Onchan AFC – Ayre United – 6:1

Onchan AFC – Ayre United – 6:1

“ROTES LICHT – GRÜNES LICHT”

10.01.2026
Isle of Man Football League
Nivision Stadium
Zuschauer: 50

DOUGLAS – Es ist Freitag, der 09.01.2026. Der Schulunterricht ist abgesagt. Eine große Boulevardzeitung spricht von Lebensgefahr und rät dringend dazu, unbedingt zu Hause zu bleiben.
Zuhause zu bleiben wäre für mich jedoch nur dann eine Option gewesen, wenn mein Freitagabendflug von Hamburg nach Manchester gestrichen worden wäre. Und nachdem ich in der Woche zuvor bereits zwei Spielabsagen erlebt hatte, wäre es die sprichwörtliche Kirsche auf der Sahne gewesen, wenn auch dieser Plan nicht hätte realisiert werden können.

Doch es kam anders. Das Unwetter war letztlich nicht so dramatisch, und mit nur einer halben Stunde Verspätung brachte mich die Airline meines Vertrauens auf meine Lieblingsinsel: England. Dieses Mal sollte es allerdings nur ein Zwischenstopp sein. Weniger als zehn Stunden nach der Landung in Manchester saß ich bereits im Flieger von Liverpool zur Isle of Man. Mit rund 25 Minuten Flugzeit dürfte es mein bislang kürzester Flug gewesen sein.

Nach der Ankunft auf der Isle of Man wurde der Tag zunächst im 2025 eröffneten Wetherspoon geplant. Gerne wäre ich mit der Isle of Man Steam Railway gefahren, doch die Fahrzeiten sind leider nur von März bis November. Stattdessen spazierte ich ein wenig an der Küste entlang. Von Douglas bis Onchan benötigte ich etwa 45 Minuten, und unterwegs gab es einiges zu fotografieren. Besonders beeindruckend fand ich die Steilküste direkt am Meer.

Der Ground des ersten Spiels des Tages war nicht mehr weit entfernt. So schaute ich bereits einige Stunden vor dem Anpfiff vorbei, um herauszufinden, ob das Spiel tatsächlich stattfinden würde. In einer Werkstatt, die zum Stadion gehört, fragte ich einen Mitarbeiter nach Informationen. Er rief schließlich einen Kollegen an, und die Anstoßzeit um 14:00 Uhr wurde bestätigt. Genug Zeit also, um mir weiterhin ein Bild von der Umgebung zu machen.

Nach einem Spaziergang in der Natur war ich etwa eine Stunde vor Spielbeginn zurück im Stadion. Die Eckfahnen wurden aufgestellt, die Spieler wärmten sich auf. Dem Länderpunkt – ob er nun einer ist oder nicht – stand nichts mehr im Weg.
Ziemlich erleichtert setzte ich mich auf die Tribüne und genoss einfach den Ort. Von der Haupttribüne an der Seitenlinie hat man nicht nur einen tollen Blick auf die alte Tribüne, die sozusagen das Herzstück des Stadions ist, sondern auch die beste Sicht auf die Irische See.

Doch damit nicht genug: Das Nivision Stadium, mitten im Onchan Park gelegen, ist wirklich außergewöhnlich. Rund um den Platz liegen mehrere Autoreifen, dahinter befindet sich eine Radrennbahn beziehungsweise eine Speedway-Strecke. Hier wurde sogar schon eine Rad-Weltmeisterschaft ausgetragen. Heute finden neben Fußball auch Stockcar-Veranstaltungen statt. Entlang der Bahn stehen überall mehr oder weniger demolierte Fahrzeuge sowie mehrere Ampeln.

Die Ampel für den heutigen Kick zeigte glücklicherweise Grün, und das Spiel der Isle of Man Football League wurde pünktlich angepfiffen. Das Niveau der Liga ist klar auf Amateur-Ebene angesiedelt. Alle Teams stammen von der Isle of Man, sogar auf Linienrichter wurde bei diesem Spiel verzichtet. Die Partie begann zunächst ausgeglichen, entwickelte sich jedoch schnell zu einer klaren Angelegenheit. Am Ende stand ein deutliches 6:1 für den Gastgeber.

Nach dem Spiel stärkte ich mich erneut im Wetherspoon, bevor es weiter zu „The Bowl“ ging, der Heimat des FC Isle of Man. Dieser Verein ist – im Gegensatz zu den anderen Teams der Insel – an das englische Ligasystem angebunden und spielt in der North West Counties Football League Division One. Die meisten Spieler stammen ebenfalls von der Isle of Man, spielten zuvor bei kleineren Vereinen und treten nun auf einem höheren sportlichen Niveau an. Der Endstand in diesem aus meiner Sicht sehr „sterilen“ Stadion lautete 0:1 aus Sicht der Gastgeber gegen den Burscough FC.

Insgesamt war es ein schöner Ausflug auf die Insel. Empfehlenswert ist es allerdings, länger als nur einen Tag zu bleiben, um noch mehr von der Isle of Man zu sehen. Aus Zeitgründen musste ich allerdings schon am Sonntagmorgen den Rückweg antreten.
Leider wurden mir durch den Sturm Steine in den Weg gelegt und der Flug wurde gestrichen. Also schnell zum Schalter. Entweder Manchester oder London-Heathrow. Da mein Anschluss in Manchester ohnehin nicht mehr zu erreichen war, wurde es Heathrow. Mein erster Flug mit einer Propellermaschine dauerte knapp 90 Minuten, und schon war ich in Heathrow.

Da an diesem Wochenende eigentlich ein FA-Cup-Wochenende geplant war, hatte ich tatsächlich noch einen Rückflug von Heathrow nach Hamburg in der Tasche. Kurz noch im Wetherspoon in Terminal 5 einen Cider getrunken und dort die Landboten-Besatzung getroffen, die am Wochenende das FA-Cup-Programm durchgezogen hatte. Mit etwas Verspätung hob der BA-Airbus dann aber schließlich nach Hamburg ab. (fj)