PPSM Magelang – Persibas Banyumas – 1:3

PPSM Magelang – Persibas Banyumas – 1:3

“INDONESIEN – LIEBE AUF DEN ERSTEN KLICK”

08.01.2026
Liga 4 Jawa Tengah
Stadion Dr. H. Moch Soebroto
Zuschauer: 2.378

MAGELANG – Am Tag darauf, vom gestrigen Bericht über Bali United, hob also der Flieger in Richtung Semarang ab. Das Ziel war die Insel Java. Was mich hier erwartete, war mir noch völlig ungewiss. Als ich die Buchung abschloss, war das Zweitligaspiel zwischen Kendal Tornado FC und PSS Sleman noch im Stadion Jatidiri angesetzt. Der Jackpot: Die Fans des Gastes sollen zu den besten des Landes gehören. Eine Reise wäre nicht schön, wenn nicht auch mal etwas schief läuft und sich dadurch neue Türen öffnen. So auch hier, das Spiel wurde leider knapp zwei Wochen vorher in das Stadion Sriwedari in Surakarta verlegt. Als dann zwei Tage vor dem Termin die Info veröffentlicht wurde, dass Zuschauer leider nicht zugelassen sind, bereute ich schon fast meine Entscheidung. Als dann der Flieger von Denpasar nach Semarang eine Stunde Verspätung verkündete, verpasste ich dadurch meinen gebuchten Bus nach Surakarta. Nach Landung schnell ein Grab gebucht, die Kosten hielten sich im Rahmen für eine fast zweistündige Fahrt und der Besuch in diesem Spielort ist zu empfehlen. Die Frage, ob ich das Spiel überhaupt besuchen darf, war noch ungewiss. Vor Ort kam dann die Bestätigung: “Wow, from Germany?“ Yes! Zack, so saß ich relativ schnell zwischen den Familienmitgliedern beider Mannschaften.

Doch warum diese Zeilen hier sind, sollte der Bericht eigentlich über das Spiel in Magelang berichten. Neben mir im Stadion Sriwedari saß ein wichtiger Kontakt im Laufe meiner Reise, er zeigte mir Profile bei Instagram, die mir helfen, Spiele zu finden, besonders im Amateurbereich. Zudem erzählte ich ihm, welche Spiele für mich interessant waren, weil: Achtung, viele Spiele im Amateurbereich werden ohne Zuschauer ausgetragen. Gründe hierfür sind verschieden, oft ist der Grund: es gibt kein vernünftiges Sicherheitskonzept für den Austragungsort. Der Kontakt wusste ebenso gut Bescheid, wo und welche Fans aktuell zu ihren Spielen fahren dürfen. Somit gab er mir klare Empfehlungen: Dienstag (06.01.26): Ein Spiel in der vierten Liga in Yogyakarta, zwar ohne besondere Fanszene, dafür mit vielen Zuschauern und Catering durch „fliegende“ Verkäufer. Das Spiel wurde im Netz als “Big Match” angekündigt. Zum Ende hin waren sicherlich 500 Zuschauer anwesend, grandios! Für den Mittwoch (07.01.26) gab er mir das Spiel zwischen Persik Kendal und Persibara. Kurz und knapp: Eine singende Heimkurve und ein Gästeblock, gefüllt mit circa 40 Fans. Dritter Tipp: Das Spiel dieses Berichts am 08.01.26. Die Nummern der zuständigen Ticketchefs oder Instagram-Profile der Vereine gab er mir auch noch mit. Solche Menschen sind Gold wert! Somit habe ich während meines Aufenthaltes in Indonesien jeden Tag ein Spiel sehen können, wer kann das schon behaupten? Für das Spiel im Stadion Dr. H. Moch Soebroto habe ich meinen eigentlich geplanten Rückflug am Spieltag sausen lassen und mir einen neuen Flug aus Surabaya nach Kuala Lumpur am Freitag gebucht. Es hat sich gelohnt!

Über die offizielle Verbandsseite findet man lediglich Ansetzung für die erste, zweite und dritte Liga. Die ersten beiden Ligen spielen im Land verteilt, auf den vielen Inseln und Regionen gibt es Vereine. Die dritte Liga hingegen ist aufgeteilt in vier Gruppen und je nach Region wird der Verein in die jeweilige Gruppe aufgeteilt. Der Account auf Instagram: “pssijateng” postet Ansetzungen unterklassiger Vereine im zentralen Teil Javas. Wer also mal vor Ort sein sollte, für den lohnt sich der Blick auf das Profil. Zudem hat die dritte Liga ein eigenes Profil, wo man die Ansetzungen nochmal überprüfen kann. „liga3matches“. Der komplette Spieltag wird dort inklusive Spielort gepostet. Viele Vereine spielen in kleinen schönen Stadien. Zudem hat jeder Verein, zumindest die welche ich besucht habe, ein eigenes Profil bei Instagram und pflegt dort Informationen ein.

Der Tag der Partie in Magelang startete früh, ich wollte unbedingt noch ein bisschen mehr Natur sehen. Bei Google fand ich den “Suroloyo Peak”. Die Fahrt mit dem Grab dorthin war billig, im Internet fand ich den Eintrittspreis von 10.000 IDR. Vor Ort wollte es keiner haben, auch hier wieder das Thema in der Hauptreisezeit wird es hier sicherlich etwas kosten. Wir reden hier übrigens von umgerechnet 50 Cent! Rund eine Stunde führte mich der Grab Fahrer zu meinem ausgewählten Punkt, als Einheimischer wie er sagte, sei er das erste Mal überhaupt hier oben gewesen. Er freute sich richtig, ich überzeugte ihn, auf mich zu warten, damit wir privat die Fahrt weiterfahren können. Eine weise Entscheidung, denn ob mich ein weiterer Grab Fahrer hier oben wieder abgeholt hätte, ich wage es zu bezweifeln. Eine sogenannte Win-Win Situation. Von dem Suroloyo Peak geht es ungefähr 5 Minuten in einem fitten sportlichen Zustand die Treppen hinauf auf den Berg, der Ausblick ist der Wahnsinn und lohnt sich allemal!

Nach der Entspannungs-Wanderung brachte mich der Fahrer zum Borobudur Tempel, ich informierte mich im Vorfeld nicht über diesen Tempel. “Einfach mal hinfahren und gucken.” Als ich an der Kasse ankam und die Kassiererin 445000 IDR haben wollte (ca. 23€) drehte ich wieder um und besuchte lieber einen anderen Tempel, der nicht so auf den Massentourismus aus ist. In meinen Augen definitiv zu viel Geld, egal wie spektakulär er sein soll. Kultur macht mir nur Spaß, wenn es entweder gar nichts kostet oder in einem angemessenen Verhältnis zum Preis steht. Da fahre ich lieber in die Natur, erlebe die Einheimischen und habe einen wunderbaren Ausblick über die Landschaft! Zum Glück darf jeder Mensch selber entscheiden, was er eben machen will und was nicht. Mein Grabfahrer war schockiert über den Preis und sagte selbst: Er war noch nie drin und das obwohl er als Einheimischer nur umgerechnet 5€ Eintritt zahlen müsste. Als Beispiel: Im letzten Jahr habe ich für das “Cristo Redentor” 20€ bezahlt, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt inklusive An- und Abreise mit dem Zug. Mein Fahrer ist übrigens gerne bereit, Leser von uns über die Insel Java zu kutschieren. Wer Bedarf hat, dem darf ich die Nummer weiterleiten. So unterstützt man Einheimische statt irgendwelche Leute oder Firmen, denen das Geld sowieso schon aus dem Hintern rauskommt. In Magelang selbst gibt es noch den “Mount Tidar”, einen ungefähr 500 Meter hohen Berg, der bestiegen werden kann. Affen bewohnen diesen Felsen und oben hat man ebenso einen schönen Blick über die Stadt und das Tal.

Das Mittagessen genehmigte ich mir in einem der bestbewerteten Restaurants der Stadt. Zu einem Preis von umgerechnet 2€ bekommt der Gast von der Speisekarte ein perfekt gegrilltes Stück Hähnchen inklusive Reis. Diese Preise kann man nur lieben. Falls jemand mal in Magelang sein sollte: “Lombok Idjo Magelang”. Als Europäer gilt hier natürlich besondere Vorsicht, ich esse nicht in jedem Laden das Stück Hähnchen. Andere Länder, andere Sitten. Ich hatte aber bei keinem meiner Aufenthalte im Restaurant danach Probleme mit der Verdauung oder Ähnlichem. Zumindest nicht vom Essen.

Nach einer kurzen Abkühlung im Pool des gebuchten Hotels ging es zum Stadion. Das liegt außerhalb des eigentlichen Stadtzentrums, welches geprägt von Streetart des heimischen Vereins ist. Am Stadion wurde ich schon freundlich vom Offiziellen erwartet, ich sprang auf seinen Roller und er brachte mich auf die VIP Tribüne. In Indonesien habe ich bisher sehr freundliche Menschen kennengelernt, egal ob Taxifahrer, Hotelrezeptionist, Einheimische irgendwo in der Stadt oder Ähnliches. Alle freuen sich und viele winken einem ganz interessiert zu. Zum Start der Partie war das Stadion quasi leer, nach ein paar Minuten trudelten die Fans von PPSM Magelang ein, auf der Gegengerade wurde sich mit einer Musikbox eingestimmt. Zu “Country Roads” oder „Don’t Look Back in Anger” sang der Block mit. Ab der 30. Spielminute kam auch die Trommel zur Hilfe, die Musikbox wurde ausgestellt und der Support der mittlerweile höheren Anzahl an Supportern gestartet.

Der Heimverein und das finde ich ja immer irgendwie stark, wurde mir als typischer „Verlierer Verein“ vorgestellt. Für solche Vereine habe ich einfach ein Herz, umso faszinierender, wie sehr dieser Verein von den Leuten der Stadt getragen wird! Als Grund für das späte Ankommen im Stadion, wurde mir die Arbeit der Leute genannt. Anpfiff war auch am Mittwoch um 15:00 Uhr Ortszeit. Das 0:1 für den heutigen Gast, bekamen gar nicht mal so viele Fans mit. Den Ausgleich vor der Halbzeit hingegen schon, der Jubel war brachial. Herrliche Szenen – ich spreche hier von der vierten Liga in Indonesien. Einfach nur top top top!

In der zweiten Halbzeit setzte sich der Gast durch und führt aktuell die Tabelle an, gilt somit als Aufstiegsaspirant. Die Liga ist mit 27 Vereinen in sieben Gruppen aufgeteilt worden. Nach der Gruppenphase geht es in die KO-Runde. Der Erstplatzierte, Zweitplatzierte und die zwei besten Drittplatzierten kämpfen um den Aufstieg in Liga 3.

Nach dem Spiel ging es per organisiertem Fahrer des Vereins (!) zurück nach Yogyakarta, die neue Flugbuchung brachte einige Strapazen mit sich. Der Zug von Yogyakarta nach Surabaya fuhr knapp 5 Stunden und kostete umgerechnet 10,50€. Gebucht habe ich diesen zwei Tage vor Abfahrt. Wahnsinnig gastfreundlich, als ich meinem Kontaktmann von den Strapazen und Herausforderung erzählte, nur damit ich dieses Spiel und das Stadion noch mitnehmen kann, strahlte er vor Begeisterung. Er war stolz auf das, was seinen Verein ausmacht. Und ich war glücklich, denn das Land Indonesien gefiel mir wahnsinnig gut. Ich würde sagen, es reiht sich in meinen TOP-5 bereisten Ländern ein, es stimmt einfach vieles! Als kleine Anekdote, am Bahnhof angekommen, standen 5 Züge an der Anzeigetafel: Alle “on time”. Grüße nach Deutschland, wenn mir mal ein Leser so ein Bild vom Hamburger, Berliner oder Münchner Hauptbahnhof schicken kann, geht das nächste Bier auf mich. Unser Zug rollte selbstverständlich pünktlich auf die Minute in Surabaya ein und ab ging es zum Flughafen. (tp)

Bali United FC – Arema FC – 1:0

Bali United FC – Arema FC – 1:0

“EIN ORT DER GLÜCKSELIGKEIT“

04.01.2026
Super League
Kapten I Wayan Dipta Stadium
Zuschauer: 8.501

GIANYAR – Die Reise ging weiter. Nach den Berichten aus Äthiopien und Bangladesch ging es für mich nach Indonesien. Die Auswahl, aus Dhaka in ein anderes Land zu fliegen, war begrenzt, keine Destination war gerade billig, außer zahlreiche Inlandsflüge oder Indien. Das war für mich keine Option, da investiere ich doch lieber mal ein paar Groschen mehr und somit hatte ich freie Auswahl. Für das gleiche Geld kam Malaysia, Thailand oder eben Indonesien ins Gespräch. Thailand veröffentlichte Mitte Dezember immer noch keine weiteren Spiele für den Januar und Malaysia kommt irgendwann sowieso in meine Reiseroute. Für einen schmalen dreistelligen Betrag ging es also nach Denpasar. Über die Insel Bali habe ich schon so einiges gehört: „Bali oder Ballermann” ist quasi das “Arda Güler oder Messi” der deutschen Reisebüros. Massen an Touristen strömen hier über das Jahr verteilt ein. Wer mehr Fakten zur Insel und Tipps haben will, dem empfehle ich den Beitrag vom Kollegen (hd) bei uns auf dem Profil (30.09.2025). Dafür bin ich einfach nicht zuständig, mich interessiert eigentlich nur Fußball, Fans, günstiges Konsumieren und alle anderen Spartipps.

Die Einreise nach Indonesien verlief sehr simpel, wenn Touristen sich vorher informieren. Wenn nicht, müssen sie sich in langen Schlangen zum Ausfüllen der sogenannten “Arrival Card” anstellen. Meine Person betrifft es zum Glück nicht, ganze zwei Minuten habe ich mich vorab damit befasst. “Visa on Arrival” gibt es zudem, zahlt man mit Bargeld (Euro wird akzeptiert), spart man sich auch noch die 5% Bearbeitungsgebühr bei Kreditkartenzahlungen. Wusste ich vorher auch nicht, aber Euro dabei zu haben schadet nirgendwo auf diesem Planeten. Der entsprechende QR-Code für die Arrival Card muss nach den Passkontrollen vorgezeigt werden, somit dauerte meine Einreise keine 15 Minuten. Ab in die Abholzone vom Grab und auf ins Hotel. Verkehr? Auch hierüber habe ich so einiges Schlechtes gehört. Bei meinem Aufenthalt war es weder am Sonntag noch am Montag dermaßen gefüllt, überall war gutes Durchkommen und die Routen dauerten vielleicht mal +10 Minuten. Vollkommen okay, ist halt nicht Rio de Janeiro, sondern am Ende nur Bali. Aber klar, der Faktor wird sein: Es ist eben keine Hauptreisezeit auf Bali.

Ab zu den wichtigen Themen: Der Spielort des Erstligisten liegt weit außerhalb, das Hotel wurde in der Nähe des Stadions gebucht. Die Eintrittsberechtigung auf der Gegengerade kostete 4€ und war lediglich online zu erwerben, der Verein pflegt das Instagram-Profil täglich mit News. Eine Tageskasse wird nicht beworben und gesehen hab ich auch keine, schade für die Sammler unter uns, somit bleibt den Fanatikern das Abspeichern in die Wallet oder das PDF ausdrucken. (GROẞER MIST!!)

Arema FC? Wieso kam mir der Verein so bekannt vor? Ein trauriger Hintergrund. Am 01.10.2022 geschah in Indonesien eine der größten Katastrophen im Fußball. Das Kanjuruhan Stadion war der tragische Ort einer ausgebrochenen Massenpanik. Nach dem Spiel zwischen Arema FC und Persebaya stürmten die Fans des Gastgebers den Platz. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Fans zurück auf die Tribünen zu scheuchen. Was folgte, sind Bilder, die um die Welt gingen. Eine dreistellige Anzahl an Todesopfern. Schweigeminuten in vielen Ländern, auch in Europa. Der Fußball in Indonesien lag brach, die Liga wurde zu Recht ausgesetzt. Momente, die kein Fußballfan, Konzertgänger oder sonst jemand erleben möchte. Doch auch in Deutschland habe ich schon oft Situationen erlebt, wo es brenzlig wurde, weil irgendwelche „Sicherheitsbedingungen“ ausprobiert werden. Oft lag es an der Besonnenheit einiger Fußballfans, die zum Glück die Nerven behalten haben. Ich denke mal, jeder Leser der ein paar Spiele insbesondere als Auswärtsfan mitgemacht hat, weiß wovon ich hier schreibe. Wir können nur hoffen, dass solche Vorfälle nicht oder am besten nie wieder vorkommen.

Der zweimalige Meister von der Touristeninsel Bali agiert aktuell unter dem dritten Vereinsnamen seiner Geschichte. Nach der ersten Nennung als “Putra Samarinda” gab es im Jahr 2003 durch finanzielle Engpässe einen Zusammenschluss mit dem Verein Persisam. Nach der Entscheidung ging es dann weiter mit dem Namen: “Persisam Putra Samarinda”. Zu guter Letzt wurde 2014, mit dem Hintergedanken, einen Erstligisten auf Bali zu festigen, der Verein erneut umbenannt zu Bali United FC, so steht der Name auch 11 Jahre danach noch. Die Namensänderung hatte auch einen Umzug des Stadions mit sich, vor dem Jahr 2014 absolvierte man die Heimspiele noch im Stadion Segiri. Die Spielstätte liegt auf der Insel Borneo und in der Stadt Samarinda. Aktuell spielt in dem Stadion ein Erstligist, welcher auch aus der Stadt Samarinda kommt: Borneo FC Samarinda. Irgendwie ist alles schon verrückt.

Besonders erstaunt war ich, als ich im schönen Stadion angekommen bin. Die Nordseite des Stadions war noch nicht gefüllt. Über Instagram entdeckte ich das Profil der “northsideboys12”. Hier wurde ein Aufruf gepostet, heute zahlreich und leidenschaftlich, ihre Tridatu-Warriors zu unterstützen. Auf der anderen Seite war der Gästeblock. Zum Start der Partie übernahmen die mitgereisten Anhänger ganz klar die Oberhand. Ich war erstaunt, wie viele Supporter diesen Weg auf sich nehmen. Sofern die Reise mit Autos oder Bussen bewältigt wurde, sind es laut Google Maps immerhin rund 10 Stunden Fahrt + die Überfahrt mit der Fähre. Wahnsinn! Im Laufe der Spielzeit füllte sich der benachbarte Block noch mit weiteren Anhängern des Gastes, so waren es am Ende sicherlich gut und gerne 2.000 Fans aus Malang. Das Spiel startete zäh und wurde auch nicht großartig erwähnenswert. In der zweiten Halbzeit fiel das Tor für die Heimmannschaft. Währenddessen genoss ich die Stimmung der Fans, die Version mit Trommeln von “You’ll Never Walk Alone” habe ich vorher nie gehört. Kurios, aber irgendwie auch interessant.

Mit dem vorbestellen Grab ging es in den Pool der Unterkunft, während der “Regenzeit” in Indonesien gibt es richtig gute Unterkünfte für unter 20€ zu erwerben. Das ist top, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass es unbedingt großartig teurer wird. Vielleicht sollte man seine Augen breiter fächern und nicht nur in beispielsweise Kuta oder Sanur nach Unterkünften Ausschau halten. Den Bericht schrieb ich am vierten Tag meines Indonesien-Aufenthalts. Meine Arme, Nacken und Beine erhielten einen kostenfreien Sonnenbrand. Obacht, also auch während der Regenzeit. Von der Insel Bali ging es schon nach 24 Stunden Aufenthalt, der Weg führte mich auf die Insel Java. Weg von den Touristen-Horden dieser Welt, gefällt es mir doch meistens irgendwo am besten, wo sich eben nicht die Masse aufhält. Ein weiterer Bericht aus Indonesien wird sicher noch folgen, wir lesen uns! (tp)

Kembali FC – Black Pink FC – 3:2

Kembali FC – Black Pink FC – 3:2

„WENN ES LÄUFT, DANN LÄUFTS“

26.09.2025
Testspiel
Lapangan Karya Manunggal Sidakarya
Zuschauer: 25

DENPASAR – Der Tag beginnt oft so entspannt und wenige Stunden später ist der Ground samt Länderpunkt in Gefahr!

Schon vor gut einem Jahr buchten wir uns Gabelflüge mit einem zweitägigen Stopover in Doha. Hamburg – Doha – Singapur sowie Kuala Lumpur – Doha – Hamburg ergatterten wir für 680 EUR inkl. Aufgabegepäck. Die Kurzstreckenflüge innerhalb Asiens lassen sich wenige Tage vor der geplanten Reise für 40-90 EUR buchen. Einen guten Anbieter stellt hier AIRASIA dar. Unseren zweitägigen Aufenthalt in Katar haben wir bereits hinter uns gebracht. Trotz 48° Grad im Schatten trifft es die Wortwahl aber nicht so ganz. Uns hat Katar gut gefallen. Die Menschen waren sehr höflich und es hat alles unproblematisch funktioniert. Von der Mietwagenübergabe bis hin zu zwei besuchten Spielen, einer Festungsbesichtigung in der Wüste, dem Souq Waqif, dem islamischen Museum für Kunst und der Mall Villagio, die eher einem Vergnügungspark gleicht, waren wir mit dem Start der Reise äußert zufrieden. Auch Qatar Airways lieferte ab und gilt nicht umsonst als Lieblingsairline vieler Groundhopper und Vielflieger. Singapur hingegen hat es uns nicht so sehr angetan. Innerhalb des 24 stündigen Aufenthalts konnten wir trotzdem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf unserer Bucket List abhacken, dem weltweit größten Casino einen Besuch abstatten und gekickt wurde abends auch noch. Zwar nicht in dem schönen Jurong East Stadium, dafür aber im modernen Our Tampines Hub Stadium. Zuletzt genanntes liegt sogesehen im Inneren eines Einkaufzentrums. Auch das kann als abgehakt gezählt werden, habe ich bisher nur auf einem Einkaufszentrum in Belgrad ein Spiel verfolgen dürfen. Wem die Anreise zu weit erscheint, sei der Metro Fussballhimmel in Berlin ans Herz gelegt.

Nun aber zum eigentlichen Ort des Geschehens: Indonesien! Oder sollte ich lieber von Bali sprechen? In Indonesien leben 283 Millionen Menschen von denen ungefährt 250 Millionen (88%) Muslime sind. Auf einer der 17.000 Inseln – Bali – sieht das Ganze etwas anders aus. Hier leben knapp 4,5 Millionen Menschen von denen sich über 90% zum Hinduismus bekennen. Entsprechend anders ist auch die kulturelle und soziale Ausrichtung der Bewohner. Eins steht aber fest: Das Gerücht, dass in Indonesien die freundlichsten Menschen der Welt leben, können wir nur bestätigen! Herzlich, dankbar, lustig und freundlich, das passt zu den Einheimischen wie die Faust aufs Auge. Die ersten Tage verbachten wir in Jimbaran und checkten den ein oder anderen Beach aus. Hier sei gesagt, wer für traumhafte Strände kommt ist auf Bali falsch. Natürlich gibt es ein paar tolle Spots mit ordentlich Wellengang für Surfbegeisterte, wer aber chillen oder schnorcheln möchte, ist in Kroatien, Zypern oder Spanien deutlich besser aufgehoben. Wenn’s mal weiter weg gehen soll, sind auch die meisten Länder in der Karibik besser geeignet. Wer hingegen für hinduistische Tempel, frei laufende Tiere, Reisfelder, Wasserfälle und Urwälder kommt, ist hier goldrichtig! Tempelanlagen, Reisfelder und Wasserfälle findet man beispielsweise rund um Ubud. Wir suchten uns eine Unterkunft zehn Kilometer vom Zentrum entfernt, dort ist es ruhiger und nicht so touristisch. Nach vier Tagen im südlich gelegenen Jimbaran war es für uns an der Zeit ins zentrale Ubud zu wechseln. An dem Tag stand zudem in Denpasar Fussball auf dem Programm.

Denpasar liegt ungefähr mittig zwischen Ubud und Jimbaran. Wir mussten einmal bis zur neuen Unterkunft durchfahren und unser Gepäck abgeben, ehe es wieder zurück nach Denpasar gehen sollte. Erst zeigte Google Maps 1 Stunde 50 Minuten an, dann waren es 2 Stunden und 10 Minuten. Am Ende saßen wir etwas mehr als drei Stunden im gebuchten Grab, um die
48 Kilometer zurückzulegen. Kaum war das Gepäck ins Zimmer geworfen, ging es per Gojek wieder los in die entgegengesetzte Richtung. Es lohnt sich Grab und Gojek zu vergleichen, da einer der zwei Anbieter oft 30-50% preiswerter als der Andere ist. Nach langen zwei Stunden kamen wir im schönen kleinen Stadion an. Auch hier wurde uns ein Zeitzuschlag von 100% geboten. Aus einer Stunde laut Google Maps wurden real 120 Minuten. Währenddessen flatterte dann noch die Nachricht rein, dass der 1. Liga Spieltag samt Bali United ohne nennenswerten Grund in den Dezember verlegt wurde. Wenn’s läuft, dann läuft’s!

Kaum vom Gojekfahrer verabschiedet war klar, dass der Ball bereits rollt. Dabei hat uns mein Kontakt doch gesagt, dass frühstens zwanzig – dreißig Minuten nach eigentlicher Ansetzung mit einem Anpfiff gerechnet werden kann. Die Spieler stecken meist selbst im chaotischen Verkehr fest. Nach kurzem Abklopfen des Spielstands bei einem jugendlichen Zuschauer dann die Erleichterung: „Gerade erst angefangen“ lautete die übersetzte Nachricht auf meinem Smartphone. Da der nette Teenanger kein Englisch sprach, haben wir uns eben über Google Translate verständigt. Sofort aktivierte ich die Stoppuhr auf meinem Handy und die Spannung stieg erneut an. Um den Spannungsbogen nicht erneut bis an gesundheitsgefährdene Grenzen zu treiben: Dreimal dreißig Minuten wurden gespielt, verpasst haben wir nur ein paar Minuten. Für mich persönlich unter diesen unglücklichen Umständen okay und ausreichend. Während ich im Kopf durchspielte, ob der Ground samt Länderpunkt für mich so gezählt werden kann, ging mir durch den Kopf, dass ich im Nachbarland Tschechien mal dreizehn Halbe während eines Spiels getrunken habe. Mindestens die Hälfte davon allerdings im Vereinsheim ohne dem Spiel auch nur einen Blick zu würdigen. Damals habe ich den Ground nie in Frage gestellt, daher habe ich für mich entschieden, dass das auch hier passen sollte.

Zu der Ansetzung bin ich übrigens über oben genannten Kontakt gekommen. Unterhalb der ersten, zweiten und dritten Liga ist es gar nicht so einfach, an Spielpläne zu kommen. Vorallem nicht, wenn die Liga nicht läuft und es im Amateurbereich nur Testspiele gibt. Meine Vorgehensweise sieht dann meist wie folgt aus:

  1. Sämtliche FB Seiten von mittelgroßen und kleinen Vereinen verfolgen und Leute anschreiben, welche häufig etwas kommentieren.
  2. Paralell wird der Verband angeschrieben und die lokale Sportzeitung kontaktiert.
  3. Vor Ort frage ich mich noch bei Locals durch. Meist wissen Taxifahrer, Rezeptionisten und Kioskbetreiber etwas.
    In diesem Fall hat Vorgehensweise EINS sich als erfolgreich erwiesen und ich tauschte mich fast täglich mit „Harry Bali Football“ aus. Er selbst schaffte es am vergangen Freitag leider nicht zum Spiel, sodass ich indirekt noch einen Auftrag erhielt. Ich musste für Harry prüfen, ob Linien im Karya Manunggal vorhanden waren. Nach knapp 90 Minuten und fünf mehr oder weniger attraktiven Buden fiel meine Antwort mit NEIN leider negativ für Harry aus. Ich habe einen Ground mehr und Harry muss bis nächste Woche Freitag eine Kreidemaschine besorgen, um mit seiner neu gegründeten Mannschaft selbst ein Testspiel austragen zu können. Diese Geschichten schreibt nur der Amateurfussball, der uns Menschen weltweit verbindet. (hd)

Persija Jakarta – Madura United FC – 4:1

Persija Jakarta – Madura United FC – 4:1

„VVIP BEI PERSIJA“

06.11.2024
Liga 1 Indonesia
Stadion Pakansari Bogor
Zuschauer: 9.418

BOGOR – Wie ich frühe Flüge liebe. Nicht. Da am Anreisetag in Jakarta aber noch der Länderpunkt fallen sollte, hieß es halt: Der frühe Vogel kann mich mal. Erschwerend kam hinzu, dass das anvisierte Match vom eigentlichen Persija-Spielort, dem Nationalstadion, ins 60km entfernte Bogor verlegt wurde (vermutlich wegen der anstehenden Länderspiele). Traumhaft. Ich hatte im Vorfeld zwei Möglichkeiten um aus Johor (Malaysia) nach Jakarta zu kommen. Ab über die Grenze nach Singapur und von dort ebenfalls ziemlich früh per Direktflug nach JKT oder per Gabel über Kuala Lumpur. Ich entschied mich für die zweite Variante, da ich aus den Erfahrungsberichten zwecks Dauer für den nächtlichen Grenzübertritt nicht wirklich schlau wurde und der Aufwand mir dann doch zu groß erschien mit erneuter Einreiseanmeldung, Busbuchung etc. Dazu kommt, dass nachts die U-Bahnen im Stadtstaat nicht fahren und es somit ziemlich umständlich (Bus) oder teuer (Grab) gewesen wäre zum Airport zu gelangen. Da ich mein Hotel in Johor quasi direkt auf der Landebahn gebucht hatte, klingelte der Wecker zumindest nicht ganz unmenschlich früh, zudem verzichtete ich auf mein geliebtes Lounge-Frühstück.

Die Einreise nach Indonesien war etwas nervig. Es gibt ein Visa on Arrival, welches man auf dem langen Weg vom Gate zur Immigration an einem verstecktem Stand bezahlen muss, also Augen auf. Dazu muss man diverse QR-Codes für Zoll und Health-Pass erzeugen. Die vom Auswärtigen Amt vor der Anreise als zwingend notwendig deklarierte Einreiseanmeldung wollte keiner sehen. Vor dem Terminal hieß es dann den Krieg gegen die Taxi-Mafia zu gewinnen. Der erste Fahrer wollte gleich mal 850.000 IDR, was für die 45-minütige Fahrt ca. 50€ bedeutet hätte. Digga, das zahl ich nicht mal in Hamburg für die gleiche Strecke. Einmal den Typen ausglacht, nahm ich dann ein Bluebird-Taxi und war mit ca. 120k dabei.

Nach dem Einchecken ging’s mit Grab direkt nach Bogor. Die Fahrt kostete mich ca. 12€, was angesichts der Entfernung vollkommen klar ging. Am Stadion dann schon ordentlich was los. Ticket hatte ich mir bereits im Vorfeld gekauft, auch das wieder ein Riesen-Aufwand, der nur unter der Mithilfe einer indonesischen Bekannten aus HH gelang. Es gab zudem auf der Webseite nur VIP und VVIP zu kaufen, die Kurvenkarten gehen direkt an die Fanclubs, die Gegengerade blieb zu. Selbstverständlich entschied ich mich für Zweiteres, für umgerechnet 20€, durfte dafür auf gepolsterten Sitzen Platz nehmen und hatte perfekte Sicht auf beide Kurven.

Verzichtet in Indonesien übrigens auf das Tragen eines Gürtels. Ähnlich wie in einigen Ländern Südamerikas, wird der sonst am Einlass abgenommen. Bei Länderspielen wird aktuell die „Garuda ID“ getestet, die zukünftig auch für Ligaspiele Pflicht werden soll. Das wird die Ticketbeschaffung nicht einfacher machen. Ca. 10.000 Zuschauer fanden sich dann im Stadion ein, beide Kurven waren gut gefüllt und supporteten teilweise brachial, leider aber völlig unabhängig voneinander. Lediglich einmal gab es einen Wechselgesang. Das hätte hier bei ein bisschen Koordination ordentlich Potenzial. War aber trotzdem wirklich top was man hier geboten bekam. der Spielverlauf tat sein Übriges. Nach dem Spiel lief ich zu einer Mall in Stadionnähe und nahm von dort problemlos einen Grab zurück zum Hotel, wo es an der Bar noch das obligatorische LP-Bier gab, um dann vor den Freelancern freiwillig ins Bett zu flüchten. (CvS)