Liverpool F.C. – Brighton & Hove Albion F.C. – 3:0

Liverpool F.C. – Brighton & Hove Albion F.C. – 3:0

„ZIELE HAT MAN VIELE…“

14.02.2026
FA Cup
Anfield Road
Zuschauer: 60.227

LIVERPOOL – Für die 3. FA-Cup-Runde wurde blindlings ein Flug nach Manchester gebucht. Ziel war das Pokalspiel abends an der Anfield Road. Aber Ziele hat man viele, eventuell würde es nicht klappen mit einer Karte für Liverpool. Für den Fall blieb immerhin noch ein Liga-Spiel am Nachmittag in und um Manchester. Das League-Two-Spiel bei den Tranmere Rovers auf der anderen Merseyside wurde dann auch finalisiert – und war ein schöner Zeitvertreib bis zum Abend.

Für ein Spiel in Anfield musste man irgendwie in den erlauchten Kreis der Mitglieder hineinstoßen und auf die Güte der Liverpudlians hoffen. Nachdem auch hier schnell klar war, dass alle Karten für das Spiel schon in der „Premium-Membership-Phase“ über den Tisch gingen, gab es die realexistierende Möglichkeit, dass das Vorhaben scheitern würde. Alternativ hätte man 300£ für ein Hospitality-Package auf den Tisch legen können. Aber das ist natürlich witzlos und selbst diese VIP-Tickets gehen nur an Mitglieder raus. Jetzt müsste schon einer aus der Riege der Ticketkäufer unpässlich werden und mein Kontakt an mich denken. Und Jimmy dachte an mich! Etwa 10 Tage vor dem Spiel hieß es: Anfield Road and me at Valentine’s Day – it’s a match!

Für 40£ erhielt ich die Garantie mit einem Barcode auf einem fremden Handy den legendären Ground zu betreten. Vorher musste noch ein Rückflug gebucht werden. Das war schwieriger als gedacht. Irgendwann erfuhr man auch den Grund für die teilweise horrenden Flugpreise: Bank holiday. Winterferienbeginn in England. Den Rückflug nach Berlin, zur Hinflug-Destination, konnte man knicken. Der wäre noch teurer als das VIP-Ticket für Liverpool gewesen. Schlussendlich fiel die Wahl auf einen Flug von Heathrow nach Düsseldorf, für einen gerade noch sozialverträglichen Preis. Das bedeutete allerdings: 2 Nächte ohne Bett. Einmal im Zug, einmal im Bus. Kann man mal machen, für diesen legendären Ground. Um nicht ganz so zerzaust und verfilzt in Liverpool aufzuschlagen, wurde am BER für schmale 10€ mal die Option einer Duschkabine ausprobiert. Das waren gut angelegte Euros, frisch frisiert und gut duftend konnte anschließend durch Liverpool flaniert werden.

An der Bill-Shankly-Statue hinter dem historischen Eingang, wollte mein Kontakt mich dann gut anderthalb Stunden vor dem Anpfiff treffen. Und von weitem sah ich ihn schon. Coole Nummer und die obligatorische Runde Cider in der Bar unter „The Kop“ ging natürlich auf meinen Nacken. Seine erste Dauerkarte besaß Jim 1969 und jene kostete 40£. Diese loyalen, treuen, unerschütterlichen Anhänger machen den englischen Fußball einfach aus und mir war es eine echte Ehre an diesem Abend, für einige Stunden in diesen Kreisen zu verkehren. Vielen Dank, Jimmy!

Nach ganz emsigen Einlasskontrollen mit Metalldetektoren ging es schließlich hinein in die gute Stube. Handy an den Scanner und ab auf die Haupttribüne. Die Ansprüche an diesem Abend waren nicht besonders hoch. Irgendwie erwartet man bei diesem Weltverein eher nicht so authentisches Publikum. Oder anders gesagt: Touristen. Doch das muss ich widerlegen. Vielleicht ist das auch der Vorteil von diesen harschen Ticket-Auflagen und der immensen Anzahl an Mitgliedern. Die Hürden sind hoch und nur Touristen, die viele hundert Pfund auf den Tisch legen, kommen in den abgeschotteten Hospitality-Bereich. Auch in Liverpool lieben sie ihren Verein und auf der Haupttribüne war eine Menge Pathos unterwegs.

Über den Ground muss man natürlich nicht viele Worte verlieren. Das Stadion hat eine ganz eigene Magie, obwohl es gar nicht so viele Ecken und Kanten hat. Es dauerte an diesem Abend, bis sich ein kleiner Zauber über die Anfield Road legte. Liverpool spielt bisher keine Fabelsaison, kämpft um die Teilnahme an der Champions League. Die rund 150 Millionen Euro Ablöse für Florian Wirtz haben noch nicht die gewünschten Erträge geliefert. Der Motor stottert hin und wieder mal. So ähnlich lief es auch gegen Brighton ab. Ex-Pauli-Trainer Fabian Hürzeler hatte seine Truppe gut aufgestellt und nur über die zweiten Bälle errang das Team von Arne Slot langsam etwas Sicherheit.

Nach einem aberkannten Tor war es schließlich Curtis Jones, der eine Flanke in der 42. Minute unter die Latte ins Tor drückte und ganz Anfield zum Beben brachte. Kurz nach dem Wiederanpfiff läutete eine Kombination von Mohammed Salah und Dominik Szoboszlai die endgültige Trendwende an diesem Abend ein: Eine traumhafte Stafette hämmerte der Ungar ins lange Eck. Anfield stand Kopf und von nun an war klar: Diese Bastion würden die „Reds“ heute gegen Brighton verteidigen! Komme, was wolle.

Szoboszlai war am vergangenen Sonntag noch der Pechvogel gewesen, nachdem er in einem „ganz komischen Zweikampf“ den Siegtreffer für ManCity zuließ und trotzdem die Rote Karte kassierte. Nur sechs Tage später war der Frust verflogen und ganz Anfield trug den 25-Jährigen auf Schultern durch das Stadion. Das sind die Geschichten, die man erleben will. Auch Salah krönte seine starke Leistung anschließend mit einem – zugegeben – etwas schmeichelhaften Elfmeter zum 3:0. Brighton fiel im zweiten Abschnitt nur noch durch Anwesenheit auf und hatte der Durchschlagskraft der „Scousers“ nichts mehr entgegenzusetzen. Das zufriedene Publikum bei so einem erfolgsverwöhnten Verein ist Zeugnis genug für einen gelungenen Abend.

Nach dem Spiel kam der unschöne Teil der Reise: Dank völlig überfordertem Nahverkehr wurden die rund 4km in die Stadt zu Fuß bewältigt – mittlerweile hatte es in Liverpool angefangen zu schneien. In der Stadt wurde sich noch kurz versorgt und den unglaublich kurzen Röcken der Damenwelt bei diesem „Schietwetter“ hinterhergeschaut. Dann ging es in einem miefigen, unbeheizten Bus durch die Nacht nach Heathrow zum Flughafen. Immerhin alles ohne großen Zeitverzug und mit ein paar Stunden Schlaf im Gepäck. Kann man mal machen, für diesen legendären Ground in Liverpool. (mm)

Portsmouth FC – Arsenal FC – 1:4

Portsmouth FC – Arsenal FC – 1:4

„THIS IS THE FA CUP“

11.01.2026
FA Cup
Fratton Park
Zuschauer: 20.611

PORTSMOUTH — Am Samstag brachte uns British Airways pünktlich nach London. Dort gab es im Wetherspoon ein paar leckere Kaltgetränke und im Tagesverlauf auch zwei neue Grounds. Weitere Infos über den Tag gab es am Mittwoch im Bericht zu Charlton vs. Chelsea zu lesen.

Am Sonntag öffneten sich die kleinen Äuglein um acht Uhr, da wir heute ein paar Meter gen Süden machen wollten. Pünktlich um neun Uhr standen wir bei Avis vor der Tür, um unseren Leihwagen abzuholen. Der Verkäufer wollte uns natürlich über den Tisch ziehen und behauptete in seinem „Paperwork“, dass ich einer zusätzlichen Versicherung zugestimmt hätte. Bei der Auflistung der Kosten fiel mir dies jedoch sofort auf und konnte entsprechend „korrigiert“ werden. Kurze Zeit später saßen wir in der Mistkarre und fuhren mit zwei kleinen Umwegen nach Portsmouth. Es ist natürlich immer suboptimal, wenn das Navigationsgerät kurz vor einem Autobahnkreuz ausfällt. Trotzdem kamen wir zeitig in Portsmouth an, parkten das Gefährt mit vier Reifen in einem Parkhaus und klapperten ein paar Spots ab. Per Uber ging es dann schlussendlich aus dem Pub zum Fratton Park.

Vor Ort tauschten wir unsere vier QR-Codes aus dem General Sale gegen eine Gebühr von drei Pfund in Hardtickets um und bewegten uns in den legendären Fratton Park. Nach einer kurzen Verwirrung auf der Tribüne saßen wir schließlich auch auf unseren Plätzen. Der gute Ordner konnte nicht lesen und schickte uns zunächst in den Lower Stand, obwohl wir Tickets für den Oberrang hatten. Schwamm drüber, denn drei Minuten später explodierte der Fratton Park: Der Zweitligist konnte sensationell das 1:0 gegen den Tabellenführer der Premier League erzielen. Die Freude hielt jedoch nicht lange, denn fünf Minuten später erzielte Arsenal durch ein Eigentor den Ausgleich zum 1:1. Die rund 3.000 mitgereisten Fans jubelten und wollten die Heimfans verspotten. Das kam natürlich nicht gut an, sodass es für den neutralen Beobachter einige lustige Gesänge in Richtung der Gäste gab.
Auf dem Rasen hatte die Blue Army allerdings nichts mehr zu feiern, denn die Gunners zeigten eindrucksvoll, warum sie momentan das beste Team in England sind. Die Jungs können schon gut zocken. Somit nahm der Spielverlauf nach dem kurzen „Hoch“ seinen erwarteten Lauf. Trotzdem blieb das Stadion – wie sonst in England – nicht ruhig. Jede Aktion wurde kommentiert und gestikuliert. „You are a wanker“ war dabei einer der netteren Sätze, die in Richtung der Spieler und des Schiedsrichters fielen. Wir haben uns gut amüsiert und alles gefeiert.

Unterm Strich war das Spiel um 15:53 Uhr vorbei und wir fuhren ohne Probleme zurück nach London. Am Airport trafen wir unseren Reporterkollegen FJ, der von der Isle of Man nach Heathrow gereist war. Mister FJ war ganz gespannt auf unseren Bericht aus der Hafenstadt, da er bereits drei Touren nach Portsmouth gebucht hatte, die alle ins Wasser fielen – zuletzt erst letzte Woche aufgrund eines „frozen pitch“. Da hilft nur ein leckeres Cider am Airport! Mit 45 Minuten Verspätung ging es dann für uns mit der „Standby Crew“ zurück nach Schwechheim.

Im Flieger schwelgten wir in Erinnerungen an diesen tollen Trip in England. Der FA Cup ist es einfach: Bei den Partien Klein gegen Groß sind die Fans lautstark dabei und pushen ihre Spieler nach vorne. Wäre es in der Liga auch so, hätten viele Redakteure eine ganz andere Meinung zur „Insel“. Es ist nicht immer eine Library – manchmal wird aus der alten Bibliothek auch ein Tollhaus mit vier uralten Stands und ordentlich Gepöbel. (mb)

Charlton Athletic FC – Chelsea FC – 1:5

Charlton Athletic FC – Chelsea FC – 1:5

„THE ADDICKS MACHEN DAS FLUTLICHT AN“

10.01.2026
FA CUP
The Valley
Zuschauer: 26.475

LONDON – Charlton Athletic gegen Chelsea, das ganz große Los am Samstagabend der 3. Runde des FA Cups. Das erste FA-Cup-Spiel für beide Londoner Klubs in diesem Jahr. Denn: Dritte Runde FA Cup bedeutet zugleich erste Runde für die Erst- und Zweitligisten. In England werden die ersten Runden ohne die Profis ausgetragen.
Eigentlich eine klare Sache, dachte ich mir: Charlton wird ordentlich auf die Mütze bekommen. Die Restchance auf ein wirklich attraktives und spannendes Fußballspiel bestand dennoch. Aus diesem Grund bemühte ich mich rechtzeitig, an Tickets für diese Partie zu kommen. Problemlos konnte über ein bis zwei verschiedene Kontakte ein Mitglied von Charlton Athletic ausgemacht werden. Für das Spiel wurde recht schnell ‚Sold-Out‘ gemeldet, umso glücklicher war unsere Reisegruppe, dass wir die Tickets in den Händen hielten. Und damit noch nicht genug: Es sollte sich wirklich lohnen.

In der ersten Halbzeit kämpfte Charlton Athletic um jeden Ball. Chelsea klar besser, war mit 74 % Ballbesitz die dominierende Mannschaft. Dennoch: Der Kampfgeist der Addicks war einfach ausgesprochen hoch. Die gesamte erste Halbzeit schafften sie es, kein Gegentor zuzulassen. Ein, zwei gute Chancen hatten sie selbst, aber das Durchdringen der Defensive von Chelsea war dann schon der Knackpunkt. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit passierte es dann doch noch: Hato traf in der 49. Minute zum 1:0 für Chelsea.

Die Stimmung war überragend. Es war ein Flutlichtspiel, das den Rahmen würdigte. Beide Seiten, vor allem die von Charlton Athletic, feuerten ihre Mannschaft durchgehend an. Hier passte wirklich alles: Spektakulärer Ground, das Flutlicht war an, ein schnelles, attraktiv Spiel und sehr gute Stimmung. Das bekommt man in England nicht alle Tage. Aber wenn all diese Komponenten aufeinandertreffen, dann macht es einfach nur Spaß auf der Insel.
Der Spaß, zumindest für Charlton Athletic, war allerdings schnell vorbei. Bereits in der 50. Minute traf Adarabioyo zum 2:0 für Chelsea. Nun hörte man den Away End etwas deutlicher – aber nicht lange. In der 57. Minute traf Leaburn für Charlton – Anschlusstreffer. Die Stimmungslage kippte schnell, die Athletic-Fans drehten durch, Chelsea wurde ganz leise. Aber auch dieser Zwischenstand erwies sich als äußerst unkostant: Nur fünf Minuten später traf Guiu für Chelsea. 3:1 – erst mal kurz durchatmen. Man merkte den Leuten um uns herum die Anspannung förmlich an, aber auch ich selbst fieberte für Charlton mit.

Irgendwie finde ich den Ground „The Valley“ schon seitdem ich mich mit Groundhopping auseinandersetze, sehr cool. Das Vereinslogo mit einem Schwert in der Mitte setzt dem Ganzen noch die Krone auf. In London habe ich in den ersten vier Ligen nun fast alle Vereine besucht. Auf das Spiel bei Charlton Athletic freute ich mich schon ewig und irgendwie passt hier einfach alles vor Ort. Bereits vor dem Spiel habe ich mir bei einem Fanshop am Straßenrand eine Mütze für 15£ besorgt. Zuletzt habe ich mir einen Fanartikel im Spätherbst ’24 bei Hajduk Split gekauft, davor wahrscheinlich fünf, sechs Jahre nirgendswo. Ich sammle schließlich Stadien und keine Fanartikel. Aber alle paar Jahre muss auch ich zuschlagen, wenn es mir so richtig gut gefällt. So ein Tag war nun mal wieder bei Charlton Athletic gekommen – einfach schön hier im Bezirk Greenwich!

Zwei Tore Abstand – geht hier noch was?
Eine halbe Stunde ist immerhin noch zu spielen, dachten sich die meisten Leute um uns herum. Sie hörten einfach nicht auf, ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Wahnsinn, wahrscheinlich die beste Stimmung, die ich in meinen bisher 35 besuchten Paarungen in England erleben durfte. Die Mannschaft kämpfte ebenfalls bis zum bitteren Ende. Ein schneller Treffer, dann ist alles wieder drin. Aber es sollte einfach nicht sein: In der 91. sowie 94. Minute machte Chelsea den Sack zu – 5:1 Endstand. Unabhängig vom Ergebnis war das ein irre spannendes Spiel mit wirklich beeindruckender Stimmung in einem der schönsten Stadien, die ich bisher in England besucht habe. Auch mit Tom, der uns dankenswerterweise die Karten besorgte, verstanden wir uns super. Er war hochkonzentriert aufs Spiel fokusiert und nahm sich dennoch immer mal wieder die Zeit, mir ein paar Dinge über das Stadion, den Stadtteil und vor allem den Verein zu erzählen. Leider fehlte uns die Zeit für einen gemeinsames Pub Beusch, da meine Reisegruppe und ich zuvor noch bei Leyton Orient waren.
Tom, ich werde wieder kommen. A beer is on me mate (hd)

Leeds United – Harrogate Town – 1:0

Leeds United – Harrogate Town – 1:0

“EV RENTAL CAR TREIBT REPORTER AN SEINE GRENZEN“

11.01.2025
Elland Road
FA CUP
Zuschauer: 35.584

LEEDS – Nachdem ich bereits zum Jahreswechsel in Birmingham verweilte, zog es mich am FA CUP Wochenende wieder nach UK. Mit Fullham, High Wycombe, Rotherham, Mansfield und Ipswich war schnell ein gutes Programm gefunden. Das Spiel in Mansfield wurde durch „Frozen Pitch“ abgesagt. Glücklicherweise war nach dem Kick in Rotherham auch Leeds mit unserem Mietwagen erreichbar. Meine Kollegen vom Schwechheimer hatten glücklicherweise zwei Zutrittsberechtigungen über, da deren Flugverbindung aus Hamburg ausgefallen ist. Das Spiel war bereits weit im Vorraus Sold Out. Der Weg nach Leeds sollte uns erneut auf eine Geduldsprobe stellen. In Heathrow haben wir ein Elektroauto bekommen, da alle Verbrenner vergriffen waren. Das Modell des US-Autoherstellers verfügt gerade mal über eine Reichweite von 200 Meilen. (320 Kilometer)
Ständig mussten wir die Karre wieder von 15% auf 80% laden. Der Vorgang dauert je nach Charger immer zwischen 40-50 Minuten, da das Auto nur maximal 70kW einspeist. Soweit so gut, wäre da nicht das Problem des Bezahlvorgangs: Egal ob Shell Recharge, Tesla Super Charger, Inoty oder, oder, oder: Es funktionierte einfach selten! Mal lief die App nicht, mal wurden vier (!) verschiedene Kreditkarten nicht akzeptiert, mal waren die vorhandenen Charger im Arsch. Irgendwas war immer. Einzig und allein das Porsche Destination Centrum Towcester lieferte solide ab. Auto an Charger angeklemmt, und ohne My Porsche App oder Bezahlung von 10% auf über 80 vollgeballert. Währenddessen konnte ein Toilettengang inkl. Verkostung von Kaltgetränken bei Porsche verzeichnet werden. Cheers Mates! Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Porsche UK ab und an die Charger zur freien Verfügung stellt, um potenzielle Neukunden zu werben.

Zurück nach Leeds: Mit einem Puffer von 14 Minuten stiegen wir in direkter Stadionnähe aus dem Auto und waren gerade so zum Anpfiff im inneren der Elland Road. Top Ground, richtig schön eng und vier verschiedene Tribünen, typisch britisch eben. Der Schlag Mensch vor Ort gefiel mir richtig gut und man merkte schnell, dass die Leute hier wegen dem Fußball ins Stadion gehen und nicht wegen einem „Event“, wie beispielsweise bei West Ham United, Tottenham oder Manchester City. Auf dem Platz wurde ein schnelles und attraktives Spiel geboten, wobei Leeds klar die Kontrolle gewährleisten konnte. Mit 66% Ballbesitz langte es für die Hausherren, ein einziges Tor zu erzielen. Harrogate, im Awayend ähnlich ungefährlich wie auf dem Rasen. Der Gästeblock war zwar restlos ausverkauft, los war allerdings nichts. Das hätte Leeds besser gemacht, denn:

  • Leeds bringt mehr mit ! –

Ähnlich schwach präsentiere sich auch der Auftritt der Bistrol Rovers, welche wir am nächsten Tag in Ipswich begleiten durften. Alleine gings für mich noch zwei Tage weiter in London. Mit einem 7. Liga Spiel und dem Premier League Spiel zwischen Brentford und Manchester City wurde die Zeit gut verbracht. Ansonsten gab es einige Besuche im Wetherspoon und ein wenig Sightseeing. England im Januar, alle Jahre wieder schön, jetzt langt es aber auch wieder für eine gewisse Zeit! (hd)

Crystal Palace F.C. – Stockport County F.C. – 1:0

Crystal Palace F.C. – Stockport County F.C. – 1:0

“…UND WIEDER STREICHHÖLZER ZWISCHEN DEN AUGEN“

12.01.2025
FA Cup
Selhurst Park Stadium
Zuschauer: 21.104

LONDON – Im Bericht vom Kollegen (fj) konntet ihr über die doch noch geglückte Anreise nach Liverpool lesen. In meinem Fall lief es komplett anders, denn ich hatte leider keinen Flug in Reserve. Stattdessen war eine der wichtigsten Eigenschaften des Hopperlebens gefragt: improvisieren!

Ursprünglich hatte ich für dieses Wochenende geplant, dem eigenen Verein nach Freiburg hinterher zu fahren. Allerdings spukte schon lange vorher die dritte Runde des FA Cup im Kopf herum und mit der Terminierung des Dopplers Liverpool-Leeds plus Crystal Palace am Sonntag fiel die Wahl auf England. Nach der Flugannullierung hieß es allerdings „zurück auf Los“ und noch am Airport wälzte ich Skyscanner und Co. auf der Suche nach Alternativen.

Tatsächlich konnte ich mir relativ schnell einen neuen Plan zusammenschustern. Mit der Bahn ging es am Samstagmorgen von Schwechheim nach Freiburg und erstaunlicherweise lieferte des Hoppers liebstes Sorgenkind pünktlich ab. Karte an der Gästekasse gekauft und rein ins Mooswaldstadion, welches mir sowieso noch fehlte. Am Bierstand traf ich ein paar bekannte Gesichter und erntete verdutzte Blicke: „Du hier? Solltest du nicht in England sein?“ – „Doch, fliege morgen früh noch rüber“ – „Du bist doch verrückt!?“ Den letzten Satz dürfte jeder Groundhopper schon einmal gehört haben.

Zur erneuten Niederlage der KSV spare ich mir einen Kommentar. Nach dem Spiel eierte ich mit dem Deutschlandticket nach Frankfurt und kam gegen Mitternacht an. Dort musste ich die Zeit totzuschlagen, denn zwei Stunden später fuhr der Bus zum berüchtigten Flughafen Frankfurt-Hahn. Immerhin bot die zweistündige Fahrt etwas Gelegenheit zum Schlafen. Vor Ort haute ich mich bis zum Boarding am Morgen nochmal aufs Ohr. Für faire 24 Euro (wohlgemerkt keine 24 Stunden vorher gebucht) hob Ryanair ab und ich kam letztlich etwa drei Stunden vorm Anstoß im Süden Londons an.

Im örtlichen Wetherspoon traf ich mich mit (fj), der die Nacht im Bus von Leeds nach London verbrachte und ebenso Streichhölzer zwischen den Augen gebrauchen konnte. Schnell noch die Kulinarik im Spoon genossen und ab zum Selhurst Park. Im Vorfeld verkaufte Crystal Palace die Pokaltickets sehr günstig und meldete morgens „sold out“. Tatsächlich passierten nur etwa 21.000 Zuschauer die Drehkreuze, davon allerdings fast 5.000 Gäste des Drittligisten aus Stockport. Und die hatten Bock: für britische Verhältnisse war der Support echt OK und auch mit etwas Abwechslung versehen.

Auf der Heimseite kämpften die Holmesdale Fanatics vor Anpfiff mit ihrer Gruppenfahne, die sich immer wieder aus der Befestigung löste. Ein Intro gab es nicht und auch sonst blieb mir der Auftritt nicht groß in Erinnerung, welcher mir im Januar bei Arsenal deutlich besser gefiel.

Sportlich lief zunächst alles nach Plan für die „Eagles“. Bereits nach vier Minuten erzielte Eze das 1:0 und Palace schien Ball und Gegner laufen zu lassen. Allerdings versiebte man im weiteren Spielverlauf mehrere Großchancen und verpasste leichtfertig die Entscheidung. Oliver Glasner wirkte an der Seitenlinie minütlich genervter und musste mit ansehen, wie Olaofe nach einem katastrophalen Fehlpass beinahe den Gästeblock ausrasten ließ. Es blieb aber dabei und die Gastgeber gurkten sich in die vierte Runde.

Nach dem Spiel brachte uns die Tube zuverlässig nach Heathrow. Auch der Rückflug glückte. Unterm Strich zufrieden mit dem Wochenende, aber totmüde fiel ich ins Bett. Hoppen muss eben manchmal wehtun. (hr)