SSV Jeddeloh II – SV Drochtersen/Assel – 3:0

„BLICKPUNKT BARSINGHAUSEN – EIN DORF FÜR POKALSIEGER“

24.05.2026
Niedersachsenpokal 3. Liga und Regionalliga
August-Wenzel-Stadion
Zuschauer: 1.556

BARSINGHAUSEN — Am Finaltag der Amateure wurden 21 Spiele in Deutschland ausgetragen und von der Sportschau in der Konferenz übertragen. Es gab Überraschungen, aber auch klare Sieger. Am Ende des Tages standen 62 von 64 Teilnehmern fest, die an der ersten Runde des DFB-Pokals teilnehmen. Einzig der Meister der Oberliga Westfalen und ein zweiter Kandidat aus Niedersachsen waren noch offen.

In Niedersachsen dachte man sich vor mehreren Jahren, dass es cooler sei, zwei Pokale auszuspielen statt nur eines. Somit wurden die Teams der 3. Liga und der Regionalliga aus dem Niedersachsenpokal genommen und in einen zweiten Niedersachsenpokal gesteckt. Doppelt hält besser – so lautete die Devise. Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen des NFV. Wenn man die große Bühne schon mühselig aufbaut, kann man diese schließlich auch an zwei Tagen nutzen. Somit hieß es am Samstag Lüneburg gegen Bersenbrück und am Sonntag Jeddeloh gegen Drochtersen/Assel.

Da die Auswahl am Pfingstsonntag doch sehr begrenzt war, entschieden wir uns für das zweite Pokalfinale und nicht für das erste am Samstag.

Dementsprechend ging es am Pfingstsonntag ganz entspannt nach Barsinghausen – ein Ort ohne wirklich viele Parkplätze. Wir stellten das Auto in einer Nebenstraße ab und gingen zum Stadion. Vor Ort hatten wir keine „neutralen Tickets“, sondern Karten für den Jeddeloh-Bereich, da der Schreiber dieser Zeilen einfach ohne hinzugucken auf „Stehplatz“ geklickt hatte. Wäre mir nicht passiert, wenn es eine Tageskasse gegeben hätte. Am Eingang war es dann aber völlig egal, für welchen Block wir Karten hatten. Stehplatz ist schließlich Stehplatz. Da sich alle Zuschauer ohnehin nur auf einer Seite verteilen konnten, war es letztlich egal, wo man stand. Die Fans stellten sich jeweils an die Seiten der Tribüne: links die Anhänger von Jeddeloh, rechts die von Drochtersen.

Beide Teams wurden mit ein paar Fahnen empfangen und drei Minuten zu früh rollte dann das Leder. Der leichte Favorit aus Kehdingen kam überhaupt nicht ins Spiel und kassierte bereits nach fünf Minuten das 0:1. Die weiteren 40 Minuten der ersten Hälfte waren sehr zerfahren und wirklich nicht schön anzusehen. Nach dem Pausentee machte Drochtersen Druck, konnte den Ball aber nicht über die Linie bringen. In der 79. Minute machte Jeddeloh dann mit der zweiten guten Chance den Deckel drauf. In der Nachspielzeit fiel noch das 3:0 und der Jubel bei den mitgereisten Fans kannte keine Grenzen.

Jeddeloh feierte somit den allerersten Pokalsieg auf Landesebene und steht damit zum zweiten Mal im DFB-Pokal. Glückwunsch von der Redaktion! Wir sind gespannt, welches Profiteam wahrscheinlich am Marschweg in Oldenburg gastieren darf.

Mein Fazit fällt gemischt aus. Auf der einen Seite fand ich es clever, beide Spiele auf einer Anlage austragen zu lassen, auf der anderen Seite finde ich das Stadion als Finalort eher bescheiden. Alle Zuschauer müssen sich auf einer Seite aufhalten und auf den anderen drei Seiten ist einfach nichts. Das wirkt eher wie ein Kreispokalfinale als wie ein Landespokalfinale. Es hätte sicherlich größere Stadien in Niedersachsen gegeben. Dafür konnten viele Groundhopper einen neuen Ground abhaken, denn hier spielt im Ligabetrieb normalerweise niemand. (mb)

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