APOEL FC – Pafos FC – 3:3

„DER TRAUM VON EUROPA“

26.04.2026
Cyprus League
GSP Stadium
Zuschauer: 4.650

NICOSIA — Als wir Anfang des Jahres die Tour nach Zypern buchten, war völlig unklar, welche Spiele wir sehen können, da die Liga nach der Länderspielpause im März geteilt wurde. Als Anfang April der Spielplan herauskam, war die Freude bei mir relativ groß, da ich die Jungs von APOEL unbedingt sehen wollte. Dieser Verein ist der erste aus Zypern, den ich so wirklich wahrgenommen habe, da sie es als einziger Vertreter dieser Nation ins Champions League Viertelfinale geschafft haben.

Die Terminierung folgte auch relativ schnell und eigentlich war klar: Am Sonntag um 17 Uhr sehen wir APOEL gegen Pafos. Nur leider wurde unser geplantes Spiel in der Türkischen Republik Nordzypern ebenfalls auf denselben Tag um 16 Uhr terminiert. Scheiße, das führt zu einem Konflikt. Nationalstadion gegen Nationalstadion, Länderpunkt gegen Ligaspiel.

Am 19.04.2026 tat sich aber noch etwas am Spielplan in Nordzypern und das Spiel von Yenicami AK wurde auf den Freitag vorverlegt. Am Freitag waren wir ohnehin noch ohne gültige Eintrittskarte und somit klappte es mit beiden Spielen.

Die Tage zuvor liefen sowohl in Nord als auch in Südzypern grandios. Wir trafen auf viele super freundliche Leute, genossen die kulinarischen Leckereien beider Seiten und hatten dazu noch herrliches Wetter.

Somit ging es am Sonntag mit dem elektronischen Totalschaden alias Mazda 2 wieder nach Nicosia. Direkt vorm Stadion konnten wir kostenlos parken und gingen in kurzer Hose und mit Sonnenbrille ins Stadion. Wir setzten uns auf die überdachte Haupttribüne und sahen rechts von uns alle in Orange. Bei APOEL wird Orange getragen.
Man merkte sofort, dass der Mob Bock hat, denn heute musste unbedingt ein Sieg her, sonst war es das mit dem internationalen Geschäft.

Angetrieben von den heimischen Fans spielte APOEL groß auf und ging völlig verdient mit 2:1 zur Pause in Führung. Kurz nach der Halbzeit erzielten sie sogar das 3:1 und alles schien schon entschieden. Europa war greifbar und der finanzstarke Verein aus Pafos war raus. Die Fans wurden immer lauter und auch die Spieler spielten einen sicheren Ball, bis sie in der 94. Minute den 3:2 Anschlusstreffer kassierten.
Ab diesem Zeitpunkt waren die Spieler von APOEL wie paralysiert und konnten auf einmal gar nichts mehr. Die Nachspielzeit war eigentlich auch schon abgelaufen, aber der Schiedsrichter ließ einen langen Ball noch laufen. Was dann passierte, war klar: Der Ball rutschte zu Derrick Luckassen durch und der schoss das Leder in die Maschen. Doppelpack in der Nachspielzeit und Abpfiff.

Fassungslos schauten sich alle Zuschauer auf der Heimseite an. Das ist doch gerade nicht wirklich passiert? Der sichere Sieg war weg und die Tür zum internationalen Geschäft ist zugefallen.

Pafos selbst kann es noch über das Pokalfinale oder über die Liga schaffen, für APOEL heißt es zuschauen. Besonders bitter, weil der direkte Konkurrent aus der gleichen Stadt am 02.05.2026 vor ausverkauftem Haus seine Meisterschaft feiert. Das schmerzt!

Für uns als neutrale Zuschauer war es allerdings ein packendes Spiel in einem schönen Stadion mit top Ausblick auf die umliegenden Gebiete. Die Stimmung der Heimseite hat uns überzeugt, das Stadion und allgemein das Land auch.

Wir werden wiederkommen, denn wir haben noch ein paar Baustellen abzuarbeiten. Besonders der Gastauftritt von Anorthosis Famagusta, das Video könnt ihr auf unserem TikTok Kanal sehen, am Montagabend hat Lust auf mehr gemacht. (mb)

St. Andrew Lions FC – Paradise FC – 1:7

„I JUST SELL BOTTLES!“

25.04.2026
BFA Premier League
Wildey Turf
Zuschauer: 300

CHRIST CHURCH – Einen Tag nach der Landung in Bridgetown machten wir uns per Mietwagen zum Fußballverband von Barbados auf. Hier wurden wir vom Präsidenten höchstpersönlich sehr freundlich empfangen, es wurde uns direkt Wasser gereicht und wir durften in den klimatisierten Räumlichkeiten Platz nehmen. Nach 10 Minuten Wartezeit wurden uns für die Premier-League, die Division One und die Division Two sämtliche Spielpläne als PDF per E-Mail zugesandt. Wer Interesse an diesen Spielplänen hat, kann uns gerne anschreiben, ich leite die Dokumente dann weiter. Im Internet findet man meist nur den Spielplan der Premier League und dieser ist nicht immer aktuell bzw. verlässlich. Es macht also durchaus Sinn am Anreisetag zum Fußballverband zu fahren und sich einmal um die aktuellen Spielpläne zu bemühen.

Zwei Premier-League-Spiele waren jeweils am Samstagabend sowie eins am Montagabend angesetzt. Ich hätte mir zwar am Samstagabend ein Zweitligaspiel im nahegelegenen St. George angucken können, allerdings war es mir nicht sicher genug, mich auf die Ansetzung am Montagabend zu verlassen. Schließlich sind wir immer noch in der Karibik! So hätte ich zwar zwei verschiedene Grounds kreuzen können, wenn dann aber doch das Spiel am Montag ausfällt, hätte ich nur mit einem wirklichen Amateur-Kick auf einer Kuhwiese ohne Tribüne den Länderpunkt eingefahren. Also die sichere Variante und somit am Samstag um 19:00 Uhr zum Wildey Turf, wo es für 10 Barbados-Dollar eine schicke Eintrittskarte als Souvenir gab.

In dem Ground, welcher lediglich aus einer langweiligen Stahlrohrtribüne besteht, sammelten sich zur Doppelveranstaltung am Abend rund 300 Leute. Wir entschieden uns dafür, lediglich dem ersten Spiel beizuwohnen. Paradise FC „gastierte“ gegen die Green Boys aus St. Andrews. Von Heim- und Gastmannschaft zu sprechen, ist in der Premier-League of Barbados allerdings obsolet, denn alle Spiele finden im Wildey Turf Ground statt. Nur in der oben genannten First & Second Division (2./3. Liga) werden die Spiele „around the island“ ausgetragen. Meist bieten hierfür Cricket- oder Schulsportplätze Asyl.

Zurück nach Wildey, zurück zum Paradise FC. Ich war richtig heiß auf den Verein, haben sie doch eine Palme in ihrem Logo integriert, welche auf ihren schicken blau-gelben Trikots prangt. Das Spiel ging flott los, und innerhalb von 30 Minuten stand es 0:3. Kein Wunder, hatte der Keeper der Lions weder Torwarthandschuhe dabei noch die Motivation, auch nur einen Ball vor dem Netz zu retten. In der zweiten Halbzeit kam dann scheinbar erst der richtige Torwart etwas verspätet zum Spiel.

Ab dem Zeitpunkt waren die Paradiesvögel weiterhin klar besser, hatten aber nicht mehr ganz so viel Glück vorm jetzt nicht mehr leeren Tor und St. Andrews konnte erste Akzente setzen. Im Turf finden die Zuschauer neben einer gut sortierten Rumbar auch allerhand Süßigkeiten und Gegrilltes. Letzteres schlugen wir allerdings dankend aus, da wir zuvor noch im nahegelegenen Streetfood-Dorf essen waren. Witzig war noch, dass man an der Rumbar nur Bier in Einzelgebinden kaufen konnte. Rum sowie Cola wurden nur flaschenweise serviert. Warum meine Freundin dort dankend ablehnte, verstehe ich bis heute nicht, immerhin steuerte ich an dem Abend den Mietwagen.

Nach dem Spiel ging es zurück ins „Ocean Blue Resort“, für das ich nun ganz offiziell eine Lanze brechen werde. Für rund 65 Euro die Nacht gab es eine sehr saubere und gepflegte Unterkunft mit Pool. Auch verfügte die Unterkunft über ein Frühstücksrestaurant, wo wir täglich für unter 10 US-Dollar gut gefrühstückt haben. Es gab English Breakfast, Pancakes und was das Herz sonst noch so begehrt. Auch zu Abend essen konnte man sehr preiswert vor Ort. Wenn man überlegt, dass im Supermarkt eine Flasche Wasser ab 1,40 EUR beginnt oder ein kleines Flaschenbier ungefähr 2,50 kostet, war das Preis-Leistungs-Verhältnis im Resort unschlagbar. Ein weiteres Highlight war die Tatsache, dass 90% des gesamten Inventars gemauert war. Dies führte dazu, dass es selbst bei deaktivierter Klimaanlage angenehm kühl blieb. 10/10, klare und wahrscheinlich erste Unterkunftsempfehlung vom Landboten!

Die restlichen Tage verbrachten wir auf der Insel hauptsächlich mit Strandbesuchen. Die Strände, welche uns am besten gefallen haben, waren der Brandons Beach, der Heywoods Beach sowie der Dover Beach. Außerdem haben wir einen Tag lang mit dem Mietwagen die gesamte Insel umrundet. Gerade die untouristische Ostküste hatte so einiges zu bieten. Alte Kirchen, eine Windmühle aus dem 18. Jahrhundert und die alte Bahnstation des St. Nicholas Abbey wussten zu gefallen.

Ansonsten wurde viel getrunken und gekifft, bei uns nur Ersteres, Karibik pur eben! Barbados reiht sich bei mir nach Bonaire aktuell auf Platz 2 der coolsten Karibikinseln ein, allerdings habe ich auch „erst“ sechs gesehen. (hd)

Orlando Pirates – Kaizer Chiefs – 1:1

„VUVUZELAS, CHAOS UND GÄNSEHAUT“

26.04.2026
South African Premiership
Soccer City Stadium
Zuschauer: 95.000

JOHANNESBURG – am Sonntag stand eines der großen Highlights meiner Reise an: das Soweto Derby im ausverkauften Soccer City Stadium mit knapp 95.000 Plätzen.

Ich reiste mit Uber an und musste anschließend noch etwa 30 Minuten zum Stadion laufen. Schon kurz vor dem Eingang begann das typische Derby-Chaos: erste Ticketkontrollen, dichter werdende Menschenmassen und eine immer angespanntere Stimmung.

Die zweite Kontrolle wurde schließlich von Teilen der Fans überrannt, sodass immer mehr Menschen in Richtung Stadion strömten. Die Polizei versuchte noch, die Menge mit Absperrungen und Schildern zu lenken, aber ich kam letztlich ohne weitere Kontrolle durch.

Drinnen im Stadion war dann alles relativ unkompliziert: nur noch durch das Drehkreuz – und schon stand ich in diesem riesigen Oval. Ein Ort, an dem 2010 das WM-Finale stattfand, als Spanien gegen die Niederlande Weltmeister wurde.

Wie damals bei der Weltmeisterschaft war das Stadion auch heute komplett ausverkauft. Die Tickets konnte man zwar schon Wochen vorher problemlos über „myticket“ kaufen, trotzdem musste man den Verkaufsstart genau im Blick behalten – innerhalb weniger Stunden waren alle Plätze weg.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sich das Stadion vollständig füllte. Der Anstoß wurde sogar zweimal verschoben, und auf dem Platz kam es beim Aufwärmen zu einer kurzen Rangelei.

Auf den Rängen blieb es dagegen friedlich. Fans der Kaizer Chiefs und Orlando Pirates saßen ohne strikte Fantrennung verteilt im gesamten Stadion. Offiziell hatten die Orlando Pirates heute Heimrecht, obwohl sie ihre Heimspiele normalerweise im Orlando Stadium austragen. Die Chiefs wiederum spielen üblicherweise hier im Soccer City Stadium – bei Derbys wird diese Aufteilung jedoch flexibel gehandhabt.

Mit rund 45 Minuten Verspätung wurde schließlich angepfiffen.
Vuvuzelas dröhnten, Fahnen der beiden Vereine wurden überall geschwenkt, und die Atmosphäre erinnerte stark an die WM 2010. Fußball pur, laut, chaotisch und emotional.

Wie es sich für ein Derby gehört, endete auch dieses Spiel unentschieden: 1:1. Nach dem Spiel wollte ich zu meinem vorreservierten Bolt gehen, doch durch das Chaos auf den Straßen und fehlenden Internetempfang war es unmöglich, das Fahrzeug zu finden. Gemeinsam mit einem Orlando-Pirates-Fan, den ich im Stadion kennengelernt hatte, wartete ich schließlich fast zwei Stunden auf Empfang – ohne Erfolg. Inzwischen war es dunkel geworden.

Es war ein gutes Gefühl, nicht alleine zu sein. Später hielten wir uns in der Nähe eines Polizeiwagens auf. Schließlich fanden wir eine Person, die uns nach Sandton mitnehmen konnte. Sie arbeitete tatsächlich für Uber und brachte uns sicher zur Unterkunft.

Sandton eignet sich dabei besonders gut als Stadtteil: Im Gegensatz zur teilweise problematischen Innenstadt von Johannesburg gilt das Viertel als deutlich sicherer. Entsprechend erleichtert war ich, wieder in der Unterkunft angekommen zu sein. (fj)

Durban FC – Orbit College – 1:2

„DAS EINZIGE WEIẞBROT IM STADION“

25.04.2026
South African Premier Division
Chatworth Stadium
Zuschauer: Circa 900

CHATWORTH – Nach einem einwandfreien Flug mit Condor nach Kapstadt brachte mich die Airline Safair ebenso reibungslos nach Durban.

Mit Bolt sollte es zur gebuchten Unterkunft gehen. Dort angekommen war allerdings niemand vor Ort. Auf Nachrichten und Anrufe wurde nicht reagiert. Also ging es zurück ins Auto, da der Fahrer netterweise gewartet hatte. Noch während der Fahrt wurde schnell ein Hotel gebucht, in dem ich etwa 20 Minuten später einchecken konnte. Die Rückerstattung der ursprünglich gebuchten Unterkunft wurde später ermöglicht.

Die Liste der Warnungen ist lang, wenn es um Südafrika geht: nicht alleine unterwegs sein, die Innenstadt meiden, nachts nicht rausgehen. Egal – der Länderpunkt musste an diesem Abend unbedingt fallen!

Also ein Uber bestellt und los ging die Fahrt. Direkt vor dem Eingang wurde ich abgesetzt. Schnell noch die Nummer mit dem Fahrer ausgetauscht – damit war auch die Rückfahrt gesichert.

Das Stadion betrat ich mit dem zuvor über Webtickets gekauften E-Ticket. Kurz danach entdeckte ich mehrere Hardtickets auf dem Boden. Eines davon wanderte direkt in meine Tasche – Souvenir vom Länderpunkt: check!

Auf der Tribüne war überraschend viel los. Der Grund dafür dürfte sein, dass viele gerade ihr Gehalt bekommen hatten.

Von vielen Fans wurde ich angeschaut. Denn es gab einen deutlichen Unterschied zu all meinen bisherigen Spielen: Es war das erste Mal, dass ich der einzige Mensch im Stadion mit weißer Hautfarbe war.
Natürlich ist es völlig egal, welche Hautfarbe man hat – wir sind alle Menschen. Hier fiel es dennoch auf und entsprechend viele Blicke zog ich auf mich. Eine Person war sogar so begeistert, dass sie ein Foto mit mir machen wollte – gerne doch!

Auch ich konnte wieder viele Fotos machen: von den Fans, die teilweise verkleidet waren, und vom schönen Chatsworth Stadium. Zum Glück hatte die Tribüne ein Dach, denn es regnete fast das gesamte Spiel über.

Auch sportlich wurde einiges geboten: Nach einem 0:2-Rückstand versuchte Durban alles, um das Spiel noch zu drehen. Nach dem Anschlusstreffer keimte Hoffnung auf, doch die Chancen reichten nicht aus. Am Ende musste sich Durban FC mit 1:2 geschlagen geben.

Für mich ging es zurück ins Hotel. Der Fahrer versicherte mir noch einmal: keine Sorgen machen – einfach entspannt bleiben. (fj)

Juventus Sainte-Anne – U.S. Ansoise – 3:0

„RUHETAG AUF GUADELOUPE“

17.04.2026
Ligue Regionale 2
Stade Jacques Ponremy
Zuschauer: 89

LE MOULE – Nachdem es heute Morgen schon das „Stade St. François Xavier“ als Bilderbuchbude der Woche auf die Titelseite des Landboten geschafft hat, folgt nun noch ein ausführlicher Bericht vom französischen Überseedepartement.

Guadeloupe ist ein Archipel in der östlichen Karibik und gehört politisch zu Frankreich. Es hat den Status eines Überseedepartement sowie einer Überseeregion und ist damit gleichzeitig ein integraler Bestandteil des französischen Staates. Gemeinsam mit anderen französisch geprägten Inselgebieten wie Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin wird Guadeloupe den Französischen Antillen zugerechnet. Als Teil der Europäischen Union profitiert das Gebiet von europäischen Strukturen, gehört jedoch nicht zum Schengen-Raum. Anfang des Jahres 2023 lebten dort knapp 400.000 Menschen, wobei das Durchschnittsalter der Bevölkerung bei etwa 35,6 Jahren liegt. Die Bevölkerung ist kulturell vielfältig geprägt. Der Großteil der Einwohner hat afrikanische Wurzeln oder eine gemischte Herkunft. Daneben gibt es kleinere Bevölkerungsgruppen europäischer, indischer, libanesischer oder chinesischer Abstammung. Religiös ist die Gesellschaft überwiegend katholisch geprägt.

Die Ligue Guadeloupéenne de Football (LGF) fungiert als offizieller Fußballverband von Guadeloupe und organisiert den Fußballsport auf den Inseln. Sie ist dem französischen Fußballverband als regionale Organisation angeschlossen, besitzt jedoch keine Mitgliedschaft im Weltfußballverband FIFA. Seit 2013 gehört Guadeloupe dem nord- und mittelamerikanischen Fußballverband CONCACAF an. Dadurch kann Guadeloupe an offiziellen Wettbewerben dieses Kontinentalverbandes teilnehmen.

Vor ungefähr drei Monaten haben wir einen Gabelflug mit Air France entdeckt und mussten direkt zuschlagen. Für preiswerte 620 EUR konnten wir uns die Tickets für die Verbindung Hannover – Guadeloupe & Martinique – Hannover mit jeweils einem Zwischenstopp in Charles de Gaulle sichern. Auf dem Hinweg verweilten wir vier Stunden in Paris, auf dem Rückflug werden es voraussichtlich nur zwei sein. Vor Ort gelangten wir mit „Caribbean Airlines“ von Pointe-à-Pitre (Guadeloupe) nach Bridgetown (Barbados) und von dort aus mit selbiger Airline weiter nach Fort-de-France (Martinique). Für diese Kurzstreckenflüge von Insel zu Insel zahlt man in der Regel zwischen 70-120 EUR pro Flug.

Eigentlich bieten sich Karibik-Touren am besten an, wenn Qualifikationsturniere von der CONCACAF ausgetragen werden, da man dann über ziemlich sichere Ansetzungen verfügt und bei den Länderspielen generell auch wesentlich mehr los ist. Bei den drei oben genannten Kandidaten vertraue ich auf den Rahmenkalender, da die Verbände auf den ersten Blick alle relativ seriös und transparent erscheinen. Und so wurde ich direkt auf ein Zweitligaspiel aufmerksam, welches am Freitagabend in LE MOULE ausgetragen wurde. Normalerweise spielt Juventus im Stadion in Sainte-Anne, dieses durfte allerdings die Frauen-Nationalmannschaft von Haiti nutzen, um gegen ihren Nachbarn, die Dominikanische Republik, ein Qualifikationsspiel für die Frauenfußball-WM auszutragen.

Vorm Spiel haben wir im zwanzig Kilometer entfernten Saint-François noch einen Burger gegessen und ein Corsaire vom Fass genossen, ehe es mit dem Mietwagen nach LE MOULE ging. Leider verfügt das Stadion nicht über eine klassische, gut sortierte Rum-Bar, selbiges wird allerdings vorm Stadion aus einem Kofferraum verkauft! Bier, Softdrinks und kleine Süßigkeiten gibt es ebenfalls zu zivilen Preisen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Preise auf Guadeloupe ungefähr dem deutschen Preisniveau entsprechen.

Für gerade einmal einen EURO gab es eine schicke Eintrittskarte und wir konnten unsere Plätze auf der überdachten Tribüne einnehmen. Rund 100 andere Zuschauer gesellten sich ebenfalls dazu. Meine Freundin war so nett und steuerte an diesem Abend den Mietwagen, sodass ich dem einen oder anderen Zuschauer mit meinem Bier zuprosten konnte. Das Spiel war kurzweilig und unterhielt uns recht gut, das Niveau war vergleichbar mit einem besseren Kreisliga-Kick in Deutschland. Juventus war klar besser und siegte verdient mit 3:0. Der wahre Hingucker an diesem Abend war aber „Fredo“. Der „Dirigeant“, also Manager des Gastvereins, hatte auf der Vorderseite seines Trikots sich selbst als Bild aufgedruckt und fiel sonst durch skurrile Armbewegungen und merkwürdige Laute auf. Top Lad oder wie der Franzose sagt: „Un mec branché!“

Generell muss ich sagen, dass das Spielniveau in Le Moule deutlich besser war als beim Spiel von Saint-François am Samstag. Selbe Liga, aber Unterschiede wie Tag und Nacht. Und auch bei den Eintrittspreisen gab es deutliche Ausreißer. Wurde uns am Freitagabend gerade mal ein Euro abgenommen, sollte ich in Saint-François fünf hinlegen. Vermutlich hat der nette Herr vom Kassenhäuschen in Le Moule aber einfach viel zu viel Wechselgeld rausgegeben, laut Ticket betrug nämlich auch hier der Abendkassenpreis 5 Euro.

Ansonsten lässt es sich auf Guadeloupe sehr gut aushalten. Ohne Französischkenntnisse ist man hier oft aufgeschmissen, selbst in besseren Restaurants und Hotels wird fast kein Englisch gesprochen, wenn sie denn dann keinen Ruhetag hatten. Es war öfters wirklich herausfordernd, eine geöffnete Bar oder ein offenes Restaurant zu finden. Sowohl sonntags, montags als auch dienstags begleitete uns der ständig wiederkehrende Ruhetag.

Um auch der bergigen Seite der Insel etwas Aufmerksamkeit zu schenken, haben wir zwei Wanderungen durch den Regenwald unternommen, die letzte endete mit dem Anblick des größten Wasserfalls der Insel. Außerdem besuchten wir über zehn verschiedene Strände. Besonders positiv sind dabei der Plage du Souffleur, der Plage de Grande Anse sowie der Plage de Petit-Havre in Erinnerung geblieben. Ein weiteres Highlight war eine dreistündige Mangroven-Tour, welche leider nur auf Französisch angeboten wurde. Dennoch hat sich der Guide größte Mühe gegeben. Guadeloupe, es war sehr schön! (hd)

C.S. ST Francois – ASC Carenage (2:0)

Die BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (96) kommt heute aus Saint-Francois, Guadeloupe.

In gerade einmal acht Stunden Flugzeit lässt sich das französische Überseedepartement von Paris erreichen. Heute morgen konntet ihr bereits einiges über unseren Besuch auf Guadeloupe erfahren, wem es gefallen hat, der darf jetzt noch der Bilderreihe des Stade Xavier DURIMEL Aufmerksamkeit schenken.
Vor gerade einmal 25 Zuschauern rollte am vergangenen Samstag bei stabilen 32 Grad bereits um 16:00 Uhr der Ball! Dosenbier und Joints musste jeder selbst mitbringen, die Rumbar war geschlossen!


18.04.2026
Stade Xavier DURIMEL
C.S. ST Francois – ASC Carenage (2:0)

CD Universidad Católica – CA Boca Juniors – 1:2

CD Universidad Católica – CA Boca Juniors – 1:2

„ZU GAST BEI DEN CHILENISCHEN KREUZRITTERN“

07.04.2026
Copa Libertadores
Estadio San Carlos de Apoquindo
Zuschauer: 18.812

SANTIAGO DE CHILE – Für meine Südamerika-Reise hatte ich mir ein ordentliches Programm auferlegt und alles ging Schlag auf Schlag. In Rio de Janeiro kreuzte ich noch das Maracanã mit Flamengo versus FC Santos. Mit 68.000 Zuschauern war das „Mario-Götze-Stadion“ offiziell ausverkauft und die Torcida machte ordentlich Dampf. Dieses Stadion sollte auf keiner Hopper-Tour durch Brasilien fehlen!

Der Spielplan in der Copa Libertadores bescherte mir zwei Partien in Santiago de Chile und so flog ich am Dienstag etwa fünf Stunden in Richtung „Cono Sur“. Die Copas sind bei Hoppern wie Fans gleichermaßen beliebt, denn häufig dürfen Gästeanhänger anreisen.

Im Fall Universad Católica gegen Boca Juniors gestaltete sich das aber als Hängepartie. Zunächst hatten die örtlichen Behörden Gästefans untersagt. Wenige Tage vorm Spiel konnte man sich allerdings doch zu einem „tragfähigen Sicherheitskonzept“ durchringen, um mal im DFB-Jargon zu sprechen. Etwa 2.000 „Xeneizes“ fanden sich im Gästeblock ein.

Auf der Heimseite rollten die „Cruzados“ zum Einlauf eine Blockfahne in Form eines -Überraschung- Kreuzritters aus. Begleitet wurde das Ganze von blauen und weißen Luftstangen und einer kleineren Blockfahne auf der Gegengerade.

Ich hatte mir die Chilenen als eher zurückhaltend im Vergleich zu den anderen Völkern in Südamerika vorgestellt. Auch die Gemeinde „Las Condes“ um das Stadion wirkte mit seinen gepflegten Vorgärten bürgerlich-spießig. Doch die Hinchadas von „La UC“ drehten nach vier Jahren ohne Copa von Beginn an am Rad und die Mitmachquote lag in der ersten Halbzeit weit oben. Ein Fan mit Ritterhelm, Schild und blauem Templerkreuz in der ersten Reihe machte das Bild komplett.

Auf dem Platz machte indes Boca die bessere Figur. Angeführt von Kapitän Paredes agierte der leichte Favorit geduldig und kontrolliert. Die Nummer 5 nahm dann die Dinge auch selbst in die Hand und erzielte nach einem missglückten Klärungsversuch das 1:0 aus der Distanz. Católica hatte keinen einzigen Torschuss in der ersten Hälfte.

Nach über einer Stunde entschied Bareiro quasi das Spiel. Sieben Minuten vor Schluss traf Diaz (Juan, nicht Marcelo. Anm. d. Red.) zum Anschlusstreffer und zündete das Publikum noch einmal an. Aber Boca brachte das Ergebnis über die Zeit und der Kreuzritter aus der ersten Reihe zog mit Abpfiff von dannen. (hr)

Hannover 96 – SC Paderborn 07 – 1:1

“MARTIN KIND – DU TEIL EINER CHOREO”

18.04.2026

2. Bundesliga
Niedersachsenstadion
Zuschauer: 49.000

    HANNOVER- nach der frustrierenden Derbyniederlage gegen den HSV führte der Weg in die Region Hannover. Dort stand ein ganz besonderes Ereignis an: das Jubiläumsspiel zum 130-jährigen Bestehen von Hannover 96. Die Anstoßzeit um 20:30 Uhr erwies sich dabei einmal mehr als Glücksfall für jeden Groundhopper.

    Bereits gegen 20:10 Uhr erreichte man das Stadion. Das Flutlicht war eingeschaltet, die Atmosphäre elektrisierend – alles wartete gespannt auf die angekündigte große Choreografie.

    Wenig später war es dann soweit: Mit Ausnahme des Gästeblocks verwandelte sich das gesamte Stadion in ein beeindruckendes schwarz-weiß-grünes Fahnenmeer. Vor der West- und Nordtribüne prangten die Worte:

    „Mit all ihren Höhen und Tiefen, ihren Siegen und Niederlagen, ihrem Stolz und ihrem Schmerz“

    sowie

    „Eine Geschichte, die wir tragen, weiterleben und niemals vergessen.“

    Passend zu diesen Zeilen wurde die bewegte Geschichte des Vereins visuell dargestellt. Aufwendig gestaltete Blockfahnen zeigten die bedeutendsten Momente der Vereinschronik.

    Eine zentrale Fahne trug die Aufschrift:
    „130 Jahre Hannoverscher Sportverein.“

    Erinnert wurde unter anderem an die deutschen Meisterschaften von 1938 und 1954 sowie an das Jahr 1992, als Hannover 96 als Zweitligist sensationell den DFB-Pokal nach einem dramatischen Elfmeterschießen gewann.

    Da ich selbst erst 1996 – also genau 100 Jahre nach der Vereinsgründung – geboren wurde, waren mir vor allem die jüngeren Ereignisse besonders präsent. So etwa die Saison 2011/2012, in der Hannover 96 erstmals auf internationaler Bühne auftrat und mit Spielern wie Jan Schlaudraff, Lars Stindl und weiteren Akteuren unvergessliche Europapokalnächte erlebte.

    Doch auch die dunklen Kapitel der Vereinsgeschichte wurden nicht ausgespart. Besonders bewegend waren die Erinnerungen an das Jahr 2009, als der an Depressionen erkrankte Torwart Robert Enke tragisch verstarb, sowie an den frühen Tod des 19-jährigen Talents Niklas Feierabend, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.

    Auch die anhaltenden Machtkämpfe rund um Martin Kind, insbesondere im Zusammenhang mit seiner kritischen Haltung zur 50+1-Regel, fanden in der Choreografie ihren Platz.

    Auf der Osttribüne waren zudem verschiedene historische Vereinswappen zu sehen. Nachdem die Blockfahnen verschwunden waren, erschienen auf der Westkurve das ursprüngliche Gründungslogo von 1896 und auf der Nordtribüne das klassische runde „96“-Emblem – eindrucksvoll dargestellt durch farbige Ponchos über Ober- und Unterrang hinweg.

    Für mich zählt diese Choreografie zu den beeindruckendsten, die ich je in einem Stadion erleben durfte. Der immense Aufwand und die Detailverliebtheit sind kaum in Worte zu fassen. Über ein halbes Jahr Vorbereitung für eine Inszenierung, die nur wenige Minuten andauert – was dahinter steckt, können vermutlich nur die Beteiligten selbst wirklich ermessen.

    Es zeigt eindrucksvoll, welch großer Verein in Hannover beheimatet ist und wie viel er seinen treuen und leidenschaftlichen Fans bedeutet.

    Doch auch im Gästeblock wurde gefeiert: Die Gruppe „Black Blue Fighters“ beging ihr 20-jähriges Jubiläum mit einer eigenen Choreografie aus blauen und schwarzen Fahnen. Zusätzlich wurden sowohl beim Intro als auch im Spielverlauf mehrere Fackeln gezündet.

    Das Spiel selbst, das durchaus sportliche Bedeutung hatte, endete schließlich mit einem 1:1-Unentschieden. Der SC Paderborn bleibt damit auf dem zweiten Tabellenplatz, während Hannover 96 auf Rang vier abrutscht.

    Persönlich hoffe ich, dass am Ende mit Hannover 96 und Schalke 04 zwei Traditionsvereine gemeinsam den Aufstieg in die erste Bundesliga schaffen. Ob dies realistisch ist, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Die Fans werden ihrem Verein unabhängig von der Liga weiterhin treu zur Seite stehen.

    Auf die nächsten 130 Jahre Hannoverscher Sportverein. (fj)

    Holstein Kiel – 1.FC Kaiserslautern – 3:0

    “DER FCK BRENNT – ABER KIEL BLEIBT EISKALT“

    17.04.2026
    2.Bundesliga
    Holstein Stadion
    Zuschauer:15.034

    KIEL – Mein zehntes Spiel mit Beteiligung von Holstein Kiel führte mich ins Holstein-Stadion, wo der Traditionsverein 1. FC Kaiserslautern zu Gast war.

    Ein Freitagabendspiel, das mich sofort reizte – und so sicherte ich mir kurzerhand über den Holstein-Fan H. R. eine Eintrittskarte. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!

    Die Anreise mit der Bahn verlief reibungslos. Bereits eine halbe Stunde vor Anpfiff befand ich mich im alten Gästeblock des Stadions – jenem Ort, an dem ich mir früher selbst die Stimme heiser geschrien hatte.

    Diesmal betrachtete ich das Spiel mit neutraler Perspektive. Insgeheim drückte ich jedoch den Gästen die Daumen. Fritz Walter, der „Betze brennt“ – mehr Argumente braucht es kaum.

    Gebrannt hat es an diesem Abend allerdings vor allem im Gästeblock: Zum Intro präsentierte sich ein beeindruckendes rot-weißes Fahnenmeer, und der gesamte Block erstrahlte in leuchtendem Rot. Gefühlt bei jedem Liedwechsel wurden neue Fackeln entzündet.

    Doch auch die Anhänger von Holstein Kiel zeigten große Leidenschaft. Beim Einlaufen der Mannschaften erhellte die Westkurve das Stadion mit einem eindrucksvollen Lichterbild. Auf einem Spruchband war zu lesen:
    „WIR FOLGEN DIR WOHIN ES GEHT – AUCH BIS ANS ENDE DIESER WELT.“
    Eine Aussage, die beinahe an ein Nena-Konzert erinnerte – doch die Bühne bildete an diesem Abend die 2. Bundesliga.

    Nach dem wichtigen Auswärtssieg in Düsseldorf trat die „Walter-Elf“ mit großem Selbstbewusstsein auf. Bereits in der 16. Minute erzielte Tohumcu mit einem sehenswerten Treffer die Führung. Die Gäste hingegen präsentierten sich über die gesamte Spielzeit hinweg schwach und fanden kaum ins Spiel. Innerhalb von nur vier Minuten erhöhten Harres (36.) und Zec (40.) und entschieden die Partie frühzeitig. Der 3:0-Halbzeitstand war hochverdient und wirkte am Ende sogar noch schmeichelhaft für die Gäste.

    Dennoch verdienen die Fans aus Kaiserslautern größten Respekt: An einem Freitagabend rund 1400 Kilometer in den Norden zu reisen – für ein Spiel, das sportlich kaum noch Bedeutung hatte –, eine deutliche Niederlage hinzunehmen und dennoch ununterbrochen zu unterstützen, zeugt von außergewöhnlicher Leidenschaft und Qualität.

    Auch inhaltlich setzten die Fans ein starkes Zeichen: Anhänger beider Vereine protestierten gemeinsam mit Spruchbannern gegen das Polizeigesetz in Schleswig-Holstein sowie gegen die Anstoßzeit am Freitagabend. Im Gästeblock wurden zudem kritische Botschaften zu Print@home-Tickets und zur Berliner Polizei präsentiert.

    Insgesamt bleibt dieser Spieltag als gelungener Ausflug in die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein in Erinnerung. (fj)

    TSG 1899 Hoffenheim – VFL Osnabrück – 0:1

    “AMATEURTEAMS RAUS AUS LIGA 3!”

    22.02.2026
    3.Liga
    Dietmar- Hopp Stadion
    Zuschauer:1.666

    SINSHEIM – Es ist der 16.09.2007. Die TSG 1899 Hoffenheim empfängt am fünften Spieltag der Zweitliga-Saison 2007/2008 den VfL Osnabrück im Dietmar-Hopp-Stadion.

    Die damaligen Spieler Demba Ba, Carlos Eduardo und Copado zaubern auf dem Platz und schlagen die Osnabrücker mit 3:1. Am Ende der Saison gelingt der TSG tatsächlich der Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga.

    Einen sehr großen Anteil an diesem Erfolg hatte Investor Dietmar Hopp, der durch seine finanzielle Unterstützung die TSG innerhalb weniger Jahre von der Kreisliga auf die Bundesliga-Landkarte setzte. Eine Entwicklung, die bundesweit für viel Kritik sorgte. Der Vorwurf: Die TSG habe sich den Weg in die höchste Spielklasse „erkauft“, während es für Traditionsvereine mit deutlich größeren Anstrengungen verbunden ist aufzusteigen – und andere Klubs die große Bühne sogar ganz verlassen mussten. Als Beispiel wird häufig TuS Koblenz genannt. Damals nach dem letzten Spieltag noch Zehnter der zweiten Liga, spielt der Verein heute nur noch in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

    Auch der VfL Osnabrück spielt aktuell eine Liga tiefer als damals und musste erneut die Reise in das kleine Stadion antreten. Gegen die Hoffenheimer Amateure ging man im Drittligaspiel dennoch als Favorit ins Rennen. Nach zuletzt fünf Siegen in Folge grüßen die Lila-Weißen von der Tabellenspitze und gelten als heißer Anwärter auf den Zweitliga-Aufstieg.

    Was jedoch nie abgestiegen ist, sind die Fans des VfL. Sie lieferten einen wirklich starken Auftritt ab. Bereits vor dem Anpfiff wurde eine Fahne mit der Aufschrift „Amateurteams raus aus Liga 3“ aufgehängt.

    Zum Intro gab es anschließend große lila-weiße Schwenker. Mit mehreren Doppelhaltern präsentierte man den Vereinsnamen „VfL Osnabrück“, dazu zweimal zwei Fußballer-Motive sowie zweimal das Vereinswappen. Die Mob hatte sichtlich Bock, und die Gesänge – inklusive der „Scheiß-Hopp“-Rufe – dürften bis zum Wohnsitz des sechsfachen Milliardärs und SAP-Mitbegründers zu hören gewesen sein.

    Sportlich endete die Partie mit einem 0:1-Auswärtssieg für den lila-weißen Traditionsverein. Den entscheidenden Treffer erzielte Kopacz bereits nach zehn Minuten.

    Für den weiteren Saisonverlauf wünsche ich dem VfL alles Gute. (fj)

    Paysandú FC – CA Rentistas (0:1)

    Die BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (95) verschlägt uns diesmal nach Uruguay.

    Fast fünf Busstunden nördlich von Montevideo kickt Paysandú FC in der zweiten Liga. Der Weg dorthin besteht aus schier endlosen Feldern, auf denen die Rinder grasen.

    Doch das Estadio Parque Artigas in dem Städtchen an der Grenze zu Argentinien hat es in sich. Zwei große Tribünen hinter den Toren sowie eine Längsseite mit den hier typischen Betonbänken in Vereinsfarben schmücken den Ground. Nur die Haupttribüne ist aus der Neuzeit.

    Dank der Anstoßzeit am frühen Abend konnte noch ein toller Sonnenuntergang mitgenommen werden und in der „VUK cervecería“ ums Eck lässt es sich nach dem Spiel gut einkehren.

    Aber Achtung: das Stadion wird grundlegend saniert und umgebaut. Die Bauarbeiten sollen zeitnah beginnen.


    10.04.2026
    Estadio Parque Artigas
    Paysandú FC – CA Rentistas (0:1)

    Beşiktaş JK – Antalyaspor Kulübü – 4:2

    „DER ADLER FLIEGT IN RICHTUNG EUROPA“

    10.04.2026
    Trendyol SüperLig
    Tüpraş Stadyumu
    Zuschauer: 32.966

    ISTANBUL – Als ich die Ansetzungen der Süper Lig sah, begann ich mit der Urlaubsplanung, schnell waren die Flüge im Warenkorb und ein paar Tage später begann das Dilemma.

    Ich hatte mir schon im Februar die Passolig gekauft, was ich aber bis dato nicht wusste: Da die Passolig keine Anwendung fand, konnte ich meine Adresse nicht speichern. Selbst mit Hilfe eines weiteren Redakteurs gelang es mir nicht meine Adresse zu speichern, obwohl bei ihm alles funktionierte. Somit war 2 Tage vor Abflug das Problem da, dass ich keine Karten kaufen konnte. Ich versuchte alles, aber ohne Erfolg.

    Am Tag des Abflugs standen mehrere Fragezeichen im Raum. Kann ich den Länderpunkt vergessen? Oder klappt das nur mit türkischer Nummer? Oder, oder..

    Als ich abends im Hotel ankam, schaute ich direkt nach, aber es funktionierte NIX. Im Hotel nachgefragt – das Personal konnte einem auch nicht weiterhelfen. Somit ging es Freitag-Vormittag zum Stadion, in der Hoffnung, dass irgendwer dort helfen kann…

    Der Freitag-Vormittag stand in keinem guten Licht, denn auf dem Weg zum Stadion fing es an zu regnen. Am „Tüpraş Stadyumu“ angekommen, kamen mir auch schon direkt zwei Tickethändler entgegen, die ich aber dankend abwies. Dann hörte ich wie zwei Deutsch-Türken sich auf Deutsch unterhielten – ich also direkt hin und gefragt ob die mir helfen könnten. Auch mit den beiden zusammen hatte es nicht geklappt, was die Jungs ebenfalls sprachlos machte.

    Einer von den beiden ging nochmal zum Ticketschalter, fragte nach, kam zurück und meinte: „Gib die Adresse vom Hotel ein, das ist egal, da gucken die eh nicht nach. Die App spinnt manchmal“. Gesagt, getan und schwupps konnte ich meine Adresse speichern, mir eine Karte online bestellen und zum Schalter gehen für die Passolig. Offenkundig funktioniert das nicht mit einer deutschen Anschrift.

    Nachdem alles geklappt hatte, schlenderten wir zum Stadion-Café, wo mich beide auf ein „Sahlep“ einluden, wir unterhielten uns noch und traten gemeinsam die Rückreise an. Da plötzlich Starkregen einsetzte, nahmen wir uns ein Taxi.

    Als es zum Spiel ging und ich durch drei Sicherheitskontrollen musste, stand dem Länderpunkt nichts mehr im Wege. Zum Spiel selber ist zu berichten, dass Beşiktaş schnell die Weichen auf Sieg stellte, mehr als verdient den Heimsieg einfuhr und weiterhin den vierten Tabellenplatz festigt, der für den europäischen Wettbewerb reicht. Zur Stimmung: Ich war etwas irritiert, da auf drei verschiedenem Tribünen jeweils Ultras standen, weshalb der Gesang nicht immer ganz so koordiniert war. Dennoch war die Lautstärke schon recht beeindruckend.

    Somit war es doch noch ein gelungenes Wochenende in Istanbul, ehe die Reise am Montag weiter ging nach Malta. (sm)

    CR Vasco da Gama – Botafogo FR – 1:2

    „OSTERÜBERRASCHUNG MIT CHOREOS UND IRON MAIDEN“

    04.04.2026
    Série A
    Estádio São Januário
    Zuschauer: 20.072

    RIO DE JANEIRO – Beeindruckt von den Erlebnissen der Redaktionskollegen (tp) und (fj) in Südamerika letztes Jahr stand für mich fest, dass ich 2026 nachziehe. Vor einem halben Jahr sah ich für Ostern erschwingliche Flüge von Schwechheim über Madrid nach Rio de Janeiro und zurück. Nebenbei auch noch zwei Urlaubstage gespart, da fiel die Entscheidung nicht schwer.

    Schwerer war hingegen die Ticketbeschaffung. Vereine in Brasilien mit einer Stadionkapazität von 20.000 Zuschauern und mehr müssen ihre Karten mit biometrischer Erfassung verkaufen. Vor Ort schaut man in eine Kamera und nach Bestätigung der eigenen Visage öffnet das Drehkreuz. Ich fühlte mich an China erinnert und war erschrocken, dass sich dieser Mist immer weiter verbreitet.

    Aber es nützte nichts, schließlich sollte ja der Länderpunkt fallen. Die Registrierung mit Reisepass und Selfie klappte schon in Deutschland, aber kurz vor dem freien Verkauf konnte ich mich nicht mehr einloggen. Die Funktion „Passwort vergessen“ klappte auch nicht und so musste ein neuer Account her.

    Allerdings war der Reisepass ja bereits hinterlegt und so nahm ich den alten, der noch in der Schublade lag. Ging letztendlich, war aber super nervig. Im Nachgang stellte sich heraus, dass das System wegen meiner deutschen E-Mail-Adresse Zicken machte. Nehmt besser Google oder Hotmail.

    Vorm „Clássico da Amizade“ verbrachte ich den Tag zunächst in Leblon und Ipanema am Strand. Das Lebensgefühl „Alegria“ ist wirklich ansteckend und ich fühlte mich in Rio auf Anhieb wohl. Caipirinha und das kühle Bier in der „Camisinha“ zu fairen Preisen sorgten für ein Dauergrinsen. Später genoss ich noch eine üppige Feijoada, die selbst einen guten Esser wie mich pappsatt machte.

    Irgendwann wurde es aber Zeit für Fußball und ich traf mich mit (bd) aus Meppen und seiner Frau auf der Ballermeile in Stadionnähe. Grüße gehen raus! Es gab dutzende Grillstände und auch hier frisch Gezapftes zu zivilen Preisen. Im Viertel sind die Graffiti unübersehbar und die Huldigung an die Vereinslegende Roberto Dinamite sollte später noch eine Rolle spielen.

    Etwa 45 Minuten vor Anpfiff betraten wir das altehrwürdige „Estádio São Januário“, welches mit seiner Hufeisenform recht selten sein dürfte. Vasco plant einen Neubau, der sich hoffentlich noch hinzieht. Die langgezogene Stehkurve ist schon phänomenal.

    Auch wenn die Freundschaft in den letzten Jahren etwas bröckelte, durften die Gäste aus Botafogo den kurzen Weg fahren. Die Show des Abends sollte aber der „Força Jovem do Vasco“ vorbehalten sein, die so richtig auftischte.

    Zum Einlauf der Mannschaften zogen die Fans gleich drei Blockfahnen hoch. Zusätzlich gab es ein Hochziehelement auf unserer Seite, dass eine Collage aus Zeitungsartikeln von früheren Derbysiegen zeigte. Ich bin so gar kein Musikkenner, aber die Verbundenheit der Força Jovem zu Iron Maiden war auch für mich nicht zu übersehen.

    Ich kam gar nicht mit dem Fotografieren hinterher, denn die Torcida hatte bereits die Kurve komplett mit schwarzem Rauch eingenebelt. So viel Rauch hatte ich zuletzt beim Belgradderby im September gesehen und der Anpfiff verzögerte sich um mehrere Minuten.

    Auch vom Support her machte Vasco einfach nur Spaß und gefühlt hatte sich die Reise schon gelohnt. Doch das war noch nicht alles. Zur zweiten Halbzeit zeigte die linke Seite eine Blockfahne mit dem Konterfei von Dinamite, der unglaubliche 698 Tore für Vasco schoss. Auf der rechten Seite war ein Meer von weißen Klatschstangen und die Botschaft, dass heute der 12. Mann das Spiel gewinnt.

    Tatsächlich erzielte David nach einer Stunde das 1:0 und sorgte für grenzenlose Ekstase im Estádio. Allerdings währte die Freude nur kurz, weil Botafogo per Kopf ausglich. Auf den Rängen setzte die Torcida mit einer Blinkershow ein letztes Highlight, denn Matheus Martins brachte die Heimseite mit einem Traumtor von der Sechzehnerkante in den Knick zum Schweigen.

    Danach waren nur noch die Anhänger von „Fogo“ zu hören und die Gäste brachten die Führung über die Zeit. War es verdient? Keine Ahnung. An diesem Abend stand der Fanauftritt im Fokus. Vorher hatte ich viel Positives über Vasco gehört, aber das war eine echte Osterüberraschung und Brasilien sortiert sich in meinem „Länder-Ranking“ weit oben ein. (hr)

    HSK Posušje – FK Borac Banja Luka – 0:3

    HSK Posušje – FK Borac Banja Luka – 0:3

    „BESUCH VOM SPITZENREITER“

    04.04.2026
    Premijer Liga
    Stadion Mokri Dolac
    Zuschauer: 1.200

    POSUŠJE – Nachdem wir am Vorabend das Stadtderby in Mostar hinter uns gelassen haben und glücklich ins Bett gefallen sind, warteten am nächsten Morgen schon meine Eltern auf uns. Eben genannte waren bisher „erst“ in Slowenien & Kroatien, sodass es sich anbot, die Grußkarte zum runden 60. Geburtstag mit einem Zeitgeschenk zu füllen. Die Zeit war in diesem Fall Bosnien & Herzegowina und das Geschenk zwei Flugtickets nach Tuzla, Return versteht sich.

    Auf dem Programm stand Mostar, das Derwischkloster in Blagaj, die olympische Bobbahn sowie die Altstadt in Sarajevo und das Kriegstunnelmuseum. Letzteres fiel leider ins Wasser, da kurz vor uns zwei Busladungen ankamen und wir mindestens 1 1/2 Stunden hätten warten müssen. Schade, ist das doch der einzige der oben genannten Orte, den ich zuvor noch nicht besichtigt hatte. Ein Glück bin ich in wenigen Wochen schon wieder irgendwo zwischen Bihać & Tuzla unterwegs!

    Das Spiel in Posušje passte perfekt ins Programm. Zum einen wurde es am Samstagabend um 18:30 angesetzt und zum anderen liegt Posušje im westlichen Teil der Herzegowina, dessen Fläche fast ausschließlich von ethnischen Kroaten bevölkert ist. Bedeutete für uns, dass wir zum einen bis abends genügend Zeit für Kulinarik & Sightseeing hatten sowie zum anderen den Besuch der eben benannten westlichen Herzegowina. Ich hatte meiner Familie versprochen, dass wir auf jeden Fall einmal in die Republika Srpska als auch in die Herzegowina fahren, um die kulturellen Unterschiede zumindest bedingt zu sehen und zu verstehen. Ansetzungen passten also!

    „Republika Srpska, Busladungen, Spitzenreiter“? Ja, die Worte habt ihr eben alle schon gelesen und sie fügen sich nun zu einer Art Puzzle zusammen, denn gleich fünf Busse als auch ein paar Kleintransporter rollten eine Stunde vor Spielbeginn in Posušje am Stadion an. Hvala ti an meine Balkankontakte, die Info passte mal wieder! In Bosnien & Herzegowina gilt seit Jahren, dass Gästefans in der Regel nur zwischen der 10. & 80. Minute das Spiel innerhalb des Stadionmauerwerks erleben. Heute wurde mal ein Auge zugedrückt und die Gäste verweilten bis Spielende im Block. Die Einlassprozedur startete auch bereits 30 Minuten vor Anpfiff, der letzte war dennoch erst zur 12. Minute im Block.

    In der Zwischenzeit bewaffneten wir uns mit Pivo und Snacks, ehe wir auf der Tribuna Sjever Kollege (fj) und seinen Weggefährten Jan antrafen. Die beiden waren auf meine Empfehlung um 14:30 Uhr noch beim Spiel in Čitluk, welches in einem richtig tollen Stadion in der Nähe der Kravica-Wasserfälle stattfand. Die beiden Hamburger haben beides mitgenommen und sofort für gut befunden, oder wie der Liverpool-Kumpel von (fj) sagen würde: „Einwandfrei“.

    Zurück ins Mokri-Dolac-Stadion: Die Lešinari (Geier) supporteten in der ersten Halbzeit lautstark hinter ihrem Banner mit der Aufschrift „Vultures – Banja Luka“. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde es plötzlich auf der Heimseite laut und unübersichtlich, da der Linienrichter (Goran Ilinčić, aus Prijedor, Republika Srpska) den Fans angeblich den Mittelfinger zeigte. Auf Videoaufnahmen konnte dies später eindeutig identifiziert werden. Sonst war allerdings nicht viel los, die aktive Fangruppe Poskoci ist aktuell nicht im Stadion und unterstützt hingegen lediglich den Basketballverein der Stadt. Nach der Halbzeitpause wurde es langsam dunkel und die Geier aus Banja Luka zündeten zwei Fackeln. Zuerst eine einzelne gelbe und später dann eine rote, welche von einem Meer aus rot-blauen Fahnen umgeben wurde. Letztgenannte Aktion wurde von einem kyrillischen Banner untermalt, welches ungefähr „Du bringst die Fahne zum Wehen“ bedeuten müsste. Sehr schick, sehr gelungen! Den Rest der zweiten Halbzeit verquatschte ich mit einem Kroaten, der lange in Frankfurt gelebt hat und heute wieder in seiner Heimat ist. Grüße gehen raus! Das Spiel endete übrigens 0:3 vor 1.200 zahlenden Zuschauern!

    Nach dem Spiel galt es für uns noch schnell, etwas zu futtern, da wir alle ziemlichen Hunger hatten. Ich erinnerte mich, dass es unten an der Hauptstraße, von wo aus es über Široki Brijeg zurück nach Mostar geht, für eine verdammt schmale Mark verdammt gute Fleischröllchen geben soll. Die Velika Ćevapčići kamen frisch gegrillt für 10 Mark, mit Ajvar, Zwiebeln und mindestens einem halben Anteil aus Schweinefleisch, versteht sich – wir sind hier ja schließlich wieder in der kroatischen Küche. Wem hingegen 5 Röllchen im Fladen langen, mala Ćevapčići also, kommt mit 6 Mark gut weg. Das sind grob 3 Euro. Am Ende waren wir mit Getränken und vier satten Erwachsenen bei rund 20 Euro. Der Rückweg gestaltete sich unproblematisch und wir fielen nach einem kleinen Absacker zufrieden in unsere Betten, ehe es am Sonntag weiter nach Sarajevo gehen sollte. Wer Fragen zu Bosnien & Herzegowina oder zum Balkan allgemein hat, kann uns gerne über den Messenger kontaktieren. (hd)

    SC Fortuna Köln – Bonner SC – 4:1

    SC Fortuna Köln – Bonner SC – 4:1

    „ROAD TO DFB-POKAL – DER KÖLNER WEG“

    01.04.2026
    Landespokal Mittelrhein
    Südstadion
    Zuschauer: 4.994

    KÖLN — Am Tag zuvor hatte ich einen schönen Tag in Luxemburg und fuhr am besagten 1.4. fast pünktlich mit dem Regionalzug von Trier nach Köln. Dies war kein Aprilscherz, sondern Realität. In Köln verbrachte ich den Nachmittag im Coworking Space und kurbelte die deutsche Wirtschaft an. Vor Ort konnte ich nach Dienstschluss auch meinen Rucksack abgeben und fuhr anschließend zum Südstadion. Auf dem Weg dorthin stieg ich zu früh aus, da laut Anzeige die Haltestelle gesperrt war. Das war jedoch nicht der Fall, und somit lief ich 20 Minuten zu Fuß zum Stadion und noch einmal 17 Minuten drum herum, da mich Maps zum Gästeblock schickte. Die Bahnstation ist eigentlich direkt vor dem Stadioneingang. Wie auch immer, das passiert den Besten und ich hatte noch genügend Zeit.

    Im Vorfeld besorgte ich mir eine Stehplatzkarte für die Längsseite und bemerkte beim Eingang, dass dies die absolut falsche Entscheidung war, da dort die Ultras stehen und die Sicht auf das komplette Geschehen eher mittelmäßig ist. Dank eines netten Ordners durfte ich jedoch in die abgesperrte Kurve und genoss das Treiben von dort aus.

    Und das hatte es in sich, denn die Gästefans begrüßten sich selbst mit einem Fackelintro, das bei der Helligkeit optisch allerdings noch nicht so wirkte wie 45 Minuten später. Auf dem Platz spielte in der ersten Hälfte nur eine Mannschaft, nämlich Fortuna. Folgerichtig ging man auch mit 1:0 in Führung. Die zweite Hälfte lief nicht lange, da musste das Spiel bereits unterbrochen werden, weil die Fortuna-Ultras ihrerseits einige Brennkörper entzündeten, wodurch eine starke Rauchwolke über das Spielfeld zog.
    Nach der Unterbrechung kam Bonn besser ins Spiel und erzielte in der 78. Minute den Ausgleich. Ich sah mich schon in der Verlängerung, doch die Fortuna erzielte vier Minuten später erneut die Führung. Kurz darauf musste ein Bonner nach einer Notbremse vom Platz, und der Gastgeber machte schließlich den Deckel drauf. Nach 101 Minuten war Schluss und im Finale kommt es nun zum Kölner Duell zwischen Viktoria und Fortuna im Sportpark Höhenberg.

    Für mich ging es schnell aus dem schönen Südstadion zurück zum Coworking Space und anschließend zum Kölner Airport. Dort holte mich das grüne Hotel um 23.35 Uhr ab und brachte mich mit einer Verspätung von rund 40 Minuten, aufgrund einer kurzfristigen Tankpause einen Kilometer vor dem Ziel, nach Hause. Für die Fortuna geht es in der Liga weiter um den Aufstieg, der sehr wahrscheinlich gelingen wird. Wir drücken für den weiteren Weg die Daumen und ich bedanke mich für das schöne Spiel zum Wochenteiler vor einer tollen Kulisse. (mb)

    FK Velež Mostar – HŠK Zrinjski Mostar – 0:1

    FK Velež Mostar – HŠK Zrinjski Mostar – 0:1

    „ČESTITAM, RED ARMY“

    03.04.2026
    Premijer Liga
    Stadion Rođeni
    Zuschauer: 4.500

    MOSTAR – Am vergangenen Freitag stand in der Herzegowina das 73. Mostar-Derby an. Wie gewohnt ging das Spiel ohne Gästefans über die Bühne, und so lag es an der Red Army, den zahlreichen Groundhoppern eine gute Show zu bieten. Grund zur Vorfreude gab es zur Genüge, feierte die RED ARMY nur wenige Tage zuvor, am 01.04.2026, ihr 45-jähriges Bestehen. Karten gab es am Spieltag direkt am Stadion für umgerechnet 5 Euro. Neben meinen Eltern und meiner Partnerin waren noch rund 10 Groundhopper in den Wizzair-Bomber gestiegen, unter anderem (fj). Kein Wunder, denn die Premijer Liga gab für dieses Wochenende sehr hopperfreundliche Anstoßzeiten bekannt.

    Das Mostar-Derby sollte also wie eben beschrieben am Freitagabend über die Bühne gehen und das Kräftemessen der Hauptstadtvereine am Samstagabend. Ich entschied mich gegen das Sarajevo-Derby und für Posušje gegen Banja Luka. Erstens wird das Grbavica-Stadion gerade umgebaut, und zweitens fehlte mir das Mokri-Dolac-Stadion in Posušje noch zur Komplettierung der obersten Liga im Binnenstaat. Zu dem Spiel und zu Bosnien & Herzegowina allgemein könnt ihr aber im Laufe der Woche noch mehr lesen.

    Nachdem wir die vierstündige Berg- und Talfahrt souverän meisterten, checkten wir gegen 16:30 Uhr im Apartment ein. Direkt an der historischen Altstadt gelegen, wusste das Quartier direkt bei älteren sowie jüngeren Familienmitgliedern zu gefallen. Es verfügt über einen Parkplatz und einen kleinen Frühstücksraum. Auf der kroatisch geprägten Seite, westlich der Neretva, kehrten wir noch auf eine ordentliche Portion Ćevapčići in eine Konoba ein. Innerhalb von zwei Minuten gelangt man zu Fuß über die Stari Most und taucht so in das bosnisch-muslimisch geprägte Leben ein. Hier gibt es Rind statt Schwein, Kaymak statt Ajvar und Čaj statt Pivo. Auf dieser Seite der Stadt liegt auch, fünf Kilometer außerhalb vom Zentrum, das Rođeni-Stadion, genauer gesagt im Vorort „Vrapčići“.

    Eine halbe Stunde vor Anpfiff holten wir uns im vereinseigenen Café unsere Eintrittskarten ab und staunten nicht schlecht, da die RED ARMY bereits kräftig am Zünden und Böllern war. Ein paar Kanonenschläge haben das Zwerchfell der Zuschauer ordentlich in Bewegung gebracht. Zum Einlaufen der Mannschaften wurden ordentlich Konfettirollen aufs Spielfeld befördert, und direkt danach gab es eine kleine Blockfahne, welche einen Balkenschal in den Vereinsfarben dargestellt hat. Um die Blockfahne herum hielten alle Navijači’s ihre eigenen Fanschals hoch, was zu einem super Gesamtbild führte. Abgerundet wurde die Aktion durch ein großes Transparent, auf dem ein Satz zu sehen war, der so etwas wie „Identität des Vereins und der Stadt, der wir ewig Liebe geben“ bedeutet. Alle Angaben ohne Gewähr, ich lerne noch und bin blutiger Anfänger der kroatischen Sprache.

    Zwischen Konfetti und Schalparade wurde noch ordentlich Rauch, ebenfalls in rot-weiß(-gelben) Vereinsfarben, abgebrannt. 1A! Im Anschluss wurden ein paar Bengalen zielsicher auf den großen Haufen der Konfettireste geworfen, sodass dieser lichterloh zu brennen begann. Der Feuerwehrmann, der samt Löscher den halben Platz umrundete, wurde von der Masse lautstark abgefeiert.

    Unter dem Motto „prestati nećemo nikada“ (Wir werden niemals aufhören) wurde direkt die nächste große Pyroshow eingeleitet. Weiße Bengalos, Blinker und kleine Fontänen sorgten visuell für feierliche Stimmung, und so hatte die aktive Gruppe die Möglichkeit genutzt, ihr fünfundvierzigjähriges Bestehen ordentlich zu zelebrieren. ČESTITAM, Red Army! (Alles Gute, Red Army)

    In der zweiten Halbzeit brannten exakt 45 rote Fackeln zeitgleich ab, was dem Geburtstag noch das i-Tüpfelchen verleihen sollte. Auf dem Rasen waren die Kroaten klar besser, und Zrinjski siegte im 73. Aufeinandertreffen mit 1:0. Insgesamt sahen 4.500 Zuschauer das Spiel, und eins steht fest: Auch mein fünfter Besuch in Bosnien & Herzegowina wird nicht mein letzter gewesen sein! (hd)

    FK Igalo – FK Berane – 0:2

    FK Igalo – FK Berane – 0:2

    “MONTENEGRO – DU SCHÖNER BALKAN”

    28.03.2026

    2. CFL
    Stadion Solila
    Zuschauer: 64

      IGALO – Planung ist eben alles, neben zahlreichen Reisen in jedem Jahr mit dem Fokus auf schöne Grounds, Derbys und billigem Essen. An diesem Wochenende sollte es mit familiärer Begleitung und somit ein entspanntes Ziel herhalten, mit guten Voraussetzungen. Die Länderspielpause in Europa natürlich clever genutzt, Zeit für Orte, an denen (leider) der Fußball so oder so nicht unbedingt großgeschrieben wird. Im Vergleich zum restlichen Balkan geht Montenegro in meinen Augen mit Blick auf das runde Leder unter. Länder wie Bosnien, Kroatien oder Serbien sind eben doch dominanter. Schade, definitiv! Verstecken muss sich das Land sonst aber nicht, bei meinem Aufenthalt vor ein paar Jahren fand ich die Natur schon beeindruckend.

      Ein Land, das den Euro als Zahlungsmittel hat und immer noch so preiswert ist. Vom Flughafen Dortmund nach Podgorica buchte ich die Flüge für 60€ return pro Nase pünktlich, um diese unter den Tannenbaum zu legen. Der Airport ist einfach top: geniale Verbindungen und niedrige Preise. Wichtig für die Sparfüchse unter uns: Leider wurde das Gebiet südlich des Flughafens als Parkzone eingerichtet. Das war es mit nur 15-minütigem Fußweg vom Auto zum Gate. Kostenfreie Parktipps, gerne per Nachricht an uns Ortsfremde.

      Somit sollte es von Freitag bis Sonntag in das Land mit dem höchsten Schweinefleischkonsum Europas gehen. Den Freitag verbrachten wir noch in der Hauptstadt, zu Mittag gab es eine gelungene Fleischplatte für 12€. Am Abend spielte die Nationalmannschaft ein Testspiel gegen die europäische Weltmacht Andorra. Tickets für 5€ akzeptierte ich und somit besuchten wir das wahrscheinlich schönste Stadion im Land. Das Kreuz wurde zwar gesetzt, bei meinem nächsten Aufenthalt möchte ich gerne ein Spiel des größten Vereins im Land sehen. Rund um das Stadion erspähte das geschulte Auge einiges an Streetart. Immerhin wird die Stadt Podgorica damit aufgewertet, ansonsten ist sie eine der in meinen Augen langweiligsten Städte des Balkans.

      Am Sonnabend das Highlight des Wochenendes, mit unserem Standort der Unterkunft in der Nähe von Budva lag der Kick an der kroatisch-bosnischen Grenze sehr gut. Die Strecke an der Bucht von Kotor ist wirklich atemberaubend. Ende März ist der Verkehr auch noch sehr entspannt, die Massen an Touristen kommen zum Glück später im Jahr. Vor 2 Jahren brutzelte ich selbst an der Küste von Petrovac im August, ich weiß wovon ich spreche.

      Nach circa zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Ort des Geschehens. Den Sprit gibt’s für 1,52 €/Liter Benzin. Ein Segen im Vergleich zu unserer Heimat. Das Stadion des FK verfügt über Steinstufen mit Sitzschalen, daneben wurden die Bauarbeiten bereits gestartet. Was passiert, konnte keiner beantworten. Wir sind gespannt, das Panorama des Grounds bleibt definitiv bestehen, Berge bis zum Umfallen. Ich mag solche Spielstätten, die oft unter dem “Radar” sind, keine Perle für jedermann.

      Überraschenderweise überzeugte uns das Niveau auf dem Geläuf, FK Berane brachte sogar ein paar Gästefans mit, keine Ultras, sondern eher normale Fans. Eine weite Anreise aus dem Norden Montenegros. Die Gäste, welche über das zweitgrößte Stadion des Landes verfügen, dominierten das Spiel und entschieden es für sich.

      Für uns stand nach dem Spiel noch die Stadtbesichtigung in Kotor an. Bekannt ist die Stadt wahrscheinlich in ganz Europa, ob für Kreuzfahrtschiffe, Influencer oder einheimische ausgewanderte. Ein Traumziel und ich habe mir nicht zu viel versprochen. Enge Gassen, schönes Panorama und viele nette Lokale.

      Am Sonntag gönnte uns der Wetterfrosch noch 17 Grad und prallen Sonnenschein. Auf dem Weg von Budva nach Podgorica hielten wir noch an der “Sveti Stefan”, einer Insel vor dem Festland. Zusätzlich am “Skadarsko Jezero”. Ein See, welcher Montenegro vom Nachbarland Albanien trennt. Zudem ist es flächenmäßig der größte See auf dem Balkan. Die Landschaft ist phänomenal, besonders der Aussichtspunkt “Circular Viewpoint” (bei Maps) bietet eine schöne Aussicht. Zur perfekten Flugzeit Sonntags um 17:30 hob Wizz Air zurück nach Dortmund ab. Hvala Montenegro! Bis zum nächsten Mal, zum nächsten Wochenende gerne wieder Fußball mit Support, Hajde! (tp)

      FC Rot- Weiß Erfurt – FC Carl- Zeiss Jena – 7:9 n.E

      FC Rot- Weiß Erfurt – FC Carl- Zeiss Jena – 7:9 n.E

      “DERBY OHNE GNADE“

      29.03.2026
      Landespokal Thüringen
      Steigerwaldstadion
      Zuschauer: 15.040

      ERFURT – Fast sechs Jahre sind vergangen, seit ich zuletzt das Steigerwaldstadion in Erfurt betreten habe. Die Erinnerung daran ist wenig glanzvoll: ein Oberliga-Spiel gegen Inter Leipzig, ausgetragen unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie, vor spärlicher Kulisse und ohne echte Atmosphäre.

      Umso größer war nun die Vorfreude, dieses traditionsreiche Stadion endlich unter würdigen Bedingungen zu erleben. Pünktlich zum Verkaufsstart sicherte ich mir daher eine Karte für das Thüringen-Derby gegen Jena. Nur kurze Zeit später vermeldete der FC Rot-Weiß Erfurt: ausverkauft.

      Meine bisherigen Derby-Erfahrungen beschränkten sich auf das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena, wo die Gastgeber 2024 im Landespokal mit 1:0 die Oberhand behielten. Dieses Mal sollte also die Perspektive wechseln.

      Nach einem Wochenende in Tschechien mit meinen Redaktionskollegen MM und HR trennten sich unsere Wege am Sonntagvormittag nach dem Spiel beim FC Erfurt Nord. Glücklicherweise traf ich vor Ort auf eine bekannte Hamburger Hopper-Legende, die mich kurzerhand bis direkt vor das Stadion mitnahm.

      Vor dem Einlass ging eine kleine Spende an die Jugendkasse – als nette Geste gab es zwei FC RWE-Bierdeckel zurück. Auf meinem Platz angekommen, bot sich bereits ein eindrucksvolles Bild: Der Gästeblock füllte sich zunehmend mit einheitlich in Blau gekleideten Anhängern von Carl Zeiss Jena.
      Erste Sprechchöre und Gesten des gegenseitigen Respekts ließen die besondere Brisanz dieses Duells erahnen.

      Zum Spielbeginn setzen die Erfurter Fans ein klares Zeichen: Unter dem Motto „OHNE GNADE“ wurde eine aufwändig inszenierte Choreografie präsentiert. Zentralfigur war ein vermummter Fan, der einen Clownkopf mit Horda-Azzuro-Mütze sowie einen Jena-Schal präsentierte. Roter Rauch untermalte die Szenerie eindrucksvoll. Wenig später folgte die Präsentation zahlreicher erbeuteter Fanartikel der Gäste.

      Die Jenaer Anhänger antworteten mit einer schlichten, aber wirkungsvollen „FORZA“-Choreografie.

      Der Anpfiff verzögerte sich zunächst um rund 15 Minuten, da mehrere Zugänge im Gästeblock blockiert waren.

      Dann aber konnte das Spiel endlich beginnen – und entwickelte sich sofort zu einem wahren Spektakel. Bereits in der ersten Halbzeit fielen fünf Tore, mit dem besseren Ende für die Gäste, die mit einer 3:2-Führung in die Pause gingen. Die Chancenverwertung auf beiden Seiten war bemerkenswert effizient.

      Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Der Gästeblock setzte mit einer eindrucksvollen Pyroshow, begleitet von dichtem blauem Rauch und einer großflächigen Blockfahne, ein weiteres optisches Highlight.

      Sportlich blieb es ebenso turbulent: In der 81. Minute gelang Erfurt erstmals die Führung, doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nicolas Wähling traf kurz vor Schluss per Freistoß zum Ausgleich und rettete Jena in die Verlängerung.
      Dort setzte sich das verrückte Spiel fort. Zunächst profitierte Jena von einem Eigentor der Gastgeber, doch wenig später unterlief auch Wähling ein folgenschwerer Fehler – Eigentor, Ausgleich. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

      Hier behielten die Gäste die Nerven: Während Erfurt nur zweimal traf, verwandelte Jena vier seiner Versuche sicher. Der verdiente Lohn: der Einzug ins Finale.

      Nach dem Abpfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Spieler und Fans feierten gemeinsam einen emotionalen Derbysieg, der diesem intensiven Spiel einen würdigen Abschluss verlieh.

      Weniger erfreulich verlief hingegen die Heimreise: Aufgrund eines Personenunfalls auf der Strecke zwischen Erfurt und Göttingen kam es zu erheblichen Verzögerungen. Zwei Stunden Wartezeit im Zug, gefolgt von einem langsamen Schienenersatzverkehr, der nahezu jeden Ort ansteuerte, machten die Rückfahrt zur Geduldsprobe.

      Immerhin: Die aufgehobene Zugbindung ermöglichte flexible Alternativen. Dennoch bleibt einmal mehr die Erkenntnis, dass Bahnreisen in Deutschland selten reibungslos verlaufen.(fj)

      Luxemburg – Malta – 3:0

      Luxemburg – Malta – 3:0

      „ES GIBT IMMER EINEN GRUND FÜR FUSSBALL – PART 2“

      31.03.2026
      UEFA Nations League Playoff
      Stade de Luxembourg
      Zuschauer: 9.113

      LUXEMBURG — Vor rund drei Wochen dachte ich mir: Warum willst du nur das Hinspiel auf Malta gucken, wenn du auch zum Rückspiel fahren kannst? Nach einer kurzen Rücksprache mit meiner Frau und ihrer Empfehlung, mit der Bahn zu fahren, buchte ich diese Tour.

      Somit ging es heute Morgen für faire 18,87 Euro von Schwechheim nach Köln und von dort mit dem „Sozialschlauch“ direkt weiter nach Trier, wo ich meine Sachen im Hotel eingeschlossen habe. Die Zeit wurde natürlich effektiv genutzt, und ich konnte auf der Arbeit einiges schaffen. Man kommt im wahrsten Sinne des Wortes mal voran, wenn man Teams auf „Nicht stören“ stellt und niemand einen kontaktieren kann oder möchte.

      Zufrieden mit meiner Arbeitsleistung fuhr ich mit dem luxemburgischen RE rüber ins Land der Mettwurst. Da dort der ÖPNV kostenlos ist, blieb es bei einer Gesamtsumme von 18,87 Euro für den Hinweg.

      Überpünktlich erreichte ich das Stadion und konnte mein Print-at-Home-Ticket gegen ein Hardticket umtauschen, da mein Drucker keine schwarze Farbe mehr hat und ich sonst Probleme mit dem QR-Code bekommen hätte.

      Im Stadion folgte ich meiner Nase zum Wurststand und gönnte mir eine leckere Mettwurst. Zum perfekten Luxemburg-Dinner gab es noch ein Bofferding auf die Hand. Ich war sehr zufrieden, und rund eine Stunde später war das Stadion dann auch fast ausverkauft, während die Spieler bereits für ihre Hymne bereitstanden.

      Der deutsche Schiedsrichter Siebert pfiff die Partie an, und auf dem Rasen sah es ähnlich aus wie im Hinspiel. Malta vergab eine Großchance und kassierte wenig später das 1:0. Luxemburg hätte kurz vor der Pause endgültig den Deckel draufmachen können, doch den Elfmeter in der Nachspielzeit vergab der Paulianer Daniel Sinani kläglich.

      Fünf Minuten nach Wiederanpfiff machte er seinen Fehlschuss wieder wett und erzielte nach einer sehenswerten Kombination das 2:0. Kurze Zeit später musste ein Malteser vorzeitig vom Platz, und danach war die Motivation der Gäste gebrochen. Luxemburg spielte sich unter tosendem Applaus in einen Rausch und gewann am Ende verdient mit 3:0.

      Unterm Strich heißt es:
      Luxemburg Liga C
      Malta Liga D

      Zufrieden verließ ich nach exakt null Sekunden Nachspielzeit das Stade de Luxembourg und stieg in die Tram zum Gare. Von dort ging es unkompliziert und kostenfrei zurück nach Trier.

      Mir hat der Besuch sehr gut gefallen. Besonders cool fand ich den organisierten Support der Luxemburger. Sie sorgten für gute Stimmung und nahmen das gesamte Publikum mit. Ob es so etwas jemals wieder bei der deutschen Nationalmannschaft geben wird, wage ich zu bezweifeln.

      Das Stadion selbst finde ich für einen Neubau echt gelungen. Die Sitzschalen im durchgehenden Rang sind in den Farben der Landesflagge gehalten, und man hat von überall eine gute Sicht. Mit seiner Größe ist es ideal für die Nationalmannschaft: nicht zu groß und nicht zu klein. Außerdem kann man sich auf drei von vier Seiten frei bewegen, was ein paar nette Nebeneffekte mit sich bringt.

      Mein Resümee über die beiden Spiele fällt durchweg positiv aus. Mittlerweile schaue ich wieder öfter Länderspiele und kann mich dafür auch wieder begeistern. Ob man jedoch ein Playoff-Spiel zwischen den untersten Ligen weit nach der Gruppenphase benötigt, ist eine andere Frage. (mb)

      Malta – Luxemburg – 0:2

      Malta – Luxemburg – 0:2

      „ES GIBT IMMER EINEN GRUND FÜR FUSSBALL – PART 1“

      26.03.2026
      UEFA Nations League Playoff
      Ta‘ Qali National Stadium
      Zuschauer: 9.467

      TA‘ QALI — Meine Schwiegermutter wünschte sich im vergangenen Jahr eine kleine Reise mit uns über ihren 70. Geburtstag. Diesen Wunsch erfüllten wir ihr natürlich und buchten am Black Friday 2025 Flüge vom Schwechheimer International Airport nach Malta. Vor Ort hatten wir von Sonntagabend bis Donnerstag eine sehr schöne Zeit. Die Insel hat sehr viel zu bieten und man kann dort nicht nur unendlich viele Steine, sondern auch wunderschöne Lagunen und Grotten bestaunen. Am Ende der Tour stand dann standesgemäß auch ein Event rund um das runde Leder an.

      Im Nationalstadion wurde das Playoffspiel der UEFA Nations League zwischen Malta und Luxemburg angesetzt. Der Grund für diese Konstellation ist kurios: Die Gruppenphase der UEFA Nations League wurde Ende 2024 beendet und Luxemburg wurde in Liga C Letzter. Malta schaffte sensationell den zweiten Platz von drei Teams in seiner Gruppe in Liga D. Dementsprechend dürfen die beiden Mannschaften rund eineinhalb Jahre später gegeneinander antreten, damit im September 2026 auch wirklich klar ist, wer in Liga C oder D antreten darf. Anders gesagt: Die UEFA hat einen Weg gefunden, damit diese beiden Teams gegeneinander spielen können. Ein normales Länderspiel wäre ja auch zu langweilig.

      So trudelten wir rund eine Stunde vor Anpfiff am Stadion ein und gingen zügig auf unsere Plätze, da sich eine einzelne Wolke zu entladen drohte. Links neben uns wurden rund 300 gut angeheiterte Luxemburger platziert, die ihre Mannschaft über 90 Minuten lautstark unterstützten. Top Leute! Zwei von ihnen verfolgten das Spiel allerdings die gesamte Zeit am Verkaufsstand, da man dort schneller an ein frisches Getränk kam.

      Auf der Heimseite gab es zum Anpfiff eine Choreografie, die es auch schon bei anderen Heimspielen Maltas gegeben hatte. Sah trotzdem gut aus, auch wenn durch den Wind einiges durcheinandergewirbelt wurde.

      Nach einer kurzen Wartezeit ging das Spiel dann los. In der ersten Hälfte hatte Malta zwei gute Chancen, traf jedoch nur den Pfosten. Kurz nach der Pause erzielte Luxemburg das 1:0 und konnte nach einer direkt verwandelten Ecke kurz vor Schluss sogar auf 2:0 erhöhen. In der Folge verließen gefühlt 9.000 Zuschauer das Stadion. Um kurz nach 20 Uhr war nach 101 Minuten Fußball schließlich Schluss. Die mitgereisten Fans feierten ihre Mannschaft frenetisch und wir verabschiedeten uns ebenfalls vom Nationalstadion.

      Dieses macht optisch einiges her: eine überdachte Tribüne, auf der wir saßen, zwei Kurven und eine Haupttribüne mit Dach, die exklusiv für VIPs vorgesehen ist. Insgesamt ein optisch durchaus besonderes Stadion.

      Die beiden Teams sehen sich am 31.03.2026 zum Rückspiel wieder und der Schwechheimer Landbote wird auch von diesem Spiel exklusiv berichten, da sich der Verfasser dieser Zeilen diesen „Nations League Clash“ nicht entgehen lassen möchte. Freut euch morgen auf ein paar weitere Zeilen aus Luxemburg. Stay tuned. (mb)

      Hellas Verona – SSC Napoli – 1:2

      Hellas Verona – SSC Napoli – 1:2

      „DUNKLE ZEITEN FÜR HELLAS“

      28.02.2026
      Serie A
      Stadio Marcantonio Bentegodi
      Zuschauer: 21.027

      VERONA — Am 28.02. haben meine Frau und ich unseren Jahrestag, und dieses Jahr hatten wir keine Lust, diesen in Deutschland zu zelebrieren. Da kam es uns sehr gelegen, dass easyJet mit Dumpingpreisen für einen Flug nach Mailand Malpensa Terminal 2 um die Ecke kam. Somit ging es pünktlich um 08.50 Uhr vom Schwechheimer International Airport nach Mailand. Dort holten wir den Mietwagen bei Budget ab, und zum ersten Mal wurde ich nicht nach einer zusätzlichen Versicherung oder Ähnlichem gefragt. Einzig allein „Der Wagen steht auf Nummer 93, Sie wissen ja, wo das ist“ kam vom Mietwagenmitarbeiter. Das kann daran liegen, dass ich fünf Wochen zuvor am gleichen Schalter stand und bei Budget schon ein bekanntes Gesicht bin.

      Um halb zwölf ging es auf die Autostrada Richtung Verona. Wo kann man einen Jahrestag passender zelebrieren als in der klassischen Stadt der Liebe? In Verona erwartete uns nicht nur der bekannteste Balkon der Welt, sondern auch ein doppeltes Rückspiel. Vor vier Jahren waren wir zur sehr späten Stunde schon einmal an Ort und Stelle. Damals kassierte ich innerhalb von vier Minuten zwei Strafzettel über 75 Euro, weil ich in die falsche Straße gefahren war. Diesmal stellten wir das Auto auf dem Parkplatz des Hotels ab und fuhren mit dem Bus ins Zentrum.

      Nach der Sightseeingrunde ging es ganz entspannt zum zweiten Rückspiel, und zwar zum Duell zwischen Hellas Verona und der SSC aus Neapel. Über die gleiche Partie aus Neapel habe ich vor knapp 13 Monaten schon berichtet. Damals ging das Spiel 2:0 aus, und auch diesmal war der heutige Gast der klare Favorit. Für Hellas hieß es heute ebenfalls Do or Die. Bei neun Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz musste unbedingt ein Dreier her.

      An den Tifosi liegt es definitiv nicht, denn sie strömen zahlreich ins Stadion und präsentierten uns über 90 Minuten ein starkes Kurvenbild. Jubeln konnten nach 100 Sekunden jedoch nur die mitgereisten Gästefans, die nicht in Neapel leben. Napoli ging mit der ersten Aktion in Führung. Der absolute Worst Case für diese Ausgangssituation. Das Team von Conte ließ in den restlichen 43 Minuten der ersten Hälfte nichts mehr anbrennen.

      In der zweiten Hälfte wurde es ruppiger, und Hellas kam dadurch besser ins Spiel. Durch eine Standardsituation erzielten sie in der 65. Minute das 1:1. Auf den Rängen brachen alle Dämme, und neben uns landete sogar ein Stuhl aus den oberen Reihen. Wie dieser am Kopf einer Person in unserer Reihe einschlagen konnte, weiß ich nicht. Auf jeden Fall gab es zahlreiche Diskussionen, und die Ordner regelten das Sitzschalenverbot. Ich selbst überreichte dem Ordner freundlich die Sitzschale.

      Auf dem Rasen kam der beweglichste Schrank Belgiens aufs Feld, Romelu Lukaku. Beide Teams spielten auf Sieg, und ich sagte kurz vor der Nachspielzeit zu meiner Begleitung: „Pass auf, Lukaku macht in der letzten Minute das 1:2.“ Was in der letzten Aktion passierte, kann sich nun jeder denken. Ekstase auf Seiten der Neapolitaner, Fassungslosigkeit bei den Heimfans.

      Damit steht Hellas mal wieder ohne Zählbares da, und so langsam geht in Verona das Licht aus. Mittlerweile erwartet kaum noch jemand den Klassenerhalt. Das Licht wird wohl bald erloschen sein. Man kann nur hoffen, dass es in der Serie B wieder hell leuchtet, denn das Stadion, die Stadt und die Fans gehören in die erste Liga. Ob das Stadio Marcantonio Bentegodi auch ein Austragungsort der EM 2032 sein wird, wage ich zu bezweifeln, da besonders im Unterrang vieles stark heruntergekommen ist. Für den Groundhopper ein Genuss auf höchster Ebene, für den Beauftragten der UEFA ein Grauen. Ich kann nur hoffen, dass sich hier in den nächsten Jahren nichts verändert, denn die Schüssel ist einfach genial. Italien at its best.

      Nachdem wir die Schüssel verlassen hatten, gingen wir standesgemäß in das Hellas Pizzahaus am Stadion und gönnten uns dort jeweils eine leckere und preiswerte Pizza, inklusive Aperol für die Dame und Bier für den Herrn. Ein schöner Abschluss eines wunderschönen Jahrestags in Bella Italia. (mb)

      Arka Gdynia – Lechia Gdańsk – 2:2

      Arka Gdynia – Lechia Gdańsk – 2:2

      “TRAUMTORE IM DERBY”

      27.02.2026
      Ekstraklasa
      Stadion Miejski w Gdynia
      Zuschauer: 14.401

      GDYNIA – Die Sehnsucht nach dem östlichen Nachbarland ist nicht messbar. Viel zu selten verschlägt es mich hierhin. Es gibt niedrige Preise, leckere Küche und oft attraktive Fußballspiele. Die Bedingungen könnten schlechter sein. Wochen vor dem Spiel sickerte durch, dass die Gäste aus Danzig das Spiel heute nicht besuchen durften. Der Ticketverkauf lief an und es gab die Möglichkeit, in Verbindung mit einem Ticketkauf für das Spiel zwei Wochen zuvor ein Vorkaufsrecht für das Derby zu erwerben. Somit ging es dank arbeitgeberfreundlicher Abflugzeit nachmittags mit der einzigen brauchbaren Flugverbindung aus Schwechheim ins Land der Zlotys. Den Untersatz mit den vier Reifen sackte man noch ein. Der Preis hingegen wirkte fast schon unschlagbar, gebucht wie immer im Terminal und bezahlt für zwei Tage Mietdauer: 13€. Teuer wird es mittlerweile leider auch an polnischen Tankstellen. Unter 1,55€/Liter Benzin habe ich nichts mehr gefunden. Der ständige Kampf zwischen Tschechien und Polen im Preisunterbieten geht somit aktuell ganz klar an das Honza-Land! In der Warteschlange erzählte ich, dass man nicht so viel Zeit hatte, weil man schnell zum Derby musste, das katapultierte mich auf Platz eins der Warteschlange. Geduld ist nicht immer gegeben, der Puffer war eng bei der späten Abflugzeit.

      Die Haupttribüne betraten wir somit 15 Minuten vor Anpfiff. Auf der Gegengerade lag die Choreo bereit, es startete mit einem Intro aus Papier. Der Capo heizte über das Stadionmikrofon das gesamte Stadion nochmal mächtig ein. Das Spiel startete fulminant: Durch ein Traumtor in der sechsten Minute der ersten Halbzeit ging Arka in Führung. Wow, schaut euch das Geschoss gerne mal im Internet an. Mit links abgezogen, perfekt ins Eck – ideal, um in ein Derby zu starten! Die Ohren wurden betäubt durch die Stimmung der Heimseite, das dreifache Organ der polnischen Kibice brachte die Trommelfelle zum Beben. Die Choreo zu Ehren des Bündnisses zwischen Arka, Cracovia und Lech startete, diese wurde in passenden Farben untermalt. Vor dem Stadion brachten Batterien die zusätzliche Lautstärke und der Rauch der Pyrotechnik nebelte das Stadion ordentlich ein. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie.

      Nach Wiederanpfiff gab es die nächste Pyroshow, diesmal die passenden Farben mit mehreren Bengalen verteilt im Block. So bringt Polen Spaß, auch ohne Gäste. Mit zehn Minuten Nachspielzeit ging es zum Pausentee. Es waren noch gar nicht alle Zuschauer wieder auf ihren Plätzen, da klingelte es zum zweiten Mal im Kasten von Lechia. Wieder ein Distanzschuss, dieses Mal nicht so spektakulär, aber mindestens genauso wertvoll. Erneut der perfekte Start in die Halbzeit. Auf schwierigem Geläuf entwickelte sich spätestens zu diesem Zeitpunkt eine richtige Schlacht. Von nun an drehte sich das Spiel: Lechia glich innerhalb von drei Minuten aus – der Nachteil muss erwähnt werden. Was wäre in diesem Moment im Gästeblock los gewesen? Sofern man das Spiel nicht aktiv verfolgt, fallen einem die Tore wahrscheinlich nicht einmal auf, ohne Jubelszenen der Anhängerschaft.

      Auf der Heimseite wurden in der Folge zahlreiche Chancen vergeben, die Heimkurve erhängte vor der Tribüne eine Puppe mit Materialien des Feindes, gleichzeitig besang man seine zahlreichen Freunde aus dem großen Land. Chancen wurden keine mehr genutzt und so verstrichen die letzten Minuten des Spiels. Nach dem Abpfiff ging es 90 Minuten südlich von Gdynia zur Augenpflege. Polnische Hotels sind einfach eine Faszination, fast immer ein riesiges Zimmer, gemütliches Bett und selten über 20 Euro. Dieses Land kann man nur lieben.

      Am Sonnabend stand dann der Showdown des schlesischen Klassikers zwischen GKS Katowice und dem Klub von Lukas Podolski an. Eine Choreo über die Gegengerade und Fankurve präsentierten hier die Heimfans, ansonsten gab es kein großes Spektakel. Nach dem ereignisreichen Derby am Vortag, schien der Reisegruppe langsam das “Polen-Glück” auszugehen. Zuvor besuchten wir allerdings GKS Bełchatów, ein Verein mit großer Vergangenheit. In der Saison 2006/07 wurde der Klub polnischer Vizemeister. In den darauffolgenden Jahren sank das sportliche Niveau und im Jahr 2022 folgte die Insolvenz. Mittlerweile gilt der Verein als Bestandteil der III Liga, Grupa I. Die heimischen Kibice sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre, in so einer Liga fanden sich immerhin 1.157 Zuschauer ein. Für mich ein unerwartetes Highlight zwischen den Spielen in der polnischen Ekstraklasa.

      Da der unterklassige Amateurfußball noch in der Winterpause schlummerte, gab es am Sonntag keinen Kick in Polen für uns. Es wäre auch durchaus schwierig, denn kurz nach der deutschen Kaffee- und Kuchenzeit brachte Wizz Air die Reisegruppe zurück ins wunderschöne Schwechheim. Am Abend empfingen die Rothosen den Dosenclub aus Leipzig. Die Ansetzung um 19:30 Uhr spielte uns natürlich in die Karten, von wegen diese Zeiten-Einführung gilt für Vereine, die am Donnerstagabend europäisch spielen. Es ist immerhin schon das zweite Duell, welches die Rauten am Sonntagabend zu dieser Zeit austragen mussten. Polen, wir sehen uns wieder zur Roulade, Łomża-Honigbier, Kielbasa oder Hot-Dogs an der Orlen Tankstelle! Und an Wizz Air: Bietet doch mal bitte die Verbindung Schwechheim-Katowice oder Krakau an. Träumen darf man ja auch mal.. (tp)

      SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12 II – SuS Beckhausen 05 III – 8:2

      SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12 II – SuS Beckhausen 05 III – 8:2

      „DER BALL KULLERT IMMER NOCH IN GELSENKIRCHEN“

      21.02.2026
      Kreisliga C2/Gelsenkirchen
      Südstadion am Haidekamp (Nebenplatz)
      Zuschauer: 12

      GELSENKIRCHEN – Vor etwa 4 Monaten berichteten wir schon mal aus dem Südstadion am Haidekamp. Auch damals vom Nebenplatz. Die Anlage ist uns wichtig genug, an dieser Stelle ein Update zu posten: Der Ball kullert immer noch in Gelsenkirchen! Die Szenerie gleicht nach wie vor einer Dystopie, aber: Bisher ist nichts passiert bei der Eintracht. Der Plan – scheinbar für den Sommer – ist laut Aussage folgender: Game over für alle Stehstufen und Kunstrasenplatz auf den „Grand“, wie wir im Schwechheimer Land so schön sagen.

      Das Spiel in der 11. und letzten Liga an diesem Sonntag-Mittag war wichtig genug, ein kleines Sümmchen in die Anreise per Taxi zu investieren. Die Bahn versagte nach insgesamt 2,5h Anreise mal wieder wie so oft. Viel zu spät angekommen in Gelsenkirchen, hieß es: Erste Halbzeit verpassen oder ins Taxi steigen? Was hättet ihr an diesem grauen, verregneten Tag in dieser Stadt gemacht? Werten wir die 19€ für den gelben Mercedes einfach als Eintritt – und der war es wert!

      „Groundhopping Noir“ mitten Ückendorf, wo in dieser historischen Anlage mittlerweile fast alles in die Binsen gegangen ist. Alles ist schief, krumm, einsturzgefährdet und abgesperrt. Die Anlage wirkt wie eine Abraumhalde aus einem schlechten Film. Einzigartig. Zumindest in Deutschland. Der Nebenplatz ist wirklich kernig, zumal unter solchen Bedingungen wie am Sonntag. Ein Spaziergang durch das Stadion nebenan sei aber auch jedem ans Herz gelegt. So viele verwelkte Stufen gibt es in Deutschland wohl höchstens noch im Motodrom Halbemond. Die Tribüne ist auch ein richtiger Klopper und soll – Gott sei Dank – erhalten bleiben.

      Zur Feier des Tages gab es bei strömendem Regen 10 Tore auf dem roten Teppich. Einfach nur Liebe dafür, dass die netten Herren in dem Verpflegungscontainer keine Position auf der Speisekarte in ihrem Angebot ausließen und die maximal 12 Zuschauer gewissenhaft verköstigten. Die Currywurst mit scharfer Soße für 3€ ist mit das Beste, was man in diesem Segment bekommt. Der Ball kullert hoffentlich noch lange in Gelsenkirchen, im Südstadion am Haidekamp und auf dem Nebenplatz. (mm)

      TuRU Düsseldorf – SSV Bergisch Born 1:2

      Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (87).
      Es ist wieder Freitag und wir präsentieren euch heute das Stadion an der Feuerbachstraße die Heimspielstätte von TuRU Düsseldorf.
      Das Stadion wurde nach dem 2 Weltkrieg eröffnet und bot platz für 16 000 Zuschauer, nach dem Umbau in den 80er Jahren wurde die Kapazität halbiert und bietet in der heutigen Zeit nur noch Platz für 8000 Zuschauer.
      In der Saison 03/04 lag der Zuschauerrekord bei 3600 im Aufstiegsspiel zur Oberliga gegen die Amateure von Rot-Weiß Oberhausen.
      Heute hingegen kommen zu den Heimspielen in der Landesliga Niederrhein im Schnitt 100 Leute.


      22.02.2026
      Stadion an der Feuerbachstraße.
      TuRU Düsseldorf – SSV Bergisch Born 1:2

      AS La Jeunesse d’Esch/Alzette – Racing FC Union Lëtzebuerg – 3:2

      AS La Jeunesse d’Esch/Alzette – Racing FC Union Lëtzebuerg – 3:2

      „5 JAHRE KEINE METTWURST“

      21.02.2026
      BGL Ligue
      Stade de la Frontière
      Zuschauer: 419

      ESCH — Mein letzter Besuch im kleinsten Nachbarland ist tatsächlich schon fünf Jahre her. Meistens führten die Wege Richtung Westen in die Niederlande oder nach Belgien. Der kulinarische Fokus lag dabei immer wieder auf Friet und Frikandel und nicht auf der klassischen Wurst.

      Im Rahmen des HSV-Gastspiels in Mainz und der Planung für die Rückfahrt nach Schwechheim, lächelte uns diese Ansetzung an. Samstag, 18:30 Uhr, in Esch. Ein perfekter Doppler in Kombination mit dem Besuch im Wildparkstadion zuvor um 13:00 Uhr. Es war endlich wieder Zeit für das Gibraltar des Nordens.

      Ohne große Zeitverluste fuhren wir in Karlsruhe los, durchquerten das komplette Saarland und parkten das Schwechheimer Mobil 35 Minuten vor Anstoß am „Stade de la Frontière“. Sofort lachte uns der Verkaufsstand mit seiner Auswahl an verschiedenen Würsten an. Die Kassiererin sprach perfekt Deutsch, drückte uns ein „Bofferding“-Bierchen und einen Gutschein für eine Mettwurst in die Hand. Der Grillmeister, ein stämmiger Luxemburger mit langem Bart, servierte uns die Mettwurst im Baguette und zeigte uns seine Vielzahl an Saucen. Mit Ketchup und Andalouse Sauce im Baguette begann der Gaumenschmaus. Eine absolute Geschmacksexplosion auf höchstem Niveau. Ich habe selten so eine gute Wurst gegessen wie in Esch. Der erneute Besuch an der Verkaufsbude folgte kurze Zeit später und die Keiswurst überzeugte uns noch mehr. Wahnsinn, wie gut gewürzt und lecker eine Wurst schmecken kann.

      Sichtlich zufrieden mit der Ausgangssituation saßen wir auf den Rängen und ließen den Schiedsrichter das Spektakel anpfeifen. In der ersten Hälfte wurde kein Zweikampf gemieden und eine kleine Keilerei gab es zwischendurch auch. Normalerweise hätte hier jemand duschen gehen müssen, aber der neutrale Mann vergab in aller Ruhe drei Gelbe Karten und brachte die 22 Akteure auf dem Rasen zum Schweigen. Einer blieb jedoch nicht leise,

      • der Trainer von Racing. Trotz einer 1:0-Führung konnte er nicht ruhig bleiben und flog nach 44 Minuten mit Gelb-Rot von der Trainerbank.

      Die zweite Hälfte wurde dann dramatisch. Esch erzielte zweimal den Ausgleich, Racing ließ aber nicht locker und brachte das 2:2 fast über die Zeit, aber eben nur fast. In der letzten Minute konnte Liam Nurenberg sensationell den Siegtreffer erzielen. Ekstase in Esch. Kurz nach Abpfiff liefen die Spieler zu den Ultras von Jeunesse Esch und ließen sich im freudigen Pyro-Nebel feiern.

      Was für starke 90 Minuten im Stade de la Frontière, in dem die überdachte Gegengerade vor einigen Jahren modernisiert wurde. Hier wurde bestimmt in der Verlängerung das ein oder andere „Bofferding“ getrunken und manch einer schwelgte in Erinnerungen an die großen Spiele gegen den FC Bayern München und Spartak Moskau im Europapokal.

      Wir nehmen viele Erinnerungen mit zurück nach Schwechheim und bedanken uns für den coolen Abend in Luxemburg. Bis zum nächsten Mal wird es sicher nicht wieder fünf Jahre dauern. (mb)

      Wrexham AFC – Ipswich Town – 5:3

      Wrexham AFC – Ipswich Town – 5:3

      “HOLLYWOODREIFE VORSTELLUNG IN WALES”

      21.02.2026
      Championsship
      Racecourse Ground
      Zuschauer:10.610

      WREXHAM – Ground 69/92
      Mein langfristiges Ziel ist und bleibt die Komplettierung der 92. Dazu gehört seit einigen Jahren selbstverständlich auch Wrexham AFC. Seit der Übernahme durch die Hollywoodstars Ryan Reynolds und Rob McElhenney hat sich der Verein rasant entwickelt. Die beiden Filmstars übernahmen den Klub seinerzeit in der National League – was danach folgte, gleicht einer Fußballromanze.

      Unter dem Motto Back to Back to Back ging es Jahr für Jahr eine Liga nach oben. Aktuell ist Wrexham in der Championship angekommen und spielt dort direkt um den Aufstieg in die Premier League mit.
      Entstanden ist dieses außergewöhnliche Projekt während der Corona-Pandemie, als Reynolds und McElhenney ihre Begeisterung für die Netflix-Dokumentation Sunderland ’Til I Die entdeckten. Inspiriert davon entstand später mit Welcome to Wrexham eine eigene Serie, die bei Disney+ zu sehen ist und den Verein weltweit bekannt machte.

      Bei Fans anderer Klubs stößt dieses Projekt naturgemäß nicht überall auf Zustimmung. Nicht wenige bezeichnen das Stadion in Wales spöttisch als „Disney Stadium“. Reynolds selbst begegnet dieser Kritik gelassen und ist der Meinung, viele seien schlicht neidisch, dass ausgerechnet Wrexham – und nicht ein anderer Verein – ausgewählt wurde.

      Unabhängig davon ist unbestreitbar, was die neuen Besitzer erreicht haben: Sie führten einen der ältesten Vereine Großbritanniens zurück in den Profifußball, machten die Stadt Wrexham wieder attraktiver und kurbelten die lokale Wirtschaft spürbar an. Zahlreiche neue Geschäfte, Hotels und Betriebe entstanden, ebenso neue Arbeitsplätze.

      Wie auch immer man zu diesem Projekt stehen mag – für die 92 muss auch Wrexham gemacht werden. Doch genau hier wartete die erste Hürde: Wie kommt man an eine Eintrittskarte?
      Ich entschied mich für eine Junior-Mitgliedschaft. Doch Mitgliedschaft bedeutet noch lange kein Ticket. Also bewarb ich mich für das Heimspiel gegen Ipswich Town. Wenige Tage später konnte ich mein Glück kaum fassen: Ich wurde tatsächlich gelost. Die Flüge waren schnell gebucht – alles war angerichtet für Ground 69/92.

      Am Spieltag kam ich früh im walisischen Wrexham an und hatte genügend Zeit für einen Snack bei Spoons sowie einen Cider im legendären The Turf Pub, der in der Dokumentation eine zentrale Rolle spielt. Kein Wunder, denn hier wurde 1864 der Wrexham AFC gegründet. The Turf gilt als der älteste Pub der Welt, der sich direkt in einem Sportstadion befindet.
      Überall in diesem Gebäude atmet man den Verein. Generationen über Generationen haben hier vor und nach den Spielen ihre Zeit verbracht – Geschichte, Emotionen und Fußballkultur in Reinform.

      Auch der heutige Abend versprach lang zu werden. Nachdem Wrexham eine Woche zuvor die „Tractor Boys“ im FA Cup mit 1:0 aus dem Wettbewerb geworfen hatte, fielen beim Wiedersehen in der Liga deutlich mehr Tore. Insgesamt bekamen die Zuschauer acht Treffer zu sehen. Am Ende stand ein spektakuläres 5:3 für Wrexham.
      Entschieden wurde die Partie in der Schlussviertelstunde, als die Hausherren noch zwei Tore nachlegen konnten.

      Unterm Strich ein rundum gelungener Ausflug nach Wales. Wer weiß schließlich, wie schwierig es künftig wird, diesen Ground zu kreuzen, sollte Wrexham tatsächlich in der Premier League spielen. Zumimdest entsteht demnächst eine neue Hintertortribüne, die die Kapazität von den aktuellen 13.500 erhöht.
      Laut meinem Sitznachbar soll sie zum Ende der nächsten Saison fertig sein. (FJ)

      1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV – 1:1

      1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV – 1:1

            „HARDCORE-FREITAG IN MAINZ“

            20.02.2026
            Bundesliga
            Stadion am Europakreisel
            Zuschauer: 33.305

            MAINZ – Der glorreiche HSV gastierte erstmals nach 8,5 Jahren mal wieder in Mainz. Grund genug für eine kleine Reise nach Rheinhessen. Mitfahrgelegenheiten ab Schwechheim sollte es genug geben und so quetschte man sich am Freitag-Nachmittag in ein HSV-Taxi Richtung Süddeutschland.

            Ohne größere Zwischenfälle rollte der Kleinwagen vom Kollegen (mb) am frühen Abend in der Landeshauptstadt ein. Das galt aber längst nicht für alle Gäste aus dem Norden – denn die Partie fand dank einer Stau-Problematik seitens der HSV-Belegeschaft mit zehnminütiger Verspätung statt. Zuvor war die Reisegruppe über Feld- und Wiesenwege bis zum Europakreisel vorgedrungen. Das gleichnamige Stadion liegt im Nirgendwo, wird aber immerhin von der Straßenbahn bedient. Vor Ort kommt mit vielen Schwarzmarkt- und Bierdosenhändlern allerdings durchaus Bundesliga-Feeling auf. Das Stadion selbst ist eigentlich auch ganz in Ordnung und wirklich nah ans Spielfeld getackert. Die rote Bestrahlung erleuchtet den Mainzer Abendhimmel, was noch bis weit hinter die Stadtgrenze zu sehen ist. Das hat man schon liebloser in dieser Liga gesehen.

            Lieblos wie gehabt aber die Polizei. Um weiterhin negative Schlagzeilen mit Bezug zu Fußballfans zu produzieren, fahren die sogenannten Ordnungshüter eine neue „Hardcore-Linie“. Die aktuellen Zahlen der „Zentralen Informationstelle Sporteinsätze“ (ZIS) und das Debakel rund um die „Innenministerkonferenz“, schmecken den Beamten scheinbar gar nicht. Bad News müssen her. Diesmal erwischte es die HSV-Choreo, die laut Augenzeugenberichten von der Nordtribüne im Matsch vor dem Stadion ausgebreitet werden sollte, was an mehreren Faktoren scheiterte. Also gab es nur eine Huldigung per Spruchband für „Kult-Masseur“ Hermann Rieger, der unter der Woche seinen 12. Todestag verzeichnete. Davon ab konnte der HSV trotzdem 90 Minuten gut am Quirl drehen und nahm insgesamt nicht nur die ganze Hintertorseite, sondern fast ein Drittel des Stadions ein.

            An den Fans lag es also nicht, dass Hamburg in Rückstand geriet. Eher an Nadiem Amiri, dem Unterschiedsspieler beim Karnevalsverein. Auch die Fanszene der 05er ließ sich in der Fassnachtswoche nicht lumpen und zündete permanent Pyro. Los ging es mit einem Intro aus gelben und roten Fackeln, später brannten immer wieder einzelne Bengalos. Das Publikum in Mainz mag eher „gutbürgerlich“ rüberkommen, die Kurve aber konnte an diesem Abend vortrefflich abliefern.

            Abliefern konnte schließlich auch der HSV. Spielerisch ist da zwar nach wie vor viel Luft nach oben, physisch und mental ist die Truppe aber mehr als präsent und dazu jetzt 6 Spiele hintereinander ungeschlagen. Da kann auch mal ein abgefälschter Freistoß über die Linie trudeln. Nicht mal Dominik Kohr kann diese Mannschaft aktuell aufhalten. Der „Hardkohr“-Vorstopper bekam seine 105. Verwarnung im Oberhaus verpasst und löst damit Stefan Effenberg als Spitzenreiter der ewigen Sünderkartei in der Bundesliga ab. Ohne seine sofortige Auswechslung nach einem neuerlichen Foul, wäre für Hamburg eventuell sogar mehr drin gewesen. (mm)

            HNK Segesta – NK Gaj Mače (3:0)

            Unsere BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (86) kommt diesen Freitag vom Balkan, genauer gesagt aus Sisak. Unser Reporter (hd) hat seine zweite Heimat bekanntlich irgendwo zwischen Varaždin & Tetovo gefunden. Neulich, beim Durchstöbern von alten Fotoalben ist ihm dieses Schmuckstück wieder in die Hände gefallen. Das „Gradski Stadion Sisak“. Mit 8.500 Plätzen, direkt an der Kupa gelegen und jede mit Menge Nostalgie ausgestattet. Recht mittig zwischen Banja Luka & Zagreb können Fußballbegeisterte dieses Schmuckstück finden.

            07.09.2022
            Gradski Stadion – Sisak
            HNK Segesta – NK Gaj Mače (3:0)

            Portsmouth FC – Sheffield United – 0:1

            Portsmouth FC – Sheffield United – 0:1

            “VERSUCH VIER: IT’S A MATCH“

            14.02.2026
            Championship
            Fratton Park
            Zuschauer: 20.092

            PORTSMOUTH – Viele haben einen Ground, der einfach nicht klappen soll. Bei mir war es bis zum vergangenen Samstag der Fratton Park.

            Alles begann Silvester 2022. Der Mob durstig und motiviert auf das neue Jahr im Wetherspoon – ich krank in einem Hotel, nicht weit entfernt vom Fratton Park. Am nächsten Morgen war ich nicht einmal dazu in der Lage, länger als fünf Sekunden zu stehen: Kreislaufzusammenbruch – zurück ins Hotelzimmer, während die restliche Reisegruppe ganz entspannt den Fratton Park kreuzte.

            Beim zweiten Versuch hatte mein Flug aus Belfast so viel Verspätung, dass das Spiel nicht mehr besucht werden konnte und stattdessen ein Besuch bei Portadown FC stattfinden musste (siehe Portadown-Bericht).
            Der dritte Versuch wurde noch in diesem Jahr gestartet. Bereits einen Tag vor dem Spieltag war ich vor Ort. Am nächsten Tag schaute ich beim Spaziergang an der See auf mein Handy und es kam, wie es kommen musste: GAME OFF – Frozen Pitch.

            Dass dann die Kollegen vom Schwechheimer Landboten eine Woche später quasi im Vorbeigehen den Fratton Park kreuzten – sei ihnen gegönnt.

            Ursprünglich wollte ich den vierten Versuch erst zu einer besseren Jahreszeit starten, um so wenig Risiko wie möglich einzugehen. Es kitzelte dann aber doch zu stark, mal wieder die Buchungstaste zu drücken.

            In der Woche vor dem Spieltag war ich ziemlich nervös. Würde der vierte Versuch klappen? Eine Woche zuvor war das Spiel zwischen Pompey und den Tractor Boys wortwörtlich ins Wasser gefallen. Keine Ahnung, wer für die Lizenzierungen bei der EFL zuständig ist, aber in der heutigen Zeit muss ein Zweitliga-Ground das aushalten.
            Wegen dieses amateurhaften Rasens wurde der Wetterbericht also ganz genau beobachtet. Immer wieder wurde eine Live-Webcam eingeschaltet, um die Lage vor Ort zu checken.

            Dann kam der Spieltag: Valentinstag.
            Mit 30 Minuten Verspätung landete die A319 in Heathrow. Wetterprognose: regenfrei und Sonne. Den ersten Bus ab Heathrow knapp verpasst, ging es weiter zur Victoria Coach Station, wo es gegen 10:00 Uhr Richtung Southsea gehen sollte. Ein Blick auf das Handy – und die Erleichterung war am ganzen Körper zu spüren. Portsmouth FC gab für das Spiel grünes Licht – keine Platzinspektion.

            In Portsmouth angekommen, ging es noch kurz ans Wasser, ehe im gleichen Wetherspoon zu Mittag gegessen wurde, in dem ich vor wenigen Wochen noch völlig frustriert und angeschlagen einen gewöhnungsbedürftigen Nudeltopf gegessen hatte.

            Wenig später spazierte ich die halbe Stunde zum Fratton Park, wo ich unter anderem auch an dem Hotel vorbeikam, in dem ich vor einigen Jahren noch krank im Bett lag.

            Wenige Meter weiter stand ich vor einem der schönsten Stadioneingänge, die ich je gesehen habe: ein altes Haus mit der Aufschrift „Fratton Park“ und der Gründungszahl des Vereins. Nichts stand mir und dem Ground mehr im Weg.

            Im Stadion habe ich – wie es sich am Valentinstag gehört – einen ½ Pint Cider ausgegeben bekommen. Warum, weiß ich selber nicht, aber Fakt ist: Er war lecker!

            Das Stadion – wie die Bilder schon im Bericht vom Kollegen (mb) aus Portsmouth gezeigt haben – ist eine echte Ground-Perle.

            Der 1899 eröffnete Ground, der über 20.000 Plätze verfügt, wurde unter anderem vom berühmten Archibald Leitch designt.

            Im Spiel war Pompey zunächst überlegen. Es gab immer wieder vielversprechende offensive Momente. Ein Tor wurde allerdings nicht erzielt. Dies gelang jedoch den Gästen aus Sheffield: In der 90. Spielminute war es Brooks, der den Gästeblock zum Toben brachte und den Auswärtssieg perfekt machte.

            Die während des Spiels pöbelnden Zuschauer verließen rasch das Rund. Denn auch wenn man zwei Spiele weniger hat als die Konkurrenz, steht man auf Tabellenplatz 21. Die Abstiegsangst wächst. (fj)