Ferencvárosi TC – Zalaegerszegi TE – 1:0 n.V

“REKORDPOKALSIEGER FRADI”

09.05.2026
Magyar Kupa Finale
Puskás Aréna
Zuschauer: 49.858

BUDAPEST – Oder auch gesagt: Das “Paris des Ostens”. Moderne, schicke Altbauten und neue Häuser. Das Land wirkt weiterentwickelt als Teile unseres eigenen Landes und ein Fortschritt in Digitalisierung, der bis ins Amateurfinale des Pokals geht. Unser Vorspiel war das angemerkte Finalspiel im “Illovszky Rudolf Stadion”. Einen Ticketverkauf gab es nur online. Digitalisierung schön und gut, lasst aber gerne Amateurfußball in Frieden. Ebenso die vielen Neubauten im ungarischen Fußball, der moderne Weg wird stark nach vorne getrieben. Im Vergleich zu anderen Ländern in Osteuropa für mich definitiv ein Graus. Fradi ist im Thema Digitalisierung ein großer Vorreiter, für einen Besuch im heimischen Stadion benötigt jeder eine Fancard mit Fingerabdruck und Gesichtsscan. Zustände gleichen diese in Brasilien.

Das heiß begehrte Objekt war das Stadion, im November letzten Jahres ist es mir und Kollegen (hr) “durch die Lappen gegangen”. Benannt nach Ferenc Puskás, diese ungarische Legende spielte er unter anderem für die Königlichen. Die Zahlen sprechen für sich, für seinen Heimatverein Budapest Honved FC gelangen ihm in 349 Spielen satte 358 Tore. Mit einer vorhandenen Kapazität von 67.155 Plätzen ist es das größte Stadion in Ungarn. Dieses Jahr ist Budapest Austragungsort des Champions League Finale. Leider ohne deutsche Beteiligung, dafür darf das “große” Paris ins kleine reisen.

Pluspunkte für Budapest gab es auch für mich, parken in einer Großstadt relativ einfach und an einem Sonnabend zudem auch noch umsonst. Das ist nicht überall so, die 100 Forint schmiss ich in den Automaten, um herauszufinden, dass die Uhr erst ab Montag, 08:00 Uhr weiter läuft. Vielleicht kann sich der nächste durch diesen Bericht die Kohle sparen.

Somit ging es bei bestem Wetter per pedes zur großen Arena. Am Hauptbahnhof vorbei und somit erlebte man die Ankunft der Gäste. Vor zwei Jahren besuchte ich das Stadion der heutigen Gäste, damals anwesend, vielleicht insgesamt 250-300 Zuschauer. Erfolg zahlt sich aus, erstaunt war ich über die Anzahl an Gästefans am heutigen Tag. Eventuell motivierte die bestehende Freundschaft zwischen beiden Fanszenen den ein oder anderen heute nach Budapest zu fahren.

Jedem sportlichen Groundhopper empfehle ich natürlich den Kauf eines Tickets im Oberrang. Wahnsinnig geil, so viele Stufen in einem Stadion. Ausdauer-Training ist der Besuch ganz oben definitiv. Teilweise gibt es einen kostenlosen Ausblick über die Dächer der Stadt. Vor dem Anpfiff gab es eine gemeinsame Choreographie in den Vereinsfarben.

Ab jetzt der Spielbericht, mit 0:0 ging es in die Verlängerung. So schnell ist es möglich, 90 Minuten Fußball zu beschreiben. Ein unterirdischer müder Kick. Im Pokal gibt es dann logischerweise noch 30 Extra Minuten und viele Zuschauer stellen sich auf ein Elfmeterschießen ein. In der 111. Minute die Erlösung, Fradi ging in Führung und brachte dieses Ergebnis ins Ziel. Der Rekordpokalsieger holte seinen 25. Titel. Für mich reicht der diesjährige Ungarn-Besuch, “einmal im Jahr reicht”. (tp)