„SPONTAN ZUM LÄNDERPUNKT“
12.05.2026
Botswana Premier League
VTM Arena
Zuschauer: circa 150
METSIMOTLHABA – Ursprünglich war der Länderpunkt Botsuana für das letzte Tourwochenende vorgesehen. Da dort nun jedoch das FA-Cup-Halbfinale angesetzt wurde, verlegte man sämtliche geplanten Ligaspiele. Die Halbfinalpartien sollten in Francistown stattfinden, was für mich keine wirkliche Option darstellte.
Daher entschied ich mich zunächst dazu, das letzte Wochenende der Tour lieber in Kapstadt zu verbringen, wo schließlich am Montag auch der Rückflug nach Schwechheim anstand.
Am Montag entdeckte ich dann allerdings auf der Facebook-Seite des botsuanischen Fußballverbands, dass eine englische Woche angesetzt worden war. Sogar zwei Spiele fanden im Umkreis der Hauptstadt statt – eines um 15:30 Uhr, das andere um 19:00 Uhr. Theoretisch also perfekt doppelbar.
Also wurden kurzerhand Flüge, Busverbindungen und weitere Optionen geprüft. Doch daraus wurde zunächst nichts: Der Flug für den nächsten Tag war plötzlich ausgebucht. Die Alternative lautete daher, spontan noch am selben Abend abzureisen. Da ich ohnehin gerade aus Maseru am O.R. Tambo Airport gelandet war, blieb ich einfach direkt vor Ort.
Gegen 19:30 Uhr hob schließlich die Propellermaschine ab, und rund eine Stunde später befand ich mich bereits in Botsuana.
Der nächste Tag begann früh. Zunächst führte mich der Weg ins Zentrum von Gaborone. Nachdem sich jedoch schnell herausgestellt hatte, dass die Stadt touristisch nur wenig zu bieten hat, recherchierte ich spontan nach möglichen Aktivitäten in der Umgebung.
Dabei stieß ich auf das Mokolodi Nature Reserve und bestellte mir für wenig Geld ein InDrive dorthin.
Da sowohl das Nature Reserve als auch der erste Ground weit außerhalb des Stadtzentrums lagen, wurde die Fahrerin kurzerhand direkt auch für die weiteren Strecken engagiert.
Am Mokolodi Reserve angekommen, wurde mir allerdings mitgeteilt, dass ein Besuch ausschließlich ab zwei Personen möglich sei. Alleine wäre es aufgrund bestimmter Tiere zu gefährlich. Die Fahrerin hatte ursprünglich geplant, am Eingang auf mich zu warten. Nachdem ich ihr die Situation geschildert hatte, entschloss sie sich jedoch spontan, mich zu begleiten. Ich übernahm ihren Eintritt, und so ging es für die nächsten zwei Stunden gemeinsam auf Tiersuche.
Wirklich erfolgreich verlief dieses Vorhaben allerdings nicht. Das Höchste der Gefühle war am Ende ein Büffel sowie eine der gefährlichsten Schlangen Afrikas, die uns glücklicherweise in Ruhe ließ.
Immerhin ließ sich so die Zeit bis zum Spiel sinnvoll überbrücken. Anschließend ging es direkt vom Nationalpark weiter zum Ground.
Dort angekommen hielt ich endlich wieder eine echte Eintrittskarte in den Händen. Dem Länderpunkt stand somit nichts mehr im Wege.
Der Ground bestand zwar lediglich aus einem Kunstrasenplatz mit einigen mobilen Tribünen, doch die Centre Chiefs gelten als die Nummer drei des Landes und hatten dementsprechend auch einige Fans mitgebracht. Diese durften am Ende einen verdienten 1:2-Auswärtssieg feiern.
Kurz vor Spielende fragte ich die Fahrerin erneut, ob sie es pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit schaffen würde. Als sie antwortete, dass sie sich vermutlich um etwa eine halbe Stunde verspäten werde, machte ich mich umgehend auf die Suche nach einer Alternative. Das zweite Spiel musste schließlich noch rechtzeitig vor dem Anpfiff erreicht werden. Gesagt, getan.
Zufälligerweise war das Hotel Travelodge der Caterer der Centre Chiefs. Dem Fahrer kurz die Situation erklärt – und schon erklärte er sich bereit, mich für denselben Preis wie das bereits stornierte Taxi bis vor die Tore des GU Stadiums zu bringen.
Eine halbe Stunde vor Anpfiff erreichte ich schließlich das Stadion und konnte den Abend genau so ausklingen lassen, wie ich es mir vorgestellt hatte. (fj)







