Eskhata Khujand – FC Barqchi Hisor – 2:2
Eskhata Khujand – FC Barqchi Hisor – 2:2
“BILET NICHT BLJAD”
14.08.2026
Tajik League
Stadion Spartak
Zuschauer: 300
KHUJAND – Der letzte geplante Länderpunkt meines fast vierwöchigen Aufenthaltes in Asien. Tadschikistan, oh da klingen doch die Glocken bei aufmerksamen Lesern. Geplant war dieser Länderpunkt bereits zwei Monate vorher, durch Flugstreichungen verschlug es mich stattdessen nach Helsingborg, Åtvidaberg und Falkenberg. Khujand ist nicht weit entfernt von Tashkent und somit freute ich mich über die Ansetzungen der ersten Liga am Freitagabend natürlich sehr. Wie es der Zufall so will, setzte auch die erste Liga in Usbekistan ein Spiel an, welches ganz passend auf dem Weg lag. Am Donnerstagabend startete also die Tour aus Tashkent über Olmaliq. Eine Info aus privaten Kreis: Olmaliq ist der Geburtsort des deutschen Nationalspielers Waldemar Anton. Danke für die Info nach Hannover. Das Spiel der höchsten Klasse lockte nicht viele Zuschauer an, dennoch beeindruckten das Stadion und die Flutlichtmasten. Somit lohnte sich der kleine Umweg.
Nach kurzem Schlaf klingelte der Wecker mich früh aus den Federn, der geplante Anstoß sollte bereits aufgrund von fehlendem Licht um 17:00 Uhr Ortszeit ertönen. Mit Yandex fuhr ich aus Olmaliq Richtung Grenzübergang in Oybek. Die Google-Rezensionen berichten von 1 bis 5 Sterne Erfahrungen. Ich liebe es, sowas durchzulesen. Eigene Erfahrung sammeln bringt meistens einfach am meisten: Ich halte mich kurz: Beide Einreiseverfahren dauerten insgesamt 45 Minuten, die wartenden Autos mussten definitiv mehr Zeit einplanen. Somit absolvierte ich meinen ersten Grenzübergang per Pedes ab. Bei der Einreise nach Tadschikistan kam die erste “Herausforderung”, es gibt keine vergleichbare Taxi-App wie Yandex in Usbekistan und anderen Ländern. Ich hatte Berichte über “Maxim” gelesen, das wird sicherlich in der Stadt laufen, nur nicht hier an der Grenze. Somit griff ich auf die Locals zurück, für 150 Somoni wurde ich direkt in mein Hotel gefahren, das sind umgerechnet ca. 14€ für eine knappe 90-minütige Autofahrt. Durch die Abhängigkeit könnten die Taxis die wenigen Touristen (ohne Auto) definitiv viel mehr ausnehmen. Ich spoiler kurz: Bei der Einreise am Folgetag nach Usbekistan klappte es problemlos direkt ein Taxi über Yandex hinter der Grenze nach Tashkent zu buchen. Die “Locals” boten mir nur teurere Preise als bei Yandex an und waren generell sehr aufdringlich. Der Taxifahrer-Traube entkommt man erst, wenn der gebuchte Taxifahrer einen heranwinkt.
In der am Syrdarja gelegenen Stadt besuchte ich in der brütenden Mittagshitze erstmals das Lokal “Ресторан Golden Fish”. Es zählt wahrscheinlich zu den edleren Lokalen der Stadt, dennoch kostet das Mittagessen mit Vorspeise, Hauptspeise und Getränken lediglich zehn Euro. Anschließend folgte eine Mütze Schlaf, die Mittagshitze war sonst schwierig auszuhalten. Anders als in Tashkent wehte kein Lüftchen durch die Straßen. Als erneut der Wecker klingelte, hieß es endlich: Fußball. 20 Minuten Zu Fuß ging es zur Spielstätte, dort angekommen, freute sich der Ticketverkäufer über meine Anwesenheit. Germania? Oh, Tourist? Dann bezahlst du heute nichts. Das Problem war aber dann: Das Ticket wollte er mir so auch nicht geben, Geld wollte diese Person nicht annehmen. Mit meinen arg begrenzten Russischkenntnissen erschnackte ich mir später eine Karte auf der Tribüne für die Sammlung. Dawei, dawei!
Während die Sonne langsam unterging, sorgte das Gebolze auf dem unter der Sonneneinstrahlung leidenden Rasen für Unterhaltung. Das spielerische Niveau hatte ich mir wesentlich schlechter vorgestellt, im Stadion wurden bei den 40 Grad eiskalte Getränke verkauft. Aufgrund des bereits angesprochen fehlenden Flutlichts, dürften sich die Spieler der Vereine sicherlich gefreut gegen den Ball treten zu dürfen. Endlich mal zwei sinnvolle Hydration-Breaks. Der späte Ausgleich der Gastgeber wurde lautstark bejubelt.
Mit der untergehenden Sonne konnte man nun endlich auch die Stadt besichtigen. Neben zahlreichen Statuen bietet der Fluss auch einen City Beach, circa 3 Meter dürfen sich Badegäste ins Wasser begeben, bevor die Bojen kommen. Den Einheimischen langt es, sich abzukühlen. Am Folgetag holte mich erneut der Taxifahrer vom Vortag ab, für einen schmalen Taler vereinbarte ich die Abholung an meinem Hotel, um zurück nach Oybek zu fahren. Ein herzliches Land mit netten Leuten und keiner Abzock-Mentalität. Sowas gefällt sicherlich vielen Leuten. (tp)








