermeldete der FC Rot-Weiß Erfurt: ausverkauft.

      Meine bisherigen Derby-Erfahrungen beschränkten sich auf das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena, wo die Gastgeber 2024 im Landespokal mit 1:0 die Oberhand behielten. Dieses Mal sollte also die Perspektive wechseln.

      Nach einem Wochenende in Tschechien mit meinen Redaktionskollegen MM und HR trennten sich unsere Wege am Sonntagvormittag nach dem Spiel beim FC Erfurt Nord. Glücklicherweise traf ich vor Ort auf eine bekannte Hamburger Hopper-Legende, die mich kurzerhand bis direkt vor das Stadion mitnahm.

      Vor dem Einlass ging eine kleine Spende an die Jugendkasse – als nette Geste gab es zwei FC RWE-Bierdeckel zurück. Auf meinem Platz angekommen, bot sich bereits ein eindrucksvolles Bild: Der Gästeblock füllte sich zunehmend mit einheitlich in Blau gekleideten Anhängern von Carl Zeiss Jena.
      Erste Sprechchöre und Gesten des gegenseitigen Respekts ließen die besondere Brisanz dieses Duells erahnen.

      Zum Spielbeginn setzen die Erfurter Fans ein klares Zeichen: Unter dem Motto „OHNE GNADE“ wurde eine aufwändig inszenierte Choreografie präsentiert. Zentralfigur war ein vermummter Fan, der einen Clownkopf mit Horda-Azzuro-Mütze sowie einen Jena-Schal präsentierte. Roter Rauch untermalte die Szenerie eindrucksvoll. Wenig später folgte die Präsentation zahlreicher erbeuteter Fanartikel der Gäste.

      Die Jenaer Anhänger antworteten mit einer schlichten, aber wirkungsvollen „FORZA“-Choreografie.

      Der Anpfiff verzögerte sich zunächst um rund 15 Minuten, da mehrere Zugänge im Gästeblock blockiert waren.

      Dann aber konnte das Spiel endlich beginnen – und entwickelte sich sofort zu einem wahren Spektakel. Bereits in der ersten Halbzeit fielen fünf Tore, mit dem besseren Ende für die Gäste, die mit einer 3:2-Führung in die Pause gingen. Die Chancenverwertung auf beiden Seiten war bemerkenswert effizient.

      Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Der Gästeblock setzte mit einer eindrucksvollen Pyroshow, begleitet von dichtem blauem Rauch und einer großflächigen Blockfahne, ein weiteres optisches Highlight.

      Sportlich blieb es ebenso turbulent: In der 81. Minute gelang Erfurt erstmals die Führung, doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nicolas Wähling traf kurz vor Schluss per Freistoß zum Ausgleich und rettete Jena in die Verlängerung.
      Dort setzte sich das verrückte Spiel fort. Zunächst profitierte Jena von einem Eigentor der Gastgeber, doch wenig später unterlief auch Wähling ein folgenschwerer Fehler – Eigentor, Ausgleich. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

      Hier behielten die Gäste die Nerven: Während Erfurt nur zweimal traf, verwandelte Jena vier seiner Versuche sicher. Der verdiente Lohn: der Einzug ins Finale.

      Nach dem Abpfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Spieler und Fans feierten gemeinsam einen emotionalen Derbysieg, der diesem intensiven Spiel einen würdigen Abschluss verlieh.

      Weniger erfreulich verlief hingegen die Heimreise: Aufgrund eines Personenunfalls auf der Strecke zwischen Erfurt und Göttingen kam es zu erheblichen Verzögerungen. Zwei Stunden Wartezeit im Zug, gefolgt von einem langsamen Schienenersatzverkehr, der nahezu jeden Ort ansteuerte, machten die Rückfahrt zur Geduldsprobe.

      Immerhin: Die aufgehobene Zugbindung ermöglichte flexible Alternativen. Dennoch bleibt einmal mehr die Erkenntnis, dass Bahnreisen in Deutschland selten reibungslos verlaufen.(fj)

      Luxemburg – Malta – 3:0

      Luxemburg – Malta – 3:0

      „ES GIBT IMMER EINEN GRUND FÜR FUSSBALL – PART 2“

      31.03.2026
      UEFA Nations League Playoff
      Stade de Luxembourg
      Zuschauer: 9.113

      LUXEMBURG — Vor rund drei Wochen dachte ich mir: Warum willst du nur das Hinspiel auf Malta gucken, wenn du auch zum Rückspiel fahren kannst? Nach einer kurzen Rücksprache mit meiner Frau und ihrer Empfehlung, mit der Bahn zu fahren, buchte ich diese Tour.

      Somit ging es heute Morgen für faire 18,87 Euro von Schwechheim nach Köln und von dort mit dem „Sozialschlauch“ direkt weiter nach Trier, wo ich meine Sachen im Hotel eingeschlossen habe. Die Zeit wurde natürlich effektiv genutzt, und ich konnte auf der Arbeit einiges schaffen. Man kommt im wahrsten Sinne des Wortes mal voran, wenn man Teams auf „Nicht stören“ stellt und niemand einen kontaktieren kann oder möchte.

      Zufrieden mit meiner Arbeitsleistung fuhr ich mit dem luxemburgischen RE rüber ins Land der Mettwurst. Da dort der ÖPNV kostenlos ist, blieb es bei einer Gesamtsumme von 18,87 Euro für den Hinweg.

      Überpünktlich erreichte ich das Stadion und konnte mein Print-at-Home-Ticket gegen ein Hardticket umtauschen, da mein Drucker keine schwarze Farbe mehr hat und ich sonst Probleme mit dem QR-Code bekommen hätte.

      Im Stadion folgte ich meiner Nase zum Wurststand und gönnte mir eine leckere Mettwurst. Zum perfekten Luxemburg-Dinner gab es noch ein Bofferding auf die Hand. Ich war sehr zufrieden, und rund eine Stunde später war das Stadion dann auch fast ausverkauft, während die Spieler bereits für ihre Hymne bereitstanden.

      Der deutsche Schiedsrichter Siebert pfiff die Partie an, und auf dem Rasen sah es ähnlich aus wie im Hinspiel. Malta vergab eine Großchance und kassierte wenig später das 1:0. Luxemburg hätte kurz vor der Pause endgültig den Deckel draufmachen können, doch den Elfmeter in der Nachspielzeit vergab der Paulianer Daniel Sinani kläglich.

      Fünf Minuten nach Wiederanpfiff machte er seinen Fehlschuss wieder wett und erzielte nach einer sehenswerten Kombination das 2:0. Kurze Zeit später musste ein Malteser vorzeitig vom Platz, und danach war die Motivation der Gäste gebrochen. Luxemburg spielte sich unter tosendem Applaus in einen Rausch und gewann am Ende verdient mit 3:0.

      Unterm Strich heißt es:
      Luxemburg Liga C
      Malta Liga D

      Zufrieden verließ ich nach exakt null Sekunden Nachspielzeit das Stade de Luxembourg und stieg in die Tram zum Gare. Von dort ging es unkompliziert und kostenfrei zurück nach Trier.

      Mir hat der Besuch sehr gut gefallen. Besonders cool fand ich den organisierten Support der Luxemburger. Sie sorgten für gute Stimmung und nahmen das gesamte Publikum mit. Ob es so etwas jemals wieder bei der deutschen Nationalmannschaft geben wird, wage ich zu bezweifeln.

      Das Stadion selbst finde ich für einen Neubau echt gelungen. Die Sitzschalen im durchgehenden Rang sind in den Farben der Landesflagge gehalten, und man hat von überall eine gute Sicht. Mit seiner Größe ist es ideal für die Nationalmannschaft: nicht zu groß und nicht zu klein. Außerdem kann man sich auf drei von vier Seiten frei bewegen, was ein paar nette Nebeneffekte mit sich bringt.

      Mein Resümee über die beiden Spiele fällt durchweg positiv aus. Mittlerweile schaue ich wieder öfter Länderspiele und kann mich dafür auch wieder begeistern. Ob man jedoch ein Playoff-Spiel zwischen den untersten Ligen weit nach der Gruppenphase benötigt, ist eine andere Frage. (mb)

      Malta – Luxemburg – 0:2

      Malta – Luxemburg – 0:2

      „ES GIBT IMMER EINEN GRUND FÜR FUSSBALL – PART 1“

      26.03.2026
      UEFA Nations League Playoff
      Ta‘ Qali National Stadium
      Zuschauer: 9.467

      TA‘ QALI — Meine Schwiegermutter wünschte sich im vergangenen Jahr eine kleine Reise mit uns über ihren 70. Geburtstag. Diesen Wunsch erfüllten wir ihr natürlich und buchten am Black Friday 2025 Flüge vom Schwechheimer International Airport nach Malta. Vor Ort hatten wir von Sonntagabend bis Donnerstag eine sehr schöne Zeit. Die Insel hat sehr viel zu bieten und man kann dort nicht nur unendlich viele Steine, sondern auch wunderschöne Lagunen und Grotten bestaunen. Am Ende der Tour stand dann standesgemäß auch ein Event rund um das runde Leder an.

      Im Nationalstadion wurde das Playoffspiel der UEFA Nations League zwischen Malta und Luxemburg angesetzt. Der Grund für diese Konstellation ist kurios: Die Gruppenphase der UEFA Nations League wurde Ende 2024 beendet und Luxemburg wurde in Liga C Letzter. Malta schaffte sensationell den zweiten Platz von drei Teams in seiner Gruppe in Liga D. Dementsprechend dürfen die beiden Mannschaften rund eineinhalb Jahre später gegeneinander antreten, damit im September 2026 auch wirklich klar ist, wer in Liga C oder D antreten darf. Anders gesagt: Die UEFA hat einen Weg gefunden, damit diese beiden Teams gegeneinander spielen können. Ein normales Länderspiel wäre ja auch zu langweilig.

      So trudelten wir rund eine Stunde vor Anpfiff am Stadion ein und gingen zügig auf unsere Plätze, da sich eine einzelne Wolke zu entladen drohte. Links neben uns wurden rund 300 gut angeheiterte Luxemburger platziert, die ihre Mannschaft über 90 Minuten lautstark unterstützten. Top Leute! Zwei von ihnen verfolgten das Spiel allerdings die gesamte Zeit am Verkaufsstand, da man dort schneller an ein frisches Getränk kam.

      Auf der Heimseite gab es zum Anpfiff eine Choreografie, die es auch schon bei anderen Heimspielen Maltas gegeben hatte. Sah trotzdem gut aus, auch wenn durch den Wind einiges durcheinandergewirbelt wurde.

      Nach einer kurzen Wartezeit ging das Spiel dann los. In der ersten Hälfte hatte Malta zwei gute Chancen, traf jedoch nur den Pfosten. Kurz nach der Pause erzielte Luxemburg das 1:0 und konnte nach einer direkt verwandelten Ecke kurz vor Schluss sogar auf 2:0 erhöhen. In der Folge verließen gefühlt 9.000 Zuschauer das Stadion. Um kurz nach 20 Uhr war nach 101 Minuten Fußball schließlich Schluss. Die mitgereisten Fans feierten ihre Mannschaft frenetisch und wir verabschiedeten uns ebenfalls vom Nationalstadion.

      Dieses macht optisch einiges her: eine überdachte Tribüne, auf der wir saßen, zwei Kurven und eine Haupttribüne mit Dach, die exklusiv für VIPs vorgesehen ist. Insgesamt ein optisch durchaus besonderes Stadion.

      Die beiden Teams sehen sich am 31.03.2026 zum Rückspiel wieder und der Schwechheimer Landbote wird auch von diesem Spiel exklusiv berichten, da sich der Verfasser dieser Zeilen diesen „Nations League Clash“ nicht entgehen lassen möchte. Freut euch morgen auf ein paar weitere Zeilen aus Luxemburg. Stay tuned. (mb)

      SG BSG Kali Werra Tiefenort – SG Empor Kloster – 5:0

      SG BSG Kali Werra Tiefenort – SG Empor Kloster – 5:0

      „GESAMTKUNSTWERK KAFFEETÄLCHEN“

      29.03.2026
      Kreisliga Westthüringen/Staffel II
      Waldstadion Kaffeetälchen
      Zuschauer: 240

      BAD SALZUNGEN – Statt 7:9-Derby-Spektakel im Steigerwald hieß es für 75% der „Reisegruppe Thüringen“ am Sonntag: Waldstadion Kaffeetälchen! Die Spielstätte in der Kreisliga Westthüringen/Staffel II wurde für dieses Wochenende zum Zielspiel auserkoren. Etwas irre, wenn man nur auf das sportliche Niveau schaut, aber absolut erklärbar, sobald das Kaffeetälchen seinen Vorhang öffnet!

      „Groundhoppers Dream“ in dem Ortsteil der Stadt Bad Salzungen, denn das kultige, kleine Stadion der Tiefenorter fliegt seit gut einem Jahrzehnt durch den medialen Fußball-Kosmos und ist bei Fußball-Touristen auf dem ganzen Kontinent in aller Munde. Vollkommen zu Recht, der Spielort im Wald strahlt nicht nur Fußball-Romantik vom Feinsten aus, sondern bekommt auch noch den Stempel „unique“ verpasst. Gerade die Stufen in der Kurve lassen das Herz höherschlagen. Erst wenn man oben am höchsten Punkt steht, entfaltet das Panorama seine volle Wirkung.

      Der erste Blick am Eingang kann das Feeling noch nicht ganz transportieren. Die Aufmerksamkeit für das Waldstadion ist Fluch und Segen zugleich. Denn plötzlich ist in der zentralen Stadt des Wartburg-Kreises Geld für Neuerungen bei der BSG vorhanden. Der Kelch „Kunstrasen“ ist an der Spielstätte nochmal vorübergangen. Für alle weiteren Maßnahmen, die da folgen mögen, wurde bereits eine „Baustraße“ an der Gegentribüne fertiggestellt, die zeigt, wie moderne „Spundwände“ aus Fertigbeton den nostalgischen Eindruck sprengen könnten.

      Zum Glück reden wir hier noch im Konjunktiv. Denn bis auf die Zuwegung zum Stadion, hat sich bis heute der Zahn der Zeit im Kaffeetälchen durchgesetzt. In der Kurve oben angekommen, schleicht sich eher die Befürchtung ein, dass irgendein Landrat oder eine Bezirksregierung diese steilen, schiefen Ränge vielleicht bald mal sperren könnte. Nehmen wir diese Gedankenspiele lieber schnell wieder mit nach Schwechheim und widmen uns dem Spieltagsgeschehen. Rund 250 Zuschauer waren an diesem Sonntag-Nachmittag ins Kaffeetälchen geströmt, davon sicher 10% Groundhopper aus allen Teilen Deutschlands. Die 3€ Eintritt werden mit einer sehr schönen Eintrittskarte belohnt und auch sonst gibt es ein paar nette Souvenirs an den Verkaufsständen zu erwerben. Der „Roster“ vom Grill kann auf ganzer Linie überzeugen und macht dem Bundesland alle Ehre.

      Auch ein paar Dutzend Gästefans und vier Zaunfahnen hatten sich auf der Gegengerade eingefunden. Die SG Empor Kloster stammt ebenfalls aus einem Ortsteil der Kreisstadt Bad Salzungen. Im Kaffeetälchen stand also ein waschechtes Derby auf dem Programm. Der ehemalige DDR-Ligist traf auf den Tabellenletzten aus Kloster. Das Spiel lief von Beginn an nur in eine Richtung. Die spielerischen Darbietungen von Kali Werra waren von „hoch droben“ aus der Kurve wirklich schön anzusehen. Der Jubel auf den Rängen und der euphorische Stadionsprecher trugen ihren Teil zu einem mehr als gelungenen Nachmittag bei. Spätestens nach einem Platzverweis für den Kloster-Keeper war der Drops gelutscht und immer wieder konterte sich Tiefenort mit schnellen Stafetten vor das Tor, so dass das Endergebnis am Ende kein Zufall war.

      Kein Zufall ist letztlich auch das „Gesamtkunstwerk Kaffeetälchen“, das auf ganzer Linie überzeugt. Nicht zuletzt die Groundhopper-Community mit ihren ständigen Besuchen und der medialen Aufmerksamkeit hat dafür gesorgt, dass das Stadion mittlerweile wie ein Denkmal gepflegt und erhalten wird. Besonderen Dank gebührt in diesem Zusammenhang natürlich Jonas Schulte, der diesen Sehnsuchtsort einst „wachküsste“, wie es Christoph Biermann in der Zeitschrift „11 Freunde“ beschrieb.

      Dieser Zustand hält nachwievor an. Das Märchen vom Froschkönig passt ganz gut in das verwunschene Kaffeetälchen. (mm)

      FC Kilia Kiel – TuS Rotenhof – 4:1

      FC Kilia Kiel – TuS Rotenhof – 4:1

      „VON DER GOLDMARK BIS ZUM EURO“

      18.03.2026
      Oberliga Schleswig-Holstein
      Kilia-Platz
      Zuschauer: 230

      KIEL – Den horrenden Ölpreisen zum Dank, entschied ich mich letzte Woche am Mittwoch für einen Revisit mit der Bahn. Mit der RE83 sollte es von Schwechheim nach Kiel gehen. Die Fahrt quer durch die „Holsteinische Schweiz“ hätte im linearen Fernsehen der 90er-Jahre in der Sendung „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ sicher ihren Platz gefunden. Noch dazu liefert die DB meistens pünktlich ab, weil keine chronisch unzuverlässigen Fernzüge diese Nebenstrecke blockieren.

      Aber weg vom Trainspotting, zurück zum Groundhopping. Beim letzten Besuch am Hasseldieksdammer Weg kickte Kilia noch in der Landesliga. Die ersten Begegnungen als Groundhopper mit dem Traditionsverein vom Südfriedhof fanden gar in der Kreisliga statt. Seitdem hat sich eine Menge getan am Kilia-Platz. Vor drei Jahren schafften die Kilianer den Sprung in die Regionalliga. Den ehrwürdigen Ground mit der Tribüne von 1919 hat man um 180 Grad umgekrempelt. Kunstrasen statt Naturgras. Alle Stufen hinter dem Tor weg. Einstufige Sitzreihen und – Überraschung: Die mobile Sitzplatztribüne ist verschwunden.

      Da sich Kilia den Platz mit den Footballern der „Kiel Baltic Hurricanes“ teilt, ist hier leider besonders viel Dynamik am Spielort vorhanden. Dort, wo einst die mobile Tribüne stand, sind allerdings frisch gegossene Betonfundamente zu sehen, offenbar ist hier neuer Ausbau im Anmarsch, wie mir auf Nachfrage bestätigt wurde. Die alte Tribüne steht auf der Gegenseite wie eh und je und hätte auch mal wieder einen neuen Anstrich verdient. Das Goldstück wurde vor 107 Jahren für 25.000 Goldmark errichtet und noch immer wird am Ground gewerkelt – auch wenn das Zahlungsmittel mittlerweile auf kontinentale Einheitswährung umgestellt wurde.

      Mit einem „KöPi“ für 3,50€ in der Hand ging es kurz vor dem Anpfiff schließlich auf die alte Tribüne. Kiel ist auch so eine richtige Pilstrinkerstadt. Kann man sich irgendwie nicht vorstellen, dass die Bewohner der Stadt zwischen den Klinkerbauten in Düsternbrook und Ellerbek an Bistrotischen hocken und Aperol Spritz schlürfen. Dann lieber Holsten Edel, ist schon recht. Kilia war aber schon immer eine KöPi-Destination, wie die persönlichen Aufzeichnungen belegen. 2020 kostete der Humpen allerdings noch glatte 2€. So viel zur kontinentalen Einheitswährung.

      Mit dem Anpfiff übernahm die Heimelf als Favorit das Kommando, ging schnell in Führung und ließ gegen den Abstiegskandidaten aus dem Rendsburger Ortsteil wirklich gar nichts anbrennen. In dieser Form kommt Kilia grundsätzlich sicher auch wieder für einen Regionalliga-Aufstieg in Frage. Allerdings ist der SV Todesfelde mit einer Fabelsaison schon weit enteilt und der Vorsprung an der Tabellenspitze wäre noch größer, hätte der Verband den Anfahrtsstau letztes Jahr auf der A7 nach Satrup zum Auswärtsspiel nicht als „Nicht-Antritt“ gewertet. Aber das ist eine andere Sache. Kilia erledigte an diesem Abend seine Hausaufgaben, ging 3:0 in Führung und selbst als es eine Rote Karte für Kiel und einen Handelfmeter für die Gäste gab, konnte dies nicht mehr an dem verdienten Heimsieg rütteln.

      Mal gucken wo die Reise in der nächsten Saison hingeht und wie der Ground dann ausschaut. (mm)

      NK Omladinac Gornja Vrba – NK Slavija Pleternica – 0:2

      Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (91). Schon wieder Balkan, schon wieder Kroatien, schon wieder Adria-Vibes. Nicht ganz, denn diese Tribüne findet ihr im kroatischen Hinterland, genauer gesagt im Dorf Gornja Vrba nahe Slavonski Brod. Hier läuft der halbe Liter Ožujsko für faire zwei Euro frisch gezapft aus dem Hahn. In den Sommermonaten gibt es zudem ab und an Ćevapi vom Grill. Ob ‚velika ili mala‘, Ajvar und Fladenbrot dazu und das Leben genießen!

      –-

      28.08.2022

      Igralište ŠRC Goran Jurić, Gornja Vrba
      NK Omladinac Gornja Vrba – NK Slavija Pleternica – 0:2

      Rot-Weiß Oberhausen – SC Wiedenbrück – 2:1

      Rot-Weiß Oberhausen – SC Wiedenbrück – 2:1

      „MANTAPLATTE, BIER UND RWO – DER SCHÖNE REGIONALLIGA SAMSTAG“

      21.03.2026
      Regionalliga West
      Stadion Niederrhein
      Zuschauer: 4.026

      OBERHAUSEN — Ich habe in meinem Leben schon den einen oder anderen Ground besucht und war auch schon des Öfteren in Nordrhein Westfalen unterwegs, aber nach Oberhausen hat es mich bislang noch nie verschlagen. Weder war ich bisher in der sogenannten Einkaufsstadt, noch im Stadion Niederrhein. Dank der Bundesliga Terminierung sollte sich dieser Makel im virtuellen Informer nun endlich in Luft auflösen.

      Aufgrund der gestiegenen Spritpreise ging es bereits um neun Uhr von Schwechheim aus in Richtung Oberhausen. Vor Ort tankten wir das Auto für unfaire 2,14 Euro und stellten es anschließend am Schloss ab. Dort kann man drei Stunden für drei Euro parken und erreicht nach einem etwa zehnminütigen Spaziergang entlang des Kanals das Stadion. An der Tageskasse hatte eine Dame vor uns einen Gutschein für den Sitzplatzbereich, wollte jedoch lieber in die Emscherkurve zu ihren Freunden. Diesem Wunsch kamen wir natürlich nach, kauften ihr das Stehplatzticket ab und nutzten im Gegenzug den Gutschein selbst. Am Ende haben alle gespart und waren zufrieden. Oberhausen, was will man mehr? Eine Mantaplatte! Die Kombination aus Currywurst und Pommes ist in Nordrhein Westfalen schließlich Pflicht. Wenn man schon keine Lokalität für den legendären Taxiteller besucht, dann gehört die Mantaplatte einfach dazu. Dazu gab es noch ein Pils in die andere Hand und schon ging es ins Stadion.

      Dort trafen wir auf bekannte Gesichter, die offenbar die gleiche Idee hatten wie wir. Groundhopper ticken eben oft ähnlich. Bei herrlichem Wetter betraten die Spieler um 14 Uhr den Platz und wurden von ihren Fans begrüßt. Die folgenden 90 Minuten waren allerdings eher überschaubar. Ein typisches Regionalliga Spiel: Der Favorit erzielte zwei Treffer und verwaltete die Partie bis in die Nachspielzeit. In der 93. Minute gelang Wiedenbrück noch der Anschlusstreffer, doch mehr war nicht mehr drin. Unterm Strich ein verdienter Sieg für die Hausherren im Stadion Niederrhein. Am Ende wird Wiedenbrück wohl den Gang in die nächste Liga antreten müssen, während Oberhausen erneut als Zweiter abschließen dürfte. Eine Rückkehr in den eingleisigen Profifußball hätte der Standort definitiv verdient. Selbst bei einem solchen Regionalliga Spiel fanden dank der School Days Aktion über 4000 Zuschauer den Weg ins Stadion.

      Der Standort am Kanal und diese nostalgische Spielstätte gehören einfach in die dritte Liga. Wir vom Schwechheimer Landboten wünschen RWO viel Erfolg und kommen sicher wieder. Denn Currywurst, ehrlicher Fußball und ein gutes Bier, das mögen wir! (mb)

      Stuttgarter Kickers – KSV Hessen Kassel – 0:1

      Stuttgarter Kickers – KSV Hessen Kassel – 0:1

      „WILLKOMMEN IM ÄLTESTEN FUẞBALLSTADION DEUTSCHLANDS“

      21.03.2026
      Regionalliga Südwest
      Stadion auf der Waldau
      Zuschauer: 4.240

      STUTTGART – Manchmal schreibt der Spielplan seine eigenen Geschichten. Eigentlich sollte an diesem Wochenende die Komplettierung der 3. Liga erfolgen, doch die Ansetzungen machten mir einen Strich durch die Rechnung. Also musste kurzfristig ein Plan B her.

      Mit dem Traditionsduell zwischen den Stuttgarter Kickers und dem KSV Hessen Kassel war schnell ein passender Ersatz gefunden – zumal das Stadion auf der Waldau schon lange auf meiner persönlichen Liste stand.

      Die Waldau gilt als das älteste Fußballstadion Deutschlands, in dem noch regelmäßig gespielt wird. Kein anderer Verein trägt seine Heimspiele seit so langer Zeit am selben Standort aus. Bereits seit 1905 rollen hier für die Kickers die Bälle. Hinzu kommt die besondere Lage: Rund 500 Meter über dem Meeresspiegel gehört das Stadion zu den höchstgelegenen Spielstätten des Landes.

      Das rund 11.000 Zuschauer fassende Stadion versprüht mit seinen weitläufigen Stehplatzbereichen einen ganz eigenen Charme. Von der Westtribüne hinter dem Tor eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf den Stuttgarter Fernsehturm, der nur etwa 200 Meter entfernt in den Himmel ragt.

      Da sich die aktive Fanszene im B-Block auf der Gegengeraden befindet und auch die Gäste auf dieser Tribüne untergebracht sind, ergibt sich von dort ein guter Überblick über beide Fanlager.

      Bereits beim Betreten des Stadions bot sich ein ansprechendes Kurvenbild auf Seiten. Hinter der B-Block-Fahne sowie den Zaunfahnen von „Blaue Bomber“ und „Blue Boys“ sorgten zahlreiche Schwenkfahnen und Doppelhalter für Bewegung und Farbe.

      Auch die Anhänger aus Kassel waren sichtbar präsent. Sie positionierten sich unter anderem hinter einer „Verbandsstrafen abschaffen“-Fahne sowie ihrer „Hessen Kassel“-Fahne. Zudem hatte es eine kleine Kiel-Fahne in den Gästeblock geschafft – ein Hinweis auf die bestehende Fanfreundschaft, die im Spielverlauf durch gemeinsame Gesänge unterstrichen wurde.

      Dass selbst in der vierten Liga bei beiden Vereinen Fanszenen existieren, die mit solcher Intensität und Leidenschaft supporten, verdeutlicht einmal mehr die besondere Qualität der deutschen Fankultur.

      Auf dem Rasen entwickelte sich eine eher chancenarme Partie, die dennoch ihren Moment fand: In der 41. Minute traf Jan Dahlke nach einer Flanke überraschend per Kopf zur Führung für die Gäste. Dieser Treffer sollte letztlich den Unterschied machen, so dass der KSV Hessen Kassel mit einem 1:0-Auswärtssieg die Heimreise antreten konnte.

      Unter dem Strich bleibt ein mehr als gelungener Ausflug nach Süddeutschland. Die Waldau überzeugte mit Tradition, Atmosphäre und authentischem Fußballflair. (fj)

      DJK Falke Gelsenkirchen – SSV/FCA Rotthausen II – 0:1

      DJK Falke Gelsenkirchen – SSV/FCA Rotthausen II – 0:1

      “GELSENKIRCHEN – DIE STADT FÜR GROUNDHOPPER”

      22.03.2026
      Kreisliga C Gelsenkirchen 2
      Sportanlage Tossehof
      Zuschauer: 48

      GELSENKIRCHEN – Da sind wir wieder, das erste Wochenende in diesem noch jungen Jahr im für mich besten Bundesland Deutschlands. Die Faktoren stimmen einfach. Im Rahmen des Familienbesuchs und eines Auswärtsspiel im Westfalenstadion war endlich Zeit für den nächsten Ascheplatz im Gelsenkirchener Stadtgebiet. Am besten Tag der Woche für den heiligen Amateurfußball wurde der Sportplatz an der Plutostraße auserkoren. Zuvor setzte ich im zweiten Anlauf endlich das Kreuz für das Stadion in Sodingen.

      Spitzenspiel in der Kreisliga, der aktuelle Tabellenzweite empfing den Tabellenführer: Die Voraussetzungen könnte man als ideal bewerten. Zudem brachten frühlingshafte Temperaturen die Lippen zum Grinsen. Im Vereinsheim des Klubs gab es alles, was das Herz begehrt. Besonders das “tut gut” meiner Lieblingsbrauerei aus dem Essener Norden gefiel mir. Mit klaren Worten und viel Herzlichkeit kann hier jeder Fußballbegeisterte seinen Nachmittag verbringen.

      Das Spiel wurde leider durch eine tragische Verletzung lange unterbrochen. Wir wünschen dem betroffenen Spieler eine schnelle und erfolgreiche Genesung. Nach circa 50 Minuten Unterbrechung kullerte das runde Leder wieder über den staubigen Grand. Ein Genuss für die Augen.

      Für mich gab es zudem ein kleines Jubiläum, als Außenstehender und nicht Ortsansässiger Besucher die erste dreistellige Anzahl an gekreuzten Sportplätze/Stadien in dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Zudem ein weiterer Spielort, der zeigt, wieso das Besuchen von Ascheplätzen einen enorm hohen Wert hat. Mittlerweile gilt der Belag als Seltenheit, zumindest in heimischen Gefilden oder als Delikatesse des deutschen Amateurfußballs. Hoffen wir mal, dass der Ball ewig weiter kullert. Der nächste Besuch in NRW folgt sicher bald! (tp)

      Hannover 96 – Eintracht Braunschweig – 1:0

      Hannover 96 – Eintracht Braunschweig – 1:0

      „PYRO-EKSTASE BEIM NIEDERSACHSENDERBY SORGT FÜR STANDING OVATIONS“

      20.03.2026
      Bundesliga
      Niedersachsenstadion
      Zuschauer: 42.000

      Hannover – Am vergangenen Freitag planten zwei Mitglieder der Redaktion einen Ausflug zum Spiel zwischen Schöningen und dem VfB Lübeck, zwei weitere Redakteure wollten das Niedersachsen-Derby besuchen. Wir scherzten noch herum, ob es sich nicht anbieten würde, eine Fahrgemeinschaft zu bilden, doch am Ende kam alles anders: Gästeverbot in Schöningen, also doch alle zum Niedersachsen-Derby.

      Am Ende waren also gleich vier Redaktionsmitglieder vor Ort, angereist in drei verschiedenen Autos und einer mit der Deutschen Bahn. Ich persönlich zögerte erst noch, sagte dann aber doch zu. Ich hatte tatsächlich Zweifel, ob es auf den Tribünen wirklich gut wird, stand das Spiel ja unter strikter Beobachtung der Politik.

      Gegen 16:30 Uhr kam meine Autobesatzung am Niedersachsenstadion an. Wir haben uns noch mit ein paar alten Bekannten aus Hannover auf ein Bier getroffen und sind dann relativ pünktlich, eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff, ins Stadion gegangen.

      Das sollte sich auszahlen, denn die aktive Heimszene rief dazu auf, dass sich alle Fans um 17:45 Uhr, also eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff, im Block einfinden sollen. Zum Einlaufen der Mannschaften wurden dann direkt mal 20 Fackeln angerissen und eine erste Chorprobe folgte zugleich. Anmerkung der Redaktion: Bestanden! Auch die Gästefans machten lautstark auf sich aufmerksam. Im Anschluss war bis kurz vor Anpfiff der Partie beidseitig eher eine angespannte Stimmung zu vernehmen.

      Zum Einlaufen der Mannschaften präsentierten beide Seiten ein jeweils wirklich gelungenes Intro. 96 punktete mit einer Choreo über die gesamte Nordtribüne. Glitzerfähnchen, Glitzerpappen und ein zentrales Hochziehelement wurden verwendet, um den Spieler Peter Radojewski bei seinem Torjubel aus der Derbysaison 1989/1990 zu visualisieren. Der Spruch „Heb die Fäuste, haut euch rein, wir werden für ewig überlegen sein“ rundete die ganze Aktion perfekt ab.

      Die Cattiva Brunsviga hielt es mit den Worten „Auf ins Felde zum Sieg – für unser Land und seine Stadt“. Der Spruch wurde im oberen Bereich des Gästeblocks mittels Stofftransparent mehr oder weniger in Stein gemeißelt. Dazu wurden hunderte blaue sowie gelbe Fähnchen verteilt. Zentral im Block wurden die Augen eines Totenkopfs durch den Einsatz von Bengalos zum Leuchten gebracht. Im unteren Bereich wurde der Choreo durch ein weiteres Transparent mit dem Wort „Braunschweig“ der letzte Feinschliff verliehen.

      Nicht nur ich, sondern auch die anderen neutralen Zuschauer um mich herum waren begeistert. Man mag es ja kaum aussprechen, aber selbst der ein oder andere eingefleischte Hannover-Fan wird es zugeben müssen: Nicht nur die Fanaktion auf der Nordtribüne, sondern auch der optisch wunderbar gestaltete Gästeblock wussten zu gefallen und so mancher eben angesprochener 96er zückte auch rasch seine Kamera für ein paar Schnappschüsse, von beiden Choreos versteht sich.

      Zwischen den ganzen aufblitzenden Handys bekam der ein oder die andere kaum mit, dass Schiedsrichter Dr. Florian Exner das 184. Niedersachsen-Derby gegen 18:30 Uhr offiziell angepfiffen hat. Nun sollte das Spiel also beginnen, die eigentliche Show war tatsächlich schon gelaufen, da waren sich alle erlebnisorientierten Zuschauer sicher einig.

      Von Anfang an war die Stimmung auf den Rängen bombastisch, wobei man fairerweise anmerken muss, dass die 96-Fans an diesem Tag schon deutlich lauter als die Gästefans zu vernehmen waren. Besonders in der 30. Minute, als der 25-Jährige Nawrocki den Hausherren das 1:0 bescherte, kochte das ganze Stadion noch einmal mehr auf. „Allez, 96, allez, ja wir ficken für Geld, auf der ganzen Welt, zieh ihn raus, steck ihn rein für den Verein“, dröhnte es jetzt durchs weite Niedersachsenstadion. Die Stimmung ebbte bis zur Halbzeitpause auch nicht mehr ab, zumindest auf der nördlichen Seite der Geschehnisse. Im Gästeblock wurde es zum Ende der ersten Halbzeit immer ruhiger.

      Da ich mich schlussendlich erst gegen 14 Uhr mittags entschied, tatsächlich zum Niedersachsen-Derby zu fahren, habe ich in der ganzen Aufregung total vergessen, etwas zu Mittag zu essen. Also tat ich etwas, was ich normalerweise nie tue: den Wursttest im Inneren eines Profistadions wagen. Was soll ich groß dazu schreiben: Es handelt sich, wie fast überall, um eine 0815-Industriewurst, lauwarm in ein Discounter-Brötchen gequetscht.

      Als Beilage gibt es Ketchup oder Senf und das Ganze für 4,60 €, na dann mal Mahlzeit! Geschmacklich noch gerade so im Mittelfeld, aber doll war’s halt auch nicht: 6/10 Punkte. Die kulinarische Erprobung sollte der guten Stimmung natürlich keinesfalls im Wege stehen, freuten sich doch alle auf den Anpfiff der zweiten Halbzeit.

      Und der hatte es in sich. An beiden Seiten hatte ich hohe Erwartungen, denn es war mittlerweile stockduster. Freunde der Pyrotechnik kamen nun voll auf ihre Kosten. Die Anhänger der Eintracht zündeten mindestens 100 gelbe Fackeln zeitgleich. Eigentlich gar nichts Außergewöhnliches, das Besondere war die Menge der Fackeln sowie die perfekte Anordnung der maskierten Pyromanen. Eben Genannte standen so koordiniert im Block, dass die ganze Aktion wirklich ein super Kurvenbild ergab.

      Auf der anderen Seite wurde dann wiederum nochmals eine ordentliche Schippe oben drauf gelegt. Oder um es mit den Worten von (hr) zu sagen: „Ekstase pur!“ Hinter dem durchsichtigen Transparent „Bringt die Hauptstadt zum Beben“, welches über die ganze Nordtribüne ragte, wurden ordentlich roter Rauch und ein paar Fackeln gezündet. Ergänzend dazu brannten einige Breslauer, die immer wieder hell aufblitzten – als würden hinter der Zaunfahne Hunderte Groundhopper ihre neuen Kameras bei Nacht testen.

      Weil das alles natürlich noch nicht derbywürdig genug war, hat die Fanszene von 96 tatsächlich noch in Form von 15 bis 20 Feuerwerksbatterien das gewisse Etwas zur totalen Eskalation abgefeuert. Was für eine Wahnsinns-Show, die nicht nur beim jüngeren Publikum, sondern auch bei den Mitfünfzigern und sogar ein paar Rentnern für Standing Ovations sorgte. Sowohl auf der West- als auch auf der Osttribüne standen plötzlich alle Leute und beklatschten die Fanszene von Hannover 96. Vor fünf bis zehn Jahren waren solche Reaktionen noch undenkbar, doch Pyro gehört einfach zum Stadionerlebnis und das haben sogar die älteren Zuschauer begriffen und akzeptiert.

      Ich hatte das Thema, glaube ich, schon mal in einem anderen Artikel aufgegriffen, dass sich auch das Medienverhalten dazu verändert hat. Aus „PYROCHAOTEN GEFÄHRDEN TAUSENDE ZUSCHAUER“ wurden in den Überschriften der großen Medien im Laufe der Zeit eher Schlagzeilen wie „MEGA FEUERWERK BEIM NIEDERSACHSENDERBY“.

      Die zweite Halbzeit war dann spielerisch sowie stimmungstechnisch deutlich schwächer und die Hausherren können mit dem Sieg insgesamt sehr zufrieden sein. Zum einen spielten sich große Teile der zweiten Halbzeit nur noch vorm Tor von 96 ab, zum anderen hat der Schiedsrichter einen klaren Handelfmeter für den BTSV nicht geahndet. Einige umstrittene Aktionen wurden allerdings auch zugunsten der Eintracht bewertet.

      Alles in allem ein großartiges Derby, das für viele Fans noch bis spät in die Nacht in Hannovers Altstadt weiterging. Bleibt nur zu hoffen, dass Daniela Behrens ihre Hände diesmal aus dem Spiel lässt! (hd)

      Austria Lustenau – Kapfenberger SV – 2:1

      Austria Lustenau – Kapfenberger SV – 2:1

      „ORDENTLICH HOLZ IN DER HÜTTE“

      20.02.2026
      2. Liga
      Reichshofstadion
      Zuschauer: 2.043

      LUSTENAU – Fast fünf Jahre ist es her, dass Reporter CvS Österreich einen Besuch abgestattet hat. So war das Auswärtsspiel des Herzensvereins am Sonntag im Süden Deutschlands ein guter Anlass, um endlich mal wieder in der Alpenrepublik aufzukreuzen. Schon am Donnerstagabend ging es los und die Tour startete mit einem Testspiel von Germania Grasdorf in Anderten. Kein Geringerer als Ex-Nationalspieler Marcel Halstenberg spielt dort mittlerweile nach seinem Karriereende. Irgendwie immer eine coole Geschichte, wenn ehemalige Profis noch ein paar Jahre mit den alten Kumpels kicken wollen.

      Der Freitag wurde dann überwiegend im Auto verbracht. Auch ein Grund für die seltenen Besuche ist die enorme Distanz zwischen Schwechheim und dem Land des Schnitzels und Tafelspitz. Ziel der Reise war heute Lustenau – oder auch „Luschtenau“, wie der Einheimische zu sagen pflegt. Leider erfolglos blieb die Suche nach einem Schnitzel: Am späten Freitagnachmittag wollte uns noch kein Lokal bewirten. So ging es hungrig zum Ground, was man im Nachhinein aber nicht bereute, denn die Leberkäs-Semmel für 3,50 € entpuppte sich als guter Ersatz.

      Das nach einem Sponsor benannte Reichshofstadion wurde frisch umgebaut, wobei auf drei von vier Tribünen hauptsächlich mit Holz gearbeitet wurde. Man darf gespannt sein, welche Gästeszene das Ding zuerst abfackelt. Kurios erscheinen die Flutlichtmasten – hier wurde wiederum auf Holz verzichtet und massiv auf Beton gesetzt. Hat man so auch noch nicht gesehen. Alles in allem ein ansehnlicher, direkt am Rhein gelegener Zweitligaground. Für die wenigen kulturinteressierten Fußballreisenden empfiehlt sich eine Fahrt mit dem Rhein-Bähnle. Dieser Museumszug fährt direkt am Stadion den Deich entlang, entfacht zwar kein Cierny-Balog-Feeling, sorgt aber immerhin für ein cooles Panorama.

      Die Ultras von Lustenau finden sich auf der Nordtribüne ein und wurden von ihren Freunden aus Augsburg unterstützt. An sich ein guter Auftritt, nur die alles übertönende Mikrofonanlage empfand der Schreiberling als äußerst nervig. Das gilt aber nicht nur für Lustenau, sondern für sämtliche Kurven. Hoch lebe das gute alte Megafon. Die Geschichte des Spiels ist zumindest bis zur 90. Minute schnell erzählt. In einem chancenarmen Spiel erzielen beide Teams ein Tor. In der Nachspielzeit überschlagen sich jedoch die Ereignisse: Luschtenau erzielt mit einem Traumtor das 2:1. Im Gegenzug fällt das 2:2, wird wegen fragwürdiger Abseitsstellung jedoch nicht gegeben. Die tobenden Proteste brachten den Gästen noch drei rote Karten ein, was Zählbares nahm man aber nicht mehr mit.

      Da es in Lustenau kaum bezahlbare Unterkünfte gab, ging es nach dem Spiel noch 20 km weiter nach Höchst, wo der gelungene Tag noch mit 2–3 Mohrenbräu gefeiert wurde. (CvS)

      FK Sarajevo – FK Sloboda Tuzla – 1:0

      Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (90). Alle guten Dinge sind drei und somit gibt es heute schon wieder ein richtiges Schmuckstück aus Sarajevo. In der Hauptstadt trägt der FK seine Heimspiele im ‚Olimpijski Stadion Asim Ferhatović Hase‘ aus. Das Stadion wurde im Jahr 1950 eingeweiht und im Jahr 1984 zur Eröffnung der olympischen Winterspiele genutzt. Heute kann man die Aktivitäten der Ultragruppe Horde Zla bestaunen und das Bergpanorama von Sarajevo genießen.

      Bis sehr bald, geliebter Balkan.

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      22.05.2022

      Olimpijski Stadion Asim Ferhatović Hase, Sarajevo
      FK Sarajevo – FK Sloboda Tuzla – 1:0

      SSV Vorsfelde – FC Germania Bleckenstedt – 1:1

      SSV Vorsfelde – FC Germania Bleckenstedt – 1:1

      “ACHT TAGE ZU SPÄT IN WOLFSBURG”

      15.03.2026
      Landesliga Braunschweig
      Drömlingstadion
      Zuschauer: Circa 330

      WOLFSBURG – wer als HSV-Fan im März nach Wolfsburg gefahren war, dürfte mit guter Laune zurück nach Hamburg gereist sein. Denn vor exakt acht Tagen konnten die „Rothosen“ den Abstiegskracher für sich entscheiden.

      Ich erreichte Wolfsburg quasi acht Tage zu spät. Beim Auswärtserfolg der Rauten war ich auf Gran Canaria unterwegs. Und da am vergangenen Sonntag noch nichts im Kalender stand, suchte ich mir einen Doppler in der genannten Autostadt heraus.

      Mit dem Deutschland-Ticket wählte ich eine kostengünstige Anreise und erreichte Wolfsburg pünktlich. Zunächst spazierte ich zum Porschestadion, wo zum Auftakt des Tages ein U19-Kick der Wölfe gegen den FC Heidenheim stattfand.

      Da der Ground nichts Besonderes bot, war ich froh, zufällig einen anderen Hopper aus Meppen getroffen zu haben, den ich letztes Jahr in Portadown kennengelernt hatte. Dementsprechend schnell verging das Spiel, welches am Ende 2:0 für den VfL endete.

      Nach dem Spiel brachte mich der Linienbus Richtung Vorsfelde. Der Ortsteil von Wolfsburg ist ein ehemaliges Dorf und liegt etwa vier Kilometer vom Wolfsburger Stadtzentrum entfernt. So erreichte ich das „Drömlingstadion“, welches direkt an der Aller liegt, just in time – ein paar Minuten vor Anpfiff.

      Beim Thema Catering staunte ich nicht schlecht. Aus einem Foodtruck wurde zu fairen Preisen Pizza verkauft. Es gab Bratwürste, Waffeln, Kuchen, diverse Biersorten und für mich eine ganz neue Erfahrung: Poffertjes. Das pfannkuchenähnliche Gebäck in Münzgröße wollte ich schon immer einmal probieren und ließ mir diese Gelegenheit nicht entgehen.

      Statt Nutella entschied ich mich für Puderzucker und verzehrte die sechs Teile mit Genuss.

      Das Spiel verfolgte ich aus allen möglichen Perspektiven und entdeckte dementsprechend ganz unterschiedliche Leute. Einer von ihnen trug eine Vorsfelde-Kutte, der nächste einen Fanschal. Ein paar Kinder bepöbelten Spieler, andere traten auf dem Bolzplatz nebenan selbst gegen den Ball.

      Auf der Tribüne wurde reichlich Bier getrunken und ich gönnte mir eine leckere Salami-Pizza.

      Das Spiel war intensiv. Nach einer vorausgegangenen Führung der Gäste konnte „die Wildsau“ durch einen gerechtfertigten Foulelfmeter ausgleichen.

      In der Crunchtime ging es hin und her. Beide Mannschaften wollten den Sieg und erarbeiteten sich Torchancen. Am Ende sollte es jedoch eine 1:1-Punkteteilung geben.

      Nach dem Spiel spazierte ich an der Aller entlang, vorbei an dem Stadion, in dem der HSV vor acht Tagen noch einen Auswärtssieg feiern konnte. Zwar war im AOK-Stadion bereits das Flutlicht an, da um 18:30 Uhr noch die Frauen des VfL spielten. Da der Ground allerdings bereits besucht wurde und es mit der Heimreise zu riskant gewesen wäre, wurde das Spiel geskippt.

      Somit ging es mit zwei neuen Grounds in der Tasche zurück nach Hamburg. (fj)