Strømsgodset IF – ODD BK – 2:2

Strømsgodset IF – ODD BK – 2:2

“DER PERFEKTE SOMMERTRIP”

27.06.2026
OBOS-Ligaen
Marienlyst Stadion
Zuschauer: 4.503

DRAMMEN – Um in den Sommermonaten eine Tour ins Ausland zu buchen, benötigt man oft eine Menge Vorlaufzeit. Ansonsten muss man mit unglaublichen Preissteigerungen rechnen, da das nichts für mich ist, buchte ich die Wochenendtour nach Norwegen schon im Februar. Während also gefühlt alle bekannten Hopper aus meinem Freundeskreis in Süddeutschland zum Hopperauflauf des Jahrhunderts verweilten (Anm. d. Red.: Lediglich zwei Schreiberlinge von uns), stieg ich am Freitagabend um 18:00 Uhr ins grüne Hotel nach Oslo. Die ersten Leser bekommen hier sicherlich Schnappatmungen, reiht sich diese Strecke aber auch in meine persönliche Entfernungs-Bestmarke auf Platz zwei. Die geplante Ankunft war um 08:55 Uhr, die Stunde auf der Fähre von Puttgarden nach Rødby ist eingerechnet. Abendessen zum Sonnenuntergang auf der Fähre, alles im Preis enthalten! Nach der nötigen Augenpflege wachte ich in Göteborg zum Sonnenaufgang auf. Das grüne Hotel lieferte zufriedenstellenden Service. lediglich 20 Minuten Verspätung sammelte der Bus auf der Strecke an, damit konnte ich leben. Über Preise spricht man nicht, dennoch bringt dieses wunderbare Unternehmen einen schmalen Kurs an interessante Orte.

Das Land befindet sich im WM-Fieber, besuchte ich doch selbst im vergangenen Jahr noch mit Kollege (cvs) das Qualifikationsspiel gegen Israel. Die Mannschaft um Erling Haaland ziert fast jede Wand in der Hauptstadt, im Supermarkt gibt es Lachs-Verpackungen mit dem Logo der Nationalmannschaft. Immerhin ist die Delikatesse immer noch nicht ausverkauft, obwohl so viel nach Amerika mitgebracht wurde. Der Fußball blüht auf, die großen Vereine im Land sind definitiv interessant, zudem bieten die Kurven der Liga auch gute Shows. Für meine Reise reicht mir auch die zweite Liga. Somit fuhr ich von Oslo weiter nach Drammen, die 45 minütige Zugfahrt kostete rund 13€, das Argument “Norwegen ist so teuer” gibt es nicht mehr. Die Zeiten sind vorbei, ohne DE-Ticket ist es bei uns auch nicht billiger.

Dank der frühen Ankunft durch den pünktlichen Bus schaffte ich noch vor meinem Abendspiel in Drammen den Kick von Mjøndalen IF, ein Stück weiter westlich befindet sich der Drittligist. Das Gründungsjahr 1910 und die Farben Braun-Weiß bleiben mir definitiv nicht positiv in Erinnerung. Dennoch das perfekte Vorprogramm des Tages, bei herrlichen 29 Grad bringt der Fußball eben noch mehr Spaß. Nach dem Abpfiff ging es erneut per Zug nach Drammen, das Stadion des aktuellen Zweitligisten wartete auf meinen Besuch. Nur zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt, in der Stadt ist der Verein sehr präsent. Die Brücke, die über den Fluss der Stadt führt, ist mit den Flaggen des Vereins verziert. Auch hier haben die Leute der Stadt Lust auf Fußball, die Zuschauerzahl spricht dafür. Der ehemalige Erstligist ist aktuell wieder auf dem besten Weg zurück in die Eliteserien. Als Tabellenführer empfing man die Gäste als Viertplatzierten. Somit war es ein Spitzenspiel zum Samstagabend.

Das Spiel startete vielversprechend, ein wirklich attraktives Fußballspiel mit zahlreichen Chancen. So muss es sein, die Heimkurve mit teilweise gutem Support, mit Klatscheinheiten, die sehr ansehnlich waren und eine hohe Mitmachqoute boten. Dem lauwarmen Sommerabend wurde hiermit der würdige Rahmen geboten. In der Schlussphase wurde es nochmal besonders heikel, die Gäste schossen den vermeintlichen späten Siegtreffer und bejubelten diesen mit ihren mitgereisten Fans. Kurz vorm Ende dann der Schock, die Gastgeber glichen nochmal aus, großer Jubel auf der Heimseite. Eine gerechte Punkteteilung in meinen Augen.

Für mich war der Tag aber noch nicht vorbei oder ging jetzt erst richtig los. Groundhopping muss nicht immer unsportlich sein, somit nutzte ich die Helligkeit Skandinaviens noch für eine Wanderung auf einen Berg nahe der Stadt. Auf dem Weg lag ein kleiner Badesee, eine solche Landschaft kann man nur lieben. Der perfekte Sommertag mit zwei Spielen endete mit insgesamt 35.000 Schritten, Sonnenuntergang und Rehen im Wald.

Den Sonntag verbrachte ich ganz entspannt beim Spielbesuch eines Drittligisten in der Hauptstadt. Per Pedes ging es nach Skeid und erneut strahlte die Sonne auf die Stadt. Nach dem Spiel ging es für mich bei meinem mittlerweile fünften Besuch in Oslo zum ersten Mal das Opernhaus nach oben. Vor der Abfahrt zum Flughafen sprang ich wie viele andere Norweger ins Wasser, das nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt war. Die Stadt Oslo wird nie zu meinen Lieblingsstädten Europas gehören, aber die Lebensqualität an heißen Tagen stimmt definitiv. (tp)

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