Oxford United – Swansea City – 0:1

Oxford United – Swansea City – 0:1

„SWANSEA CITY AUF DEN SPUREN VON HARRY POTTER“

29.12.2025
Championship
Kassam Stadium
Zuschauer: 11.413

OXFORD – Als ich neulich beim gemütlichen Kaminabend mit einem Glas Bier in der Hand meine Jahresstatistik für Facebook erstellte, bemerkte ich, dass ich 2025 tatsächlich in England die meisten auswärtigen Spiele besucht habe. Mit 13 gesehenen Spielen im Vereinigten Königreich liege ich damit unweit hinter Deutschland – 33 Spiele waren es hier. Eins davon war am 29.12. in Oxford, der Stadt, die oftmals als Filmkulisse für Harry Potter diente.

Auch die Swansea-Fans waren da. Sie waren augenscheinlich auf den Spuren von Harry Potter, allerdings machten sie sich nicht in der Bibliothek der Innenstadt bemerkbar, sondern im Away End im Kassam Stadium. Ungefähr 1.000 Fans dürften mitgereist sein. Das Stadion von Oxford United, etwas außerhalb am Stadtrand gelegen, ist eigentlich relativ langweilig. Es verfügt über drei voneinander getrennte Tribünen, und man sitzt, wie so oft in England, nah am Spielfeldrand und ist somit direkt am Geschehen. Hinter den Tribünen gibt es Cider, Bier und Pie – alles wie immer auf der Insel.

Der Spielverlauf gestaltete sich anfangs direkt attraktiv, ein schnelles Spiel mit schnellen Toren. Schon in der 14. Minute traf Vipotnik für die Swans zum 0:1. Die Fans drehten durch und wurden ab hier eigentlich nicht mehr richtig leise. So soll es sein! Vipotnik kennt der eine oder andere sicherlich vom NK Maribor.
Von den Heimfans kam meist nicht allzu viel, ein paar Schlachtrufe wirkten ganz nett. Lediglich „Yellows!“-Wechselgesänge schwappten auf die Menge rüber und animierten einige Briten zum Mitmachen.
Die zweite Halbzeit war ebenfalls schnell und chancenreich, aber klingeln sollte es im Kasten nicht mehr. Nach Abpfiff gingen wir zügig zur Busstation, wo wir ewig auf einen Bus warteten – der aber einfach nicht eintreffen wollte.

Also haben wir uns kurzerhand mit einem anderen deutschen Fußballfan, der vor Ort war, ein Uber geteilt und sind zurück in die beschauliche Innenstadt von Oxford gefahren. Nachmittags waren wir noch im Wetherspoon „Swan & Castle“, um nun nahegelegen an der Gloucester Road, dem Busbahnhof von Oxford, dem zweiten Spoon der Stadt einen Besuch abzustatten. Das war für mich JD Pub Nr. 132. Es gibt noch einen dritten in Oxford, weit außerhalb vom Stadtzentrum gelegen und auch nicht in Stadionnähe, weshalb dieser noch auf einen weiteren Besuch warten muss.

Aber vielleicht klappt es ja in den nächsten Jahren, denn Oxford United plant schon wieder einen Neubau. Das Kassam Stadium, gerade mal geschätzt 15 Jahre alt, ist irgendwie nicht mehr so „in“. Nun möchte die Stadt zusammen mit Oxford United ein neues Stadion, auch wieder außerhalb der Stadt, bauen. Nördlich gelegen, in Kidlington, soll ein „voll elektrisches“ Stadion entstehen. Eine traurige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass doch gerade England für die Stadien mitten in der Stadt, zwischen Wohnblocks und Kneipen, bekannt ist.
Apropos Neubau: Während wir nachmittags im Spoon dinieren, hat mir ein Kontakt von uns doch tatsächlich noch eine Zugangsberechtigung für das anstehende Arsenal-Heimspiel besorgt. Was im „Emirates Stadium“ los war, lest ihr morgen beim Schwechheimer Landboten. (hd)

Queen’s Park Rangers F.C. – Leicester City F.C. – 4:1

Queen’s Park Rangers F.C. – Leicester City F.C. – 4:1

„GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN“

20.12.2025
EFL Championship
Loftus Road Stadium
Zuschauer: 17.500

LONDON – Für die Tage um den 4. Advent stand ein Touri-Wochenende in London mit zwei Praktikanten und wenig Fußball an, aber der berühmte 15-Uhr-Slot am Sonnabend konnte natürlich nur mit einem Spiel gefüllt werden. Und während meine beiden Mitreisenden Eichhörnchen am Buckingham Palace streichelten, ging es am Nachmittag auf eigene Faust zur Loftus Road, in den Stadtteil Shepherd’s Bush. In der Zeit, in der es noch kein EU-Daten-Roaming gab – und im UK wird es demnächst ja vielleicht wieder rückgängig gemacht – verlief ich mich am Spieltag mal im Londoner Westen und musste im strömenden Regen das Spiel an der Loftus Road quittieren. Seitdem stand noch eine Rechnung mit QPR offen.

Mit dem E-Ticket in der Tasche ging es ganz gemütlich die etwa 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof zum Stadion. Vor Ort wird das Ticket sogar gebührenfrei in ein Hardticket umgetauscht. England halt. Das Stadion liegt mitten im Wohngebiet, wirkt von außen aber völlig unscheinbar. Innen fällt gleich die Enge auf und eine schöne Schicht Patina, die sich wie Puderzucker auf das Stadion gelegt hat. Verbeueltes Metall, Flutlichtmasten mit Flugrost, bröckelnder Beton und ausgeblichene Farbe. Außerdem sorgen die sogenannten „Safe-Standing-Plätze“ hinter dem Tor für Wohlgefallen und hier ist man noch so nah am Geschehen dran, dass die Spieler beim Einwurf mit den Zuschauern sprechen können. Der alte „Griffin Park“ vom Nachbarn aus Brentford wurde immer genannt, wenn es um den letzten Sehnsuchtsort in Englang ging, aber nur ein paar Kilometer weiter – in Shepherd’s Bush – steht eine weitere Zeitkapsel, die aktuell auch nicht von irgendwelchen kühnen Neubauplänen bedroht ist.

Als Gast an diesem 22. Spieltag kündigte sich der englische Meister von 2016 an: Leicester City. Der Neunte empfing den Zehnten. Nichts Besonderes und das sah wohl auch Leicester so, die den Auswärtsblock irgendwie einigermaßen füllten, aber gar nicht auf sich aufmerksam machten. Keine Zaunfahnen, keine Gesänge und farblich fiel man auch nicht auf. Dazu kam ein Spiel, bei dem der PL-Absteiger von Beginn an nichts zu melden hatte. Schon nach 2 Minuten klingelte es im LCFC-Kasten und gerade, als die Gäste etwas besser ins Spiel kamen, legt QPR nach. Damit nicht genug, kurz darauf folgte das 3:0 und die Loftus Road verwandelte sich in ein Tollhaus, das zwischen den ganzen Toren immer wieder Hits wie „Zombie“ von den Cranberries oder „Last Christmas“ von George Micheal aus vollen Kehlen zum Besten gab. Es verging keine Minute, in der nicht gesungen und abgefeiert wurde. Es ist lange her, dass man auf der Insel von so einer ausgelassenen Stimmung umgeben war. Stichwort: Zeitkapsel.

Der absolute Höhepunkt folgte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als der Senegalese Amadou Salif Mbengue praktisch von der Torauslinie den Ball ins Tor drosch und die Loftus Road endgültig im Freudentaumel versank. 4:0 zur Halbzeit: Die Spieler und Zuschauer der „R’s“ verabschiedeten sich ungläubig und euphorisiert in die Pause. Damit war aber auch klar, dass das Spiel entschieden war. QPR würde einen Gang zurückschalten und Leicester versuchen, sich noch irgendwie aus der Affäre zu ziehen. Nach einem guten Beginn der „Hoops“ und keinem weiteren Treffer, kam es auch genauso: Die Rangers wollten nicht, Leicester konnte nicht mehr. Obwohl die Gäste zu keiner einzigen Chance im ganzen Spiel kamen, erhielten die „Foxes“ in der Schlussphase einen Handelfmeter. Doch auch der ging an den Pfosten, immerhin wurde der Nachschuss hineingestolpert, was zum Endstand führte. Die große Zeit von Leicester scheint endgültig vorbei zu sein. Aber die große Zeit von QPR hat vielleicht gerade wieder begonnen. (mm)

Sheffield United – Stoke City – 4:0

Sheffield United – Stoke City – 4:0

“ENGLISCHER DOPPLER AM NIKOLAUS”

06.12.2025
Championship
Bramall Lane
Zuschauer: 28.044

SHEFFIELD – Dass mich der Fußball jedes Jahr zum Boxing Day auf die Insel bringt, ist mittlerweile zur Tradition geworden.
Auch dieses Jahr ist wieder eine Tour über die Feiertage geplant, denn das langfristige Ziel ist klar: der Besuch aller Stadien der ersten vier Profiligen – kurz: „die 92“.
Eigentlich sollte es zum Neujahrskick nach Sheffield gehen, um Sheffield United gegen Leicester zu sehen. Doch am Nikolaustag wurde tatsächlich Sheffield United gegen Stoke City angesetzt und um 19:30 Uhr das FA-Cup-Spiel zwischen Chesterfield und Doncaster. Perfekt zum doppeln, da beide Städte nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen.

Nach der Anreise aus Berlin über Manchester wurde Sheffield pünktlich erreicht und nur 20 Minuten später standen wir bereits vor dem Stadion von Sheffield United: der Bramall Lane, dem ältesten Fußballstadion der Welt, in dem noch heute professioneller Fußball gespielt wird. Es wurde 1855 eröffnet, und das erste Spiel fand 1862 gegen den FC Hallam statt – jenen Verein, der bis heute auf dem ältesten Fußballplatz der Welt (Sandygate Road) spielt. Die Stadt Sheffield steckt voller Tradition, denn mit Sheffield FC ist hier auch der älteste Fußballverein der Welt beheimatet.
Heute sollte es jedoch, wie erwähnt, zum Championship-Spiel von Sheffield United gegen den Tabellenvierten Stoke City gehen. Die Ausgangslage schien klar: Nach 18 absolvierten Spielen und 19 Punkten stand Sheffield vor der Partie auf Rang 19. Doch statt der erwarteten Heimniederlage kam alles anders. Sheffield dominierte das Spiel und führte zur Halbzeit durch Treffer von Guinness, Seriki und Bamford bereits mit 3:0. Einen weiteren Treffer erzielte Peck in der 77. Minute souverän vom Punkt und wurde von den eigenen Fans mit Sprechchören gefeiert.

Mit dem 4:0-Endstand kann man nun selbstbewusst in die englische Woche und das Heimspiel gegen Konkurrent Norwich gehen. Nach der Insolvenz von Sheffield Wednesday, die wegen eines Punktabzugs aktuell bei –10 Punkten stehen und wohl den Weg in die League One antreten müssen, bleibt zu hoffen, dass zumindest ein Verein aus Sheffield in der zweithöchsten Spielklasse verbleibt.
Das Spiel in Chesterfield wurde pünktlich erreicht, doch Will Grigg und Co. konnten sich nicht für die 1:5-Pleite bei Doncaster in der EFL Trophy revanchieren und schieden nach einer 1:2-Heimniederlage nun auch aus dem FA Cup aus. (fj)

Ipswich Town – Portsmouth FC – 2:1

Ipswich Town – Portsmouth FC – 2:1

“BEI DEN TRACTOR BOYS FÄLLT NUMMER 57/92”

27.09.2025
Championship
Portman Road Stadium
Zuschauer: 29.141

IPSWICH – Nach einer circa einstündigen Fahrt vom Stansted Airport kam ich schließlich in Ipswich an, und der Weg führte mich durch das Stadtzentrum, wo tatsächlich nahezu jeder ein Ipswich-Trikot trug, weiter zum Wetherspoon. In dieser geliebten Kette ist vor drei Wochen die Idee entstanden, gleich die nächste Tour nach England zu buchen. Irgendwie muss die 92 ja voll werden.


Und da ich vor drei Wochen noch über die Portman Road geflogen war, war das ein eindeutiges Zeichen, die Nummer 57/92 einzufangen.


Nach einem Cider ging es auch schon zum altehrwürdigen Stadion, und natürlich musste ein Besuch im Fanshop folgen. Nachdem mir das Meiste zu teuer war, fielen mir auf einmal die Socken ins Auge. Gut sahen diese aus, und noch besser: drei Paare zum Preis von 10 Pfund – Deal!


Schon wenig später war ich dann auf der Tribüne dieses wunderbaren Stadions. Zufällig landete ich im „Safety-Standing“-Bereich. Wenig später kamen ein paar junge Personen hinzu, die sich selbst als Ultras definierten und ein paar Fahnen dabei hatten. Vorher habe ich die „Tractor Boys“ nur auswärts gesehen. Damals waren mir die Fans noch nicht in dieser Form aufgefallen.
Die Gästefans aus Portsmouth waren mir schon vertrauter. Zwar werde ich den Fratton Park erst in Kürze kreuzen, allerdings habe ich Portsmouth bereits dieses Jahr in Norwich gesehen und bin mit dem trinkfesten Auswärtsmob damals im selben Zug nach London gewesen. Im Gegensatz zum Spiel in Norwich glich der Gästeblock heute eher einer Bücherei. Vielleicht lag es auch daran, dass Portsmouth nach neun Minuten 1:0 hinten lag. Zur Halbzeit stand es dann bereits 2:0. Im Gästeblock war Totenstille.
Die zweite Halbzeit war noch langweiliger als die erste. Das Tor von Portsmouth fiel in der Nachspielzeit – zu spät, um noch mal Spannung zu erzeugen. Am Ende konnte Ipswich das Spiel mit 2:1 gewinnen.
Für mich ging es anschließend weiter: in den Straßen von Ipswich und in den Pubs. (fj)

Norwich City – Portsmouth FC – 3:5

Norwich City – Portsmouth FC – 3:5

“ACHT TORE AN DER CARROW ROAD”

18.04.2025
Championship
Carrow Road
Zuschauer: 26.838

NORWICH – Erstmals flog ich vom Flughafen Lübeck ab. Da dieser über einen eigenen Bahnhof verfügt, war er einfach zu erreichen. Insgesamt zwei „Rainer“ Flieger sollten um diese Zeit die schöne Hansestadt verlassen. Der eine Richtung Málaga und der andere nach London-Stansted. Da für die Komplettierung der 92 noch einiges auf der Liste steht, entschied ich mich für die Maschine Richtung Insel. Wieder einmal machte Ryanair ihrem Jingle alle Ehre, denn auch dieser Flug landete “on time”.

Mit dem Stansted Express ging es erst zur Liverpool Street und anschließend mit einem anderen Zug nach Norwich. Praktischerweise liegt die Heimstätte der Canaries nicht einmal zehn Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt.

Im Stadion erblickte ich dann sogar ein paar Fahnen auf der Hintertortribüne, die auf ein Intro hindeuteten. Beim Einlaufen der Mannschaften wurden diese dann auch geschwenkt. Die Gäste aus Portsmouth füllten den Gästeblock bis auf den letzten Platz und sorgten für gute Stimmung. Das lag aber auch wie eigentlich immer in England am Erfolg ihres Teams. Bereits nach 15 Minuten brachte Bishop die Gäste in Führung. Zwar konnte der ehemalige Bremer Sargent für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgen, aber Pompey antwortete noch vor dem Seitenwechsel doppelt. Zunächst traf Ritchie in der 39. Minute und in der Nachspielzeit gab es einen Foulelfmeter, den Bishop sicher im Tor unterbringen konnte. Mit Pfiffen wurden die Spieler von Norwich in die Kabine begleitet.

Sechs Minuten nach Wiederanpfiff entschied Bishop mit seinem dritten Treffer zum 1:4 die Partie. Doch lobenswert zu erwähnen ist die Moral der Kanarienvögel, die noch zweimal verkürzten. Am Ende stand aber ein hoch verdientes 3:5 auf der Anzeigetafel, dass die Fans im Gästeblock noch ordentlich zelebrierten.

Für mich ging es mit Ground 55/92 wieder in den Zug zum Flughafen. Dieses Mal allerdings nach Gatwick, wo der Airbus von Wizzair mich nach Istanbul befördern sollte.(fj)

Cardiff City – Bristol City – 1:1

Cardiff City – Bristol City – 1:1

„ZU GAST BEIM SEVERNSIDE DERBY”

15.02.2025
Cardiff City Stadium
Championship
Zuschauer: 22.433

CARDIFF- Nachdem vor fünf Jahren der Länderpunkt Wales mit einem Ligaspiel von Swansea gefallen war, sollte es heute bereits zum zweiten Mal nach Wales gehen. Und auch wenn noch kein Spiel aus der walisischen Liga gesehen wurde, halte ich es für richtig, den Länderpunkt anzuerkennen.

Dieses Mal führte mich der Weg vom Hamburger Airport nach Manchester, wo ein Hotel-Revisit im “Britannia Airport Hotel“ gemacht wurde, welches bereits letzten Monat besucht wurde. Zwar funktionierte wie beim ersten Besuch schon wieder nicht die Heizung. Der Feueralarm vom letzten Mal blieb mir aber erspart. Ob es einen erneuten Besuch geben wird, bleibt abzuwarten.

Somit ging es am frühen Samstagmorgen zur Manchester Piccadilly und von dort aus mit dem Zug weiter nach Cardiff.
Hier angesetzt nichts geringeres als das
Severnside Derby. Zugegeben bin ich bei den Derby-Badges der Futbology App immer ein wenig misstrauisch, ob es sich wirklich um ein Derby handelt. Für die Komplettierung der 92 muss aber dennoch das Stadion fallen. Zumindest hat der Heimverein aus Cardiff auf seiner Social Media Plattform das Spiel gegen Bristol City als Derby angekündigt. Außerdem wurde auf das 125 jährige Vereinsjubiläum aufmerksam gemacht und dabei auf Spiele wie gegen Real Madrid oder den Hamburger SV zurück geblickt.

In Cardiff angekommen, ging es kurz durch die Stadt, um sich das Cardiff Castle anzuschauen und einen Blick auf das große Millennium Stadion zu werfen, welches in drei Jahren auch Austragungsort der EM sein wird. Danach folgte der obligatorische Wetherspoon Besuch, ehe der Weg zum Cardiff City Stadium angetreten wurde.

Im Stadion wurden über die Videoleinwand besondere Momente der Vereinsgeschichte abgespielt. Ansonsten hielten sich die Feierlichkeiten genauso in Grenzen wie die Derbystimmung. Somit gab es weder ein Feuerwerk, noch eine Choreo oder andere Aktionen, die auf ein Derby hinweisen könnten

Das Spiel endete mit einem 1:1, da der Gastgeber kurz vor Schluss den Ausgleich erzielen konnte. Einen Derbysieger sollte es heute somit nicht geben. (fj)

Stoke City FC – Plymouth Argyle FC – 0:0

Stoke City FC – Plymouth Argyle FC – 0:0

“DAS LEBEN, WELCHES ICH WÄHLTE ”

04.01.2025
Stoke City Stadium
Championship
Zuschauer: 26.168

STOKE-ON-TRENT – Der vierte Tag im Jahr stand an und nachdem es am Vorabend eine Spielabsage wegen Frost in Schottland gegeben hatte, war der Hunger auf Fussball wieder groß.

Somit flogen wir am frühen Samstagmorgen von Edinburgh nach Birmingham und erreichten Stoke-on-Trent mit dem Zug. Circa 40 Minuten später standen wir vor dem Stadion.

Wie so oft stand auch ein Besuch im Fanshop an. Bei Socken zum Preis von 2 Pfund musste zugeschlagen werden. Außerdem wurde die mobile Handykarte gegen ein Papierticket am Ticketschalter getauscht. Wer Fan dieser traditionellen Karte ist: In England klappt es so gut wie immer.

Schließlich wurden die Plätze eingenommen und es musste festgestellt werden, dass das Stadion trotz Kellerduell gut gefüllt war. Grund dafür waren vor allem die vergünstigten Eintrittskarten.

So richtig gelohnt hatte sich die Investition dennoch nicht. Das Spiel, welches wenig Höhepunkte zu bieten hatte, endete torlos. Bis auf ein paar Gassenhauer war die Stimmung im Stadion wie meistens auf der Insel eher zurückhaltend.

Mein langfristiges Ziel, die 92er zu komplettieren, ist eben manchmal ein steiniger Weg, aber dennoch das Leben, welches ich wählte. (fj)

FC Middlesbrough – Burnley FC – 0:0

FC Middlesbrough – Burnley FC – 0:0

“ULTRAS BEI MIDDLESBROUGH ”

29.12.2024
Riverside Stadium
Championsship
Zuschauer: 27.686

MIDDLESBROUGH – Nach einem tristen 15:00-Uhr-Kick in Huddersfield führte uns der Weg in den Norden von England – nach Middlesbrough.

Da das Spiel um 20:00 Uhr angesetzt war, konnte der Doppler mit Hilfe der britischen Bahn und einem „Uber“ problemlos umgesetzt werden. Circa 15 Minuten vor Anpfiff nahmen wir unsere Plätze ein und wurden mit einer Lasershow empfangen. Dass es diese mittlerweile auch in der zweiten englischen Liga gibt, sorgte für etwas Unverständnis bei der Reisegruppe.

Etwas Neues gab es auch beim Blick auf die Tribüne: Es hat sich tatsächlich eine Ultragruppe hinter dem Tor versammelt. Mit einer Trommel und Fahnen wurde Middlesbrough über 90 Minuten so unterstützt, wie man es sonst nur aus anderen Ländern kennt. Burnleys Support hingegen, war nicht von organisatorischer Natur, die Gäste sorgten aber mit spontanen Gesängen für eine gute Lautstärke.

Spielerisch war es wesentlich attraktiver als der erste Kick. Dennoch gab es trotz „Weltstar“ Michael Carrick an der Seitenlinie von Middlesbrough am Ende keine Tore auf beiden Seiten zu sehen. Somit ging’s noch kurz in den Wetherspoon, ehe uns ein nationales Bus-Unternehmen Richtung Manchester Airport beförderte. (fj)

Sheffield Wednesday – West Bromwich Albion – 3:0

Sheffield Wednesday – West Bromwich

Albion – 3:0

“WAR DAS WIRKLICH ENGLAND?!“

27.04.2024

Hillsborough Stadium

Championship

Zuschauer : 33.295

SHEFFIELD – Wir schreiben den 15.04.1989. Viele Fußballfans sind voller Vorfreude auf das F.A Cup Halbfinale zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forrest und machen sich am Samstag Vormittag auf dem Weg zum Hillsborough-Stadium. Kurz vor Anpfiff warteten noch tausende Fans darauf, in das restlos ausverkaufte Stadion zu gelangen. Es bildete sich ein Gedränge und der Polizei Einsatzleiter Duckenfield öffnete ein Fluchttor. Er leitete die Massen an Fans in einen ohnehin schon überfüllten Block. Dadurch wurden Fans in den vorderen Reihen gegen einen Stahlzaun gedrückt. Fans, die auf das Spielfeld flüchten wollten, wurden zurück in den Block gedrängt. Insgesamt starben bei dem Unglück 96 Menschen. Lange hat die Polizei und unter anderem auch die Boulevardzeitung: ,,the sun“ die Fans für die Geschehnisse verantwortlich gemacht. Erst 27 Jahre nach dem Unglück erklärte die Jury einer Untersuchungskommission, dass es sich um fahrlässige Tötung aufgrund schwerwiegender Fehler der Polizei handelte. Es ist eine der größten Katastrophen des Fußballs.

35 Jahre nach der Katastrophe, berichtet nun der Schwechheimer Landbote von einem Spiel im Hillsborough-Stadium. Wegen der Massenpanik haben sich die Stadien des Landes verändert. Die meisten Grounds, wozu auch das Hillsborough-Stadium zählt, sind all-seater ohne Zäune. Die Kapazität beträgt nur noch knapp 35.000 Plätze. Heute beim letzten Heimspiel der Saison von Sheffield Wednesday war das Stadion zum ersten Mal in dieser Spielzeit ausverkauft. Alle zelebrierten den Klassenerhalt und das konnte man von Anfang an spüren. Was für eine tolle Atmosphäre. Die Stimmung war nicht nur auf der Fantribüne „The Kop” zu spüren. Als Musamba nach 22 Minuten zum 1:0 traf, explodierte das ganze Stadion. Es war einer dieser Tage, wo bei den Owls alles zusammen passte. Nach dem Seitenwechsel konnte der Gastgeber ihre Führung ausbauen. Ugbo traf in der 50. und Windass in der 69. Spielminute. Auch in der Höhe geht das 3:0 am Ende in Ordnung. Die Fans von Sheffield Wednesday dürften sich nun nicht nur über den fast feststehenden Klassenerhalt, sondern auch auf das Derby nächste Saison gegen Sheffield United freuen. (fj)

Hull City FC – Ipswich Town – 3:3

Hull City FC – Ipswich Town – 3:3

“TICKETGLÜCK BEIM TOPSPIEL“

27.04.2024

MKS Stadium

Championship

Zuschauer: 24.298

HULL- Mühsam war der Weg auf die Suche nach einem Ticket. Flüge waren gebucht, Busse waren gebucht und Züge waren gebucht. Da kam die Ticket-Info von Hull: VVK nur an Personen mit Booking-History. Während der Gästesektor bereits ausverkauft war, waren im Hull-Shop noch sehr viele Karten verfügbar. Der Verein zeigte kein Mitleid mit mir und hatte eine Mail Anfrage abgelehnt. Somit wurde in diverse Hull Facebook Gruppen geschrieben. Auch dort wollte man mir nicht helfen und ich wurde für einen tractor boy gehalten. Nachdem zwei Tage vor dem Spiel das Stadion fast ausverkauft war, wurde die Partieankündigung von Hull auf Facebook genutzt. Es wurden insgesamt fünf Leute angeschrieben, die unter dem Beitrag gepostet haben, dass sie zum Spiel gehen. Tatsächlich hatte sich ein Fan gemeldet und bestellte mir eine Karte im südlichen Sektor. Nachdem bereits „the Oakwell“ in Barnsley und das Hillsborough Stadium in Sheffield gekreuzt wurden, sollte mit dem „MKS Stadium“ in Hull nun der dritte 92 Ground an diesem Tag fallen.

Mit 24.298 Zuschauern war die Hütte auch gut gefüllt. Im Gästeblock sorgten die mitgereisten Fans für ordentlich Stimmung. Für ihren Verein geht’s schließlich noch um den direkten Aufstieg in die Premier League. Und da Konkurrent Leeds mit 0:4 gegen QPR gepatzt hatte, war die Euphorie dementsprechend hoch. Auch Hull hat noch eine theoretische Chance, sich über die Playoffs für die Premier League zu qualifizieren.

Die Zuschauer sahen ein sehr unterhaltsames Spiel auf Augenhöhe mit hohem Tempo und vielen Chancen auf beiden Seiten. Insgesamt gab es an dem Tag sechs schöne Tore zu bestaunen.

Kurz vor dem Ende konnte Hull durch Ohio noch den verdienten 3:3 Ausgleich erzielen.

Im Stadion zeigte sich, wie sehr sich der Fußball von dem distanziert, was ein Fußball-Romantiker unter Fußball versteht. Feuerflammen und Lichtshow beim Einlaufen der Mannschaften, die Maskottchen in Gestalt von einem männlichen und einen weiblichen Tiger: Amber und Roary, die die Fans mit Klatschpappen zum Anfeuern motivierten, eine Boxershort die gefühlt alle 10 Minuten mit dem Werbespruch: Keep an eye on the balls beworben wurde und die Vermarktung von jedem Eckball, sowie auch jeder Parade des eigenen Torhüters. What a safe. Präsentiert von: Ihr macht unseren Sport kaputt. Wer in die Königsklasse des modernen Fußballs aufsteigt, wird sich am kommenden Wochenende zeigen. Ipswich hat Dienstag noch ein Nachholspiel in Coventry und trifft am letzten Spieltag im eigenen Stadion auf Huddersfield. Vier Punkte reichen für den Aufstieg. Um sich für die Playoffs zu qualifizieren, muss Hull City neben einen eigenen Sieg in Plymouth darauf hoffen, dass Westbrom zu Hause gegen Preston verliert. Es dürfte spannend werden. (fj)

Raith Rovers FC – Dundee United FC – 2:1

16.02.2024: Raith Rovers FC – Dundee United FC – 2:1

„HISTORISCHER ABEND IN KIRKCALDY“

Schottland

Championship

Stark’s Park

Zuschauer: 7.923

KIRKCALDY – Die BBC verschob das Topspiel der zweiten Liga auf den Freitag. Raith Rovers vs. Dundee United live im Fernsehen um 19:45 Uhr! Der Zweite gegen den Ersten. Dies kam für uns perfekt, denn unser Flieger sollte um 18:05 Uhr in Edinburgh landen. Genug Puffer, um nach Kirkcaldy zu kommen. Es lief auch alles glatt. Auf’m Rollfeld in Hamburg überholte unsere Maschine den Ryanair-Flieger zur gleichen Destination, bei der Hertz-Autovermietung stand keiner vor uns und der Hyundai glänzte mit einem Automatikgetriebe im Linksverkehr. Somit kamen wir pünktlich um 19:18 Uhr an der Esplanade an und stellten unser Auto neben den Parklücken ab, denn hier war alles voll.

Sonst kommen eigentlich keine 3.000 Zuschauer zu den Rovers, aber heute sollte alles anders sein. Wir betraten das Stadion und setzten uns quasi auf’n Boden, denn die Sitzschalen wurden hier sehr tief platziert. Dies ist aber auch kein Wunder, denn das Stadion hatte bei der Eröffnung 1891 wahrscheinlich nur ein paar Stufen und keine Schalen.

Die beiden Mannschaften wurden euphorisch von beiden Fanlagern empfangen. In der ersten Hälfte hatten beide Teams ihre Chancen und konnten sich jeweils auf dem Anzeigeboard platzieren. Die zweite Hälfte plätscherte eigentlich ein bisschen vor sich hin, bis der Stadionsprecher die heutige Zuschauerzahl in der 78sten Minute mitteilte: 7.923 – ausverkauft! Das gab es in der Geschichte der zweiten schottischen Liga noch nie. Für die heimischen Raith Rovers war dies auch ein Novum.

Das historische Spiel hatte aber noch eine Pointe: In der 88. Spielminute prallte der Ball von einer Ecke zurück zu Scott Brown, der fasste sich ein Herz und ballerte das runde Leder aus 25 Metern volley in den Knick. Extase pur im Stark’s Park! Der Jubel war grenzenlos. Kurze Zeit später war Schicht und die Mannschaft wurde von den heimischen Fans frenetisch gefeiert. Die ca. 2000 Gästefans aus Dundee mussten den Rückweg ohne Punkte antreten, hatten aber die Ehre uns zu begleiten, denn unsere Unterkunft lag für die nächsten zwei Tage genau in dieser Stadt.

Das Stadion steht natürlich mitten in der Stadt und bietet den Zuschauern vier Tribünen. Die größeren Tribünen befinden sich hinter den Toren und sind für die jeweiligen Fanlager geschaffen. Gegenüber auf der Geraden wurde mittlerweile das meiste abgesperrt. Ich denke die kleine Gegentribüne ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Der Main Stand selbst ist wahrscheinlich auch von 1891, denn hier ist alles super eng und alt. Dazu endet die Tribüne kurz hinter der Mittellinie und besitzt noch eine ganz kleine Kurve.

Ein historischer Abend im Stark’s Park. Nächstes Jahr könnten weitere Folgen, denn der Aufstieg ist dieses Jahr möglich! Dann würden hier bestimmt ein paar magische Momente gegen die Rangers oder Celtic folgen. Man kann nur die Daumen drücken! (mb)