FC Spartak Trnava – ŠK Slovan Bratislava – 0:3
FC Spartak Trnava – ŠK Slovan Bratislava – 0:3
„TRADIČNÉ DERBY MIT TRADITIONELLEM AUSGANG“
17.10.2026
I. liga
City Arena – Štadión Antona Malatinského
Zuschauer: 16.541
TRNAVA – Dieser Text über eine wunderbare Wochenendtour beginnt zunächst mit Meckern. Leider wird der Flugplan am Schwechheimer Airport immer weiter ausgedünnt, sodass sich der Hoppermob nach Alternativen umsehen muss. Kollege (tp) hatte die neuen spottbilligen Verbindungen der blau-pinken Lieblingsairline nach Bratislava bereits ausgetestet und so drückten auch (cs) und ich vor zwei Monaten den Buchungsknopf für ein Wochenende mit geballter Fußballtradition.
Wir starteten zunächst mit dem Zug nach Wuppertal am Freitagmittag, wo neben der Schwebebahn natürlich auch der WSV in der Oberliga Niederrhein begutachtet wurde. Das Stadion am Zoo sollte wirklich jeder Hopper auf seine To-do-Liste schreiben.
Am nächsten Morgen brachte uns die Airline des Vertrauens pünktlich von Dortmund in die slowakische Hauptstadt. Das Wachstum am „Letisko Milana Rastislava Štefánika“ ist erkennbar, aber der Airport immer noch sehr überschaubar.
Nach einer ausgiebigen Sightseeingrunde durch Nitra machten wir das erste Kreuz des Tages in Topoľčany. Leider wurden die Stehstufen ringsherum komplett abgerissen. Die große Tribüne steht zwar noch, aber der Ground hat ordentlich an Charme eingebüßt.
Sei es drum, denn das Highlight sollte natürlich noch folgen. Spartak Trnava und Slovan Bratislava trafen im 181. „Tradičné derby“ aufeinander und wir wurden nicht enttäuscht.
Während die Sonne hinter der Gegengerade langsam unterging, zeigten die Fans von Spartak ihre erste Choreo. Unter dem Motto „No eat, no sleep – only Spartak and repeat“ kam ein Untoter mit Schädel in der Hand aus dem Grab. Untermalt wurde das Ganze mit einer Pyroshow links und rechts. Fernsehen, Smartphone und der Verband SFZ hatten ihren eigenen Grabsteine, doch das Handy musste noch das ein oder andere Mal gezückt werden.
Der verhasste „Slovenský futbalový zväz“ spielte dann auch bei den Gästefans eine Rolle, die dem Verband und seinem Präsidenten gleich eine ganze Blockfahne widmeten. Ján Kováčik ist einer der reichsten Slowaken und führt den SFZ seit inzwischen 16 Jahren. Doch es mehren sich die Vorwürfe von Vetternwirtschaft und Korruption unter seiner Führung, ganz zu schweigen von der Strafenpolitik gegenüber den Fanszenen.
Auf dem Rasen gab es hingegen das gleiche Bild wie in so vielen Derbys zuvor: Slovan ging in Führung und legte noch vor der Pause das 0:2 nach. Die Hintertorkurve von Spartak supportete tapfer weiter, doch sportlich war der Abend im Prinzip schon gelaufen.
Dafür legten die Rot-Schwarzen in Sachen Choreo nach: nach fast einer Stunde schlüpfte ein T-Rex aus dem Ei und zeigte den Hauptstädtern den Mittelfinger. Erneut von Pyro eingerahmt sah das schon ziemlich geil aus und war Teil 3 der „Dino-Fehde“: im Februar präsentierten die Gastgeber den „Tyrnavius Rex“. Darauf reagierten die Ultras von Slovan im April mit einem Meteoriteneinschlag auf Trnava und seinen Saurier und nun folgte ein neuer Dino.
In der 80. Minute machte Rahim Ibrahim für Slovan endgültig den Deckel drauf und sorgte (mal wieder) für einen klaren Derbysieg. Die Mannschaft von Trnava durfte sich im Anschluss (mal wieder) einiges anhören und das nächste Aufeinandertreffen steht für Ende Februar an.
Wir schmausten noch im “Špacírka“ in der Innenstadt und düsten im Anschluss nach Österreich, wo am Sonntag das Grazer Derby auf dem Plan stand. (hr)


















