„VUVUZELAS, CHAOS UND GÄNSEHAUT“
26.04.2026
South African Premiership
Soccer City Stadium
Zuschauer: 95.000
JOHANNESBURG – am Sonntag stand eines der großen Highlights meiner Reise an: das Soweto Derby im ausverkauften Soccer City Stadium mit knapp 95.000 Plätzen.
Ich reiste mit Uber an und musste anschließend noch etwa 30 Minuten zum Stadion laufen. Schon kurz vor dem Eingang begann das typische Derby-Chaos: erste Ticketkontrollen, dichter werdende Menschenmassen und eine immer angespanntere Stimmung.
Die zweite Kontrolle wurde schließlich von Teilen der Fans überrannt, sodass immer mehr Menschen in Richtung Stadion strömten. Die Polizei versuchte noch, die Menge mit Absperrungen und Schildern zu lenken, aber ich kam letztlich ohne weitere Kontrolle durch.
Drinnen im Stadion war dann alles relativ unkompliziert: nur noch durch das Drehkreuz – und schon stand ich in diesem riesigen Oval. Ein Ort, an dem 2010 das WM-Finale stattfand, als Spanien gegen die Niederlande Weltmeister wurde.
Wie damals bei der Weltmeisterschaft war das Stadion auch heute komplett ausverkauft. Die Tickets konnte man zwar schon Wochen vorher problemlos über „myticket“ kaufen, trotzdem musste man den Verkaufsstart genau im Blick behalten – innerhalb weniger Stunden waren alle Plätze weg.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich das Stadion vollständig füllte. Der Anstoß wurde sogar zweimal verschoben, und auf dem Platz kam es beim Aufwärmen zu einer kurzen Rangelei.
Auf den Rängen blieb es dagegen friedlich. Fans der Kaizer Chiefs und Orlando Pirates saßen ohne strikte Fantrennung verteilt im gesamten Stadion. Offiziell hatten die Orlando Pirates heute Heimrecht, obwohl sie ihre Heimspiele normalerweise im Orlando Stadium austragen. Die Chiefs wiederum spielen üblicherweise hier im Soccer City Stadium – bei Derbys wird diese Aufteilung jedoch flexibel gehandhabt.
Mit rund 45 Minuten Verspätung wurde schließlich angepfiffen.
Vuvuzelas dröhnten, Fahnen der beiden Vereine wurden überall geschwenkt, und die Atmosphäre erinnerte stark an die WM 2010. Fußball pur, laut, chaotisch und emotional.
Wie es sich für ein Derby gehört, endete auch dieses Spiel unentschieden: 1:1. Nach dem Spiel wollte ich zu meinem vorreservierten Bolt gehen, doch durch das Chaos auf den Straßen und fehlenden Internetempfang war es unmöglich, das Fahrzeug zu finden. Gemeinsam mit einem Orlando-Pirates-Fan, den ich im Stadion kennengelernt hatte, wartete ich schließlich fast zwei Stunden auf Empfang – ohne Erfolg. Inzwischen war es dunkel geworden.
Es war ein gutes Gefühl, nicht alleine zu sein. Später hielten wir uns in der Nähe eines Polizeiwagens auf. Schließlich fanden wir eine Person, die uns nach Sandton mitnehmen konnte. Sie arbeitete tatsächlich für Uber und brachte uns sicher zur Unterkunft.
Sandton eignet sich dabei besonders gut als Stadtteil: Im Gegensatz zur teilweise problematischen Innenstadt von Johannesburg gilt das Viertel als deutlich sicherer. Entsprechend erleichtert war ich, wieder in der Unterkunft angekommen zu sein. (fj)









































































































































































































































































































































