VfL Bochum ‐ SC Paderborn 07 – 0:0

VfL Bochum ‐ SC Paderborn 07 – 0:0

„FRUST UND FROST IM REVIER“

15.02.2026

2. Bundesliga
Ruhrstadion
Zuschauer: 25.646

    BOCHUM – Über Düsseldorf ging es von einer kurzen Dienstreise heute wieder ganz allmählich Richtung Schwechheim. Winterfeeling mittlerweile auch in NRW. Amateurspiele waren rar gesät und wurden meist auf Kunstrasen ausgetragen – seit dem Wochenende regiert im Westen der Frost. Also gab es mal wieder einen Revisit in Bochum. Mein 8. Besuch im wunderbaren Ruhrstadion. Bei den sechs VfL-Spielen zuvor konnte bisher kein Heimsieg verbucht werden. 2011 stand zudem das Kracherspiel der Frauen-WM im Ruhrstadion auf dem Programm: Äquatorial-Guinea gegen Australien.

    Bei strahlend blauem Himmel sahen die Vorzeichen gar nicht schlecht aus. Der VfL bis zu diesem Zeitpunkt seit 8 Spielen in Serie in Liga 2 ohne Niederlage, brauchte einen Sieg, um sich aus dem Verfolgerfeld zu lösen und wieder im Aufstiegskampf anzuklopfen. In jenen Regionen spielt der SCP schon die ganze Saison mit. Dementsprechend konnte mit einem flotten Spiel gerechnet werden. Und so kam es auch.

    Nur leider ist ein flottes Spiel auch nicht immer ein Garant für volle Notizbücher. Bereits in der Straßenbahn konnte ein Gespräch belauscht werden, in dem ein „Jungsche“ die Heimfahrt der Ultras verriet. Aktueller Stand aus dem Buschfunk der Straßenbahn: Die Pader-Szene wurde aus der S-Bahn herausgefischt, weil sie vermummt zum Spiel fuhr. Und wieder ein paar Negativzahlen in der Statistik mehr. Offenbar war sogar eine Choreo in Bochum geplant. All Christians Are Brothers, aber niemals Freund und niemals Helfer. Ich sag euch das!

    Paderborn konnte den Block dennoch gut füllen und supportete bisweilen auch. Ich weiß zwar immer noch nicht, was ich mit dem Verein anfangen soll, aber meine Solidarität sei euch gewiss. Die nächste, hässliche Fratze des Fußballs: VAR. Nach einer halben Stunde wurde ein klarer Handelfmeter für den VfL gepfiffen. Schütze und Torwart standen sich schon Auge in Auge gegenüber. Da mischte sich der VAR ein. Anschließend war Referee Tom Bauer über das Funkmikrofon zu hören und verkündete ein vorheriges Foulspiel über die Stadionlautsprecher. Elfmeter annulliert. Einfach nur total spooky. Zumal der Schiri sich die Situation nicht nochmal vor dem Monitor zu Gemüte führte und diese Entscheidung ihren Ursprung wohl ganz alleine im Keller hatte.

    Endstand dieser Partie? Genau: 0:0. Das lag einerseits an dem starken SCP-Schlussmann Dennis Seimen, der einige Bälle aus dem Winkel kratzte. Und andererseits an dem Präsenzstürmer von Bochum: Philipp Hofmann. Der hatte zwar auch gute Szenen, ist in der Rolle als zentraler Spieler einer Mannschaft in jedem Bewegungsablauf aber einfach viel zu langsam. Seit der U21 und wahrscheinlich auch schon davor. Uwe Rösler: Vielleicht mal die kurze Hose wechseln und ’ne Brille aufsetzen – dann klappt’s beim nächsten Mal auch mit dem Sieg.

    Ansonsten hätte der VfL die 3 Punkte in allen Belangen verdient gehabt. Der Gegner wurde mehr und mehr überrollt, Paderborn wackelte am Schluss ganz gewaltig. Es war ein gutes 0:0. Soll ja auch mal vorkommen. Was bleibt sonst von diesem Nachmittag? Neben Frost und Frust nach wie vor eine richtig gute Dosis Ruhrpottfußball an der Castroper Straße. Wenn Herbert Grönemeyer seine Stadthymne vor dem Spiel zum Besten gibt, fühlt man sich den 80er-Jahren einfach ganz nah. 4630 Bochum, du Blume im Revier! Wir hoffen, dass unsere Bildergalerie euch dieses besondere Feeling im besten Falle bis nach Hause transportiert. Schönen Sonntag noch und bis zum nächsten Mal – dann auch wieder mit Gästefans, Toren und ohne VAR. (mm)

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