SV Azadî Lübeck – SV Türkspor Bad Oldesloe – 2:1
SV Azadî Lübeck – SV Türkspor Bad Oldesloe – 2:1
„FREIHEIT, KÖFTE, EMOTIONEN“
20.09.2026
Landesliga Holstein
Sportanlage Koggenweg
Zuschauer: ca. 150
LÜBECK – Einen Sonntag zu Hause und es geht mal wieder alles in die Hose. Aus dem neuen Ground wird ziemlich schnell ein Revisit. Denn obwohl der Rasenplatz im Lübecker Koggenweg so aussieht wie in der Premier League, wird „wegen einer Pfütze an der Eckfahne“ nebenan auf dem Kunstrasen gespielt. Das dachte ich mir irgendwie schon, da der Verein auch nicht auf gewisse Fragen antwortete, aber eine Alternative gab es eh nicht mehr.
Dafür wartete mit dem Landesliga-Spitzenspiel so etwas wie das „Osman-Derby“ auf die gut 150 Zuschauer vor Ort. Und da der Köfte-Mann vom örtlichen Supermarkt-Parkplatz gerade seinen Gasherd vor dem Vereinsheim aufbaute, sollte es halt ein Revisit auf der Anlage vom SC Buntekuh werden. Scheiß drauf, was spielt der Platz bei der richtigen Konstellation schon für eine Rolle? Dass der Kunstrasenkäfig im Koggenweg nichts kann, dafür reicht sicher ein flüchtiger Blick auf die Bilder. Trotzdem: Herzstück der Anlage ist das Vereinsheim „Blockhütte“ im Alpenstil. Auch an diesem Sonntag war der Tresen besetzt und die „Cola Zero“ wurde schubkarrenweise ins Blockhaus gefahren.
Der Sieger der Partie konnte auf einen Aufstiegsplatz springen und es war von Anfang an ein intensives Spiel mit immer mehr Zug zum Tor. Das Problem in der Landesliga ist meistens das ziemlich gute Fitnesslevel der Spieler gepaart mit zu wenig Extraklasse, weswegen so ein Kick immer einen Treffer als Türöffner braucht. Genau so ein „Opener“ gelang Azadî-Spieler Marcel Nagel, der nach einer Vorteilsaktion mit einer Fackel aus 20 Metern zur Führung traf. Bis dahin war es das Spiel der Heimelf und mit dem verdienten 1:0 ging es in die Kabine.
Im zweiten Abschnitt biss sich Türkspor zurück in die Partie und wurde nach einem schlechten Abspiel der Lübecker mit dem Ausgleich belohnt. Nun war es ein offenes Spiel, beide Teams hatten ihre Hochphasen und die Emotionen am Zaun erreichten ihren Siedepunkt. Jede Schiedsrichter-Aktion in jede Richtung wurde wild kommentiert. Man kennt das. Das wollen wir. In den letzten Minuten dann Azadî am Drücker und Alt-Star Marco Pajonk im Nachsetzen mit dem Treffer zum Dreier.
Das wahre Highlight des Spiels folgte aber unmittelbar nach dem Abpfiff, als an der Blockhütte bei „Siilo“ für 6€ die hausgemachte Köfte den Hunger stillte und ein wirklich gutes Preis-/Leistungsverhältnis registriert wurde. Der SV Azadî („Freiheit“) beschert den Hoppern in und um Lübeck dank des Landesliga-Aufstiegs aktuell viele brachliegende Plätze in der Hansestadt. Vor zwei Wochen konnte bereits die seltene Perle am Mühlbachtal eingetütet werden. Der Rasen am Koggenweg steht zwar noch aus, aber der eigentliche Platz des Vereins ist der seit Jahren nicht mehr bespielte Naturrasen in der Thomas-Mann-Straße.
Für diesen Ground wird es einen weiteren Spielbesuch geben. Falls dort auf dem Nebenplatz gekickt wird, wäre ich aber auch mit einer frischen Köfte zufrieden. (mm)










