Philippinen – Myanmar – 1:4

Philippinen – Myanmar – 1:4

“ERST KREUZEN, DANN BEACHEN”

28.07.2026
ASEAN Hyundai Cup 2026
New Clark City Athletics Stadium
Zuschauer: 3.104

NEW CLARK CITY – Dieser Cup war der ausschlaggebende Grund für meine Reise. Viele Länder in einem kurzen Zeitraum mit (sicheren) Ansetzungen, dafür aber weniger Spiele durch die Unterbrechung der Ligen. Ein rundes Ding. Dieses Land gilt sicherlich als eines der Top Ziele auf diesem Kontinent. Angekommen in Manila trifft wahrscheinlich jeden erstmal der Schlag, Gedanken an Dhaka werden wach. Viel Gewusel, drängelnder Verkehr und dauerhafter Schall für die Ohren. Zurecht hieß es: Manila so schnell wie möglich zu verlassen.

Der Spielort in New Clark City wurde 2019 offiziell eröffnet und bietet Platz für 20.000 Zuschauer. Die Stadt gilt als Planstadt und befindet sich noch im Bau. Bevor wir in die Stadt fuhren, peilten wir das Ziel: “Monasterio de Tarlac” an. Eine Jesus Statue mitten im Nichts, als wir den Weg fanden, belohnte uns dieser Ort mit tollen Aussichten ins Tal und Shawarma für knappe 90 Cent (ohne Durchfall!). Das Land fing an, Pluspunkte zu sammeln. Das Verrückte: Ich spreche hier von der Insel Luzon – Wie geil müssen denn bitte die anderen Inseln sein? Wie der Hopper es oft hat, stehen Zeit und die Spiele im Vordergrund. Im Juli in dieses Land zu fliegen, birgt natürlich aufgrund der Regenzeit auch ein gewisses Risiko.

Nach dem Programm des heutigen Tages stand endlich das Spiel an, die Tickets gab es online oder vor Ort. Kostenpunkt 3-6€. Vor dem Stadion gab es die Gelegenheit, sich mit geilen Streetfood und/oder Bier einzudecken. Beim Bierpreis von umgerechnet 1,30€ kann man nicht meckern. Rund eine Stunde vor dem Start: Dann der Wolkenbruch. Zum Glück standen wir trocken unter dem Stadiondach. Wassermassen fluteten die Straßen, ein spektakuläres Bild, nebenbei sorgte man sich selbstverständlich ein wenig um den ersehnten Länderpunkt. Punkt 17:00 Uhr regnete es bis kurz vor dem Anpfiff. Die Regenzeit hat es in sich: Der Nebenmann sagt nur zu uns: “Welcome to the Philippines”. Nach dem Regen startete das Spiel doch ohne Bedenken, der Rasen hielt stand. Turniervorteil: Aufgrund der engen Taktung ist logischerweise auch wenig Zeit, solche Spiele eventuell nachzuholen.

Die Gastgeber starteten motiviert in den warmen Kick, etwas mehr als 3000 Zuschauer fieberten für ihr Land mit. Platz 135 gegen Platz 158 der Weltrangliste. Nach dem Aufenthalt in China war es ein sehr ansehnliches Fußballspiel. Leider übernahmen die Gäste aus Myanmar schnell die Oberhand und führten zur Halbzeit schon mit 0:2. Das Highlight des Spiels war definitiv der Anschlusstreffer in der 68. Minute. Die nächsten Treffer erzielten die Gäste erneut und so stand am Ende ein klares Ergebnis. Ein Erlebnis, ein kleines Durchatmen bei der Reisegruppe.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir im Norden Luzons. Das Ziel waren die Hundred Islands. Beide Tage nach dem Spiel wurden am “Masamirey White Sand Beach” verbracht, einfach nur geil. Das Beach Resort ist für einige vielleicht ein Problem, viele Strände gelten als Privatstrände. Das heißt: Wer baden will, muss zahlen. Da unsere Reisegruppe aus vier Personen besteht, zahlen wir für unseren direkt am Wasser befindlichen Cottage pro Nase 5€ für den ganzen Tag. Fair! Wer Bedarf hat, kann sich aus dem eigenen Supermarkt sein Essen zusammenstellen lassen und anschließend bekochen lassen. Wir entschieden uns für Curry mit allem drum und dran und zahlten pro Nase dafür 3€. Urlaub! Geiler Ort, die Empfehlung geht raus. Der kleine Anbieter bot auch Touren auf die Hundred-Island an. Ein Traum, damit man wirklich den Locals hilft, anstatt den großen Anbietern das Geld in die Taschen zu spülen. Für die Tour zahlten wir pro Nase 17€. Solange wir wollten, durften wir von Insel zu Insel fahren und auch selber mal das Boot steuern. Die Regenzeit bescherte uns zwei richtig geile Sonnentage, wir hatten verdammt viel Glück.

Insgesamt waren wir also drei Tage im Land, natürlich könnte man viel mehr Zeit investieren. Am Ende sagte ich mir, wer weiß vielleicht kommt man ja nochmal her. Es hat mir definitiv gefallen! (tp)

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