“DAS GRÜNE HOTEL INS GLÜCK”
01.05.2026
3. Česká fotbalová liga
Stadion Vojtěcha Zeithamla
Zuschauer: 569
HOSTOUŇ – Ein wunderbarer Feiertag, manche Leute verbringen diesen Tag auf der Straße und andere fahren eben nach Tschechien. Durch die bundesligafreie Zeit an diesem Tag sollte es auf dem Weg nach Frankfurt zum Spiel der Rothosen eben einen kleinen Umweg geben. Grund hierfür auch die eher dürftigen Ansetzungen im eigenen Land. Somit brachte mich das grüne Hotel für einen Spottpreis von 25€ aus der Hansestadt in die goldene Stadt. Da zögerte ich nicht lange und saß am späten Donnerstagabend im Bus und gönnte mir eine Mütze Schlaf.
Am nächsten Morgen am ZOB im Bezirk 8 angekommen. Die Sonne strahlte, der Tag nahm somit seinen Lauf. Zunächst enterte man das nächstgelegene Hostel für die feuchte Erfrischung der Haut. Zwei Stunden nach Ankunft stand der erste Termin. Im “Sportovní centrum Univerzita Karlova” rollte der Ball. Ein sehr ansehnlicher Ground, die wenigen vorhandenen Kreuze bei Europlan (35) nach dem Spiel sprechen für sich. Hier rollte lange kein Ball mehr, in einer Stadt, wo wahrscheinlich fast jedes Wochenende hunderte Groundhopper sind. Der ideale Start in den Tag! Dabei reiht sich das Vergnügen in eines der wenigen Kicks ohne vorhandene Verpflegung für mich in Tschechien ein. Dafür brutzelte die Haut und ein paar Kiddies sorgten für schmunzelnde Gesichter mit einem Bengalo im Fanblock.
Anschließend besuchte ich “endlich” das Stadion von FK Admira Praha, was ein Prachtstück. Meine persönliche To-Do Liste in diesem Land ist endlos lang. Das Gesamtpaket stimmt einfach und wurde zwar schon oft erwähnt, sollte jedes Mal wieder erwähnt werden, wie schön dieses Land doch ist. Nur in meinen Augen “nervige” Deutsche, die lautstark das Spiel mit Ballermann-Gesängen oder sonstigen Parolen störten. Junggesellenabschiede, Mannschaftsausflüge oder Ähnliches sind leider auch ein Sinnbild von nervigen Reisenden. Diese sorgen bei mir immerhin für Fremdscham, ich bin eher der Freund davon, sich an jedem Ort an gewisse Regeln zu halten und Respekt für Einheimische zu haben. Genug Moralapostel!
Das Drittligaspiel am Abend im Bezirk Kladno war der letzte Kick des kleinen Ausflugs ins Nachbarland. Per Uber erreichte man das schicke Stadion, dort angekommen, staunte ich nicht schlecht. Am milden Sommerabend fand sich das ganze Dorf ein. Naja, nicht ganz. Wenn ich mich nicht verzählt habe, fehlten noch rund 1.000 Einwohner. Die “Ultras Kladno” reisten zahlreich an, der aktuelle Tabellenführer ist auf einem guten Weg in die zweite Liga. Der ehemalige Erstligist hat aktuell 8 Punkte Vorsprung auf seinen direkten Verfolger.
Die gewohnt gute „Becher-Quote“ auf tschechischem Boden machte einen starken Eindruck. Oft bricht bei so warmen Wetter und nur einem Getränkestand auf der Anlage vieles zusammen, hier lieferte der Zapfhahn Pivo und Malinovka in Massen. Das Drittliga-Spiel brachte Schnelligkeit und öffnete einem von selbst erneut die teilweise schwer werdenden Augen. Teilweise ansehnlicher Fußball ist man in diesem Land kaum gewohnt, was allerdings bis zum Schlusspfiff fehlte, war der Torerfolg.
Nach dem Spiel ging es per Linienbus zum Bahnhof in Pavlov. Geil! Ein komplett leerstehender Ort, keine Spuren von Zügen, Menschen oder Fahrkartenautomaten. Ich liebe es, wenn die Schaffnerin im Zug rumgeht und Geld kassiert. Für 30 Kronen gibt es das Ergänzungsticket dank der Tageskarte in Prag. Besser als Schwarzfahren!
Die Augen des Redakteurs mussten sich noch weiter gedulden, erst um 23:00 sollte es erneut ins grüne Hotel nach Frankfurt gehen. Genug Zeit, um noch mal durch die schöne Stadt zu watscheln. Über den Marktplatz zur Moldau und irgendwann zurück zum ZOB. Am Abend geht sowas, zur Mittagszeit ist es für mich unausstehlich. Viel zu viele Touristen aus aller Welt kommen DEFINITIV zurecht in die goldene Stadt. Nach der siebenstündigen Fahrt mit dem Flixbus wurde ich erneut pünktlich auf die Minute ausgespuckt. Dieses Mal Frankfurt, in direkter Nähe zum Bahnhofsviertel. Diese Stadt kann man ebenfalls nur mögen. Der Ausgang der Partie sollte vielen Lesern bekannt sein, die Hamburger sicherten sich den Klassenerhalt in der ersten Bundesliga. Freude im Gästeblock und für mich lohnte sich jeder gefahrene Kilometer. Genau dafür macht man solche Touren. Ein rundum gelungenes und effektives Wochenende. (tp)










