Hammer SpVg – SVE Heessen – 2:1
Hammer SpVg – SVE Heessen – 2:1
“SONNABEND AUF DIE EINS”
22.08.2026
Landesliga Westfalen
Betten-Kutz-Stadion
Zuschauer: 1.200
HAMM – Hier ist also der Kollege von (fj), der nach dem Desaster der deutschen Bahn (Bericht vom gestrigen Tag) keinen Bock mehr hatte. Somit ging es mit der für mich aufgehobenen Zugverbindung nicht bis Aspach, sondern nur Richtung NRW. Der Plan, am Sonntag im beliebten Bundesland vorstellig zu werden, war sowieso Teil meiner geplanten Tour. Die erste Station des Tages war Rheda-Wiedenbrück. Ein Verein, der seit 2020 ununterbrochen in der Regionalliga West heimisch geworden ist. Auch hier habe ich bereits zwei Versuche benötigt, um diese Spielstätte zu besuchen. Anders als heute erfolgte die Anreise per Auto und der Plan wurde von der A7 zunichtegemacht. Nach dem trostlosen Besuch, aber einem spannenden Spiel gegen den Aufsteiger aus Hilden ging es weiter nach Hamm.
Für mich zwar ein Revisit, aber die Anstoßzeit an einem Sonnabend um 18:00 Uhr lockt eben den einen oder anderen Zuschauer an. Manche Vereine verstehen eben doch etwas von außerplanmäßigen Anstoßzeiten. Zudem stellte ich vor Ort fest: Es stand das Stadtderby an. Der heutige Gast aus Hamm-Heessen ist ein neuer, aber altbekannter Aufsteiger in die Landesliga Westfalen.
Im deutschen Fußball ist aber eher der Stadtrivale bei einigen Fußball-Enthusiasten bekannt. Der HSV aus Hamm, ein Logo und Name, welcher im Gedächnis bleibt. In der Vergangenheit Teilnehmer an der damaligen Regionalliga West oder im DFB-Pokal. Der Verein bot Spielern wie Horst Hrubesch, Mike Hanke oder Michael Oenning eine Heimat. Aus Hamm führte der Weg von Hrubesch an die Hafenstraße zum großen HSV. Die Rotblusen bieten Geschichte, dennoch ist seit den frühen 2000er Jahren vom alten Charme nur noch Historie übrig. Im Jahr 2015 wurde David Odonkor als Sportdirektor verpflichtet. Wir alle müssen kurz an seine Vorlage im WM-Spiel 2006 gegen die polnische Nationalmannschaft denken. Was eine schöne Zeit und mittlerweile 20 Jahre her! Da kann ja selbst ich als jüngster in unserem Verbund sagen, man bin ich alt geworden.. Die Verpflichtung brachte hingegen keine Wunder, durch die Corona-Pandemie “profitierte” der Verein durch die Auslassung von Absteigern aus der Liga. Im Jahr 2022 dann der Abstieg in die Westfalenliga und zwei Jahre später ging es noch tiefer in die Landesliga. Angekommen in der Realität.
Das Stadion mit dem heutigen Namen: Betten-Kutz-Stadion bietet nach wie vor Platz für viele Zuschauer. Im Volksmund wird es immer noch Mahlbergstadion genannt und ist seit 1965 die Heimat des Vereins. Als Highlights gelten die Spiele zu Zeiten der Regionalliga West, 12.000 Zuschauer fanden sich bei Spielen gegen Gegner wie Preußen Münster, Schwarz-Weiss Essen oder Alemannia Aachen ein. Alles Gästeteams mit großem Namen, aber auch sie haben ähnlich wie der Verein aus Hamm im deutschen Fußball keine große Rolle mehr spielen. Leider! Der Vereinsrekord wurde im nebenan liegenden “Jahnstadion” gegen Arminia Bielefeld am 26.02.1967 erreicht, 18.000 Zuschauer kamen in das schicke Stadion. Dieses Stadion sieht zwar nicht mehr wie früher aus, dennoch immer noch an gleicher Stelle. Infos zu Ansetzungen im Herren-Bereich nehmen wir natürlich gerne entgegen.
Der Andrang an der Tageskasse war groß, ein lauwarmer Sommerabend und eine unerwartete lange Schlange am Ticket-Häuschen. Sieben Euro Eintritt und auf dem Platz ehrlicher Amateurfußball. Auf der Gegengerade machtem sich die Gäste breit, zum Anpfiff stieg blau-gelber Rauch in die Luft. Beeindruckt davon wirkten zunächst die Gastgeber, die leicht schläfrig wirkten. Somit gelang der Führungstreffer für die Gäste bereits nach zwölf Minuten. Lange währte der Schock nicht, der “schlafende Riese” wachte auf und drehte noch vor der Halbzeit das Spiel. In der zweiten Halbzeit drehten lediglich die Sicherungen neben dem Platz ein wenig frei, auf dem Platz fielen keine Tore mehr. Alles in allem ein würdiger Rahmen für das Stadtderby der Stadt Hamm. Und vielleicht ein Vorbild, wieso sich im Amateurfußball sich einige Bundesländer etwas abschauen könnten und viel mehr Spiele entgegen der Anstoßzeit 14:00 Uhr angepfiffen werden sollten. Es würde sich oft lohnen! (tp)








