Hellas Verona – SSC Napoli – 1:2

Hellas Verona – SSC Napoli – 1:2

„DUNKLE ZEITEN FÜR HELLAS“

28.02.2026
Serie A
Stadio Marcantonio Bentegodi
Zuschauer: 21.027

VERONA — Am 28.02. haben meine Frau und ich unseren Jahrestag, und dieses Jahr hatten wir keine Lust, diesen in Deutschland zu zelebrieren. Da kam es uns sehr gelegen, dass easyJet mit Dumpingpreisen für einen Flug nach Mailand Malpensa Terminal 2 um die Ecke kam. Somit ging es pünktlich um 08.50 Uhr vom Schwechheimer International Airport nach Mailand. Dort holten wir den Mietwagen bei Budget ab, und zum ersten Mal wurde ich nicht nach einer zusätzlichen Versicherung oder Ähnlichem gefragt. Einzig allein „Der Wagen steht auf Nummer 93, Sie wissen ja, wo das ist“ kam vom Mietwagenmitarbeiter. Das kann daran liegen, dass ich fünf Wochen zuvor am gleichen Schalter stand und bei Budget schon ein bekanntes Gesicht bin.

Um halb zwölf ging es auf die Autostrada Richtung Verona. Wo kann man einen Jahrestag passender zelebrieren als in der klassischen Stadt der Liebe? In Verona erwartete uns nicht nur der bekannteste Balkon der Welt, sondern auch ein doppeltes Rückspiel. Vor vier Jahren waren wir zur sehr späten Stunde schon einmal an Ort und Stelle. Damals kassierte ich innerhalb von vier Minuten zwei Strafzettel über 75 Euro, weil ich in die falsche Straße gefahren war. Diesmal stellten wir das Auto auf dem Parkplatz des Hotels ab und fuhren mit dem Bus ins Zentrum.

Nach der Sightseeingrunde ging es ganz entspannt zum zweiten Rückspiel, und zwar zum Duell zwischen Hellas Verona und der SSC aus Neapel. Über die gleiche Partie aus Neapel habe ich vor knapp 13 Monaten schon berichtet. Damals ging das Spiel 2:0 aus, und auch diesmal war der heutige Gast der klare Favorit. Für Hellas hieß es heute ebenfalls Do or Die. Bei neun Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz musste unbedingt ein Dreier her.

An den Tifosi liegt es definitiv nicht, denn sie strömen zahlreich ins Stadion und präsentierten uns über 90 Minuten ein starkes Kurvenbild. Jubeln konnten nach 100 Sekunden jedoch nur die mitgereisten Gästefans, die nicht in Neapel leben. Napoli ging mit der ersten Aktion in Führung. Der absolute Worst Case für diese Ausgangssituation. Das Team von Conte ließ in den restlichen 43 Minuten der ersten Hälfte nichts mehr anbrennen.

In der zweiten Hälfte wurde es ruppiger, und Hellas kam dadurch besser ins Spiel. Durch eine Standardsituation erzielten sie in der 65. Minute das 1:1. Auf den Rängen brachen alle Dämme, und neben uns landete sogar ein Stuhl aus den oberen Reihen. Wie dieser am Kopf einer Person in unserer Reihe einschlagen konnte, weiß ich nicht. Auf jeden Fall gab es zahlreiche Diskussionen, und die Ordner regelten das Sitzschalenverbot. Ich selbst überreichte dem Ordner freundlich die Sitzschale.

Auf dem Rasen kam der beweglichste Schrank Belgiens aufs Feld, Romelu Lukaku. Beide Teams spielten auf Sieg, und ich sagte kurz vor der Nachspielzeit zu meiner Begleitung: „Pass auf, Lukaku macht in der letzten Minute das 1:2.“ Was in der letzten Aktion passierte, kann sich nun jeder denken. Ekstase auf Seiten der Neapolitaner, Fassungslosigkeit bei den Heimfans.

Damit steht Hellas mal wieder ohne Zählbares da, und so langsam geht in Verona das Licht aus. Mittlerweile erwartet kaum noch jemand den Klassenerhalt. Das Licht wird wohl bald erloschen sein. Man kann nur hoffen, dass es in der Serie B wieder hell leuchtet, denn das Stadion, die Stadt und die Fans gehören in die erste Liga. Ob das Stadio Marcantonio Bentegodi auch ein Austragungsort der EM 2032 sein wird, wage ich zu bezweifeln, da besonders im Unterrang vieles stark heruntergekommen ist. Für den Groundhopper ein Genuss auf höchster Ebene, für den Beauftragten der UEFA ein Grauen. Ich kann nur hoffen, dass sich hier in den nächsten Jahren nichts verändert, denn die Schüssel ist einfach genial. Italien at its best.

Nachdem wir die Schüssel verlassen hatten, gingen wir standesgemäß in das Hellas Pizzahaus am Stadion und gönnten uns dort jeweils eine leckere und preiswerte Pizza, inklusive Aperol für die Dame und Bier für den Herrn. Ein schöner Abschluss eines wunderschönen Jahrestags in Bella Italia. (mb)

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