FK FAP Priboj – RFK Graficar – 3:1

“BALKAN AUF DIE 1”

29.05.2026
Prva Liga Srbije
Gradski Stadion Priboj
Zuschauer: 197

PRIBOJ – In den weiten Teilen Europas sind die Saison und die Pokalspiele bereits abgeschlossen. Die Sommerpause nähert sich langsam und auch der geneigte Groundhopper wird in seiner Routenwahl eingeschränkter. Die neu eingeführte Route aus der bekannten Kreisstadt Schwechheim nach Tuzla weckt Begierde. Grund für die Buchung war bis April ebenso die “Terminierung” des Derbys in Sarajevo und des Derbys in Mostar. Zeitgleich an einem Wochenende, das viele Fußball-Touristen aus ihren Nestern bringt. Durch die Teilnahme Bosniens an der WM setzte man lieber nochmal ein Testspiel in Sarajevo an, zu Gast die Nationalelf aus Mazedonien. Der Spieltag der ersten Liga wurde somit vorgezogen. Balkan eben, damit darf gerechnet werden. Den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für mich nicht infrage, dafür mag ich diese Region viel zu sehr. Zeitgleich wird das Bewusstsein gestärkt, was für gesicherte Verhältnisse wir in unserem oft so kritisierten Deutschland haben. DFL & CO leisten hinsichtlich Terminvergabe gute und verlässliche Arbeit. Als Beispiel: Der angesetzte Verlegungs-Spieltag wurde am Sonntag, 24.05.2026 über die Verbandsseite angesetzt und einen Tag später rollte der Ball im Sarajevo Derby und bei Široki Brijeg.

Somit hieß es 2-3 Tage vor unserem geplanten Abflug zu entscheiden, was möglich ist. Der serbische Verband setzte unsere Alternative perfekt Freitag, um 17:00 Uhr an. 11:00 Uhr war die geplante Landung, dank freundlichen Leuten wurde ich am Mietwagen-Schalter vorgelassen und hatte somit schnell die Schlüssel in der Hand. Was unser Vorhaben spannend gestaltet, war natürlich die Ungewissheit an der bosnisch-serbischen Grenze. Der Grenzübergang in Karakaj lief innerhalb von 35 Minuten für Ein- und Ausreise fast schon zu schnell. Perfekt, die restlichen 3 ½ Stunden Fahrt entlang durch wunderbare serbische Landschaften bereitete dem Fahrer eine Menge Spaß. Auf der Rückbank sprach der Mitfahrer von dem Gefühl einer Achterbahnfahrt. Ich werte dies als Lob an die Redaktion.

In dem kleinen Ort an der Lim bietet das Gradski Stadion Priboj laut Europlan eine Kapazität für 10.000 Zuschauern. Ein riesiger Klotz für diese Stadt. Mittlerweile wurden die Haupttribüne und die Gegengerade bestuhlt und erneuert. Ein Dach gab es für die Haupttribüne. Das Geld fließt in dieser kleinen Stadt. Das Panorama bleibt 1A mit Sternchen. Hinter der Anzeigetafel fließt der Fluss, die modernen Toilettenhäuschen gleichen Skandinavien und zählen für mich wohl zu den besten Stadiontoiletten ich Osteuropas. Die Zuschauerzahl ist fast schon überdurchschnittlich gut für einen Kick in Serbien. Bei den Temperaturen um 25 Grad durfte natürlich keiner Wasser mit ins Stadion bringen. Einen Verkaufsstand bot der Verein selbstverständlich auch nicht an. Liebe für den Balkan!

Die einheimischen Spieler verabschiedeten sich würdevoll von ihrem Heimpublikum. Auf dem schwierigen Geläuf war es ein ansehnlicher Kick. Der Sieg brachte dennoch nicht die Wende und der Abstieg aus der zweiten Liga Serbiens war eine beschlossene Sache. FAP stimmte unsere Gemüter dennoch zufrieden und die Anreise über die bosnisch/serbischen Landstraßen war es wert. Nach Abpfiff ging es noch in Ћевабџиница Реле in Priboj. Besonders das “Komplet Lepinja” blieb in Erinnerung. Brot gefüllt mit Ei und dazu wird eine leckere Bratensauce serviert, spektakulär und richtig lecker.

Zurück nach Bosnien ging es erneut über die Landesgrenze, unseren knapp 7-stündigen Aufenthalt fanden die Grenzbeamten so spannend, dass diese unser Gepäck und Auto einmal komplett kontrollieren wollten. Vier gutaussehende junge Männer, kurze Einreise und schnelle Ausreise. Die perfekten Bedingungen, um uns mal eben kurz zu nerven. Verschenkte Arbeitszeit für die Kontrolleure am Ende. Unsere Route durfte fortgeführt werden. Auch das ist eben der Balkan und lief ja relativ entspannt ab. Zur Hauptreisezeit im Sommer habe ich das schon anders erlebt. Den Balkan auf die EINS! (sl)