Österreich – Kosovo – 3:1
Österreich – Kosovo – 3:1
„PRATER, STELZE, STADION – WIEN VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE”
27.09.2026
Ernst-Happel-Stadion
UEFA Nations League 2026/27, Liga B
Zuschauer: 47.000
WIEN – Nach dem Besuch des Spiels England gegen Spanien im Wembley-Stadion wurde sich im Wetherspoon-Pub noch mit dem einen oder anderen Pint für die kommende Reiseetappe gestärkt. Der Flibco setzte das reisehungrige Dreiergespann aus Schwechheim schließlich um 02:00 Uhr am Flughafen Stansted ab. „Wahnsinn, die Airport-Nacht“, (hr) wurde die Nobelübernachtung mit voller Begeisterung im Chat kommentiert.
Einige Stunden später setzte uns Malta Air pünktlich um 09:30 Uhr in Budapest ab. Hier sollte die Reise natürlich noch nicht zu Ende sein. Um das erholsame Wochenende abzurunden, hatten wir uns im „Grünen Hotel“ (tp) eingebucht, mit dem es uns in eine weitere Perle an der Donau, nach Wien, verschlagen sollte.
Es galt, keine Zeit zu verlieren und so traf man sich bereits kurze Zeit nach der Ankunft mit einem Wiener Freund im Schweizerhaus. Das Schweizerhaus im Prater ist eine absolute Wiener Institution und zeichnet sich insbesondere durch seinen riesigen und äußerst gemütlichen Gastgarten aus. Hier werden feinstes Budweiser und eine derart legendäre Stelze (Schweinshaxe) serviert, dass die Post die Kombination aus Speis und Trank sogar auf einer eigenen Briefmarke verewigte. Wir trafen dort bereits auf Heerscharen von ÖFB-Fans, die das Schweizerhaus vor ihren Spielen gerne als Treffpunkt nutzen.
Gut gestärkt ließ das nächste Highlight in Form der Anreise zum Ernst-Happel-Stadion nicht lange auf sich warten. Die Liliputbahn, eine schmalspurige Parkeisenbahn, fuhr uns einmal quer durch den Prater und setzte uns schließlich direkt vor dem Stadion ab.
Das Ernst-Happel-Stadion wurde 1931 als Praterstadion eröffnet und erlebte neben dutzenden ÖFB-Cupfinals zahlreiche große Fußballmomente. Dazu zählen die Endspiele des Europapokals der Landesmeister 1964, 1987 und 1990, das Champions-League-Finale 1995 sowie das Finale der Europameisterschaft 2008.
Am Sonntag sollte es dann eine Nummer kleiner zugehen: Österreich empfing im Rahmen der Nations League in der Liga B den Kosovo. Das kleine Balkanland brachte zahlreiche Anhänger mit, die sich in den Sektoren F und A versammelten. Musik von Rainhard Fendrich und DJ Ötzi erschallte vor dem Anpfiff durch die Ränge und ließ die alpenländischen Herzen höher schlagen. Selbstverständlich hatte die Salzburger Privatbrauerei Stiegl wieder einmal tausende rot-weiß-rote Fahnen ausgelegt, sodass das gewohnte österreichische Fahnenmeer zu bewundern war.
Vom Rand des Sektors C aus ließ sich die Choreografie der österreichischen Fankurve beobachten. Abwechselnd rot-weiß-rote Streifen schmückten den Sektor und wurden durch den Schriftzug „Unsere Farben, die wir alle stolz im Herzen tragen“ ergänzt. Für ein Länderspiel in Mitteleuropa durchaus eine ansehnliche Darbietung!
Es sollte das Spiel der Debütanten und Ersttorschützen werden. Bei einem malerischen Sonnenuntergang und milden sommerlichen Temperaturen brachte Affengruber die österreichische Auswahl per Kopf in Führung. Schade nur, dass der VAR mehrere Minuten benötigte, um den Treffer zu überprüfen. Das nahm dem Torjubel doch ein wenig die Unbeschwertheit. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Junior Adamu auf 2:0, woraufhin Johann Strauss‘ „An der schönen blauen Donau“ durch das weite Rund hallte.
Ein altes Stadion wie das ehrwürdige Ernst-Happel-Stadion hat allerdings auch seine Tücken. Ein extrem enger Gang zwischen dem ersten und zweiten Rang dient gleichzeitig als Zugang zu den Treppen, als Wartebereich für die Toiletten und als Schlange für all jene, die sich ein frisch gezapftes Ottakringer gönnen möchten. Das Stadionbier musste daher leider ausfallen, da ein Anstellen unter diesen Bedingungen schlichtweg unzumutbar war.
Hier wäre eine Verbesserung der Situation durchaus wünschenswert und der ohnehin schon guten Stimmung im Stadion sicherlich weiter zuträglich.
Die zweite Halbzeit brachte dann in der 61. Spielminute die Entscheidung: Chukwuemeka, der bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht, erhöhte auf 3:0.
In der 83. Minute durften schließlich auch die Gäste aus dem Kosovo das Stadion mit lautstarkem Jubel erfüllen. Zhegrova verwandelte einen Strafstoß zum 3:1, was zugleich den Endstand bedeutete.
Zu „Sweet Caroline“ von DJ Ötzi feierten die Österreicher anschließend den Sieg ihrer ÖFB-Elf, die damit ihre Serie auf mittlerweile 16 ungeschlagene Heimspiele in Folge ausbauen konnte. Hut ab!
Einmal mehr hat sich gezeigt, dass Wien immer eine Reise wert ist und nicht nur mit Donau, Küche, Wein und Gemütlichkeit überzeugt, sondern auch mit einer für ein Wintersportland mittlerweile durchaus bemerkenswerten Fußballkultur überraschen kann.
Wie sagte der große Österreicher Arnold Schwarzenegger einst so treffend: „I’ll be back!“ (cs)











