Manzini Sundowns – Ludzeludze Killers FC – 0:0

Manzini Sundowns – Ludzeludze Killers FC – 0:0

„ALLES IST GUT, SOLANGE DU WILD BIST“

02.05.2026
MTN Premier League
Teufelstopf
Zuschauer: circa 30

BHUNYA – grundsätzlich versuche ich, in einem Land immer mehr als nur einen Ground „abzuhaken“. Dass dies ohne eigenes Auto in Eswatini ein schwieriges Unterfangen werden würde, war von vornherein klar.

Eigentlich war ich mit den zwei angesetzten Spielen im Mavuso Sports Ground bereits sehr zufrieden. Doch vom Fußball hatte ich noch lange nicht genug.

Also überprüfte ich erneut die Spielansetzungen – und wurde für Samstag fündig. Das Problem: ein Ground fernab des Zentrums von Manzini, quasi mitten im Nirgendwo. Wie sollte ich dort ohne Auto und Führerschein hinkommen?
Meine Lösung: den Verein einfach kontaktieren.

Auf der Facebook-Seite des Manzini Sundowns FC war eine WhatsApp-Nummer hinterlegt, die ich kurzerhand anschrieb. Wenig später meldete sich tatsächlich eine freundliche Stimme per Sprachnachricht.
„Unser Manager kann dich abholen“ – so lautete die kurze, aber entscheidende Botschaft.
Natürlich nahm ich dieses Angebot dankend an. Am nächsten Tag wurde ich tatsächlich von einem Supermarkt in Manzini vom Manager abgeholt.

Während der Fahrt erklärte er mir, dass der eigentliche Heimspielort derzeit renoviert werde und man deshalb „im Exil“ spiele.

Etwa eine Stunde nach unserer Abfahrt erreichten wir den Ground. Das Tor wurde geöffnet, damit wir direkt mit dem Auto hineinfahren konnten – ein Erlebnis, das ich so zuvor noch nie hatte: ein Stadionbesuch per Auto.

Ein Eintritt wurde von mir nicht verlangt. Selbstverständlich beteiligte ich mich jedoch an den Benzinkosten. Doch damit nicht genug: Am Ground traf ich die freundliche Frau wieder, mit der ich zuvor geschrieben hatte. Sie betonte nochmals, wie sehr sie sich über meine Anwesenheit freue, und fragte, ob ich etwas essen möchte.
Natürlich sagte ich zu.
Ich durfte sogar von dem Essen probieren, das eigentlich für die Spieler vorgesehen war. Zur Auswahl standen Hähnchen mit Reis oder Pasta – ich entschied mich für Ersteres und genoss die Mahlzeit, stilecht mit einem Löffel. Eine unglaubliche Gastfreundschaft – ein unvergessliches Erlebnis.

Der Ground selbst – das Bhunya Stadium – erinnerte mich ein wenig an den „Teufelstopf“ aus Die wilden Kerle: ein einfacher Fußballplatz, umgeben von einem Holzzaun. Dennoch gab es einige Steine als Sitzgelegenheiten sowie sogar eine kleine Überdachung.

Das Spiel endete letztlich torlos. Auch wenn es für die Meisterschaft in dieser Saison wohl nicht mehr reichen wird, sind sie für mich dennoch Meister der Gastfreundschaft. Fußball verbindet – und zeigt einmal mehr, warum ich diesen Sport so sehr liebe.

Nach dem Spiel fand, wie bereits am Vortag, noch eine zweite Partie statt. Dieses Mal fielen auch Tore – es war sogar das erste Spiel für mich in diesem Land mit mehr als einem Treffer. Endstand: 1:1.

Kurz vor der Abfahrt sprach mich noch jemand aus dem Verein an und fragte, ob ich in Deutschland einen Sponsor vermitteln könne. Daher möchte ich nun auch euch mit ins Boot holen: Meldet euch gerne, wenn Interesse besteht. Vereine wie dieser haben Unterstützung mehr als verdient.

Anschließend ging es zurück nach Manzini. Unterwegs passierten wir ein Gelände, auf dem Ende Mai mit dem Bushfire Festival ein großes Ereignis stattfinden wird.

Alles ist gut, solange du wild bist. (fj)

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