Shandong Taishan FC – Henan Songshan Longmen FC – 1:2

Shandong Taishan FC – Henan Songshan Longmen FC – 1:2

“LEICHTES TICKETCHAOS – WECHAT AUF DIE EINS”

26.07.2026
Chinese Super League
Jinan Olympic Sports Center Stadium
Zuschauer: 20.511

JINAN – Die zweite Station sollte also Jinan sein, nach dem Besuch am Vorabend in Qingdao. Am Abend davor genoss man die lauwarme Sommernacht bei 28 Grad auf Plastikstühlen und ein Einweisen mit Stäbchen, um mein bestelltes Essen zu futtern, war vergebens! Ein Bild für die Götter, die anderen Besucher des Lokals hatten viel zu lachen. Irgendwie schaffte ich es schon, alles in mich rein zu kippen. Die Küche ist ein Genuss in diesem Land. Vielleicht gibt China-Experte (hr) auf der nächsten Weihnachtsfeier mal einen Kurs für die Redaktion oder wir buchen uns einen externen Dienstleister.

Nach dem Ausschlafen ging es erneut via Schiene in die Stadt, die für meinen Weiterflug perfekt auf der Strecke liegt. Fast genau in der Mitte zwischen Qingdao und Beijing. Nach dem Ankommen und dem 15 minütigen Weg zwischen Fernzug und Metro in einer Station(!). Distanzen, die perfekt für Schritte-Sammler sind. : Da dieses Stadion – anders als das in Qingdao – keine Gepäckaufbewahrung besitzt, musste die nebenan befindliche Tankstelle aushelfen. Nicht selbstverständlich, aber immer eine gute Option, egal in welchem Land.

Neunzig Minuten vor Anpfiff öffneten die Tore des Stadions. Was beim gestrigen Kick noch so einfach war, stellte mich heute vor Schwierigkeiten. Das System konnte mein Ticket, welches mir ein chinesischer Kontaktmann gekauft hat, nicht finden beziehungsweise meine Passnummer nicht im System entdecken. Es entstand Hektik, die Übersetzer-App lief auf Hochtouren. Die sowieso schon viel zu lauten Chinesen wurden immer lauter. Geiles Volk übrigens nebenbei! Eine Lautstärke, da ist meine Arbeit mit um die 20 Kindern oft ruhiger. Nach mehreren Versuchen stand ich – ich nenne sie mal „Ticketchefin“ Auge in Auge mit ihr. Sie prüfte den gesamten Vorgang, an unserer Story schien für sie dann doch etwas dran zu sein. So durften wir die ersten zwei Kontrollen in ihrem Schlepptau durchlaufen. Am Eingang prüfte dann nochmal jemand unsere Passnummern und Zack hatten wir unser Ticket in der Hand. Die erste negative Erfahrungen mit “Wechat”, an sich liefert das System echt gute Arbeit. Einfach zu bedienen, überall nutzbar und fast Idiotensicher, wenn man sich reinfuchsen kann und das auch als Ausländer durch die gute Übersetzungensfunktion.

Das Stadion ist schon eine Wucht, da ist es traurig, dass zu meinen Spielen in diesem Land wenig Zuschauer kamen. Es gibt natürlich auch Ausreißer (Beispiel: Spielbericht von (hr) aus Dalian). Der Fußball, der mir hier von den vier beobachteten Teams geboten wurde, ist aber auch harte Kost. Gut, dass ich nicht in Länder fahre, um guten Fußball zu sehen. Dann dürften so einige Länder immer noch als nicht besucht gelten. In der Heimkurve fiel mir vor allem das perfekt im Takt angepasste Fahnen schwenken und Fahnen senken in der ersten Reihe. Länger als zehn Sekunden gab es an diesem Abend diese nicht zu sehen. Sobald alles oben war, sah es ansehnlich aus. Ist eben eine andere Kultur und mit unserer nicht zu vergleichen. Das Spiel zog sich erneut wie ein Kaugummi, Spannung kam mal wieder erst zum Ende auf, der VAR nahm den Zuschauern diese Spannung, indem er fast fünf Minuten einen möglichen Elfmeter überprüfte, kommt eigentlich bei vielen Zuschauern irgendwann auch hier der Moment: “Auf diese VAR-Kacke hab ich keinen Bock mehr”? Somit kam mir der Abpfiff sehr passend.

Nach dem Spiel musste noch der Weg zurück nach Beijing angetreten werden. Damit der Weiterflug ins nächste Land klappt, benötigt es schnelle Füße. Hat alles geklappt, Organisation und Infrastruktur kann China eben. Von der bereits bekannten Beijing South Railway Station musste es nachts allerdings mit DIDI zurück zum Daxing Airport klappen. Kosten: Circa 20€, ist schon ein fairer Preis für knapp 50 Kilometer. Das war es also mit dem ersten Aufenthalt in China, eventuell kommt ja nochmal einer dazu. Man weiß ja nie! (tp)

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