FK Fredrikstad – Sarpsborg 08 FF – 1:1
FK Fredrikstad – Sarpsborg 08 FF – 1:1
„ZWEI STÄDTE, EIN FLUSS, EINE GESCHICHTE, KEINE FREUNDSCHAFT“
13.09.2026
Eliteserien
Fredrikstad stadion
Zuschauer: 12.074
FREDRIKSTAD – Nachdem eine kleine Reisegruppe aus Schwechheim bereits am Vortag das Derby in Lillestrøm erleben durfte, stand direkt am nächsten Tag der nächste norwegische Kracher auf dem Programm.
Nach einer Besichtigung der beeindruckenden Festung von Kongsvinger und dem Besuch eines Spiels im dortigen Stadion begaben wir uns auf eine Reise in die südnorwegische Provinz Østfold unweit des Schweinesundes, der die Grenze von Norwegen zu Schweden bildet.
Der Akku unseres E-Autos – die Norweger lieben diese Fahrzeuge und sind E-Auto Weltmeister – hielt uns dankenswerter die Treue und so erreichten wir rechtzeitig unseren Parkplatz in Fredrikstad.
Zu Fuß ging es dann über eine Brücke hin zum 2007 eröffneten Fredrikstad Stadion, welches malerisch direkt am Fluss Glomma gelegen ist und in der Haupttribüne ein großes Einkaufszentrum beherbergt. In diesem Stadion sollte am Abend in der Eliteserien das Østfold-Derby zwischen dem neunmaligen Meister Fredrikstad FK und dem Erzrivalen Sarpsborg 08 steigen.
Nur 12,5 km Luftlinie trennen die Stadien voneinander. Beide Städte liegen an der Glomma und sind historisch eng miteinander verbunden. Fredrikstad wurde im 16. Jahrhundert gegründet, weil Sarpsborg niedergebrannt und die ursprüngliche Stadt praktisch weiter in Richtung Glomma-Mündung verlegt wurde. Fredrikstad entstand also gewissermaßen aus der Zerstörung des ursprünglichen Sarpsborg, welches später wieder aufgebaut werden sollte. Erst 1839 erhielt Sarpsborg dann seine Stadtrechte zurück – gegen den ausdrücklichen Widerstand aus Fredrikstad.
Nach einer dreißigjährigen Pause zwischen 1979 bis 2009 treffen die beiden Vereine nun regelmäßig in der Eliteserien aufeinander, wobei Sarpsborg im Jahr 2008 als Zusammenschluss von 16 lokalen Vereinen neu gegründet wurde.
Es lag also ein Knistern in der Luft und das Stadion war mit 12.074 Fans bis auf wenige Gästekarten ausverkauft. Zu Beginn des Spiels gab es dann eine eindrucksvolle Choreo der Gastgeber über alle drei Heimtribünen. „Für alle Zeiten FFK“ sowie „Stolz und Tradition“ waren zu lesen nebst der Abbildung einer Vereinslegende sowie der Skyline der Stadt. Die große Pyroeinlage im Rahmen der Choreo und die gleichzeitig untergehende Sonne schafften eine derbywürdige Atmosphäre gleich zu Beginn des Spiels und ließen Fußballromantik aufkommen.
Die Gäste aus Sarpsborg zündeten ebenfalls ein Feuerwerk und begrüßten ihre „Krieger“ mit Salutschüssen, blauen Rauchtöpfen und einigen Fackeln. Es war die 19. Spielminute, als sich das Stadion dann endgültig zum Hexenkessel verwandelte. Nach einer Ecke sowie einer Verlängerung per Kopfball war es der Fredrikstäder Nilsson, der den Ball per Volleyschuss oben links in die Torecke knallte und die Menge zum Toben brachte. Marke Tor des Monats!
Zehn Minuten später dann Ekstase im Sarpsborger Gästeblock, der sich ganz in blau präsentierte. Mit einem satten, flachen Schuss von außerhalb des Strafraums in die linke Ecke stellte Skarsem das Spiel wieder auf Ausgleich, so ging es dann auch in die Halbzeitpause.
Zur zweiten Halbzeit präsentierten die Gäste einen Überzieher mit einer darauf abgebildeten Überwachungskamera, wodurch offenbar Kritik an den Sicherheitsmaßnahmen zum Ausdruck gebracht werden sollte. Es folgte erwartungsgemäß eine intensive Pyroeinlage, die aufgrund des starken Rauches eine kurzzeitige Unterbrechung des Spiels mit sich brachte.
Sarpsborg investierte in der Folge viel in das Spiel und drückte auf den Sieg. Fredrikstad hielt dagegen und schien mit dem Punkt irgendwie zufrieden. Schlussendlich endete das Derby als ein gutes 1:1, sodass beide Mannschaften auch in der Tabelle nahezu Nachbarn bleiben. Beide Szenen sind also weiter hungrig auf den Derbysieg und es bietet sich an, auch den Gegenbesuch in Sarpsborg einzuplanen.
Nach dem Spiel gab es dann im Schankraum „Tæps“ noch pflichtbewusst eine Länderpunktrunde, die bei Bierpreisen von weit über 100 NOK die deutsche Sparkassenkarte des Autors arg strapazierte. Aber was stand nochmal auf dem Banner im Stadion: „Stolz und Tradition“. (cs)





















