CD Universidad Católica – CA Boca Juniors – 1:2

CD Universidad Católica – CA Boca Juniors – 1:2

„ZU GAST BEI DEN CHILENISCHEN KREUZRITTERN“

07.04.2026
Copa Libertadores
Estadio San Carlos de Apoquindo
Zuschauer: 18.812

SANTIAGO DE CHILE – Für meine Südamerika-Reise hatte ich mir ein ordentliches Programm auferlegt und alles ging Schlag auf Schlag. In Rio de Janeiro kreuzte ich noch das Maracanã mit Flamengo versus FC Santos. Mit 68.000 Zuschauern war das „Mario-Götze-Stadion“ offiziell ausverkauft und die Torcida machte ordentlich Dampf. Dieses Stadion sollte auf keiner Hopper-Tour durch Brasilien fehlen!

Der Spielplan in der Copa Libertadores bescherte mir zwei Partien in Santiago de Chile und so flog ich am Dienstag etwa fünf Stunden in Richtung „Cono Sur“. Die Copas sind bei Hoppern wie Fans gleichermaßen beliebt, denn häufig dürfen Gästeanhänger anreisen.

Im Fall Universad Católica gegen Boca Juniors gestaltete sich das aber als Hängepartie. Zunächst hatten die örtlichen Behörden Gästefans untersagt. Wenige Tage vorm Spiel konnte man sich allerdings doch zu einem „tragfähigen Sicherheitskonzept“ durchringen, um mal im DFB-Jargon zu sprechen. Etwa 2.000 „Xeneizes“ fanden sich im Gästeblock ein.

Auf der Heimseite rollten die „Cruzados“ zum Einlauf eine Blockfahne in Form eines -Überraschung- Kreuzritters aus. Begleitet wurde das Ganze von blauen und weißen Luftstangen und einer kleineren Blockfahne auf der Gegengerade.

Ich hatte mir die Chilenen als eher zurückhaltend im Vergleich zu den anderen Völkern in Südamerika vorgestellt. Auch die Gemeinde „Las Condes“ um das Stadion wirkte mit seinen gepflegten Vorgärten bürgerlich-spießig. Doch die Hinchadas von „La UC“ drehten nach vier Jahren ohne Copa von Beginn an am Rad und die Mitmachquote lag in der ersten Halbzeit weit oben. Ein Fan mit Ritterhelm, Schild und blauem Templerkreuz in der ersten Reihe machte das Bild komplett.

Auf dem Platz machte indes Boca die bessere Figur. Angeführt von Kapitän Paredes agierte der leichte Favorit geduldig und kontrolliert. Die Nummer 5 nahm dann die Dinge auch selbst in die Hand und erzielte nach einem missglückten Klärungsversuch das 1:0 aus der Distanz. Católica hatte keinen einzigen Torschuss in der ersten Hälfte.

Nach über einer Stunde entschied Bareiro quasi das Spiel. Sieben Minuten vor Schluss traf Diaz (Juan, nicht Marcelo. Anm. d. Red.) zum Anschlusstreffer und zündete das Publikum noch einmal an. Aber Boca brachte das Ergebnis über die Zeit und der Kreuzritter aus der ersten Reihe zog mit Abpfiff von dannen. (hr)

CA Boca Juniors – Racing Club – 1:1

CA Boca Juniors – Racing Club – 1:1

„LEBENSTRAUM: CHECK“

09.08.2025
Liga Profesional Argentina
La Bombonera Alberto J. Armando
Zuschauer: 57.200

BUENOS AIRES – Es gibt so Tage, die vergisst man nicht. Einer davon war der vergangene Samstag. Das Stadion La Bombonera steht vermutlich bei jedem Groundhopper auf der Bucketlist, und mit dem Besuch beim Spiel gegen Racing ging nun auch für uns ein Lebenstraum in Erfüllung. Aber der Reihe nach: Zunächst benötigten wir Tickets für das Spiel.
Circa zwei Wochen vorher haben wir unseren Kontaktmann aus der Schweiz angeschrieben und ihn gebeten, uns Karten für die Partie zwischen Boca Juniors und Racing zu organisieren. Die Zusage folgte prompt, und die Tage bis zum Spiel wurden heruntergezählt. Am Spieltag erhielten wir dann nähere Details zum Treffpunkt für die Übergabe: 13:30 Uhr. Die tatsächliche Übergabe fand jedoch erst gegen 15:30 Uhr statt. Doch das Warten hat sich gelohnt. Schnell die sechs Kontrollen passiert – und schon standen wir im Block der La Doce (Block 12: zwölfter Mann).

Die Tribüne war bereits sehr gut gefüllt, doch fanden wir einen Platz am Rand, wo wir genügend Raum und einen guten Blick aufs Spielfeld hatten. Zum Einlaufen der Teams ließ der Verein blau-gelbe Pyrotechnik in den Himmel steigen. Die Fans tobten und sangen ihre bekannten Lieder. Die Melodien sind in Argentinien quasi immer die gleichen – nur an den jeweiligen Verein angepasst. Bei Boca wirkte jedoch alles stimmungstechnisch noch einmal ein paar Nummern größer als bei anderen Vereinen. Absolute Leidenschaft, sogar auf den Rängen der VIP-Tribüne. Wenn sich selbst Säuglinge im Fanblock aufhalten, bekommt der Ausdruck „im Stadion aufgewachsen“ eine ganz neue Bedeutung. Einfach FANtastisch, dieses Land.

Überwältigt von der Atmosphäre verließen wir nach dem Spiel den Ground und statteten noch dem Fanshop einen kurzen Besuch ab, um ein T-Shirt von Boca als Andenken mitzunehmen. Danach folgte ein Besuch im Romar Parrilla, einem Lokal nicht weit von der Bombonera, das mit traditioneller argentinischer Küche überzeugt. Den würdigen Abschluss des Abends zelebrierten (tp) und ich in einer Karaokebar, um „Mein Hamburg lieb ich sehr“ zum Besten zu geben. Ich bin mir sicher, dass das Lied bald in den argentinischen Charts landen wird.

Vielen Dank an alle, die diesen Besuch möglich gemacht haben. (fj)