Pakhtakor Tashkent FK – Al-Hussein SC Irbid – 3:0
Pakhtakor Tashkent FK – Al-Hussein SC Irbid – 3:0
“40 GRAD – ISS SOMSA MIT MIR”
11.08.2026
AFC Champions League Elite Qualifikation
Pakhtakor Markaziy Stadium
Zuschauer: 2.500
TASHKENT – Langsam aber sicher ging es aus Südkorea wieder Richtung Europa. Die asiatische Zwischenstation Tashkent überzeugte mich sofort und ich drückte auf den beliebten Buchung Knopf. Geplant war es, aus Seoul über Bangkok nach Tashkent zu fliegen. Einen Abend vor Abflug dann die Horror-Mail: Ihr Flug wurde gestrichen. Hm, es gab positive und negative Seiten. Wie so oft fange ich mit dem Positiven an: Einen Flug für kleines, verschmerzbares Geld neu buchen und damit direkt nach Tashkent fliegen? Zusätzlich meinte es die zweite Liga Usbekistans gut mit mir und zauberte einen Zweitliga-Kick für den Tag hervor. Die negativen Punkte: Neben den Kosten gab es nichts mehr unbedingt, ein ungeplantes Spiel nimmt man gerne mit. Passt schon. Somit landete der Vogel nachmittags zur perfekten Zeit bei 40 °C Außentemperatur. Klingt fatal, ist es aber gar nicht so sehr. In Südkorea 3 Tage vorab war die gleiche Temperatur definitiv schlimmer. Mit der Yandex-App wurde ich direkt am Flughafen abgeholt und für umgerechnet drei Euro zu meiner Unterkunft im Stadtkern gebracht.
Nach einem kurzem Aufenthalt spazierte ich die wenigen Minuten Richtung JAR Stadium. Nach dem obligatorischen Check eine Stunde vor Anpfiff, ob das Spiel wirklich heute und hier stattfindet, ging es beruhigt ins Café. Zu Samsa und Ayran wurde ich fast schon eingeladen und bei höchster Gastfreundlichkeit war ich mit meiner Anwesenheit der Stargast des Jahres. Der Lohn des ganzen Trubels war der Länderpunkt Usbekistan mit einem feinen 0:0.. Das Stadion bot immerhin zwei große Tribünen und viele staubige Sitze.
Dank der Temperaturen fangen die Spiele hier im Sommer spät an, somit hatte ich genug Zeit, am Mittag/Nachmittag die Stadt zu erkunden. LSF 50 und dann geht alles. Der immer wiederkehrende leichte Wind sorgte für ein angenehmes Brutzeln. Die erste Station war der Chorsu-Basar. Von A bis Z, hier bekommt man alles. Von einem Friseurbesuch für 5 Euro, bis zum gefälschten Mbappe Trikot. Der Besuch lohnt sich. In der “hauseigenen” Bäckerei kann man zusehen, wie das überall bekannte Brot gebacken wird. Ich verspreche allen Lesern, diesen geilen Geruch bekommt ihr erst mal nicht aus eurer Nase. Die Stadt gefällt mir. Nicht viel Tamtam, an jeder Ecke ein wenig Herzlichkeit und Preise, die jeden deutschen Gastronom in den Wahnsinn treiben. Nach ausreichendem Stadtbummel wurde es Zeit für Fußball.
Pakhtakor ist der einzige Usbekische Verein, der es schaffte, in der höchsten sowjetischen Liga zu spielen. Mit 16 Titeln ist es der erfolgreichste Verein des Landes. In die Schüssel mit Platz für 35.000 Zuschauer kam ich dann mit einem Ticket für umgerechnet 5 Euro. Nach dem Betreten des Eingangs und dem Blick durch den Zaun sah ich erst so richtig, wie schön es hier eigentlich ist. Durch die Sitzreihen wirkt es so, als wäre der Platz im Tal versunken. Die blau-gelben Schalen kombiniert mit diesen phänomenalen Flutlichtmasten sorgen für ein zufriedenes Gemüt. Zusätzlich geht im Horizont die Sonne unter, schöner kann Fußball kaum sein.
Zum Start der Partie gab es eine Gedenkaktion. Im Block auf der Gegengerade wurden 17 Bilder gezeigt. Nach der Schweigeminute und der Präsentation eines alten Mannschaftsfotos auf der Stadionleinwand wurden Tauben freigelassen. Die Aktion dient als Erinnerung. Am 11.08.1979 kollidierte ein Flugzeug über der Ukraine. 178 Insassen kamen dabei um ihr Leben. Die 17 gezeigten Portraits waren Spieler und Mitarbeiter des Klubs, die auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel gegen Dinamo Minsk waren.
Auf dem Platz machten die Akteure der Baumwollpflücker kurzen Prozess mit ihren Gästen. Zur Halbzeit geht es mit dem Spielstand von 2:0 in die Kabinen. Der Drops ist gelutscht. An Aktionen der Gäste aus Jordanien erinnere ich mich nicht mehr, zu groß war der spürbare Leistungsunterschied. Obwohl das Stadion durch den runden Bau nicht unbedingt die perfekten Bedingungen für einen optimalen Support bietet, schaffen es die Anhänger des Klubs für teilweise lautstarke Unterstützung. Somit landete in der zweiten Halbzeit erneut der Ball im Netz ein und mit dem 3:0 stand der Endstand fest. Durch den ungefährdeten Sieg hat sich der usbekische Vertreter für die Gruppenphase qualifiziert. (tp)








