Motor Lublin – Jagiellonia Bialystok – 1:2
Motor Lublin – Jagiellonia Bialystok – 1:2
„MOTOR AUS, PYRO AN“
31.07.2026
Ekstraklasa
Arena Lublin
Zuschauer: 15.200
LUBLIN — Am 30.07.2026 landete eine Rakete südlich der polnischen Stadt Lublin und 15 Minuten lang ertönten die Sirenen. Diese Nachricht ließ uns natürlich aufhorchen, da wir einen Tag später dort das Spiel von Motor Lublin besuchen wollten. Es folgte aber recht schnell die Entwarnung. Alles entspannt in Lublin und der Reise stand nichts mehr im Wege.
Somit ging es am Donnerstag von Schwechheim über Berlin nach Posen. Dort übernachteten wir sehr kostengünstig und fuhren am Freitag die restlichen 480 Kilometer bis nach Lublin. Nach insgesamt 1.050 Kilometern machten wir den Wagen aus und ließen ihn für heute ruhen.
Im Hotel angekommen, checkten wir ein und waren wahrscheinlich die einzigen Gäste, die nicht zur Hochzeit gehörten. Danach ging es per Bolt in die Innenstadt, da unser Praktikant ein Hotel im Nirgendwo gebucht hatte. Anschließend machten wir einige Bilder von der Altstadt und ließen es uns im „Chata Karczma Regionalna“ gut gehen. Wir gönnten uns einige Pierogi, Bier und einen Shot Wodka, während sich die anderen Gäste gleich eine ganze Flasche Wodka gönnten. Die Jungs sind nicht zimperlich!
Leicht angeheitert machten wir uns schließlich auf den Weg zum Stadion. Dort tauschten wir den Zettel gegen ein Hardticket und begaben uns auf unsere Plätze. Auf der Heimseite sah man bereits einige Leute aus der Heimkurve mit weißen Kitteln, die sich für die zu erwartende Pyroshow bereit machten.
Während wir gespannt auf die Heimkurve blickten, gab der Gästeblock neben uns bereits Vollgas. Über 90 Minuten wurde lautstark supportet und fast alle machten mit. Die Jungs von Jagiellonia zogen ihr Ding konsequent durch und sorgten über die komplette Spielzeit für ordentlich Betrieb. Lediglich bei der Aktion „Trikot ausziehen und hochhalten“ wollte eine kleine Personengruppe nicht mitmachen.
Auch die Heimkurve zeigte, was sie draufhat. Die Choreografie bestand aus einem Schriftzug und ordentlich Pyro, wodurch sich ein richtig starkes Gesamtbild ergab. Der Support war auch sehr gut, nur leider konnten wir die Jungs und Mädchen nicht in voller Lautstärke wahrnehmen, da wir direkt neben den Gästen saßen.
Unterm Strich hat Jagiellonia mal wieder absolut überzeugt. Ein top Mob, starke Lautstärke und vor allem Respekt für die ganzen Fahrten. Wirklich dicht dran ist da nämlich gar nichts. Wer solche Entfernungen regelmäßig auf sich nimmt und dann trotzdem über 90 Minuten so abliefert, verdient Anerkennung.
Auf dem Rasen hatten die Jungs aus Białystok ebenfalls alles im Griff. Nach 33 Minuten ging man in Führung und fing im Laufe der zweiten Hälfte an, das Spiel zu verwalten. Lublin kam zwar immer besser ins Spiel, wirklich gefährlich wurde es aber zunächst nicht. Aus dem Nichts traf Motor in der 82. Minute per Kopf zum Ausgleich. Ich war wahrscheinlich nicht der Einzige im Stadion, der bereits ahnte, dass dieser Spielstand nicht lange Bestand haben würde.
Drei Minuten später war es dann auch schon so weit. Lozano fasste sich ein Herz und traf mit einem schönen Distanzschuss zum Sieg. Aus Gästesicht natürlich der perfekte Abschluss eines ohnehin starken Auftritts.
Den Siegesgesang hörte man auch noch viele Minuten nach Abpfiff. Während die Mannschaft den Auswärtssieg feierte, wurde im Gästeblock weitergesungen. Genau für solche Momente fährt man eben auch mal über 1.000 Kilometer.
Die lange Anreise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ein schöner Ground, zwei starke Kurven und ein Spiel, das in den letzten Minuten noch einmal richtig Fahrt aufnahm. Lublin kann man definitiv mitnehmen.
Nach dem Spiel fuhren wir wieder per Bolt zum Hotel, denn am nächsten Tag mussten wir leider sehr früh aufstehen. Rund 190 Minuten Autofahrt nach Krakau erwarteten uns.
Das Hotel Focus liegt zwar nicht in der Innenstadt, aber wer ein sensationelles Frühstücksbuffet verspeisen möchte, sollte sich hier einbuchen, wenn man „auf der Ecke“ ist. (mb)











