SV Barmbek – SC Urania III – 4:2

SV Barmbek – SC Urania III – 4:2

„GRANDPLÄTZE – EINE BEDROHTE HAMBURGER ART“

20.09.2026
Kreisklasse 5 Hamburg
Sportplatz Bramfelder Chaussee
Zuschauer: 50

HAMBURG – Eigentlich hatte ich gar keinen Bericht vom Wochenende geplant. Nach dem Besuch beim Herzensverein in Kiel stand ein Sonntag in der Groundstadt Hannover auf dem Programm. Doch mehrere Bierrunden nach dem erneut schwachen Auftritt von Holstein und reichlich Ouzo aufs Haus beim Griechen des Vertrauens machten dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung.

So blieb ich in Schwechheim und radelte mittags zum Niendorfer TSV, wo ich endlich den Rasenplatz kreuzen wollte. Doch vor Ort dann die Enttäuschung: die Teams machten sich auf dem Kunstrasen warm. Wie in Hamburg leider üblich wurde der Belag auf fussball.de nicht geändert.

Also schnell den Matchkalender aufgemacht und die Umkreissuche angeschmissen. Ich blieb beim SV Barmbek stehen und dachte plötzlich “da war doch was”: deren Grandplatz (oder auch Asche) an der Meister-Francke-Straße wird aktuell auf Kunstrasen umgebaut. In Hamburg sind die aktiv bespielten Staubfelder inzwischen rar geworden und eine bedrohte Art.

Die Behörden in der “Active City” kennen keine Gnade und ließen in den letzten Jahren dutzende Plastikwiesen verlegen (übrigens auch über Rasenplätze).Natürlich gibt es gute Gründe: fehlendes Personal zur Rasenpflege, Verletzungsgefahr auf Hartplätzen. Es mag nicht mehr zeitgemäß sein, doch für Nostalgiker und Groundhopper ist “auf Asche” einfach ein Highlight.

Umso besser, dass der SV Barmbek (wahrscheinlich) für ein Spiel auf den seit Jahren verwaisten Sportplatz an der Bramfelder Chaussee auswich. Über den Flughafen und den Ohlsdorfer Friedhof kam ich zehn Minuten vor Anpfiff an und die frische Luft tat dem Brausekopf gut. Vor Ort traf ich noch das ein oder andere bekannte Gesicht, die sich diese Gelegenheit nicht nehmen lassen wollten.

Die Anlage ist ordentlich verwarzt. Bis auf das Glattziehen des Platzes schien hier länger nichts mehr gemacht worden zu sein. Es kam schon fast Ruhrpott-Feeling auf. Geil! Gegenüber befindet sich ein nettes Eiscafé, wo es sich der Hoppermob in der Halbzeitpause schmecken ließ.

Sportlich setzte sich der SV Barmbek durch. Dabei kochten häufiger die Gemüter hoch und einige Rudelbildungen sorgten für kurzes Zittern wegen der Abbruchgefahr. Insbesondere die Nummer 77 der Gäste schimpfte immer wieder wie ein Rohrspatz und hätte sich eine vorzeitige Dusche verdient gehabt. Aber der Schiedsrichter beendete die Partie ordnungsgemäß und wieder konnte ein Kreuz auf Asche gesetzt werden, bevor das Bezirksamt den nächsten Grandplatz sterben lässt. (hr)

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