Polizeisportverein Braunschweig – FC Mainaustraße – 1:3
Polizeisportverein Braunschweig – FC Mainaustraße – 1:3
„EINMALIGE CHANCE AN DER SCHANZE“
27.06.2026
Freundschaftsspiel
Olympia- Skistadion
Zuschauer: 2.713
GARMISCH-PARTENKIRCHEN –
Während in den USA, Kanada und Mexiko die Weltmeisterschaft läuft, finden in Deutschland kaum noch Pflichtspiele statt. Dementsprechend war das jährliche „Klassentreffen“ in Garmisch-Partenkirchen genau zum richtigen Zeitpunkt angesetzt.
Nach der Bekanntgabe wurden umgehend die Nachtverbindungen für jeweils schlappe 13 Euro gebucht. 13,12 Euro kostete auch die Eintrittskarte für das PSV-Spiel. Unter dem Motto „Schanzengleichheit“ standen die Ziffern 1312 in diesem Fall für „ACAB – All Colours Are Beautiful“. Ein Teil der Erlöse wurde an den CSD Murnau 2027 gespendet. Außerdem wurde für den LAG Mali e.V. gesammelt – eine Organisation mit dem Ziel, Menschen den Zugang zu Bildung, Trinkwasser und Nahrung zu ermöglichen.
Der Tag in Garmisch-Partenkirchen begann mit dem Zusammenschluss einer weiteren Reisegruppe. Gemeinsam teilten wir uns die Taxikosten, um die Partnachklamm zu besuchen. Dabei handelt es sich um eine beeindruckende Schlucht mit Wanderwegen entlang von Stromschnellen und Wasserfällen. Wenn man schon einmal in der Gegend ist und etwas Zeit mitbringt, ist ein Besuch absolut empfehlenswert.
Nach dem Touristenprogramm ging es zum ersten Kick des Tages. Zugunsten der Hopper wurde die Anstoßzeit von 14:00 Uhr auf 11:30 Uhr vorverlegt. Der Weg für den Doppler war damit frei. Das Stadion am Gröben ist mit seinem beeindruckenden Bergpanorama definitiv einen Besuch wert. Das fanden offenbar auch mindestens 633 weitere eingecheckte Hopper.
Ärgerlich war allerdings, dass der Schiedsrichter deutlich zu früh zur Halbzeit pfiff. Gespielt waren nicht einmal 40 Minuten. Der eine oder andere konsequente Hopper hatte das Stadion zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Die meisten schien das nach meinem Eindruck allerdings nicht sonderlich zu stören. Nachdem auch die zweite Halbzeit zu früh abgepfiffen wurde, fiel der zeitliche Puffer zwischen den beiden Spielen entsprechend großzügig aus.
Ich nutzte die Zeit, um mich mit einer Leberkässemmel aus dem Supermarkt zu stärken. Wenig später ging es durch das schöne Ortszentrum weiter zum Olympia-Skistadion, in dem bereits 1936 die Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden.
Insgesamt kamen über 2.000 Fußballbegeisterte aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar über die Landesgrenzen hinaus zu diesem besonderen Kick. Viele nutzten die Gelegenheit, die Skisprungschanze zu erklimmen und sich den einen oder anderen spektakulären Ausblick sowie tolle Fotos zu sichern. Auch der Ground selbst bot mit seiner einzigartigen Kulisse zahlreiche Motive für den perfekten Schnappschuss.
Etwas kritischer sehe ich dagegen das Auftreten einiger weniger Besucher. Grundsätzlich soll jeder tragen, was er möchte. Ob man bei einer Veranstaltung, bei der ganz Fußballdeutschland zusammenkommt, anderen jedoch unbedingt die Farben des eigenen Vereins – insbesondere in Form von fannaher Kleidung – unter die Nase reiben muss, halte ich für fraglich. Wer sich anschließend über entsprechende Reaktionen wundert, braucht sich darüber nicht zu beschweren.
Insgesamt war die Stimmung jedoch ausgesprochen entspannt. Rivalisierende Fans ließen sich gegenseitig in Ruhe oder stießen sogar gemeinsam an. Genau so sollte es sein, denn beim Groundhopping geht es schließlich nicht um den eigenen Verein.
Das Event fand bei Temperaturen von deutlich über 38 Grad statt und war insgesamt hervorragend organisiert. Es gab mehrere Trinkwasserstationen, an denen die Besucher ihre Flaschen kostenlos auffüllen konnten. Schatten war allerdings nahezu Fehlanzeige, da das Stadion über keine Überdachung verfügt.
An einem Merchandising-Stand wurde attraktiver Stoff verkauft. Außerdem konnten dort bereits Tickets für die kommenden Veranstaltungen in Darmstadt und Marl erworben werden.
Vor dem Spiel und in der Halbzeit sorgten Nachwuchstalente mit Skisprüngen für Unterhaltung. Einer der Springer verletzte sich jedoch bei seinem Halbzeitsprung, sodass der Rettungsdienst eingreifen musste. An dieser Stelle gute Besserung!
Auf dem Rasen setzte sich schließlich der FC Mainaustraße mit 3:1 durch.
Nach dem Spiel ging es zügig zum Bahnhof. Schnell war klar: hier geht nicht mehr so viel. Die Lösung: schnell eines der letzten, verfügbaren FlixBus- Tickets buchen und abfahrt. Beileid an alle, die in Garmisch Partenkirchen gestrandet sind.
Für mich war es nach Lahti bereits der zweite Ground mit einer Skisprungschanze. Bad Freienwalde steht aber genau so auf der Liste, wie das Stadion in Marl, dass anfang Oktober gekreuzt wird. Danke an den PSV Braunschweig für die Organisation (fj)










