21.12.2025 Eredivisie De Adelaarshorst Zuschauer: 9.997
DEVENTER – Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Bevor es wieder auf große Tour zwischen den Weihnachtsfeiertagen und dem neuen Jahr gehen soll, wurde das letzte Wochenende im eigenen Bett verbracht. Nach dem Sonnabend in heimischen Gefilden bot sich am vierten Advent ein Tagesausflug in das direkte Nachbarland an. Die Eagles waren zuletzt negativ in vielen Deutschen Mündern. Das europäische Auswärtsspiel der Schwaben schlug Wellen: übertriebene Polizeigewalt oder ein Spieler mit einer obszönen Geste gegenüber Angelo Stiller. Absurd und zum Fremdschämen. Das Stadion zählt zu den schwierig zu besuchenden Stadien der höchsten Spielklasse des Landes. Eine Hand wäscht die andere und so versorgt mich ein Kontaktmann über den Zweitmarkt des Vereins in der Woche vor dem Spiel.
Die kleine Stadt liegt in einem Radius: “Tagestour-möglich”. Nach knapp vier Stunden parkten wir das Gefährt des Tages in unmittelbarer Nähe der Spielstätte. In der “Cafeteria Johnny’s” gab es heiße Waren aus dem schwimmenden Fett. Nicht der beste Schuppen, aber mit wenig Zeit zwischen Ankunft und Anpfiff kann man diesen Laden mal ansteuern. Für Kipcorn, Fritten und Krokett muss einfach Zeit sein. Die Häuser rund um das Stadion wurden schick hergerichtet. Überall wehen kleine Fahnen des Vereins. Besonders auffällig ist die gestrickte Ware in Vereinsfarben um jede Regenrinne herum. Die Stadt lebt ihren Verein und ihren diesjährigen Pokalsieger. Der erste Titel nach 92 Jahren ohne Feier. Der Klub startet in die vierte Saison als Erstligist in Folge.
Die Gäste aus Groningen füllten ihren Auswärtsblock und starteten mit einer Pyroshow in das Spiel. (Achtung, aufmerksame Leser: Ja, schon wieder ein Bericht mit Beteiligung aus dem hohen Norden) Meine Sicht hinter dem Tor auf den Gästebereich im Stadion war suboptimal, aber hier will man nicht meckern. Das Foto im Bericht stammt von meinem Mitfahrer, danke dafür! Das Spiel ist schnell erzählt, Endstand 1:1 und irgendwie war es die typische Marke eines Spiels im Tulpenland. Alles wie immer und so trat man zufrieden die Heimreise an. Ein Kreuz mehr in der Liga und Sonntagabend pünktlich zum Tatort wieder in Schwechheim. Gelungener Tagesausflug! (tp)
GRONINGEN – Am 13.12. erreichte ich Groningen sicher und pünktlich mit dem FlixBus. Nur wenige Minuten später saß ich bereits im Zug nach Assen. Nach einem kurzen Stopp in einer Frituur stand der erste Ground des Tages auf dem Programm. Meine Wahl war auf ein Spiel im CATAWIKI Sportpark gefallen, da der Ground laut Bildern auf Europlan und Futbology über eine ansprechende Tribüne verfügen sollte.
Die Ernüchterung folgte jedoch prompt: Seit September dieses Jahres ist die Tribüne bereits Geschichte. Immerhin wurden einige Sitzschalen auf den Stufen des Stadions platziert. Sportlich bot die Partie dennoch einiges. In einem intensiven Spiel gelang es den Gästen von IJsselmeervogels, einen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2 umzuwandeln. Kurz vor Spielende vergaben sie sogar die große Chance auf den Sieg per Elfmeter.
Das eigentliche Highlight der Tour sollte jedoch am Abend folgen. Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach dem letzten Spiel im legendären Stadion Oosterpark wurde diese Partie nun im Neubau ausgetragen. Ein würdiger Anlass, um die alte Spielstätte mit zahlreichen Aktionen zu ehren.
Rund um das Stadion erinnerten Fotos und Texte an die frühere Heimat des Vereins. Die Mannschaft lief in eigens gestalteten Sondertrikots auf, während auch die Anzeigetafel optisch an vergangene Zeiten angelehnt war. Die aktive Fanszene beteiligte sich mit großem Engagement: Vor dem Spiel wurde zu einem Fanmarsch vom Oosterpark zum Stadion aufgerufen. Zum Einlaufen der Mannschaften präsentierten die Fans auf nahezu allen Tribünen – Gästeblock und VIP-Bereich ausgenommen – eine beeindruckende Choreografie. Dargestellt war das berüchtigte alte Stadion, mittig das bekannte Eingangstor, unter dem sinnbildlich ein Vater mit seinem Sohn stand. Ergänzt wurde das Bild durch einen der markanten alten Flutlichtmasten. Der gezündete grüne Rauch kam dabei leider nicht ganz zur gewünschten Geltung.
Auf der Piet-Fransen-Tribüne formten hochgehaltene Pappen den Schriftzug „Oosterpark“. Auch auf der Koeman-Tribüne wurde mit Pappen gearbeitet. Unterhalb der VIP-Boxen rundeten schwenkende Fahnen in den Vereinsfarben Grün und Weiß das stimmungsvolle Gesamtbild ab.
Für einen kurzen Moment schien es, als sei der Oosterpark wieder zum Leben erwacht. Und als wollte es der Zufall so, endete auch dieses Spiel mit dem gleichen Ergebnis wie vor 20 Jahren. Groningen dominierte die Partie über weite Strecken und nutzte eine lange Überzahl konsequent, um am Ende einen souveränen 3:0-Erfolg einzufahren.
Während die Fans den Sieg noch ausgiebig feierten, verließ ich zügig das Stadion und machte mich auf den Weg zum FlixBus, der mich zurück nach Hamburg bringen sollte. (fj)
25.01.2025 Eredivisie Hitachi Capital Mobility Stadium Zuschauer: 22.525
GRONINGEN – Nach dem doch kräftezehrenden Ausflug von Schwechheim über Freiburg nach London neulich sollte es am vergangenen Wochenende etwas geordneter zugehen. Abermals bescherte mir der Spielplan die Möglichkeit, das Auswärtsspiel des eigenen Vereins mit dem Ausland zu kombinieren. Diesmal standen die Niederlande auf dem Programm, aber zuerst sollte es nach Wolfsburg gehen.
Am Freitagabend sammelte ich kurz hinter Schwechheim noch den Kollegen tp ein und eigentlich standen uns entspannte 2,5 Stunden Fahrt bevor. Leider Gottes verabschiedete sich etwa auf halber Strecke der Scheibenwischer auf der Fahrerseite. Erhöhte Konzentration war gefragt, aber letztlich erreichten wir sicher die Autostadt. Vorm Stadion noch den Gastautor tk getroffen, bei dem wir übernachten durften und so das Spesenkonto schonten. Herrlich!
Aufgrund eines Polizeieinsatzes wurde im Gästeblock nicht angeflaggt und für die ersten 15 Minuten auf organisierten Support verzichtet. Auf dem Platz brachte Neuzugang Zec Holstein in Führung, welche die Wölfe nach der Halbzeitpause allerdings schnell drehten. Im Anschluss drückten die Gastgeber auf die Entscheidung, vergaben aber reihenweise beste Chancen. Auf Kieler Seite machte es Skrzybski besser und nutzte die quasi einzige Tormöglichkeit im zweiten Durchgang zum Ausgleich. Völlige Ekstase im Gästeblock und beim 2:2 blieb es. In der Unterkunft genossen wir noch feinstes Wittinger Pils und zufrieden ging es ab in die Heia.
Am Samstag fuhr ich dann rüber zu unseren Nachbarn in die Niederlande und schaute vor dem Nordderby in Assen vorbei. Neben der bekannten Motorradrennstrecke gibt es natürlich auch hier eine „Voetbalvereniging“, die in der Tweede Divisie gegen Barendrecht antrat. Der Sportpark sah genauso aus wie unzählige andere, dafür gab es hier aber auch wie vielerorts ein gut geführtes Vereinsheim. Viel mehr gibt es auch nicht zu sagen. Ach ja, das Endergebnis war 0:1.
Nach dem obligatorischen Besuch einer Snackbar erreichte ich im Anschluss bereits drei Stunden vor Anpfiff Groningen und parkte mein Auto souverän im nahe gelegenen Industriegebiet ab. Die frühe Anreise empfahl mir der Chef der „Supportersvereniging“ (an dieser Stelle nochmal danke fürs Ticket!) und das sollte sich auszahlen.
Auf dem Weg zum Stadion hörte ich schon die ersten Böller und vor Ort zündete der Mob mit Batterien und Fackeln ab. Etwas später bildeten die Fans ein Spalier am Haupteingang und dann war es so weit: der Mannschaftsbus rollte an und die „Noordtribune“ veranstaltete ein zweites Silvester. Unzählige Batterien, Raketen und Kanonenschläge gingen hoch. Begleitet von grünen und weißen Fackeln bahnte sich die Mannschaft ihren Weg zum Eingang. Wenn das keine Motivation ist!
Im Stadionumlauf wiesen Transparente mit Hinweisen auf eine große Choreo hin. Als ich die grünen und weißen Folien auf den Sitzen entdeckte, fühlte ich mich sofort an St. Gallen im November erinnert und wusste: richtiges Spiel für den Landboten ausgewählt. Aufgrund eines medizinischen Notfalls musste der Anpfiff um eine Viertelstunde verschoben werden, dann gab es aber Entwarnung.
Zum Einlaufen der Mannschaften stellte Groningen per Banner klar, dass der Norden grün-weiß ist und bleibt. Zusätzlich gab es auf der Noordtribune große Doppelhalter mit den Ortschaften und Städten der Provinz sowie einen hochgezogenen Fan mit Schal und der Botschaft „Ons Gebied“. Abgerundet wurde das Ganze mit den erwähnten Folien: weiß im Unterrang und grün oben. Nicht ganz so spektakulär wie in der Schweiz, aber gut umsetzt. Und da ich immer ohne Erwartungen in die Niederlande fahre, umso besser. Zu Heerenveen: wie immer Buszwang, aber sie durften fahren. Eingepfercht im Gästeblock quasi über uns gab es einen Blinker. Wenn alle mitzogen, durchaus laut. Allerdings stimmten meist nur einzelne Gruppen an. Auswärtsfans haben es unter den vielen Auflagen einfach sehr schwer. Danke übrigens an mb für das Bild!
Nebenbei wurde auch noch Fußball gespielt. Groningen benötigte im Abstiegskampf dringend drei Punkte und erarbeitete sich früh Chancen. Getragen vom Publikum erhöhte „de FC“ weiter den Druck, blieb aber zunächst ohne Torerfolg. In der zweiten Halbzeit präsentierten die Ultras einige Zaunfahnen der „Superfriezen“, welche anschließend unter großem Jubel verbrannt oder in Taschentuchgröße gerissen wurden.
Die Mannschaft machte weiter Druck und schließlich traf Valente in der 63. Minute. Abgefälscht vom Gegner trudelte der Ball vom Innenpfosten über die Linie und ließ die Heimseite völlig abdrehen. Ein typisches Derbytor, aber absolut verdient. Von den Gästen kam danach kaum etwas und so brachten die Grün-Weißen den Sieg über die Zeit. Für mich fantechnisch das beste Spiel, was ich bisher in den Niederlanden sehen durfte. Sehr zufrieden verging die Fahrt nach Essen zur Unterkunft wie im Flug. (hr)