SG Taucha 99 – VfB Fortuna Chemnitz – 6:1
SG Taucha 99 – VfB Fortuna Chemnitz – 6:1
„SIEG ODER SPIELABBRUCH“
20.06.2026
Sachsenliga
Sport- und Freizeitzentrum Taucha
Zuschauer: 165
TAUCHA — Die WM läuft, das Sommerloch wird größer und immer weniger Pflichtspiele leuchten in der Umkreissuche auf. Mein ursprünglicher Plan, den Fußballhimmel in Berlin zu kreuzen, wurde wie gewöhnlich schnell begraben. Die Alternative sollte dann sogar noch besser werden: Erst ein U19-Kick bei Lok Falkenberg, anschließend das Stadion der Freundschaft in Leipzig.
Nachdem die ganze Nacht die WM verfolgt wurde, ging es quasi direkt vom Sofa in den ICE. Für kostengünstige 5 Euro war ich bereits am frühen Morgen in der Hauptstadt. Von dort führte mich der Weg mit dem Bummelzug weiter nach Falkenberg.
Gerade rechtzeitig zur angesetzten Anstoßzeit um 11:00 Uhr angekommen, musste ich jedoch feststellen, dass der tatsächliche Anpfiff erst 20 Minuten später erfolgte. Damit wurde das zweite Spiel des Tages praktisch unmöglich.
Aufgeheitert wurde ich allerdings von super offenen und interessierten Vereinslegenden, die mir einen Einblick in ihren Club ermöglichten. Unter anderem erklärten sie, dass die Tribüne bereits seit 2019 steht. Wenig später wurde mir sogar ein Lok-Falkenberg-Schal mit dem Aufdruck „Sieg oder Spielabbruch“ in die Hände gedrückt. Noch einmal vielen Dank für diese herzliche Geste!
Dass es dann nach gespielten 45 Minuten tatsächlich zu einem Spielabbruch kommen sollte, war natürlich besonders bitter. Aufgrund des Gewitters war die Entscheidung aber nachvollziehbar und unvermeidbar. Somit muss ich für das Kreuz des Eisenbahn-Grounds wohl noch einmal wiederkommen.
Zumindest sollte ich nun den Zug Richtung Leipzig bekommen. Durch strömenden Regen und Gewitter ging es also zurück zum Bahnhof. Etwas durchnässt im Zug angekommen, fuhr dieser dann natürlich auch noch nicht los. Es folgten mehrere Signalstörungen. Damit sollte auch das Stadion der Freundschaft in Leipzig an diesem Tag nicht gekreuzt werden.
Also wurden kurzerhand Alternativen gesucht – und mit Taucha wurde ich schließlich fündig. Das Problem: Erst sieben Minuten vor Anpfiff wurde der Bahnhof erreicht, und laut Maps benötigte man gute 15 Minuten zu Fuß bis zum Ground. Zum Glück hatte ich meine Laufschuhe dabei. Nach einer spontanen Laufeinheit kam ich tatsächlich noch pünktlich zum Anpfiff am Sport- und Freizeitzentrum an.
Und auch der Ground in Taucha sollte sich lohnen. Die Anlage verfügt über eine überdachte Tribüne mit Sitzschalen und überzeugt zudem mit ihrem Catering. Unbedingt getestet werden musste der Römerbraten – absolut lecker!
Auch einige Kinder-Ultras waren vor Ort, die mit Trommel und Megafon ihre Jungs nach vorne peitschten. Das schien durchaus Wirkung zu zeigen, denn auf dem Platz ging es während der 90 Minuten fast ausschließlich nur auf ein Tor. Am Ende setzte sich der Gastgeber deutlich mit 6:1 durch.
Für mich war es am Ende ein sehr aufwendiger und anstrengender Ausflug, der zumindest mit einem Kick belohnt wurde. Beide Grounds lohnen sich für einen Besuch – und irgendwann wird es dann hoffentlich ein Sieg statt eines Spielabbruchs. (fj)








