TSV Amrum – SG Wiedingharde-Emmelsbüll – 1:3
TSV Amrum – SG Wiedingharde-Emmelsbüll – 1:3
„KAMPF GEGEN DIE UHR AUF AMRUM“
19.07.2026
Kreispokal Nordfriesland, 1. Runde
Mühlenstadion
Zuschauer: 400
AMRUM – Nach der anstrengenden Chinareise kamen ein paar Tage Entschleunigung auf den Färöer genau richtig und ich kann den Berichten der Kollegen (tp) und (fj) nur beipflichten. Die Schafsinseln stehen für Ruhe und Entspannung.
Doch auch unsere deutschen Inseln sind immer eine Reise wert, wenngleich die Dichte an Vereinen und Spielen längst nicht so groß ist wie auf der Inselgruppe im Nordatlantik. Die Bandbreite reicht vom konstanten Spielbetrieb wie beim FSV Wyk auf Föhr über Inselvereine, die auf dem Festland spielen bis hin zu Teams, die nur unregelmäßig für den Pokal bzw. die Liga melden.
Der TSV Amrum von 1926 ist so ein Fall. Die Herrenmannschaft nimmt nicht am Ligabetrieb teil, bestreitet aber im Sommer “Gästespiele” um sich fit zu halten. Urlauber und Gäste sind jeden Mittwochabend eingeladen, sich mit den Inselkickern zu messen. Mitunter wurden die Partien vom ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter und Amrum-Liebhaber Markus Schmidt geleitet.
Einzige Möglichkeit für ein Pflichtspiel bleibt daher der Kreispokal Nordfriesland. Früher meldeten die Amrumer regelmäßig. Doch nachdem man in der ersten Runde mehrfach auf den regionalen Platzhirschen SV Frisia-Lindholm traf und natürlich chancenlos blieb, ließ die Motivation nach. Manch ein Insulaner munkelt, dass die Auslosungen gezinkt waren und der KFV die Amrumer partout nicht in der 2. Runde sehen wollte.
Ob nun Zufall oder nicht, jedenfalls sollte es vier Jahre bis zum nächsten Pokalspiel dauern. Mit einer vierköpfigen Autobesatzung düsten wir am Sonntagmorgen von Schwechheim zum Fähranleger nach Dagebüll. Sebstredend trafen wir dort das ein oder andere bekannte Gesicht und traten die 90-minütige Überfahrt mit Halt auf Föhr an.
Angekommen in Wittdün nahmen (cs) und ich den Weg querfeldein durch die Dünen am Kniepsand in Richtung Leuchtturm und von dort am Strand entlang zum Mühlenstadion. Der Strand ist an manchen Stellen 1,5 Kilometer breit und der Blick in die Ferne ist schon fantastisch. Dazu klarte das Wetter über den Tag auf, was will man mehr!
Ach ja, Fußball natürlich! Eigentlich war der Tag bis dahin perfekt und die Anlage mit ca. 400 Zuschauern sehr gut besucht. Aber die Gäste vom Festland kamen erst spät an. Der Schiedsrichter entschied, den geplanten Anpfiff um 15.30 Uhr zehn Minuten nach hinten zu schieben. Allerdings fuhr die letzte Fähre (geplant mit Gastteam und Schiedsrichtergespann) um 18.15 Uhr und der letzte Bus zum Anleger wiederum um 17.39 Uhr.
Erste Sorgenfalten machten sich bei den anwesenden Hoppern breit. Obendrein mussten die Gastgeber in Leibchen spielen, weil die Trikotfarben zu ähnlich waren…das ging ja gut los. Als wäre das nicht genug, verletzte sich ein Amrumer schwer und das Spiel war lange unterbrochen. Beim Stand von 1:1 zur Pause spazierte der Schiedsrichter seelenruhig Richtung Kabine. Erst auf Intervention eines Hopper-Urgesteins wurde die Halbzeitpause deutlich verkürzt.
Lange Zeit blieb es beim Unentschieden, obwohl Wiedingharde-Emmelsbüll in Überzahl spielte. Ich muss aber dazu sagen, dass wohl einige Spieler aus der A-Jugend für den Inselkick ran mussten. In der 74. Minute fiel das 1:2 und es machte sich Erleichterung breit. Elfmeterschießen hätte es nicht geben dürfen. Nach einem weiteren Platzverweis sorgte Groneberg in der 90. Minute für die Entscheidung und zugleich ertönte der Abpfiff. Hinter dem Sportplatz stand schon der Bus und mit einem Sprint erwischten wir ihn so gerade eben. Auf den letzten Drücker erreichten auch die Gästespieler und Schiedsrichter die Fähre. Was für ein Nervenkitzel für den Inselpunkt, aber es hatte sich in jeglicher Hinsicht gelohnt! (hr)










