Malta – Luxemburg – 0:2

Malta – Luxemburg – 0:2

„ES GIBT IMMER EINEN GRUND FÜR FUSSBALL – PART 1“

26.03.2026
UEFA Nations League Playoff
Ta‘ Qali National Stadium
Zuschauer: 9.467

TA‘ QALI — Meine Schwiegermutter wünschte sich im vergangenen Jahr eine kleine Reise mit uns über ihren 70. Geburtstag. Diesen Wunsch erfüllten wir ihr natürlich und buchten am Black Friday 2025 Flüge vom Schwechheimer International Airport nach Malta. Vor Ort hatten wir von Sonntagabend bis Donnerstag eine sehr schöne Zeit. Die Insel hat sehr viel zu bieten und man kann dort nicht nur unendlich viele Steine, sondern auch wunderschöne Lagunen und Grotten bestaunen. Am Ende der Tour stand dann standesgemäß auch ein Event rund um das runde Leder an.

Im Nationalstadion wurde das Playoffspiel der UEFA Nations League zwischen Malta und Luxemburg angesetzt. Der Grund für diese Konstellation ist kurios: Die Gruppenphase der UEFA Nations League wurde Ende 2024 beendet und Luxemburg wurde in Liga C Letzter. Malta schaffte sensationell den zweiten Platz von drei Teams in seiner Gruppe in Liga D. Dementsprechend dürfen die beiden Mannschaften rund eineinhalb Jahre später gegeneinander antreten, damit im September 2026 auch wirklich klar ist, wer in Liga C oder D antreten darf. Anders gesagt: Die UEFA hat einen Weg gefunden, damit diese beiden Teams gegeneinander spielen können. Ein normales Länderspiel wäre ja auch zu langweilig.

So trudelten wir rund eine Stunde vor Anpfiff am Stadion ein und gingen zügig auf unsere Plätze, da sich eine einzelne Wolke zu entladen drohte. Links neben uns wurden rund 300 gut angeheiterte Luxemburger platziert, die ihre Mannschaft über 90 Minuten lautstark unterstützten. Top Leute! Zwei von ihnen verfolgten das Spiel allerdings die gesamte Zeit am Verkaufsstand, da man dort schneller an ein frisches Getränk kam.

Auf der Heimseite gab es zum Anpfiff eine Choreografie, die es auch schon bei anderen Heimspielen Maltas gegeben hatte. Sah trotzdem gut aus, auch wenn durch den Wind einiges durcheinandergewirbelt wurde.

Nach einer kurzen Wartezeit ging das Spiel dann los. In der ersten Hälfte hatte Malta zwei gute Chancen, traf jedoch nur den Pfosten. Kurz nach der Pause erzielte Luxemburg das 1:0 und konnte nach einer direkt verwandelten Ecke kurz vor Schluss sogar auf 2:0 erhöhen. In der Folge verließen gefühlt 9.000 Zuschauer das Stadion. Um kurz nach 20 Uhr war nach 101 Minuten Fußball schließlich Schluss. Die mitgereisten Fans feierten ihre Mannschaft frenetisch und wir verabschiedeten uns ebenfalls vom Nationalstadion.

Dieses macht optisch einiges her: eine überdachte Tribüne, auf der wir saßen, zwei Kurven und eine Haupttribüne mit Dach, die exklusiv für VIPs vorgesehen ist. Insgesamt ein optisch durchaus besonderes Stadion.

Die beiden Teams sehen sich am 31.03.2026 zum Rückspiel wieder und der Schwechheimer Landbote wird auch von diesem Spiel exklusiv berichten, da sich der Verfasser dieser Zeilen diesen „Nations League Clash“ nicht entgehen lassen möchte. Freut euch morgen auf ein paar weitere Zeilen aus Luxemburg. Stay tuned. (mb)

Gzira FC – Marsaxlokk FC – 0:0

Gzira FC – Marsaxlokk FC – 0:0

„ZWEI TORE UND EIN ELFMETERSCHIEßEN – TEIL 02“

07.12.2024
Malta Premier
Victor Tedesco Stadium
Zuschauer: ca. 200

VALLETTA – Am nächsten und letzten Tag meiner Reise plante ich, etwas Zeit in der Stadt Valletta zu verbringen. Mit einem Linienbus fuhr ich von Sliema in die Hauptstadt der Insel. Leider hatte ich heute kein großes Glück mit dem Wetter; immer wieder gab es Regenschauer. Der einzige Vorteil: Ohne großen Touristenandrang konnte ich die Stadt in Ruhe erkunden. Sie überzeugte mich mit ihren schönen alten Gebäuden und dem herrlichen Küstenflair. Schließlich stärkte ich mich mit einem köstlichen englischen Frühstück. Wenig später schlenderte ich zum nicht weit entfernten Tedesco Stadium.

Dort angekommen, kaufte ich für zehn Euro ein Ticket und erhielt denselben Kassenbon wie am Vortag. Ein weiteres nettes Stadion in Malta, das lediglich eine Tribüne bietet, aber einen Blick auf Sehenswürdigkeiten wie die Hamrun St. Gaetan Parish Kirche ermöglicht. Auch in diesem Stadion gab es leckeren Cider.

Leider hatte der Regen nicht nachgelassen, und auch die Tribüne bot keinen Schutz. Also suchte ich Zuflucht vor dem Regen unter einem Schirm des Stadion-Pubs.

Das Spiel glich dem vom Vorabend sehr. Kaum Chancen auf beiden Seiten, wenig Höhepunkte und keine Tore, mit dem Unterschied, dass es sich um ein Ligaspiel handelte. Damit war der Fußballabend beendet und ich fuhr mit einem Bolt zum Flughafen, wo mich eine vierzigminütige Verspätung des Malta Airlines-Fluges erwartete. Die 90% Pünktlichkeit erreichen leider nicht alle Fluggesellschaften. Immerhin konnte ich beim Online-Check-in meine Plätze selbst auswählen, sodass ich einen Platz in den vorderen Reihen nutzte. Dieser war auch notwendig, um schnell von dem Flugzeug in die Bahn zu gelangen.
Ich erreichte den Zug gerade noch rechtzeitig und machte mich zufrieden auf den Weg zurück in die wunderschöne Hansestadt Hamburg. (fj)

Birkirkara FC – Sliema Wanderers – 1:1

Birkirkara FC – Sliema Wanderers – 1:1

„ZWEI TORE UND EIN ELFMETERSCHIEßEN – TEIL 01“

07.12.2024
Malta Premier
Ta‘ Qali Nationalstadion
Zuschauer: ca. 2.000

MALTA – Schon seit längerem habe ich den Wunsch, den Länderpunkt Malta zu setzen. Mein erster Versuch zu Beginn des Jahres scheiterte aufgrund eines Streiks der Gewerkschaft Verdi. Daher verschob ich das Vorhaben auf das Ende des Jahres. Über Skyscanner entdeckte ich einen Ryanair-Flug für 30 € ab Köln und einen Malta Air-Flug für 70 € nach Berlin, die ich beide ohne große Überlegung buchte

Schließlich startete meine Reise am späten Freitagabend vom Hamburger Hauptbahnhof, und gegen Viertel nach Vier stand ich bereits am Flughafen Köln/Bonn. Weitere sieben Stunden später erreichte ich das Nationalstadion von Malta. Der Länderpunkt sollte nun mit dem Spiel zwischen Birkirkara FC und dem Rekordmeister Sliema Wanderers abgehakt werden Wie bei jedem Ligaspiel in Malta konnte ich Tickets an der Tageskasse erwerben. Für 10 € erhielt ich einen Kassenzettel in die Hand gedrückt.

Leider werden die Tickets nur auf einer Seite der Tribüne verkauft. Daher verfolgte ich das Spiel von der Seite der Birkirkara-Fans, die einen Großteil ihres Bereichs mit Zaunfahnen dekoriert hatten.

Als die Mannschaften einliefen, schwenkten beide Fanlager ihre Fahnen. Die Gästefans spielten zudem Musik auf einem Saxophon, das sie auch während des Spiels einsetzten. Die Stimmung war besser als erwartet und es fielen sogar Tore – je eines auf beiden Seiten. Nach dem Spiel musste ich eine Entscheidung treffen: Entweder ein Kick direkt nebenan im Centary Stadion, knapp drei Stunden nach Abpfiff, oder ein Spiel in Richtung Zentrum, nur zwei Stunden nach dem Abpfiff. Doch ein Problem beeinflusste meine Entscheidung: Mein verschwundenes Handy-Ladekabel und nur noch 14% Akku. Ich benötigte also ein neues Ladekabel. Da das Nationalstadion sehr weit außerhalb liegt und ich nicht glauben konnte, dass es dort einen Handyshop gibt, entschied ich mich für die zweite Option. Mit den letzten Prozent Akku buchte ich mir einen Bolt-Ride in Richtung „Luxol Sports Ground“. Nach dem Aussteigen begann die Suche: Tankstelle? Kein Verkaufs-Shop. Supermarkt? Hatte keins, zeigte mir aber einen Laden in der Nähe. Dort fand ich schließlich ein Ladekabel. Ob es lange halten wird? Vermutlich nicht, aber für das Wochenende wird es reichen.

Endlich war wieder Fußballzeit. Im Luxol Sports Ground war erneut nur eine Seite des Stadions zugänglich. Aktive Fans gab es keine – dafür aber eine Stadionkneipe. Ich holte mir schnell einen Cider und schaute auf der Tribüne das Spiel. Diesmal handelte es sich nicht um ein Ligaspiel, sondern um ein Pokalspiel (Maltese FA Trophy) zwischen Swieqi United und Mtarfa FC. Nach 90 Minuten waren noch keine Tore gefallen. Statt eines Rückspiels gab es eine Verlängerung. Nach 120 Minuten erneut kein Tor. Die Entscheidung musste nun im Elfmeterschießen fallen. Jeder hatte fünf Versuche: alle Treffer. Der siebte Schuss der Gäste – drin. Der siebte Schuss von Swieqi – Fehlschuss und somit Mtarfa weiter. Nach dem Spiel machte ich mich auf den Weg nach Sliema, wo ich noch einen Burger aß, einige schöne Fotos machte und die Nacht in einem gemütlichen Airbnb verbrachte (fj)