SC Hanau 1960 – KSV Baunatal (4:2)

Hallo und hereinspaziert in unsere neueste BILDERBUCHBUDE DER WOCHE! Da die Ausgabe (101) immer noch in unsere Jubiläumswoche fällt, gibt es heute auch ein richtig schönes Gewinner-Stadion auf die Augen: Das Herbert-Dröse-Stadion in Hanau!

Neben American Football wird in dem 16.000 Zuschauer fassenden Old-School-Stadion auch in der Hessenliga gekickt. Der kurdischstämmige SC Hanau 1960 absolviert einen Großteil seiner Pflichtspiele in dem Ground, der nach dem langjährigen Bürgermeister der Stadt benannt ist. Erbaut wurde die Spielstätte Anfang der 1950er-Jahre und der Zeitgeist aus der Nachkriegszeit ist in nahezu jedem Winkel des Stadions erhalten geblieben.

Doch Obacht: Da der Verein nicht mit Groundhoppern kommuniziert, kann es im Herbst, Winter und Frühling zu Überraschungen bei der Platzwahl vor Ort kommen. Und da ist noch was: Hanau profitiert von der „Sportmilliarde“ des Bundes und ab nächstem Jahr wird eine siebenstellige Summe in den Ground fließen. Erste-Hand-Infos an dieser Stelle: Die Aschebahn wird abgetragen und gummiert, Flutlichter installiert und eine neue Anzeigetafel errichtet.

Ausgeschlossen ist dabei auch nicht die „Ertüchtigung der Zuschauertraversen“. Wie dem auch sei: Der Zeitgeist von damals dürfte allmählich entfleuchen. Das ist schade, denn das einzige Stadion aus der Nachkriegszeit in Deutschland, das mit dem Herbert-Dröse-Stadion mithalten kann, steht in Neunkirchen. Wie es dort mit der Borussia weitergeht, steht ja leider auch in den Sternen.


10.05.2026
Herbert-Dröse-Stadion, Hanau
SC Hanau 1960 – KSV Baunatal (4:2)

KSV Baunatal – SC Viktoria Griesheim – 1:0

KSV Baunatal – SC Viktoria Griesheim – 1:0

„HERKULES WACHT ÜBER BAUNATAL!“

16.03.2024

Hessenliga

Parkstadion Baunatal

Zuschauer: 280

BAUNATAL – Der ein oder andere ehemalige Hattrick- oder Fußball-Manager-Zocker kann sich noch an den KSV Baunatal erinnern. Auch die alteingesessenen Fußballromantiker schweben noch in Zweitliga-Erinnerungen, als der Kultur- und Sportverein zwischen 1976-1979 mehr oder weniger erfolgreich in der zweiten Liga sein Glück versuchte. Für die neuere Generation ist der KSV Baunatal ein unbekanntes Pflaster unter dem Schatten des Herkules.

Um dieses Stück deutsche Fußball-Kultur genauer zu beobachten ging es relativ entspannt die A7 runter in die Region Kassel. Nach gut 170 Kilometern erschwerte uns ein Stein die Sicht. Steinschlag Nummero drei in meiner Autofahrer-Karriere lässt grüßen. Die Nummer von Carglass kenne ich mittlerweile auswendig. Trotz der eingeschränkten Sichtweise kamen wir überpünktlich am Herkules an. Die Sicht dort war auch schon mal besser, da die Regenwolken nicht über den Herkules rüber kamen. Dazu schmälerten zwei Kräne die Aussicht.

Nach der Sightseeing-Runde ging es dann bergab ins Tal. Das Parkstadion in Baunatal öffnete für neun Euro die Pforten. Mit einem Sieg können sie hier wieder auf einen Aufstiegsplatz klettern. Trotz der guten sportlichen Leistung verlieren sich nur sehr wenig Zuschauer im Parkstadion. Hätten wir gewusst, was die Spieler für einen Grottenkick auf’s Parkett zaubern würden, wären wir vielleicht doch nicht hier hergekommen.

Baunatal bugsierte das Leder in der ersten Hälfte irgendwie über die Linie und verschoss in der zweiten Hälfte einen Elfmeter. Mehr gibt’s nicht zu sagen. Dafür präsentierte sich der Stadionsprecher in Gönnerlaune: Nach 75 Minuten begann die Bratwurst-Happy-Hour. Zuerst wurde sie für 2,50 Euro verkauft, später sogar nur noch für 1,50. Die Reisegruppe überlegte kurz, merkte dann aber, dass das Kuchenbuffet gut gesättigt hatte. Mit vollem Magen genossen wir lieber den Blick auf das nette Parkstadion von der Gegentribüne, die aus Stufen und Wellenbrechern besteht. Gegenüber bestaunten wir die überdachte Haupttribüne und den Rasenwall hinter den Seiten. Ein schönes, altes Schmuckstück in Nordhessen.

Vielleicht wird Baunatal in der nächsten Saison bei den ein oder anderen auf der To-do-Liste stehen, wenn sie eventuell in der Regionalliga Südwest antreten dürfen. Kassel vs Baunatal, warum nicht? (mb)