Rot-Weiss Essen – FC St. Pauli – 2:0

Rot-Weiss Essen – FC St. Pauli – 2:0

„OLDSCHOOL SCHLÄGT ANWALT“

23.08.2026
DFB-Pokal
Stadion an der Hafenstraße
Zuschauer: 18.800

ESSEN – Definitiv eines der besten Duelle der diesjährigen ersten Runde des Pokals. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Klubs fand im Jahr 2006 statt. 20 Jahre später ist einiges an Wasser die Ruhr und Elbe hinuntergeflossen. Das seit Jahren bestehende Bündnis der Kiezkicker mit dem Klub von der Weser sorgt natürlich an der Hafenstraße für wenig erfreute Gesichter. Zusätzlich wird der Verein sowieso in Deutschland nicht oft gerne als Gast gesehen. Die Brisanz war vorhanden, und so sicherte ich mir als neutraler Beobachter ein heiß begehrtes Ticket.

Im Vorfeld organisierten die Gäste sich einen eigenen Anwalt, um auf eventuelle Probleme beim Einlass vorbereitet zu sein. Besonders geprägt durch Vorerfahrungen anderer Fanlager, sorgte der Ordnungsdienst durchaus schon für das ein oder andere übergriffige Verhalten gegenüber Gästefans. Mittlerweile wechselte RWE im Jahr 2025 den Ordnungsdienst.

Das Spiel startete mit einer Choreografie der Westtribüne. „Oldschool Fußball Hafenstraße“ lautete das Motto. Ein vorab veröffentlichtes Shirt der RWE-Fanszene bildete inklusive Schal das Motiv, umrundet von rot-weißen Papierbahnen. Die Umsetzung endete leider früher als erwartet, und im Oberrang wurden die ersten Papiere schon hinuntergeworfen.

Das Spiel startete, das Publikum der Stauder-Stadt gewohnt lautstark, besonders wenn die Tribünen mit einsteigen. Der Gesang vom Gästeblock „Nie wieder Deutschland“ wurde schnellstmöglich von „Nur der RWE“ übertönt und mundtot gemacht. Ähnlich auf dem Platz: Die Gastgeber wirkten von Anfang an galliger. Nach kurzer Spielzeit vergab Kaars für die Gäste eine Riesenchance auf die Führung. So einen Ball nicht im Tor zu versenken, sieht man als Zuschauer auch nicht alle Tage. Fairerweise muss ich den nicht ganz perfekt in den Rücken gespielten Ball erwähnen. Somit schwappte der Wille endgültig über. In der 36. Minute gelang der erste Treffer für Rot-Weiss. Die gar nicht so große Überraschung nahm ihren Lauf. Durch den schlechten Saisonstart der Totenköpfe schrieben nicht wenige Fans RWE Chancen zu. Wie sich zeigte, war dies zurecht. In der zweiten Halbzeit folgte das 2:0. Der Kampf von Essen wurde belohnt, für die Gäste bedeutete es das frühestmögliche Ausscheiden seit 2020.

Zum Abschluss bleibt zu sagen: Ein Besuch an der Hafenstraße lohnt sich immer. Wer auf Fußball steht, der nicht schön aussehen muss, sondern kämpferisch und rau wirkt, ist hier genau richtig. Besonders bemerkenswert: Es ist eines der Stadien, in denen zumindest bei allen meinen Besuchen der Abreiseverkehr der Shuttle-Busse mal wieder astrein lief. Gute Organisation und ausreichend Busse. Da könnten sich so einige Erstligisten eine Scheibe von abschneiden. (tp)

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