Brandenburger SC Süd 05 – BSG Stahl Brandenburg – 2:5

Brandenburger SC Süd 05 – BSG Stahl Brandenburg – 2:5

„IM VOLLSPRINT ZUM DERBY AN DER HAVEL“

24.10.2026
Brandenburg-Liga
Werner-Seelenbinder-Sportplatz
Zuschauer: 2.113

BRANDENBURG AN DER HAVEL – Letzte Woche war ich noch für die Derbys in Trnava und Graz unterwegs und nun rief schon wieder der Derbykalender. Das Aufeinandertreffen an der Havel hatte ich schon lange auf dem Zettel und diesmal passte es. Wie erwartet ließ sich das Spiel nicht wirklich doppeln und so entschied ich mich für die Anreise per Deutschlandticket.

Morgens um kurz vor 08.00 Uhr traf ich noch Redaktionskollege (tp) am Bahnsteig auf dem Weg nach Paderborn, der tags darauf seine Probleme mit der DB bekommen sollte. Für mich lief es bis Magdeburg reibungslos. Dort allerdings fiel der RE nach Brandenburg aus. Kein Thema dachte ich, denn eine Verbindung hatte ich noch in Reserve.

Doch auch der zweite Regionalzug aus Berlin kommend verspätete sich Minute um Minute. Letztlich kam ich um 13.31 in BRB an und verpasste den Bus zur Brielower Straße um Haaresbreite. Maps zeigte 38 Minuten Fußweg an, also war Beine in die Hand nehmen angesagt. Zwei Minuten vor Anpfiff war ich dann drin und traf den entspannten Kollegen (fj) auf der Tribüne, der schon lange vorher mit der Abteilung Zug des grünen Hotels angereist war.

Zeit zum Verschnaufen blieb keine, denn beide Fanszenen hatten Intros vorbereitet. In der Meckerecke standen die Anhänger mit roten und weißen Ponchos und reklamierten die Havelstadt für sich. In der Gästeecke kaperte Stahl den Sprecherturm mit einem Banner vom eigenen Turm am Quenz. Der Sprint hatte sich gelohnt.

Für zusätzliche Brisanz sorgte im Vorfeld ein BSC-Sticker auf dem Grabstein des kürzlich verstorbenen Stahl-Fans “Schiko” und es schallte immer wieder “Grabschänder” in Richtung Meckerecke.

Die Stimmung war also ordentlich aufgeheizt und die BSG hatte nach dem 2:5 im letzten Aufeinandertreffen einiges gut zu machen. Das klappte zunächst gut, denn Bleiss donnerte einen Abpraller von der Strafraumgrenze unter die Latte. Es folgte ein kollektives Ausrasten, die Meute auf dem Zaun. Herrliche Bilder!

Doch der BSC schlug per Traumtor zurück und mit einem Unentschieden ging es in die Pause. Direkt nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel in Richtung Stahl: Foul, Gelb-Rot und Elfmeter, den Sauer vor dem “40 Jahre International”-Spruchband verwandelte. Tegefouet und wiederum Bleiss legten nach und beseitigten letzte Zweifel am Derbysieg.

Unbeirrt davon supportete die Heimszene durchgehend und legte einen guten Auftritt hin. Auch das ein oder andere Spruchband durfte nicht fehlen. Auf dem Rasen dezimierten sich beide Teams unterdessen immer weiter und insgesamt vier Platzverweise waren definitiv derbywürdig. Am Ende stand wie im April 2:5 auf der Anzeigetafel.

Neben den drei Fackeln im Gästeblock hätte ich mir mehr Pyro gewünscht, aber man kann nicht alles haben und schon vor einem Jahr wurde ordentlich gezündelt. Wir sprechen hier immer noch von der 6. Liga und ein vergleichbares Spiel dürfte europaweit selten sein. Nach dem Abpfiff schlenderte ich noch ganz entspannt durch die Altstadt, die sehr zu empfehlen ist und einige Fotomotive bietet. (hr)

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