TSV Marl-Hüls – Polizei SV Braunschweig – 3:1

TSV Marl-Hüls – Polizei SV Braunschweig – 3:1

„MEHR CHECK-INS ALS WORTWITZE“

03.10.2026
Jahnstadion Marl
Testspiel
Zuschauer: 999

MARL – Vor einigen Jahren schaute ich mir auf YouTube ein Video von Stadiontouri über das Jahnstadion in Marl an. Dass dieser Ground nun am Tag der deutschen Einheit tatsächlich gekreuzt werden konnte, verdanken wir unter anderem dem PSV aus Braunschweig.

Ursprünglich sollte die Reise nach Skopje zum Länderspiel führen. Da das Spiel des PSV jedoch für denselben Tag angesetzt wurde, ging es stattdessen zu einer einMARLigen Gelegenheit ins Jahnstadion. In Skopje wurde ich derweil vom Kollegen (hr) vertreten.

Für gerade einmal 13 Euro ging es mit dem ICE ins Ruhrgebiet. Die Route führte zunächst über Dortmund nach Waltrop, wo ein U19-Kick auf dem Programm stand. Immerhin gab es dort einen kleinen Ausbau zu begutachten. Anschließend wurde ich von einer Hamburger Hopper-Fraktion mit dem Auto mitgenommen. Vielen Dank noch marl!

Da noch etwas Zeit blieb, durfte ein Taxi-Teller natürlich nicht fehlen. Für zehn Euro bekam ich in der „Grillstube Marl“ einen der besten, die ich je gegessen hatte. Praktischerweise lag der Grieche gerade einmal zehn Gehminuten vom Stadion entfernt.

Je näher man dem Stadion kam, desto voller wurde es. Am Eingang gelangte ich ohne Anstehen und ohne Ticket- oder Gepäckkontrolle ins Stadion. Deutlich länger fiel die Wartezeit dagegen am Getränkestand aus. Eine Schlange bis nach Garmisch gehörte bei diesen Spielen offenbar zum gewohnten Bild.

Bezahlt wurde in Marl „Belgien-like“ mit Coins. Wer also ein Getränk haben wollte, musste sich gleich zweimal anstellen: einmal für die Coins und ein weiteres Mal für das Getränk selbst.

Etwas kürzer war die Schlange am Merch-Stand, an dem Passion and Football erneut mit schönem Stuff aufwartete. Da mich das Spielshirt überzeugte, wechselte es prompt den Besitzer.

Unterdessen füllte sich der Ground immer weiter. Viel Platz gab es allerdings nicht, denn die Stadt hatte lediglich die Gegengerade freigegeben.
Offiziell wurde die Besucheranzahl mit 999 definiert. Eingecheck in der App waren am Ende 1126 (+).

Zwischendurch ertönten immer wieder Lautsprecherdurchsagen mit der unmissverständlichen Aufforderung, keine anderen Tribünen zu betreten.

Als zur Halbzeit erneut Hopper auf der Tribüne unterwegs waren, um Fotos zu schießen, wurde sogar mit einem Spielabbruch gedroht. Das sorgte kurzzeitig für Stille im Rund.

Die Handys wurden anschließend allerdings auch auf der Haupttribüne wieder gezückt. Unter dem Motto „MARLZEIT & VIELEN DANK! DER PSV HAT ZUM 10. MARL GEKOCHT“ zündeten mehrere PSV-Spieler rote Fackeln auf dem Rasen.
Der Freund-und-Helfer-Verein scheint Gefallen an Elementen der Ultrakultur gefunden zu haben.

Sportlich geriet das Endergebnis von 3:1 zugunsten von Marl-Hüls am Ende beinahe zur Nebensache.

Unterm Strich war es ein rundum gelungener Ausflug. Wieder einmal traf ich die unterschiedlichsten Menschen, die aus allen Teilen Deutschlands angereist waren, um sich dieses besondere Spiel nicht entgehen zu lassen.

Das große Highlight des Stadions ist zweifellos die Tribüne mit ihren zwei markanten, spitz zulaufenden Stangen und dem weithin sichtbaren Schriftzug der SLY DOGS. Dabei handelt es sich um das örtliche Baseballteam. Doch auch abseits dieser markanten Kulisse ist das Jahnstadion einen Besuch wert. Die Natur hat sich längst Teile des Geländes zurückerobert und verleiht dem Ground einen ganz besonderen Charme.

Zum Spotten würde ich definitiv noch einmal nach Marl zurückkehren – bevor das Jahnstadion endgültig Geschichte ist. (fj)

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