IFK Haninge – Djurgårdens IF – 1:7

IFK Haninge – Djurgårdens IF – 1:7

„WENN SICH MAL WIEDER ALLES LOHNT“

10.09.2026
Stockholms Stadion
Svenska Cupen
Zuschauer: 12.632

STOCKHOLM – Willkommen in einer der für mich schönsten und besten Städte Europas. Zusätzlich fand die zweite Runde des schwedischen Pokals statt. Der Viertligist IFK Haninge bekam das große Los. Grund genug, aus der heimischen Anlage zu weichen und in das altehrwürdige Stockholmer Olympiastadion zu ziehen. Die wenigen Ansetzungen im Herrenbereich in diesem Stadion sind rar. Vor wenigen Wochen kickte der FC Stockholm Internazionale im Stadion gegen Hammarby IF. Knapp 4.000 Zuschauer weniger kamen im Vergleich zum heutigen Match.

Das im Jahr 1912 eröffnete Stadion wurde für die damalige Olympiade in Schweden erbaut. Bei Fußballspielen beträgt die aktuell maximale Auslastung knapp unter 15.000 Fans. Somit meldete man bei unserem Besuch beinahe „sold out“. Das alte Stadion bot auch dem Lokalrivalen AIK eine Heimat. Als das neue Stadion in Solna fertig wurde, zogen die Gelb-Schwarzen ins Råsunda um. Ein anderer, eher kleiner Verein spielte von 2005 bis 2007 ebenfalls in der Pralinenschachtel von Stockholm: IF Brommapojkarna, mittlerweile vielen als Bestandteil der schwedischen Allsvenskan bekannt. Der damalige Grund: „Grimsta IP“, der bis heute genutzt wird, wurde für größere Aufgaben ausgestattet. Auch der letzte große Verein aus der schwedischen Hauptstadt, Hammarby IF, trug in der Vergangenheit Heimspiele hier aus, bevor das Söderstadion im November 1966 eröffnet wurde. Als damalige Spielstätte von DIF löste der Neubau der Tele2 Arena eine Ablösung aus. Die Arena dient aktuell als Spielort für Hammarby IF und DIF.

Die Historie ist lang genug. So fanden sich am Heimat-Airport rund zehn eingefleischte Groundhopper ein, um nach Stockholm zu fliegen. Die Gedankenspiele mit wenig Puffer zwischen Landung, Flixbusabfahrt und Anpfiff wurden auf die Probe gestellt. Der grüne Hotelbus hatte circa 25 Minuten Verspätung, somit half der E-Scooter zum rechtzeitigen Erscheinen am Ort des Geschehens. Wenn man unser geliebtes Unternehmen rechtzeitig bucht, gibt es den Airport-Express-Bus für schlappe 4,99 €. Dazu kommt eine freie Buswahl zwölf Stunden vor und nach der angegebenen Fahrzeit. Unschlagbar im Vergleich zum Arlanda Express.

Kurz nach dem Anpfiff staunten die Zuschauer nicht schlecht. Wir flachsten noch herum, dass der Gastgeber in Führung gehen würde, und zack, stand es 1:0 für den Fünftligisten. Lange hielt die kleine Sensation allerdings nicht an. Der aktuell Zweitplatzierte der höchsten Spielklasse Schwedens gab die Antwort auf dem Platz. In der 30. Minute fiel der Ausgleich, und der „Gast“ im eigenen Stadion schoss noch vor der Halbzeit den Führungstreffer.

Eines der weiteren Highlights kam nach dem Pausentee. Feuerwerk stieg in die Höhe, und die Gäste gaben mit dem Intro ihrem Team die nötige Motivation. Abgerundet von Fackeln, würdigte man den Rahmen des Spiels haargenau. Weiter so! Damit konnte man im weiten Rund dem Applaus für diese Pyroshow nur zustimmen.

Neben den zahlreichen Fotomotiven, die hier geknipst werden können, zählt auch die hervorragende Akustik zu den Highlights. Die Gesänge, Anfeuerungen und Beschimpfungen kommen trotz des kleinen Daches hervorragend zur Geltung. Die Einwechslung des Spielers Abdul Abdulmalik sorgte für Aufsehen. Der Neuzugang war in diesem Sommer verpflichtet worden. Knapp unter zwei Millionen legte DIF auf den Tisch. Es scheint so, als sei ein neuer Publikumsliebling gefunden. Mit diesem Transfer wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Nie zuvor nahm ein Klub aus der National League so viel Geld für einen Spieler ein. Zum Vergleich: Jamie Vardy wechselte 2012 für eine Million Pfund von Fleetwood Town zu Leicester City.

Nach dem ungefährdeten Sieg der Gäste ging es für uns nach dem Abpfiff noch mit einer kleinen Abordnung in den „Pub Anchor“. Danke für die Länderpunkt-Runde, ansonsten zahlte man für das billigste 0,4-Liter-Fassbier circa 5,60 €. „Wenn sich mal wieder alles lohnt.“ (sl)

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