Club Colonial Martinique – Espoir Sainte-Luce – 0:1

„VIEL EU-FEELING, WENIG KARIBIK-VIBES“

29.04.2026
Trophée Gérard JANVION – Regionale 1
Stade Louis Achille
Zuschauer: 300

FORT-DE-FRANCE – Unser vorerst letzter Karibik Bericht kommt aus Martinique. Wurde auf Guadeloupe noch ordentlich gekifft und gesoffen ging es hier viel geordneter zu. Auch die Straßen sind mindestens EU-Würdig. Die Leute wirken reservierter und vor allem nicht mehr so aufgeschlossen, locker und lustig, wie man es sonst aus der Karibik kennt.

Auch Guadeloupe gehört zu Frankreich und somit zur EU aber dort ticken die Uhren definitiv anders, eigentlich eher so garnicht. Dieses „In den Tag rein leben“, morgens schon benebelt oder besoffen sein fehlte auf Martinique in voller Gänze. Klar, wir haben auch 5 Nächte im besonders behüteten Süden übernachtet, aber auch im wilden, hügeligen Norden war es nicht wirklich anders.

Einzig am 01.05 wurde auf der ganzen Insel am Tag der Arbeit die Sau rausgelassen. Überall glühten bereits Morgens etliche Grillbuden vor, genau wie die Einheimischen, die diesen Feiertag scheinbar ganz besonders zelebrieren.

Am besagten Freitag sollte für mich auch eigentlich bei einem Drittligaspiel im Nationalstadion der Länderpunkt fallen. Das Spiel wurde einen Tag vorher kurzfristig verschoben und ich war heilfroh, dass diese Pflichtaufgabe bereits am Mittwoch Abend als erledigt abgehakt werden konnte.

Witzigerweise hatte ich eigentlich nur zwei Drittliga-Ansetzungen und ein U19 Spiel für Sonntag morgen auf dem Zettel. Am Ende kam alles anders und wir konnten uns ein Erstligaspiel im schönen Louis Achille Stadion anschauen.

Am 29.04 ging es also gegen 17:00 Uhr mit dem Mietwagen in die größte Stadt Martiniques, Fort-de-France. Kaum in der Hauptstadt angekommen, wurde zuerst ein „Carefour“ aufgesucht und sich mit Biervorräten, Thunfisch, Pasta und Tomatensauce für die restlichen drei Tage eingedeckt. Wir hatten eine wirklich coole Unterkunft mit Outdoor Küche welche wir gerne und oft genutzt haben.

Nachdem Supermarktabstecher ging es noch zu einem in Stadionnähe gelegenen Burgerladen. Für etwas mehr als dreizig Euro gab es ein großes gezapftes Lorainne Blonde, eine große Orangina, zwei Portion Pommes sowie ein Ham- und Chickenburger. Die Burger alleine hätten eigentlich alle mal gelangt um unseren Hunger zu stillen.

Am Stadion gab es die obligatorischen fliegenden Händler, welche aus ihren Autos Rum, Bier, Softdrinks und Süßigkeiten verkauften. Endlich läuft mal etwas ähnlich wie auf der symphatischeren Insel Guadeloupe! Noch schnell zwei halbe Lorainne für die erste Halbzeit gesichert, ging es auch schon kostenneutral auf die Gegentribüne.

Diese war ohne Ticket erreichbar und ein paar Jugendliche und ältere Einheimische gesellten sich zu uns. Super ranzige aber geile Bude in der mit den obligatorischen 7 Minuten Verspätung angepfiffen wurde.

Insgesamt sahen wir ein recht spannendes Spiel, wobei die Gäste aus dem Süden die Nase meist vorne hatten. Bis zur Halbzeit passierte nichts erwähnenswertes. In der Pause holte ich erneut zwei große Büchsen Bier bei der Händlerin des Vertrauens. In der 60. Minute trafen die Gäste letztendlich auch per Fernschuss zum 0-1 und ließen danach nichts mehr anbrennen. Mindestens 80 Gäste sind aus Sainte-Luce ihrer Mannschaft gefolgt und feierten den Schützen mit einem brachialen Torjubel ab! Diesen könnt ihr bei Bedarf auf unserem TikTok Kanal abrufen. Cheapau, Holligan28!

Nach Abpfiff gingen wir noch auf die überdachte, schicke Haupttribüne um auf den gelb-blauen Betonstufen nach einem Mitbringsel für zu Hause zu suchen. Und siehe da, nur wenige Minuten nach Beginn der Aktion hielt die Superspürnase (hd) ein schlichtes aber schickes Ticket in seinen Händen. Ein genauer Betrag stand nicht drauf aber ich vermute, dass der Eintritt pro Person bei 10 EURO liegen müsste.

Insgesamt war das Nievau auf Martinique deutlich höher als auf Guadeloupe, allerdings sah ich dort auch nur Spiele der zweithöchsten Liga. Das größte Zuschauerinteresse kann auf dieser Reise knapp vor Martinique Barbados zugerechnet werden.

Sechs Karibik Destination habe ich nun besucht. Martinique belegt damit einen guten (!) letzten Platz. Versteht mich nicht falsch, ich würde Martinique grundsätzlich weiter empfehlen, allerdings haben mir die anderen fünf Inseln einfach besser gefallen, teils deutlich. Dennoch nutzte ich hier auch wieder die Gelegenheit mit euch meine Sightseeing Highlights zu teilen. An der Plage de Anse d’Arlet hat man eine sehr hohe wahrscheinlichkeit in einem natürlichem Raum mit Schildkröten zu schnorcheln, ohne dass diese mit Fischresten für Massen an Touristen angefüttert werden müssen. Im kleinen Ort Sainte-Marie erreicht ihr über den Tombolo (eine Sandbank) die gleichnamige Insel Sainte-Marie. Aber aufgepasst, bevor dass Hochwasser kommt müsst ihr den Rückweg antreten, da die Sandbank sich dann zum Meeresgrund verwandelt. Zu guter letzt möchte ich noch eine klare Empfehlung für „La Savane des Esclaves“ aussprechen. Eine Art Outdoor-Museum über die schlimme Zeit der Sklaverei. Das geht unter die Haut aber gerade deshalb lohnt es sich. (hd)

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