SV Friedrichsort – TSV Flintbek – 8:6 n.E.
SV Friedrichsort – TSV Flintbek – 8:6 n.E.
„FLUTSCHFINGER IN FRIEDRICHSORT“
18.07.2026
Kreispokal Kiel
Sportanlage Harald-Lindenau-Weg
Zuschauer: ca. 125
KIEL – Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge der unregelmäßigen Serie „Kiel classics“. Heute berichten wir von der 1. Kreispokalrunde am vergangenen Samstag aus dem Norden der Landeshauptstadt.
Hier wartet eine Sportanlage, die so manchen Groundhopper durchaus ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte. Neben den drei Plätzen am Harald-Lindenau-Weg wird bisweilen auch der „Bubi-Hetzer-Platz“ am Vereinsheim bespielt. Der Stadtteil liegt direkt an der Kieler Förde und dem Falckensteiner Strand. Hier kann man baden gehen, Schiffe und Segler beobachten oder einfach nur ein Eis essen. Im Friedrichsort kommt jeder auf seine Kosten.
Die SVF bat an diesem Nachmittag auf den Hauptplatz der HLS zum Pokalfight – ein in der Zeit stehenden gebliebenes Schmuckstück mit Ausbau und vielen Retro-Details. Schon das Eingangstor verrät, dass man hier an der richtigen Adresse ist. Ein „Doppelcontainer“ mit gehörig viel Grünspan und Gilb ist der erste Blickfang vor Ort. Dort brutzeln hervorragende Bratwürste auf dem Grill und spätestens wenn ein „Holsten Edel“ über die Theke wandert, weißt du, dass du alles richtig gemacht hast.
Im Kreispokal traf der Kreisligist aus dem Norden der Stadt auf den Verbandsligisten aus dem Vorort von Kiel. Die Favoritenrolle lag bei Flintbek, der Heimelf wurden so früh in der Saison natürlich dennoch Restchancen in einem K.O.-Spiel eingeräumt. Zunächst lief auch alles nach Protokoll: Flintbek ging in Führung. Drei Mal ging Flintbek in Führung. Auch wenn Friedrichsort immer am Drücker blieb und mit Glück und Können jeweils ausgleichen konnte, war der Kipppunkt der Partie in der 66. Minute vermutlich erreicht.
In jener 66. Minute musste der Torwart der Gäste – ohnehin nur die Nummer 2 im Kader – verletzt ausgewechselt werden. Es kam die Nummer 3 von Flintbek und beim Stand von 2:2 hätte das Spiel vielleicht zu Gunsten des Kreisligisten kippen können. Stattdessen rief ein SVF-Angreifer dem verletzten Torwart der Flintbeker in Anlehnung an den glücklichen Ausgleichstreffer fünf Minuten zuvor ein heiteres „Flutschfinger“ hinterher. Der Schiedsrichter fand das gar nicht lustig und zückte die Rote Karte.
Flintbek konnte die Partie in der Folge recht mühelos auf 2:4 stellen. Es lief schon die letzte Minute, da klingelte es doch nochmal im Kasten der Gäste. 3:4 und die Nachspielzeit fiel dank der Torwart-Verletzung üppig aus. Tatsächlich rochen die Friedrichsorter Lunte und Flintbek wurde nervös. Mit der nahezu letzten Aktion der Partie schlenzte der Spieler des Spiels – Yusuf Eser – den Ball neben den Pfosten – 4:4! Der Nummer 19 der Heimelf gelang schon das sehenswerte 1:1 und auch im Elfmeterschießen schritt er voran und traf zur Führung. Wohin die Reise im Elfmeterschießen geht, konnte man schon nach den ersten Ausführungen der Gäste ahnen: Zwei Mal musste der Flintbeker vom Punkt antreten – beide Male vergab der Schütze.
Grenzenlose Freude am Ende beim SVF, nachdem zuvor sogar ein Matchball in die Wolken geschossen wurde. So kann man mal in die Saison starten. Ob der Rotsünder der Friedrichsorter seiner Mannschaft anschließend eine Runde „Flutschfinger“-Eis am Falckensteiner Strand spendierte, ist nicht überliefert – aber die Vermutung liegt nahe. (mm)




















