Suwon Samsung Bluewings – Gimhae FC – 1:0
Suwon Samsung Bluewings – Gimhae FC – 1:0
“KOPIERE DEINEN STIL INS BIG BIRD”
07.08.2026
K League 2
Suwon World Cup Stadium
Zuschauer: 10.040
SUWON – Nach meinem Bericht der letzten Woche von den Philippinen war natürlich noch nicht Schluss. Gab es während meiner Asien-Reise noch weitere Spiele und Länderpunkte: Singapur, Vietnam, Laos und Kambodscha. Nach den Länderspielen war ich wieder heiß auf Vereinsfußball. Somit baute ich noch das Land Südkorea ein. Aus Siem Reap ging es über Hanoi nach Incheon. Richtig gehört: Siem Reap oder besser bekannt nächstgelegener Ort vom “Angkor Wat”. Besucht habe ich diese zwar schon, ich bezahlte umgerechnet 32 Teuros. In unserer Redaktionsgruppe ernte ich mit meiner folgenden Aussage wahrscheinlich großen Widerspruch: “Der Besuch lohnt sich in meinen Augen nicht, zu hoch sind die Kosten – Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach schlecht”. Oder Watt? Fast sechs Stunden verbrachte ich an diesen unterschiedlichen Orten, wahrscheinlich täuscht mein Eindruck, durch meine hinterher definitiv negative Haltung, dennoch wollten noch nie so viele nervige (andere nennen es freundliche) Menschen Fotos für einen Dollar von mir machen. Von nun an genug aus Kambodscha, der Vogel startete nach Südkorea.
Der Blick in die Wetter-App brachte Vorfreude. Die angesagten 38 Grad und strahlendem Sonnenschein trafen ein, es bedarf dann schon eine gewisse Eingewöhnung. Die bestens klimatisierten Bahnen, Busse und Häuser sind eine angenehme Abkühlung. Im Vergleich zur Heimat ist das eben der Vorteil, in Asien wissen viele, wie sie mit Hitze umgehen sollen. Die T-Money Card für die öffentlichen Verkehrsmittel ist kinderleicht und auch am Airport zu erwerben. Aufladen und in die Metro. Verbesserungswürdig daran ist: Weder am Airport noch an für mich auffindbaren Stationen konnte ich diese Karte mit Kreditkarten aufladen. Das Geld wird man dennoch schwer los, die Bahnfahrten kosten selten mehr als einen Euro innerhalb der Stadt. An der Metrostation am Airport fing es langsam an, es war alles wie geleckt. Als selbsternannter “Assi” muss man sich dem Klientel wohl ein wenig fügen, vordrängeln an den Rolltreppen, beim Einsteigen in die Bahn oder beim Einreihen in eine andere Warteschlange gibt es hier nicht. GEWÖHNUNGSBEDÜRFTIG, aber somit wird das eigene Spiel nur leichter. Zeit ist nunmal begrenzt.
Nach einem kleinen Mittagsschlaf in der Unterkunft startete ich nach Suwon. Die beliebte Stadt weckte mein Interesse, quasi auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion liegt der Paldal Park, bei diesen schönen Temperaturen hoch kratzeln war eine sehr gute Entscheidung. Ungefähr 3 Liter Schweiß verlor ich auf den Straßen der Stadt. Der Ausblick lohnte sich! An der richtigen Stelle kann man auch das Stadion des Vereins erspähen, die 2001 eröffnete Spielstätte diente als Spielort der Weltmeisterschaft im Jahr 2002. Der spätere Weltmeister Brasilien durfte vor 38.524 Zuschauern ein Gruppenspiel im „Black Bird“ austragen. Wie viele Leser wissen, war das Endspiel des Turniers gegen die Deutsche Nationalmannschaft. Ronaldinho, Ronaldo, Roberto Carlos und Rivaldo gegen Kahn, Asamoah, Frings und Ramelow. Was für Namen!
Am Spieltag gab es die Tickets freundlich an der Tageskasse zu erwerben. Knapp zehn Euro muss man investieren, um ein Spiel in diesem Stadion erleben zu dürfen. Was einen drin erwartet: Regenschirme, schon auf dem Weg zum Ground fällt es einem auf. Ich selbst hörte unter anderem vom Redaktionskollegium davon. “Kopiere deinen Stil” wird hier groß geschrieben. Die Fankurve inspiriert sich gerne von den bestehenden Strukturen und Liedgut Südamerikas oder Europa. Die Regenschirme bekomme ich lediglich maximal zwei Minuten zu Gesicht. Zur bekannten Melodie drehten die Schirme frei. Es war einer der Momente, auf den ich mich wirklich nach so vielen Länderspielen gefreut habe. Auch wenn es kopiert wurde, ist die Stimmung im Stadion schon ein hohes Gut. Auch sonst lauschten meine Ohren eher der Tribüne als dass meine Augen sich auf das Spiel konzentrierten.
Dabei waren die Voraussetzungen kaum besser. Suwon als Tabellenführer gegen den Letzten der Liga. Es zog sich sehr lang. In der zweiten Halbzeit gelang es dem Gastgeber, den Ball ins Tor zu befördern, ein befreiender Jubel auf den Tribünen im Kampf um den Aufstieg ins Oberhaus. Nach dem Schlusspfiff quetschten sich die Massen in den kleinen Bus zum Bahnhof. Durch den späten Abend fuhr ich in die Unterkunft, die nächsten zwei Tage waren voll geplant mit Attraktionen und einem weiteren Spiel in Südkorea. Der Bericht folgt in den nächsten Wochen. (tp)








