Charlton Athletic FC – Chelsea FC – 1:5
„THE ADDICKS MACHEN DAS FLUTLICHT AN“
10.01.2026
FA CUP
The Valley
Zuschauer: 26.475
LONDON – Charlton Athletic gegen Chelsea, das ganz große Los am Samstagabend der 3. Runde des FA Cups. Das erste FA-Cup-Spiel für beide Londoner Klubs in diesem Jahr. Denn: Dritte Runde FA Cup bedeutet zugleich erste Runde für die Erst- und Zweitligisten. In England werden die ersten Runden ohne die Profis ausgetragen.
Eigentlich eine klare Sache, dachte ich mir: Charlton wird ordentlich auf die Mütze bekommen. Die Restchance auf ein wirklich attraktives und spannendes Fußballspiel bestand dennoch. Aus diesem Grund bemühte ich mich rechtzeitig, an Tickets für diese Partie zu kommen. Problemlos konnte über ein bis zwei verschiedene Kontakte ein Mitglied von Charlton Athletic ausgemacht werden. Für das Spiel wurde recht schnell ‚Sold-Out‘ gemeldet, umso glücklicher war unsere Reisegruppe, dass wir die Tickets in den Händen hielten. Und damit noch nicht genug: Es sollte sich wirklich lohnen.
In der ersten Halbzeit kämpfte Charlton Athletic um jeden Ball. Chelsea klar besser, war mit 74 % Ballbesitz die dominierende Mannschaft. Dennoch: Der Kampfgeist der Addicks war einfach ausgesprochen hoch. Die gesamte erste Halbzeit schafften sie es, kein Gegentor zuzulassen. Ein, zwei gute Chancen hatten sie selbst, aber das Durchdringen der Defensive von Chelsea war dann schon der Knackpunkt. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit passierte es dann doch noch: Hato traf in der 49. Minute zum 1:0 für Chelsea.
Die Stimmung war überragend. Es war ein Flutlichtspiel, das den Rahmen würdigte. Beide Seiten, vor allem die von Charlton Athletic, feuerten ihre Mannschaft durchgehend an. Hier passte wirklich alles: Spektakulärer Ground, das Flutlicht war an, ein schnelles, attraktiv Spiel und sehr gute Stimmung. Das bekommt man in England nicht alle Tage. Aber wenn all diese Komponenten aufeinandertreffen, dann macht es einfach nur Spaß auf der Insel.
Der Spaß, zumindest für Charlton Athletic, war allerdings schnell vorbei. Bereits in der 50. Minute traf Adarabioyo zum 2:0 für Chelsea. Nun hörte man den Away End etwas deutlicher – aber nicht lange. In der 57. Minute traf Leaburn für Charlton – Anschlusstreffer. Die Stimmungslage kippte schnell, die Athletic-Fans drehten durch, Chelsea wurde ganz leise. Aber auch dieser Zwischenstand erwies sich als äußerst unkostant: Nur fünf Minuten später traf Guiu für Chelsea. 3:1 – erst mal kurz durchatmen. Man merkte den Leuten um uns herum die Anspannung förmlich an, aber auch ich selbst fieberte für Charlton mit.
Irgendwie finde ich den Ground „The Valley“ schon seitdem ich mich mit Groundhopping auseinandersetze, sehr cool. Das Vereinslogo mit einem Schwert in der Mitte setzt dem Ganzen noch die Krone auf. In London habe ich in den ersten vier Ligen nun fast alle Vereine besucht. Auf das Spiel bei Charlton Athletic freute ich mich schon ewig und irgendwie passt hier einfach alles vor Ort. Bereits vor dem Spiel habe ich mir bei einem Fanshop am Straßenrand eine Mütze für 15£ besorgt. Zuletzt habe ich mir einen Fanartikel im Spätherbst ’24 bei Hajduk Split gekauft, davor wahrscheinlich fünf, sechs Jahre nirgendswo. Ich sammle schließlich Stadien und keine Fanartikel. Aber alle paar Jahre muss auch ich zuschlagen, wenn es mir so richtig gut gefällt. So ein Tag war nun mal wieder bei Charlton Athletic gekommen – einfach schön hier im Bezirk Greenwich!
Zwei Tore Abstand – geht hier noch was?
Eine halbe Stunde ist immerhin noch zu spielen, dachten sich die meisten Leute um uns herum. Sie hörten einfach nicht auf, ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Wahnsinn, wahrscheinlich die beste Stimmung, die ich in meinen bisher 35 besuchten Paarungen in England erleben durfte. Die Mannschaft kämpfte ebenfalls bis zum bitteren Ende. Ein schneller Treffer, dann ist alles wieder drin. Aber es sollte einfach nicht sein: In der 91. sowie 94. Minute machte Chelsea den Sack zu – 5:1 Endstand. Unabhängig vom Ergebnis war das ein irre spannendes Spiel mit wirklich beeindruckender Stimmung in einem der schönsten Stadien, die ich bisher in England besucht habe. Auch mit Tom, der uns dankenswerterweise die Karten besorgte, verstanden wir uns super. Er war hochkonzentriert aufs Spiel fokusiert und nahm sich dennoch immer mal wieder die Zeit, mir ein paar Dinge über das Stadion, den Stadtteil und vor allem den Verein zu erzählen. Leider fehlte uns die Zeit für einen gemeinsames Pub Beusch, da meine Reisegruppe und ich zuvor noch bei Leyton Orient waren.
Tom, ich werde wieder kommen. A beer is on me mate (hd)








