Birkenhead United – East Coast Bays FC – 3:1

„LÄNDERPUNKT UND MILANESA FÜR DIE GESCHICHTSBÜCHER“

28.05.2026
Nothern National League
Shepherds Park

Zuschauer: 375

AUCKLAND – Nach dem Pokalfinale in Malaysia (der Schwechheimer berichtete) sollte endlich mal wieder ein Länderpunkt fallen. Beim Blick auf die Spielpläne fiel sofort Neuseeland ins Auge, das sehr vorteilhaft für alle Fußballreisenden einen Spieltag unter der Woche ansetzte. So wurde kurzerhand die Flugsuchmaschine angeschmissen, es folgte jedoch die erste Ernüchterung: 1.700 € return mit der neuseeländischen Staatsairline von Kuala Lumpur nach Auckland. Kreativität war also gefragt.

Ein Flug über Bali nach Melbourne entpuppte sich als absoluter Schnapper und so entschied ich mich, in der australischen Großstadt einen zweitägigen Stopover einzulegen. Auch hier meinten es die Terminierungen gut mit mir. Die „Kurzstrecke“ nach Auckland war ebenfalls sehr erschwinglich, die Verbindung wird täglich vom Billigflieger Jetstar geflogen. Für den Rückflug bot sich ein Trip-Angebot mit Umstieg in Sydney an. In Summe wurde die Reisekasse so mit über 1.000 € weniger belastet und man sammelte noch ein paar Flughafenpunkte.

Am Flughafen von Auckland angekommen, weigerte ich mich, den örtlichen Sammeltaxis unnötige Dollars in den Rachen zu werfen. Lediglich einen Kilometer entfernt befindet sich eine Bushaltestelle, die im 20-Minuten-Takt angefahren wird. Generell ist das ÖPNV-System super ausgebaut und man zahlt jede Fahrt bequem mit der Kreditkarte durch Ein- und Auschecken im Bus. Zumindest in den Städten ist somit ein Auto nicht notwendig.

Trotz der frühen Morgenstunde konnte ich bereits um 8 Uhr im Hotel einchecken und mich noch einmal zwei Stunden hinhauen. Die kostenlose Werbung hat sich das Kiwi International Hotel auf jeden Fall verdient, nicht zuletzt, da auch die Lage durchaus empfehlenswert ist. Man ist schnell zu Fuß in der City und die Partymeile Karangahape Road liegt direkt um die Ecke.

Nach einem kurzen Nap stand die Erkundung der Stadt auf dem Programm. Sky Tower, Marina und Auckland Domain wurden gut abgelatscht, am Tagesende zeigte der Schrittzähler den neuen Rekord von 50.000 Schritten. Ein Segen für den von Bier und Bratwurst geplagten Hopperkörper.

Ein Kontakt verriet mir, dass U19-Spiele häufig unter der Woche ausgetragen werden. Trotz intensiver Recherche waren hierzu jedoch keinerlei Informationen zu finden. Also fuhr ich auf Verdacht zum Vereinsgelände eines Erstligisten und wurde mit dem vorzeitigen Länderpunkt belohnt. Ein Testkick zwischen der Zweitvertretung des Erstligisten Western Springs und der Tonga-U19-Nationalmannschaft war mein Hauptgewinn, allein die Paarung ging runter wie Öl. Ausgetragen wurde das Ganze auf dem Nebenplatz, aber wie sagt ein Redaktionskollege immer so schön: „Ist genauso ein Kreuz wie das Camp Nou!“

Das eigentliche Highlight wartete am Folgetag. Nach der Besteigung des Maungawhau-Vulkans am Vormittag (hin da!!!) sah meine Planung vor, mit der Fähre zum Erstliga-Kick nach Birkenhead zu fahren. Leider verriet man mir vorab nicht, dass der Beach Haven Wharf aufgrund von Bauarbeiten aktuell nicht angesteuert wird, sodass es für mich letztendlich nur ein Bootstrip wurde und ich zurück in den Hafen von Auckland schipperte. Trotzdem lohnte sich die Fahrt, denn die Stadt ließ sich vom Wasser aus noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Da ich meine Kreditkarte im gleichen Hafen ein- und auscheckte, blieb der kurze Ausflug sogar kostenneutral.

Also blieb nur die Busfahrt auf die andere Seite der Stadt, umso dankbarer war ich mir selbst, genügend Zeitpuffer eingeplant zu haben.

Mit dem Shepherds Park stand anschließend die Heimat des Tabellenführers der Northern National League, Birkenhead United, auf dem Programm. Der Club gehört seit Jahren zu den stärkeren Vereinen in Neuseeland und gewann bereits mehrfach den Pokal.

Das System der ersten neuseeländischen Liga ist etwas ungewöhnlich. Fußball fristet weiterhin sein Dasein als Randsportart und so sind neben den beiden in der australischen A-League startenden Franchises Wellington Phoenix und Auckland FC überwiegend Amateurclubs vertreten. Aufgrund der begrenzten Budgets und weiten Reisewege ist die Liga daher in der Hinrunde in drei Staffeln geteilt: die Northern, Central und Southern League. Die besten Teams jeder Region qualifizieren sich danach für die nationale Championship-Phase und spielen den Meister aus.

Fußballerisch ist die Geschichte schnell erzählt. Die Gäste gingen früh in Führung und versuchten, den Bus vor dem Tor zu parken. Birkenhead glich vor der Pause aus und schraubte in Halbzeit zwei den Spielstand auf 3:1. Etwa 400 Zuschauer wollten den Kick sehen und insbesondere im urigen Vereinsheim mit perfektem Blick auf den Platz ging es sehr familiär zu.

Kulinarisch wurde ebenso einiges geboten, an der Speisekarte konnte man zudem klar ablesen, woher die Wirtin kam. Empanadas, Sandwich Milanesa und auch Choripán verrieten ihren argentinischen Ursprung. Ich entschied mich für das Milanesa und es war überragend deliciosa. Abrunden konnte man das Ganze mit zwei vereinseigenen gezapften Bieren, Birkenhead Lager und Ale, die von der deutschen Auswanderin Ramona ausgeschenkt wurden. Eine absolut runde Sache.

Abseits des Platzes lief man zudem noch einem lokalen Top-Lad-Hopper in die Arme. Spannend, dass dieses wundervolle Hobby selbst in Neuseeland betrieben wird. Der Abend endete standesgemäß im Pub und nicht erst nach dem letzten Pint wurde beschlossen: Neuseeland sieht mich wieder! (CvS)

SV Viktoria Potsdam – FC 98 Hennigsdorf (4:3)

Morjen und herzlich willkommen zur 104. Ausgabe der BILDERBUCHBUDE DER WOCHE.

Heute, am Vor-Wochenende, grüßen wir aus Potsdam. Das Stadion im Sportpark am Luftschiffhafen wurde 1927 erbaut (wurde von September 2021 – 2024 saniert) und hat Platz für 11.000 Zusacher. Hier finden aber nicht nur Fußballspiele statt, sondern auch Football und es ist ausserdem für Leichtathletik geeignet.
Der SV Viktoria Potsdam trägt in der kommenden Saison seine Heimspiele im Stadion aus, da ihr Platz an der Templiner Straße den Anforderungen der Brandenburgliga nicht gerecht wird aus Sicherheits gründen.
Das Stadion müssen sie Allerdings mit den Frauen von Turbine, und der Football Mannschaft von Potsdam Royals teilen.

13.06.2026
Stadion im Sportpark am Luftschiffhafen Potsdam.
SV Viktoria Potsdam – FC 98 Hennigsdorf (4:3).

VfB Einheit zu Pankow – Weißenseer FC – 2:4

„BERLIN, DU WIRST NICHT LANGWEILIG“

14.06.2026
Bezirksliga Berlin 3
Paul-Zobel-Sportplatz
Zuschauer: 150

BERLIN — Der letzte Spieltag in Berlin verspricht eigentlich immer jede Menge Abwechslung und Spannung. Daher buchte ich mir frühzeitig eine günstige Verbindung nach Berlin. Die Abwechslung fand allerdings schon vor der Abreise in den sozialen Medien und bei Fußball.de statt. Sowohl Plan A als auch Plan B und Plan C lösten sich nacheinander in Luft auf. Als Letztes verabschiedete sich ein Doppler beim Berliner SC, da einer der Rasenplätze aufgrund des Regens im Juni gesperrt wurde. Klingt kurz vor Sommeranfang natürlich sehr plausibel. Somit saß ich mit meinem Mitstreiter zwar nicht im Sonderzug, sondern fast ohne wirklichen Plan im ICE nach Berlin.

Um 08:30 Uhr kamen wir in der Hauptstadt an, gönnten uns ein leckeres Frühstück und liefen pünktlich zum Spiel um 10 Uhr an der Aroser Straße auf. Dort lief vor der Rekordkulisse von 14 Zuschauern alles glatt und dementsprechend früh kamen wir wieder weg, um zum Spiel des Tages zu fahren.

In Pankow ging es tatsächlich noch um etwas, denn die Gäste aus Weißensee konnten heute aufsteigen, wenn die Konkurrenz mitspielte. Auf den Anstoß mussten wir allerdings noch 20 Minuten länger warten, da das vorherige Spiel zu spät abgepfiffen wurde und anschließend mehrere Spieler verabschiedet wurden. Somit brauchten wir für Spiel drei einen neuen Plan, da sich unser Zeitpuffer in Luft auflöste.

Als es dann endlich so weit war, wurden die Fackeln in die Luft gehalten und auch einige Rauchtöpfe funkelten unter den Bannern der Gäste. Für die Gastgeber ging es um nichts mehr, trotzdem warfen sie sich in der ersten Hälfte in jeden Ball und gingen mit 2:0 in Führung. Kurz vor dem Pausentee gelang den Gästen per Elfmeter der Anschlusstreffer.

In der Zwischenzeit sprach sich der Zwischenstand bei der Konkurrenz herum. Diese lag zu diesem Zeitpunkt nämlich ebenfalls zurück. Hoch motiviert kamen die Gäste aus der Kabine und in der 74. Minute gab es gleich doppelten Jubel. Weißensee konnte das Spiel drehen und in Friedrichshagen war bereits Abpfiff. Dort spielte man nur 2:2. Da wir 20 Minuten hinter dem anderen Spiel lagen, wussten auch alle Bescheid, dass ein Sieg genügte. Manche würden von Wettbewerbsverzerrung sprechen. Dafür müsste der BFV die Spiele allerdings auch entsprechend terminieren. Um 14:42 Uhr Ortszeit gab es dann kein Halten mehr. Der Aufstieg war perfekt und die Fackeln wurden gezündet.

Die weiteren Bilder konnten wir allerdings nicht mehr verfolgen, da unser Bolt Fahrer direkt nach dem Abpfiff eintraf, um uns zur allerletzten Alternative zu bringen. Beeilen hätten wir uns allerdings nicht müssen, denn der Schiedsrichter traf dort erst 20 Minuten nach dem ursprünglich angesetzten Anpfiff ein, wodurch das letzte Spiel deutlich später begann.

Das passte natürlich perfekt zu diesem chaotischen Tag. Langweilig wird es einem in Berlin nie und man hat immer etwas zu erzählen.

Vom Paul Zobel Sportplatz kann man auch den zukünftigen Generationen berichten, denn dieser überzeugt mit seinen Stufen rund um das Spielfeld und hier wurde in der ehemaligen DDR tatsächlich Zweitligafußball gespielt. Dazu gibt es hier für vier Euro eine Eintrittskarte zu erwerben und auch die Pinliebhaber kommen auf ihre Kosten.

Am Ende wurden diese Zeilen auf den Schienen des grünen Hotels verfasst und trotz aller Probleme war es wieder einmal ein ereignisreicher Tag in Berlin.

Die Redaktion gratuliert dem Weißenseer FC herzlich zum Aufstieg. Viel Erfolg in der Landesliga! Möglicherweise kommt es dort zu einem Wiedersehen mit einem Redaktionsmitglied. (mb)

SK Uhelne sklady Praha – FK Reporyje, Z.S. – 0:7

„SOMMERPAUSE GIBT ES NICHT“

13.06.2026
6.LIGA – A2B 1.A TRIDA, SKUPINA B MUŽŮ
Stadion SK Uhelne Sklady
Zuschauer: circa 65

PRAG – Die Fußball-Hauptsaison ist vorbei. Während Fußballfans den Ballermann unsicher machen, sich von der langen Saison erholen oder möglicherweise die WM beim gemeinsamen Familiengrillen verfolgen, ist der Groundhopper auf der Suche nach dem nächsten Kick. Denn wie bekannt ist: Eine Sommerpause gibt es nicht.

Für mich ging es am vergangenen Samstag wie für viele andere auch ins Nachbarland Tschechien. Das grüne Hotel beförderte mich von Schwechheim direkt in die Goldene Stadt.

Das klassische 10:00-Uhr-Spiel gab es für mich im Sportovní Centrum Univerzita Karlova. Ein A-Jugend-Spiel über 90 Minuten sollte den gelungenen Auftakt bilden. Zunächst stand noch nicht fest, ob der trostlose Rasen-Nebenplatz oder der Hauptplatz bespielt werden sollte. Für den Fall der Nebenplatzfalle hatte ich bereits eine Alternative herausgesucht. Kurze Zeit später dann die Entwarnung: Die Groundperle sollte fallen.

Nach dem Spiel ging es per Bolt zum Restaurant, wo es gezapfte Kofola und leckeres Gulasch gab. Zu Fuß führte mich der Weg anschließend zum zweiten Kick. Kein besonderer Ground, aber immerhin ein kleiner Ausbau beim SK Dolní Měcholupy. Eintritt musste für den Lückenfüller nicht gezahlt werden, und nach Abpfiff gab es sogar noch eine kleine Pyroshow zu bestaunen.

Den Tagesabschluss gab es dann um 17:00 Uhr im Stadion des SK Uhelné sklady. Was für ein Brett! Neben mehreren alten Schriftzügen gab es eine Kneipe über der Tribüne. Daneben ragt eine nostalgische Uhr hervor. Hier ticken die Uhren noch anders.

Enttäuschend war allerdings, dass es keine Klobása gab und das Spiel nicht vom Außenbereich der Vereinskneipe aus verfolgt werden durfte.

Dennoch war es ein gelungener Tagesausflug in die tschechische Landeshauptstadt. (fj)

Helsingborgs IF – Landskrona BoIS – 0:3

“SKÅNE – DIE KRONE DES SÜDENS”

11.06.2026
Superettan
Olympia
Zuschauer: 12.014

HELSINGBORG – Vorab springen wir zurück, ursprünglich sollte hier ein Bericht aus Tadschikistan stehen. Die Flüge für unsere Reisegruppe stornierte Pegasus leider im Voraus. Somit wurden die Optionen nochmals gecheckt und dann entschied ich mich für einen viertägigen Aufenthalt im Land der sinkenden Krone. Der Besuch in Helsingborg stand schon länger auf meiner Liste in diesem Land. Zudem bietet die Paarung gewisse Brisanz, definitiv aber nicht zu vergleichen mit Spielen gegen MFF. Diese Paarung gab es mittlerweile seit vier Jahren nicht mehr. Seit der Saison 2022/2023 spielt der Verein aus Helsingborg nun schon in der Superettan. Natürlich fiebert man einem erneuten Wiedersehen der Vereine entgegen.

Somit ging es am Donnerstagmorgen mit dem “grünen Hotel” nach Malmö. Preislich absolut fair: Wir sprechen hier von 25€ pro Fahrt inklusive Fähre. Über den Nutzfaktor: Ich fahre lieber in der Nacht diesen “Sozialschlauch” der Straße. In Malmö angekommen, wagte ich erstmal ein Projekt der Zukunft. Über CHECK24 waren die Mietwagen für mein Wochenende in Variante “Electric Car” allesamt circa 50-60€ billiger als ein Verbrenner. Wo soll das Ganze funktionieren, wenn nicht in Schweden? Führende Anbieter wie “ChargeNode” oder “Ionity” wurden organisiert und ich startete optimistisch. Das Zeitfenster schmolz nach dem Ankommen in der Provinz Skåne. Die erste Ladesäule baute schon mal keine Verbindung zur App auf, die Kreditkartenzahlung wurde auch abgelehnt. Herrlicher Start, dann doch am Stadion direkt laden, der geplante Marsch durch die Stadt fiel ins Wasser. Das Auto dort stehen lassen war leider keine Option: Offizielles Laden war nur 90 Minuten erlaubt. Den Strafzettel wollte ich nicht riskieren. Bei einer 22 kWh Ladedose langt es nicht für eine komplette Ladung. Auto aufgeladen und ab zum Fußball.

HIF ist der einzige Verein Schwedens, dem es im Jahr 2012 gelang, das schwedische Triple zu ergattern. Okay, der Schwedische Supercup wurde 2015 eingestellt, dieser Rekord bleibt dem Verein wohl für alle Zeit erhalten. Der schwedische Supercup war ein zusätzliches Spiel zwischen dem Pokalsieger und dem Erstplatzierten der Allsvenskan.

Die Vorhänge der Kurven beider Seiten wurden geöffnet und konnten sich sehen lassen. Die Auswärtsfans starteten mit einem alten Adidas Stil. Untermalt wurde die Aktion durch Rauch und Bengalos. Die Gastgeber zeigten zu Ehren der Provinz Skåne eine rot-blaue Papier-Choreo inklusive einem Wimpel des Vereins. Immer wieder rauchte es im Block mit dieser schönen Farbkombination. Meine Ohren lauschten eher der Heimkurve. Den ersten Dämpfer des Spiels gab es bereits nach sechs Spielminuten. Der Gästeblock bejubelte das Tor und zündete vereinzelt Bengalen. Somit war die Laune der Kurve getrübt, die Spieler nahmen das kleine Derby nicht an, die Gäste wirkten gewillter, dieses Spiel erneut für Landskrona zu entscheiden. Nach dem Pausentee brannte die Heimkurve in leuchtenden Bengalos, ein fabelhaftes Bild. Spätestens jetzt fiel der Satz: OK, zufrieden! In der zweiten Halbzeit fiel das 0:2, den Deckel machten die BoIS in der Nachspielzeit drauf. Enttäuschte Gesichter bei den rot-blauen Anhängern. (tp)

Holstebro BK – BK Marienlyst – 1:0

„AUFSTIEG IM SCHÖNSTEN STADION JÜTLANDS“

12.06.2026
Herre-DS 2025-26 Oprykningsspil, Pulje 2
Holstebro Idrætspark
Zuschauer: 1.200

HOLSTEBRO — Vor ein paar Tagen entdeckte ich die Möglichkeit, das Stadion in Ikast und in Holstebro zu kreuzen. Freitag um 20 Uhr und Samstag um 14 Uhr. Eine Unterkunft im klassischen BB Hotel mit Frühstück ist ebenfalls erschwinglich und Zeit hatte ich auch. Beim Blick auf die Tabellen merkte ich, dass es bei beiden Spielen noch um sehr viel ging. Für den Ikast FS um den Klassenerhalt und für Holstebro um den Aufstieg. Am Donnerstag blätterte ich noch einmal durch die Ansetzungen und fand tatsächlich in Kjellerup noch ein weiteres Spiel um 17 Uhr. Die Ausgangssituation in Liga 11: Erster gegen Zweiter. Mit einem Heimsieg steigt die Heimmannschaft auf.

Punkt 13 Uhr ging es dann von Schwechheim los und pünktlich um 16:45 Uhr waren wir am Sjørslev Stadion. Die Geschichte des Dopplers ist schnell erzählt. Beide Heimmannschaften versagten. Kein Aufstieg und kein vorzeitiger Klassenerhalt.

Alle Augen waren daher auf Holstebro gerichtet. Zuvor gönnten wir uns noch eine Prise Nordseeluft in Hvide Sande und ein Softice in Ringkøbing.

Rund 25 Minuten vor Anpfiff kamen wir am Stadion an und sahen schon an der Anzahl der freien Parkplätze, dass hier heute mit einer guten Kulisse zu rechnen war. Unser Auto stellten wir dementsprechend eine Straße weiter ab und gingen hinein in den heutigen Tempel.

Die Ausgangsposition war wie folgt: Holstebro hatte einen Punkt Vorsprung vor ASA Aarhus. Wahrscheinlich würde also ein Remis nicht ausreichen. Nur der Meister dieser Pulje steigt direkt auf. Gespannt setzten wir uns auf die fast volle Haupttribüne.

Holstebro tat sich in den ersten Minuten sehr schwer. Man merkte die Nervosität bis in die letzte Haarspitze. Diese wurde auch nicht geringer, da ASA nach 18 Minuten bereits mit 2:0 führte. Ein Sieg musste dementsprechend her. Mit einem glücklichen 0:0 ging es für Holstebro in die Halbzeit.

In der zweiten Hälfte kamen die Gastgeber deutlich besser ins Spiel. In der 72. Minute war es dann endlich so weit. Die Gunst der Stunde wurde genutzt und der Ball zappelte im Netz. 1:0! In den verbleibenden 18 Minuten plus Nachspielzeit ging den Hausherren dann ordentlich der Stift. Marienlyst hatte zahlreiche Chancen, scheiterte aber am überragenden Torhüter der Gastgeber. Um 15:54 Uhr pfiff der Schiedsrichter schließlich ab und der Aufstieg war unter Dach und Fach.

Die Aufstiegsshirts wurden verteilt und die Mannschaft feierte sich vor der Haupttribüne des schönsten Stadions auf Jütland. Eine absolute Bilderbuchbude, über die wir in dieser Kategorie bereits am 05.07.2024 berichtet haben. Für alle, die noch nicht hier waren: Nächste Saison wird hier in einer eingleisigen Liga gespielt. Nutzt die Chance.

Als Belohnung bekommt man hier auch eine super leckere Pølser, die einen erst einmal für ein paar Stunden sättigt.

Die Redaktion vom Schwechheimer Landboten gratuliert herzlich zum Aufstieg in die 3. Division! (mb)

TSV Heiligenrode II – TSV Vellmar (2:1)

Wer hat noch nicht? Wer will nochmal? Wir haben die Hessenkampfbahn hier bisher nicht portraitiert, daher kommt unsere BILDERBUCHBUDE DER WOCHE (103) am heutigen Freitag aus Kassel. Der Besuch fand natürlich letzte Woche Montag, am 1. Juni, statt. Nach über 5 Jahren rollte der Ball in einem Pflichtspiel an der Orangerie wieder und im Play-Off-Spiel um den letzten Aufsteiger in die Kreisliga A ließen sich rund 1500 Fußballfreunde ihren Besuch nicht nehmen.

Für die Groundhopper war dieser Montag ein Festtag und erheblichen Anteil daran hatte der Kreisfußballverband Kassel, der in Anbetracht des 100-jährigen Bestehens der Hessenkampfbahn das Play-Off-Match zum „Jubiläumsspiel“ ausrief, frühzeitig die Werbetrommel rührte und den Zuschauern obendrein nette Details bot, wie die schöne Eintrittskarte für die 3€ Einlassgebühr. Bei bestem Frühsommerwetter strömten Groundhopper aus allen Himmelsrichtungen Richtung Kassel.

Über die Spielstätte muss man nicht mehr viele Worte verlieren, die Bilder sprechen für sich. Neben dem Panorama mit der Orangerie – die heute ein Museum und Planetarium beherbergt – ist es diese gewisse Schicht Patina, die diesen Ground richtig schön authentisch macht. Den Rest erledigten die Teams aus Heiligenrode und Vellmar, die in einem zunächst spektakulären und dann spannenden Spiel für die richtige Unterhaltung in der Hessenkampfbahn sorgten.

Wir möchten an dieser Stelle allen Parteien danken und unsere Glückwünsche aussprechen. Danke für das schöne Spiel an die Mannschaften und danke für die Organisation an den Verband! Und schließlich können sich mindestens alle 524 Groundhopper, die bei „futbology“ mit Log-ins hinterlegt sind, selber auf Schulter klopfen, dass sie keinen Anreiseweg und keine Mühen für ein Spiel zweier Zehntligisten (!) in dieser einzigartigen Spielstätte gescheut haben. Hoffentlich muss man auf das nächste Spiel in der wunderschönen Hessenkampfbahn keine weiteren 100 Jahre warten.


01.06.2026
Kassel,
Hessenkampfbahn an der alten Orangerie
TSV Heiligenrode II – TSV Vellmar (2:1)

Eimsbütteler TV – SV Todesfelde – 5:3

„15 TORE UND 18 ELFMETER“

03.06.2026
Aufstiegsrunde Regionalliga Nord
Stadion Hoheluft
Zuschauer: 2.046

HAMBURG – Springen wir nochmal eine Woche zurück. 27. Mai, Conference-League-Finale in Leipzig. 4 Mann im Auto. Alle Mitfahrer sind sich einig: Der Eimsbütteler TV ist die schwächste Mannschaft in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Ich lasse mich sogar zu der Behauptung hinreißen „…die können froh sein, wenn sie überhaupt ein Tor in den drei Spielen schießen“.

Eine Woche nach diesem Satz bin ich dann Augenzeuge von den Treffern fünf bis neun. Am Ende werden es 15 Tore in 3 Spielen und der stürmische Aufstieg in die Regionalliga. Eimsbüttel: 15. Schwechheimer Landbote: 0. Aber – ganz ehrlich: Wer hätte mit diesem Resultat gerechnet? Wiederum 4 Wochen zuvor, am 1. Mai, konnte der ETV im Oberliga-Spitzenspiel beim 0:1 zu Hause gegen Dassendorf vor meinen Augen ebenso wenig überzeugen. Und nun das.

Die Idee, dem zweiten Spiel in der Aufstiegsrunde beizuwohnen, war eine spontane. Das ist nicht gut, wenn es ins Herz Hamburgs geht, denn das bedarf schon etwas Vorbereitungszeit. Die Einlasssituation in den alt-ehrwürdigen Hamburger Spielstätten ist zumeist eine Katastrophe. Und zu diesen historischen Spielstätten gehört das Stadion Hoheluft mit seiner über 100 Jahre alten Holztribüne ganz gewiss. Überhaupt hatte das Stadion erst den Ausschlag für den Besuch gegeben. Denn der ETV spielt eigentlich sonst fast nebenan auf dem eigenen Platz. Auf einen zweiten Besuch innerhalb kürzester Zeit auf der ausbaulosen Plastikwiese, hatte ich keine Lust. Rund 1000 Todesfelder kündigten sich für das Match in Hamburg an und das wird der Grund für den Umzug in das Stadion gewesen sein.

Zwanzig Minuten vor dem Anpfiff erwartete mich die unausweichliche Schlange an der Kasse. Die Taktik diesmal: Irgendwo im vorderen Bereich würde bestimmt ein bekanntes Gesicht stehen. Drei Minuten später war ich drin. Das Stadion füllte sich nur langsam. Am Ende konnte die Kulisse von über 2000 Zuschauern aber überzeugen. Knapp die Hälfte mögen den Todesfeldern wohl tatsächlich die Daumen gedrückt haben. Dank des Spielverlaufs konnten die unorganisierten Auswärtsfans kaum auf sich aufmerksam machen.

Überzeugen konnte letztlich nämlich der ETV. In jeder Situation waren die Hamburger einen Schritt schneller und die ersten beiden herausgespielten Chancen zappelten sofort im Netz. Bitter für Todesfelde, die mit ihrem höheren Altersschnitt einen ganz anderen Fußball spielen. Eimsbüttel legte bis zur 60. Minute nach. 4:0. Ein Fußballfest. Doch die Segeberger gaben sich nicht auf, trafen zwei Mal durch den ewigen Torjäger Morten Liebert. Ex-Profi Jan-Marc Schneider legte per Einzelleistung in der Schlussphase den dritten Treffer nach. Eimsbüttel wankte nur kurz.

Nach dem Abpfiff sorgten die Regularien des Norddeutschen Fußballverbands noch für ein Elfmeterschießen, das insgesamt 18 Schützen verschliss. Nach dieser Odyssee waren eigentlich alle zufrieden. Eimsbüttel als praktischer Aufsteiger. Todesfelde hatte sein Gesicht gewahrt und weiterhin alles in der Hand. Der ETV sollte sein Abschlusspiel in Heeslingen letztlich mit 6:0 gegen den Blumenthaler SV gewinnen. Auch für Todesfelde nahm die Geschichte einen versöhnlichen Lauf. Das 2:0 gegen Egestorf in Oberneuland bedeutete am Ende ebenso den Regionalliga-Aufstieg.

Congrats to Eimsbüttel & Deathfield! Großer Fußball. Man kann sich ja mal irren. (mm)

VV Heerjansdam – VV Dongen – 1:2

„PLAY-OFFS MIT PYRO-GARANTIE“

06.06.2026
Derde Divisie/Play-Off
Stadion de Molenwei
Zuschauer: ca. 1.500

ZWIJNDRECHT – Eigentlich sollte es an diesem Wochenende nach Tschechien gehen. Aber in welche Richtung man den Spielplan auch hielt, irgendwie passten die ausgewählten Partien nicht. Entweder handelte es sich um bereits gekreuzte Grounds oder es wurden Pläne herausgearbeitet, mit viel zu viel Fahrerei und Spielen um die Goldene Ananas. Ein Blick in die andere Himmelsrichtung versprach das krasse Gegenteil. In NRW stand der letzte Spieltag ins Haus und in den Niederlanden die sagenumwobenen Play-Offs. Schnell wurde umgeplant und in mindestens vier Spielen wartete eine Entscheidung in der Aufstiegs- und Meisterschaftsfrage.

Den Anfang machte Blau-Weiß Hollage aus Niedersachsen in der Bezirksliga Weser-Ems. Mit einen 1:1 am Freitag-Abend gelang der Sprung in die Landesliga. Herzlichen Glückwunsch! Über den Regionalliga-Aufstieg von Bergisch Gladbach berichteten wir bereits am Montag. Am Sonnabend sollte es dann in den Großraum Dordrecht gehen. Stilecht wurde vorher das Klapprad in den Kofferraum gefaltet und für den Samstag war klar, dass zwei von vier Mannschaften in unserem Nachbarland einen Aufstieg feiern würden.

Zunächst ging es auf die Anlage der VV Wieldrecht. Der „Europlan“ versprach einen Naturrasenplatz. Ich bekam aber eine neuverlegte Plastikwiese serviert. In dem Play-Off-Match zwischen VVC ’68 aus Halsteren und Neo ’25 aus Waalwijk wurde der letzte Startplatz für die Derde Klasse auf neutralem Platz ausgespielt – es traten zwei Neuntligisten gegeneinander an, um ihr Glück demnächst in der achten Liga zu finden. Nun gut, da kein Eintritt erhoben wurde und am Eingang keine Schlange drohte, drehte ich per Rad erstmal eine Runde durch Dordrecht, um eine halbe Stunde vor dem Anpfiff die „Kantine“ zu testen. Wie gehabt in Holland, gab es in Wieldrecht gute, frittierte Kost für den ganz schmalen Taler in einem luxuriösen Vereinsheimneubau.

Im Regen trabten die Zuschauer anschließend eher schleppend auf den Platz mit der kleinen Tribüne. Auf den ersten Blick ein Kreisliga-Spiel mit ein paar versprenkelten Zuschauern. Doch zum Einlauf der Teams zündeten beide Lager massiv Pyro. Wobei VVC hier mit roten Nebeltöpfen für die bessere Optik sorgte. Insgesamt kamen zu diesem Kick wohl doch 250 Zuschauer zusammen – und die sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Nach einem eher zähen Beginn erzielte VVC mit der ersten Chance die Führung. Neo war die talentiertere Mannschaft und schlug mit einem Doppelschlag nach der Pause zurück. Vieles deutete auf einen Sieg für Neo hin, als eine Viertelstunde vor Schluss eine einzige gute Kombination für den erneuten Ausgleich sorgte. Danach spielte nur noch Halsteren. Doch wie es im Fußball so ist: Die angeschlagene Elf aus Waalwijk konnte sich kurz vor Ende der Verlängerung befreien und schob per Konter zum viel umjubelten 3:2-Siegtreffer ein. Spiel, Satz, Sieg für Neo!

Egal was da noch kommen sollte, der Trip hatte sich bereits gelohnt. Das „Hauptspiel“ des Tages in Zwijndrecht war trotz Verlängerung in Dordrecht nicht wirklich gefährdet. Dennoch trudelte ich erst 15 Minuten vor dem Anpfiff im „Sportpark de Molenwei“ ein. Der Ground besticht durch eine große, coole Sitzplatztribüne mit Stehplatz-Terrasse vom Vereinsheim im Oberrang, die an diesem Abend sehr gut gefüllt war. Im Hinspiel pilgerten bereits über 1000 Anhänger nach Dongen, das Duell endete 1:1. Die Zuschauerzahl war schwierig einzuschätzen, vierstellig wird es aber sicher gewesen sein. „Brabant Voetbal“ sprach gar von doppelt so vielen Zuschauern wie im Hinspiel. Es ging um den Aufstieg in die Derde Divisie – die vierte Liga bzw. zweithöchste Amateurklasse.

Heerjansdam – ein Ortsteil von Zwijndrecht, sozusagen der Teil von Dordrecht am anderen Ufer der Alten Maas – konnte in den 1980er-Jahren einige Erfolge feiern. 1989 stand der Verein im Endspiel um die niederländische Amateurmeisterschaft und unterlag dem RC Heemstede um ein einziges Tor nach Hin- und Rückspiel. RCH kickt mittlerweile in der Zehntklassigkeit, während Heerjansdam in diesem Rückspiel den Hut um die Zugehörigkeit in der vierten Liga in den Ring warf. Etwa aus der sportlich besten Zeit von VVH – Ende der 80er – dürfte die massige Tribüne stammen.

Los ging das Spiel mit massivem Raketenbatteriebeschuss hinter den Toren, außerhalb des Stadions. Schade, dass es um 18 Uhr noch so hell war. Auf dem Platz stellte sich schnell heraus, dass die Gäste aus Dongen die etwas feinere Klinge zu bieten hatten. Dennoch fielen keine Tore in der ersten Halbzeit und mit dem Wiederanpfiff gelang dem „Local Hero“ Marvin van der Made nach einer hervorragenden Einzelleistung das 1:0. Jubel und Gepöbel von der Vereinsheimterrasse. So hätte es bleiben können, doch Dongen war das bessere Team. Ein unstrittiger Elfmeter sorgte in der Schlussviertelstunde für den Ausgleich.

Dongen gab weiterhin den Takt vor und als die Nachspielzeit schon recht weit fortgeschritten war, bereitete sich das Stadion auf die Verlängerung vor. Doch dann, die 94. Minute, und Heerjansdam kriegt die Pille nicht aus dem Strafraum. Flanke, am Torwart vorbei und ein eingewechselter Gastspieler grätscht den Ball über die Linie! Oh, man, war das bitter. Gerne hätte ich die Heimelf feiern sehen. Verdient war der Aufstieg für die Jungs aus Dongen allemal, die nur ein paar Dutzend Leute mit ins „Molenwei“ gebracht hatten. Der Gästeanhang ließ es sich nach dem Abpfiff allerdings nicht nehmen, die letzten Pyro-Vorräte vor Ort aufzubrauchen.

Betonen möchte ich an dieser Stelle auch nochmal explizit das absolut faire Verhalten der Gastgeber, nach dem Nackenschlag in der Nachspielzeit. Nicht zuletzt deswegen komme ich gerne wieder zu den Play-Offs mit Pyro-Garantie in unser geliebtes Nachbarland, jenseits von Dollart und Maas. (mm)

FC Eisenhüttenstadt – SV Frankonia Wernsdorf – 3:2

“JUNI – ZEIT FÜR OSTDEUTSCH(AUTO)LAND”

06.06.2026
Landesliga Brandenburg Süd
Stadion der Hüttenwerker
Zuschauer: 125

EISENHÜTTENSTADT – Die Möglichkeit, an einem Samstag oder Sonntag auf der Couch zu bleiben, ist so gut wie nie eine Option. Durch feste Termine am Freitagabend gestaltete sich die Routenfindung am ersten Wochenende im diesjährigen Juni schwieriger als gedacht. Der runde Geburtstag des Redaktionskollegen war bei mir fest im Terminkalender verankert. Immerhin hatte ich so viel Planungssicherheit: es wurde Freitag gewählt. Mit ziemlich großer Sicherheit hätte ich am Samstagmorgen meine eigene Limousine nicht fortbewegen dürfen, somit brauchte die Reisegruppe, bestehend aus drei Landboten einen Kutscher. Quasi im besten Motto einer bekannten Masche: Biete Tour, suche Fahrer. Nach dem feuchtfröhlichen Abend setzten wir uns in die Karre und rollten Richtung Osten.

Der heute besuchte Ground war definitiv das Ziel des Wochenendes. Ein ehemaliger DDR-Oberligist, der seit dem 01.07.2016 unter dem neuen Namen FC Eisenhüttenstadt agiert. Der Zweitplatzierte der ewigen Tabelle der DDR Liga. Die damalige zweithöchste Spielklasse im Osten. Nach dem Endspiel im DDR-Fußballpokal gegen den FC Hansa Rostock qualifizierte sich der Verein trotz Niederlage für den Europapokal der Pokalsieger. In der ersten Runde empfing man immerhin Galatasaray Istanbul. Nach Hin- und Rückspiel verlor man insgesamt mit 1:5. Der spätere Sieger des Wettbewerbs war der SV Werder Bremen. Eine Menge Tradition steckt in dieser Stadt, dem Verein und in diesem Stadion. Im Jahr 2004 schoss Normen Elsner nach 3,85 Sekunden das bis 2023 wohl schnellste Tor im deutschen Fußball. Damals mit einem Ball der Europameisterschaft 2004. Da werden bei mir glatt Erinnerungen an meine Kindheit wach. Im Internet findet ihr vom “RBB” ein interessantes Interview über dieses Tor. Wie eben angesprochen, gab es im Jahr 2023 in der Bezirksliga ein schnelleres Tor. Laut dem BFV waren es “nur” 2,9 Sekunden. Fakten für jede Folge von “Wer wird Millionär”. In der Bundesliga teilen sich Kevin Volland und Karim Bellarabi den Rekord mit einem Tor nach neun Sekunden.

Zurück ins Hier und Jetzt: Zwischen 100 und 200 Zuschauer strömen wahrscheinlich nur noch pro Wochenende in das Schmuckstück der Eisenstadt. Hinter dem Tor ist der Standort der Iron Fanatics und sorgen für ein bisschen Stimmung in der Bude, Unterstützern des Amateurfußballs sollte jede Ehre erwiesen werden. Das Spiel ist nebensächlich, die Saison ist für beide Vereine bereits gelaufen und hat keinen besonderen Stellenwert mehr. In der Halbzeit dann für uns ein Highlight und der Grund der Überschrift. Das geschulte Auge des Redakteurs (cvs) entdeckte das Autohaus nebenan. Hüpfburg, den rauchenden Grill und einen Bierwagen. Perfekte Bedingungen, um mal eben rüberzuwatscheln. Zum Start der zweiten Halbzeit rollten wir zurück und unsere Bäuche waren gefüllt mit Trüffelmayo, Hähnchen-Bowl, Currywurst-Pommes und Freibier. Ideal, falls so etwas nochmal geplant wird, liebes Team der Autoland-Niederlassung Eisenhüttenstadt einfach gerne schreiben! Danke euch! Unser Redakteur hat sich auch wirklich ein potenziell neues Auto angeschaut, die Bedingungen müssten aber nochmal verhandelt werden.

Pünktlich zum Wiederanpfiff machten wir noch ein bisschen Werbung für diesen schönen Laden. So gewinnt man Kundschaft. Unter dem Motto “Feuer frei” und Wechselgesang mit “Stahl – Feuer” gab es für unsere Augen noch eine Pyroshow zu sehen. Ein runder Abschluss des ganzen Besuchs. (tp)

SV Bergisch Gladbach 09 – SpVg Porz 1919 – 10:0

„DIE ROSINE IM BERGISCHEN LAND“

07.06.2026
Mittelrheinliga
Stadion an der Paffrather Straße
Zuschauer: 900

BERGISCH GLADBACH – Kollektiver letzter Spieltag in NRW und frei nach dem Motto: „Das Beste kommt zum Schluss“ wurde sich für den Sonntag-Nachmittag eine Rosine im Bergischen Land herausgepickt. Mit dem „Stadion an der Paffrather Straße“ wartete nicht nur ein Zehntausender darauf besucht zu werden, die Heimelf von Bergisch Gladbach 09 schickte sich an mit einem Sieg den Sprung in die Regionalliga zu schaffen. Ein neues RL-Kreuz kann man immer gebrauchen und so ging es am Sonntag tief in den Westen.

Fünf Spiele standen für mich an diesem Wochenende an. In vier Spielen waren Aufstiegsentscheidungen möglich. Für den Sonntag-Vormittag war noch ein Slot frei und zur Abwechslung ging es um 11 Uhr in Essen nicht nur auf einen Ascheplatz, sondern mit der DJK Eintracht Borbeck zum Letzten der letzten Liga. Satte 318 (!) Gegentore in 25 Spielen hatte sich die DJK („Deutsche Jugendkraft“) gefangen. Rund 13 Gegentore pro Spiel. Vor Ort wurde ein wunderbar-heruntergekommener Hartplatz eingeheimst. Außerdem bekamen die Anwesenden schnell mit, dass Borbeck am Vortag zum Mannschaftsabend geladen hatte. Nach nicht mal 10 Minuten stand das Spiel schon auf der Kippe. 0:1 und im Borbecker Team krachte es. Rote Karte nach Handgreiflichkeiten innerhalb der eigenen Mannschaft. Ein Mitspieler zog zudem sein Trikot aus, warf es auf den Boden und verließ das Spielfeld wutschnaubend. Die Gemüter beruhigten sich wieder und vielleicht war es ganz gut, dass die DJK „nur“ mit 0:7 verlor. Die Krönung im Spiel: Der vergebene Elfmeter für die Heimelf in der Schlussminute.

Nach dem Kick in Borbeck ging es flugs weiter ins Bergische Land. Irgendwie würde 09 das Spiel schon gewinnen, mit einem Spektakel rechnete ich nicht. Das gab’s bereits in Essen. Ein Sieg würde bei 2 Punkten Vorsprung auf den Siegburger SV definitiv für den Aufstieg reichen. Eventuell ginge auch bei einem Remis was, da der SSV zeitgleich in Merten unterwegs war. Zunächst war ich aber froh, dass ich ein Fahrrad im Kofferraum hatte. Parkplätze am Stadion waren rar, so dass ich einfach ins Stadtzentrum durchfuhr und den Weg zurück mit dem „Klappi“ antrat. Die Stadt macht ihrem Namen durchaus alle Ehre: Es geht hoch und runter. Eine Schlange am Kassenhäuschen gab es nicht. Eintritt frei. Dafür wurde offensiv um eine Registrierung in der „DKMS“ geworben – der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Deal! Fahrrad angekettet und 9€ gespart.

Hinein ging es ins Rund, das gut gefüllt war. Keine Ahnung wie der Verein vor Ort die Zuschauer gezählt hat, denn es gab keine Tickets mit Laufnummer oder sonstige Registrierungen. Ich hätte die Zahl locker auf über 1000 Zuschauer geschätzt. Wie dem auch sei, die Kulisse stimmte. Vielleicht haben sich ja 900 Personen bei der DKMS angemeldet. Das wäre ein Erfolg. Auf der Haupttribüne ein kleiner Stimmungsblock, der natürlich ziemlich weit davon entfernt ist als „Szene“ bezeichnet zu werden. Aber immerhin. Los ging das Spiel, eine „knisternde Stimmung“ lag nicht über dem Feld. Die 09er gaben den Takt vor, konnten den Gegner aber (noch) nicht an die Wand spielen. Dennoch fiel das 1:0 im Nachsetzen und auch das 2:0 um Minute 40 herum ließ den Gegner aus Köln nicht völlig demoralisiert zurück. Mit dem 3:0 zur Halbzeit war die Messe dann wohl gelesen.

Nach dem Wiederanpfiff war der Gegner augenscheinlich nicht darauf aus, das Schlimmste zu verhindern. Porz wollte den Ehrentreffer erzwingen und die Defensive war so offen wie das berühmte Scheunentor. Bereits 5 Minuten nach dem Seitenwechsel prangte ein 5:0 auf der Anzeigetafel. Am Ende gelang das zweistellige Ergebnis, auf das man am Vormittag noch am Don-Bosco-Gymnasium in Essen-Borbeck gehofft hatte. Regionalliga-Aufstieg mit einem Kreisklasse-C-Resultat. Unglaublich.

Anschließend waren alle Zuschauer auf der Rasenfläche „welcome“ und es wurde zusammen mit den Beteiligten der Titel in der Mittelrheinliga auf dem Feld gefeiert. Eine erstaunliche Veranstaltung, die ohne viel Organisation auskam. Dass kein Eintritt erhoben wurde, okay, aber nicht mal ein einziger Ordner konnte im Stadion erspäht werden. Selbst bei der DJK Eintracht Borbeck hatte sich ein biertrinkender Mann eine Ordnerweste um die Schultern geworfen. Vielleicht sind sie in Bergisch Gladbach ja naiv, doch bis dahin kann sich die Regionalliga West auf einen entspannten Verein und einen schönen Ground freuen. (mm)

VfB Zittau – VfB Weißwasser (0:1)

Die 102. Ausgabe unserer BILDERBUCHBUDE DER WOCHE führt uns heute an den Rand der Republik. Vorhang auf für das Weinauparkstadion in Zittau! Zwei Dinge sind hier besonders erwähnenswert: Keine 100m hinter der Kurve fließt die Lausitzer Neiße entlang und am anderen Ufer beginnt Polen. Und dann müssen wir über die Holztribüne sprechen: Auch wir kennen die Floskeln von den „ältesten Tribünen“. Doch was hier in Zittau steht, schlägt die Konstruktionen in Kiel, Northeim & co um Längen. Für das Weinauparkstadion ist der Bau der Tribüne für das Jahr 1894 (!) belegt. Seit über 130 Jahren steht der Fachwerkbau an der Lausitzer Neiße – die Grenze zu Polen lag im 19. Jahrhundert noch viele hundert Kilometer weiter östlich.

Wie historische Fotos zeigen, hat sich der Bau in den vielen Jahrzehnten nicht sehr groß verändert. Die Tribüne hat das Kaiserreich, die Weimarer Republik, den Faschismus, zwei Weltkriege und die DDR überlebt. Erstliga-Fußball bot der Standort nur vor dem Zweiten Weltkrieg. In den 1970er- und 80er-Jahren konnten mit Hilfe der Trägerschaft des LKW-Herstellers „Robur“ einige Erfolge in der DDR-Liga gefeiert werden.

Um das Jahr 2000 war der VfB fester Bestandteil der NOFV-Oberliga. Doch seit etwa 20 Jahren findet sich der Verein in den Niederungen des Lausitzer Amateurfußballs wieder. Einen Nackenschlag gab es im Jahr 2010, als der Weinaupark von einem Hochwasser geflutet wurde. Daraufhin musste ein Großteil der Sportfläche saniert werden. Neben der Tribüne ist auch ein Sprecherturm und die kultige Anzeigetafel geblieben. Die Stufen, die sich rund um das Spielfeld ziehen, schrauben die Kapazität auf eine fünfstellige Zahl. Zusammen mit dem Gästeblock dürfte das Stadion höheren Ansprüchen genügen.

Vergangene Woche feierte der VfB „Vereinsfestwoche“. Das Kreisoberliga-Spiel war daher bereits für den Vormittag terminiert. Neben üppiger Verpflegung und Bespaßung für die Kleinen, wartete am Nachmittag die Traditionsmannschaft der SG Dynamo Dresden auf die Zittauer Altherren. Der Andrang war groß, jedoch nicht am Vormittag. Zu den gewöhnlichen Ligaspielen verirren sich keine 100 Zuschauer in den Weinaupark, nicht mal wenn Feierlichkeiten anstehen. Wir hoffen, dass wir ab heute ein paar weitere Zuschauer für den VfB Zittau begeistern konnten.


30.05.2026
Weinauparkstadion, Zittau
VfB Zittau – VfB Weißwasser (0:1)

NK Čelik Zenica – FK Igman Konjic 4:0

„YOU CAN EXPECT CRAZY ATMOSPHERE”

31.05.26
Prva liga Federacije Bosne i Hercegovine
Stadion Bilino Polje
Zuschauer: 9.500

ZENICA – Wie schon im Priboj-Bericht angesprochen, wirbelte die Verschiebung der ersten Liga die Pläne kräftig durcheinander. Ansetzungen und Termine sind in Ex-Jugoslawien quasi so fragil wie die politischen Zustände. Doch ein anderes Highlight zeichnete sich schon bei der Buchung ab: zur Hinserie hatte der Traditionsverein Čelik Zenica einen komfortablen Vorsprung in der 2. Liga und stand vor der Rückkehr ins Oberhaus. Bereits damals sagte ich meinen Mitfahrern, dass wir deren Heimspiel gegen Konjic im Auge behalten sollten.

Eigenlob stinkt, aber ich sollte Recht behalten. Die Schwarz-Roten machten bereits vor zwei Wochen auswärts bei Tuzla City den Aufstieg klar. Über sechs Jahre nach der Insolvenz und dem schmerzvollen Gang in die 4. Liga kündigte der Verein eine Riesenparty im Anschluss an das letzte Heimspiel gegen Igman Konjic an.

Wir trafen gegen Nachmittag in der Stahlstadt ein und gönnten uns die letzte Fleischplatte des Wochenendes. Gefühlt war halb Zenica auf den Beinen. Die Kneipen und Cafés voller gut gelaunter Fans und im Park ließ man die ersten Böller detonieren. Die Eintrittskarten kauften wir durch den Zaun hinter der Tribüne, eben typisch Balkan.

Im Vorfeld hatten die Ultras von “Robijaši” eine Choreo angekündigt. Was dann folgte, ließ uns alle sprachlos zurück: auf der Haupttribüne stieg unter dem Motto “Čelik ist Zenica” das Vereinswappen aus einem Stahlkessel empor. Dazu gab es drei Blockfahnen, Luftballons, kleine Fahnen und ein riesiges Spruchband auf der Gegengerade. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hingucken sollte.

Dazu knallte und brannte es an allen Ecken. Egal ob Blinker, Rauchtöpfe, Bengalos oder Böller: alles wurde an diesem Nachmittag aufgeboten. Wie selbstverständlich verteilten die Ultras die Fackeln auf der Tribüne. Auch Kinder und der Stadionsprecher rissen die Teile an, ein Wahnsinn! Den Schiedsrichter ließ das alles unbeeindruckt und er pfiff trotz großer Rauchschwaden an. Eben typisch Balkan.

Als wäre das nicht genug, zündelten einige Anhänger auch auf dem Hochhaus hinter dem Tor. Es war wie im Rausch und nahm kein Ende. Auf dem Platz zeigte “Stahl” einmal mehr, wie verdient der Aufstieg ist und schickte die Gäste mit 4:0 nach Hause.

In der zweiten Halbzeit bekamen wir von einem Verantwortlichen noch jede Menge Infos zur Vereinshistorie und der gute Mann lud uns ein, nächste Saison noch einmal vorbei zu schauen. Darauf kommen wir gerne zurück, denn wie auf einem Spruchband angekündigt dürften die “Robijaši” auch in der 1. Liga für eine “crazy atmosphere” sorgen. (hr)

Mosbacher SV – SG EFC Ruhla 08 – 5:0

„BRASILIEN-VIBES IM THÜRINGER WALD“

29.05.2026
Kreisoberliga Westthüringen
Sportplatz Mosbach
Zuschauer: 351

MOSBACH – Vor gut zwei Jahren sollte im „Schwechheimer Landboten“ ein Bericht über den FC Eisenach erscheinen. Im frühsommerlichen Mai wartete der perfekte Eisenach-Tag in Westthüringen. Morgens wurde dem FSV Eintracht Eisenach im „Stadion der Freundschaft“ ein Besuch abgestattet. Ein besserer Sportplatz, aber direkt neben dem Wartburg-Stadion gelegen. Bei bestem Sonnenschein ging es anschließend rauf auf die Wartburg und wieder runter zum FC Eisenach. Der Gegner damals: Mosbacher SV. Vor zwei Jahren bereits Spitzenteam der Liga und die Konstellation im Wartburg-Stadion lautete: Letzter gegen Zweiter. Oder irgendwie so. Der perfekte Eisenach-Tag erhielt mit einem elendigen 0:0 vor einer Handvoll Zuschauer einen ordentlichen Dämpfer. Das Wartburg-Stadion ist bei jedem Grottenkick noch fotogen, aber zu schreiben gab es nix.

Die Recherche ergab wenig später nicht nur die Tatsache, beim ersten torlosen Unentschieden im Wartburg-Stadion seit 11 Jahren (!) vor Ort gewesen zu sein, sondern auch den Umstand, dass die hochfavorisierten Mosbacher nur zwei Tage zuvor im Derby gegen den EFC Ruhla auf dem Platz standen. Vor rund 500 Zuschauern feierte der MSV einen Derbysieg und die Bilder vom Feuerwerk vor der legendären Holzhütte im Langetal machten nach dem Spiel die Runde und elektrisierten auch mich. Seit diesem verhängnisvollen Tag hatte ich das Derby im Wartburgkreis auf dem Zettel, der ja auch ohne Fußballspiel immer eine Reise wert ist.

Nun war es so weit und der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können. Das Quecksilber kratzte an der 30-Grad-Marke und Mosbach auf dem Platz an der Sonne, hatte die Möglichkeit mit Schützenhilfe aufzusteigen. Den ersten 200 Zuschauern wurden „Derbykekse“ gereicht und der Sportplatz im Langetal rechnete mit einem Zuschaueransturm. Vor Ort sind kaum Parkplätze vorhanden, bereits eine knappe Stunde vor dem Anpfiff musste der Rückwärtsgang eingelegt werden. Nachdem eine Eintrittskarte für 4€ über den Tisch wanderte, genoss ich die Aussicht über den Thüringer Wald. Beim Blick in den Spielort wurde aber schnell klar, dass die kühnen Träume von Rekordkulisse und Tifo nicht auf fruchtbaren Boden fielen. Die „Mosbacher Jungs“ scheinen gar nicht mehr aktiv zu sein. Der Parkplatz zwar zum Bersten gefüllt, aber bei 351 Zuschauern und dem möglichen Aufstiegsticket wäre sicher noch Luft nach oben gewesen. Ich nehme es vorweg: Das war alles gar nicht wichtig. Wichtig war auf dem Platz.

Die Kulisse sorgte dennoch für gute Laune und vor allem der Mosbacher SV tat alles dafür, dass seine Gäste zufrieden waren. 5:0 stand es nach 20 Minuten gegen den Nachbarort, der ebenfalls zu Wutha-Farnroda gehört. Ein herausgespieltes Tor war schöner als das andere und vor allem der Torjubel nach dem 3:0, mit einem Ordner, der auf das Spielfeld tanzte, bescherte uns unvergessliche Bilder. Seit der WM 2014 und dem deutschen 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien, habe ich nicht mehr so einen surrealen Spielverlauf gesehen. Zwischendurch war Mosbach in die Landesklasse aufgestiegen, doch der Konkurrent aus Vacha konnte sein Spiel am Ende mit 4:0 gewinnen. In der zweiten Halbzeit passierte nicht mehr viel, diesmal wurden die guten Chancen versiebt und die Zuschauer konnten sich auf das frischgezapfte „Stupps“-Bier, die Thüringer Bratwurst und das tolle Panorama rund um den Sportplatz konzentrieren. Für den Groundhopper wurde nach dem Abpfiff immerhin noch eine Feuerwerksrakete in den dämmernden Abendhimmel geschossen.

Wie vor zwei Jahren, gab es bereits zwei Tage nach dem Derby wieder ein Spiel für Mosbach in der Kreisoberliga. In Hötzelsroda konnten die Wuthaer mit 4:0 triumphieren und den Aufstieg nun auch formell eintüten. Diesmal war die Motivation eine andere – Glückwünsche nach Mosbach! Eine persönliche Fußnote machte das Derby für uns noch unvergesslich: Nach dem Spiel fertigte ich ein Foto mit dem Kapitän der Mosbacher und meinem Sohn an und ließ die Nummer 7 in einem Tagebuch unterschreiben. Mein Sohn – Schüler der 1. Klasse – hatte morgens in der Schule „Pinguin Piet“ zugelost bekommen und musste sein Wochenende in Schrift und Bild per Reisetagebuch dokumentieren. Ausgerechnet dieser Tage stand eine Tschechien-Tour via Thüringen im Terminkalender. Mal gucken, ob seine Klassenlehrerin den Beitrag liken wird. (mm)

FSV Tostedt – SG Estetal II – 1:2

“EINE PERLE DER NATUR”

16.04.2026
1.Kreisklasse Harburg
Sportanlage Düvelshöpen
Zuschauer: 63

TOSTEDT – Es ist soweit, die unteren Ligen kicken auch wieder unter der Woche an Wochentagen. Die milderen Temperaturen erreichen den Norden der Republik. Zeit für Amateurfußball! Der Spielort liegt ziemlich mittig zwischen den beiden Hansestädten Hamburg und Bremen. Ideal, um unter der Woche nach der Arbeit dort aufzuschlagen. Passend die Lage unweit des Bahnhofs, bietet sich der Metronom dafür natürlich an.

Ehrlicherweise hatte ich diese Spielstätte nicht unbedingt auf meinem Zettel. Immerhin verfügt dieser über eine nette Tribüne hinter dem Tor. Die Umgebung wird durch das angrenzende Waldstück ergänzt. Ein schöner Anblick. Auf dem Rasen kratzt der Ball an der Grasnarbe, das Krombacher wird im herzlichen Vereinshaus verkauft. Was in meinen Augen leider als typisches “Sportplatzbier” in Norddeutschland gilt.

Das Zuschaueraufkommen ist für einen Donnerstagabend vollkommen in Ordnung. In der ersten Halbzeit sah man für die zwei Euro Eintritt ein zähes Fußballspiel. Den Führungstreffer für die Gäste hätte in der Show von “Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs” eventuell einen Platz in der Kategorie ”Kacktor” erhalten.

In der zweiten Halbzeit erhielt das Spiel neuen Schwung, die Gastgeber glichen aus und die Zuschauer erwachten. Einige Situationen zeigten den Ehrgeiz der Akteure. Das 1:2 und somit der Endstand im Spiel, die Gemüter erhitzen kurz. Erinnerungen an den Kopfstoß von Zinedine Zidane wurden wach, nach dem Pfiff des Schiedsrichters war alles aber halb so wild. Nur der Zuschauer an der Seitenlinie konnte sich nicht so wirklich beruhigen, “TÄTLICHKEIT” und: “SCHON WIEDER DIE 27”.. Den Schiedsrichter beeindruckte es natürlich wenig. Schön ist es hier in Tostedt…

Ein herrlicher Frühlingstag geht zu Ende, der Metronom liefert und das Deutschlandticket ist Gold für Groundhopper. Donnerstag, Amateurfußball und der Geruch nach dem grünen Rasen. Herrlich, falls jemand diesen Sportplatz noch nicht auf dem Radar hatte, fahrt alle nach Tostedt. (tp)

FK FAP Priboj – RFK Graficar – 3:1

“BALKAN AUF DIE 1”

29.05.2026
Prva Liga Srbije
Gradski Stadion Priboj
Zuschauer: 197

PRIBOJ – In den weiten Teilen Europas sind die Saison und die Pokalspiele bereits abgeschlossen. Die Sommerpause nähert sich langsam und auch der geneigte Groundhopper wird in seiner Routenwahl eingeschränkter. Die neu eingeführte Route aus der bekannten Kreisstadt Schwechheim nach Tuzla weckt Begierde. Grund für die Buchung war bis April ebenso die “Terminierung” des Derbys in Sarajevo und des Derbys in Mostar. Zeitgleich an einem Wochenende, das viele Fußball-Touristen aus ihren Nestern bringt. Durch die Teilnahme Bosniens an der WM setzte man lieber nochmal ein Testspiel in Sarajevo an, zu Gast die Nationalelf aus Mazedonien. Der Spieltag der ersten Liga wurde somit vorgezogen. Balkan eben, damit darf gerechnet werden. Den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für mich nicht infrage, dafür mag ich diese Region viel zu sehr. Zeitgleich wird das Bewusstsein gestärkt, was für gesicherte Verhältnisse wir in unserem oft so kritisierten Deutschland haben. DFL & CO leisten hinsichtlich Terminvergabe gute und verlässliche Arbeit. Als Beispiel: Der angesetzte Verlegungs-Spieltag wurde am Sonntag, 24.05.2026 über die Verbandsseite angesetzt und einen Tag später rollte der Ball im Sarajevo Derby und bei Široki Brijeg.

Somit hieß es 2-3 Tage vor unserem geplanten Abflug zu entscheiden, was möglich ist. Der serbische Verband setzte unsere Alternative perfekt Freitag, um 17:00 Uhr an. 11:00 Uhr war die geplante Landung, dank freundlichen Leuten wurde ich am Mietwagen-Schalter vorgelassen und hatte somit schnell die Schlüssel in der Hand. Was unser Vorhaben spannend gestaltet, war natürlich die Ungewissheit an der bosnisch-serbischen Grenze. Der Grenzübergang in Karakaj lief innerhalb von 35 Minuten für Ein- und Ausreise fast schon zu schnell. Perfekt, die restlichen 3 ½ Stunden Fahrt entlang durch wunderbare serbische Landschaften bereitete dem Fahrer eine Menge Spaß. Auf der Rückbank sprach der Mitfahrer von dem Gefühl einer Achterbahnfahrt. Ich werte dies als Lob an die Redaktion.

In dem kleinen Ort an der Lim bietet das Gradski Stadion Priboj laut Europlan eine Kapazität für 10.000 Zuschauern. Ein riesiger Klotz für diese Stadt. Mittlerweile wurden die Haupttribüne und die Gegengerade bestuhlt und erneuert. Ein Dach gab es für die Haupttribüne. Das Geld fließt in dieser kleinen Stadt. Das Panorama bleibt 1A mit Sternchen. Hinter der Anzeigetafel fließt der Fluss, die modernen Toilettenhäuschen gleichen Skandinavien und zählen für mich wohl zu den besten Stadiontoiletten ich Osteuropas. Die Zuschauerzahl ist fast schon überdurchschnittlich gut für einen Kick in Serbien. Bei den Temperaturen um 25 Grad durfte natürlich keiner Wasser mit ins Stadion bringen. Einen Verkaufsstand bot der Verein selbstverständlich auch nicht an. Liebe für den Balkan!

Die einheimischen Spieler verabschiedeten sich würdevoll von ihrem Heimpublikum. Auf dem schwierigen Geläuf war es ein ansehnlicher Kick. Der Sieg brachte dennoch nicht die Wende und der Abstieg aus der zweiten Liga Serbiens war eine beschlossene Sache. FAP stimmte unsere Gemüter dennoch zufrieden und die Anreise über die bosnisch/serbischen Landstraßen war es wert. Nach Abpfiff ging es noch in Ћевабџиница Реле in Priboj. Besonders das “Komplet Lepinja” blieb in Erinnerung. Brot gefüllt mit Ei und dazu wird eine leckere Bratensauce serviert, spektakulär und richtig lecker.

Zurück nach Bosnien ging es erneut über die Landesgrenze, unseren knapp 7-stündigen Aufenthalt fanden die Grenzbeamten so spannend, dass diese unser Gepäck und Auto einmal komplett kontrollieren wollten. Vier gutaussehende junge Männer, kurze Einreise und schnelle Ausreise. Die perfekten Bedingungen, um uns mal eben kurz zu nerven. Verschenkte Arbeitszeit für die Kontrolleure am Ende. Unsere Route durfte fortgeführt werden. Auch das ist eben der Balkan und lief ja relativ entspannt ab. Zur Hauptreisezeit im Sommer habe ich das schon anders erlebt. Den Balkan auf die EINS! (sl)