Brunei DPMM FC – Selangor FC – 2:5

Brunei DPMM FC – Selangor FC – 2:5

„ZUSCHAUERREKORD IM HASSANAL“

10.01.2026
Malaysian League Super
Sultan Hassanal Bolkiah Stadium
Zuschauer: 10.200

BANDA SERI BEGAWAN – Bereits im November 2024 hatte ich das Königreich Brunei erstmals auf dem Zettel, verwarf die Pläne jedoch kurzfristig wieder, da der Länderpunkt ins Wasser zu fallen drohte. Die heimische, reine Amateurliga glänzt mit regelmäßigen Spielabsagen. Brunei DPMM FC – größter Verein im Land – spielte in der Singapore Premier League mit, musste seine Heimspiele jedoch häufig im Exil austragen, um Reisekosten und -wege der restlichen Vereine zu reduzieren. Der Wechsel in die malaysische „Liga Super“ zur Saison 2025/2026 bescherte dem Landboten endlich wieder verlässliche Termine. So wurde kurzfristig der AirAsia-Bomber aus Kuala Lumpur gebucht, um ein WE auf Borneo zu verbringen.

Der deutsche Pass ermöglicht ein Visa on Arrival, es ist lediglich online eine Einreiseanmeldung vorzunehmen, wobei die Seite jedoch sehr verbuggt ist und man sich eine Weile fragt, ob die Übermittlung denn nun geklappt hat. Der Flug schaffte es dann dank starker Gewitter und Regenfälle in die Top 3 der unangenehmsten Landungen. Im dritten Anlauf schaffte es der Kapitän, den Vogel sicher zu landen. Die Einreise lief anschließend problemlos und kostete kaum Zeit.

In Brunei erfolgt die Fortbewegung leider nicht mit dem geliebten „Grab“. Wer die teure Taximafia umgehen will, nutzt die App „Dart“. Busse fahren nur sehr unregelmäßig oder fallen ganz aus, da sie von Einheimischen kaum genutzt werden. Es besitzt einfach jeder seine eigene Kutsche im Ölstaat.

Auf dem Weg zum Hotel gab es dann leider die erste Hiobsbotschaft: Der geplante Freitagsdoppler fiel dem Regen zum Opfer. Zumindest kommunizierte „Liga Brunei“ auf Instagram zeitnah die Absage, was die Anreise ersparte. Da der Regen weiterhin nicht aufhören wollte, wurde im sehr zu empfehlenden „Higher Hotel“ die Zeit zum Schuhe­trocknen genutzt und später noch der Kollege (tp) gebührend empfangen, der einen anderen Flieger nach Borneo wählte.

Samstag zeigte sich das Königreich dann von einer ganz anderen Seite. Die Sonne dominierte die Lage schon früh am Morgen und von Regen keine Spur. So wurde der Tag ausgiebig mit Sightseeing verbracht. Das Highlight war eine 1,5-stündige Fahrt mit dem Wassertaxi. Unser Top-Lad-Kapitän führte uns zu abgelegenen Mangrovenwäldern, wo sowohl Nasenaffen als auch Krokodile gesichtet werden konnten – ein Highlight für den Mitteleuropäer, der Zoos meidet. Zum Abschluss fuhren wir durch Kampong Ayer, das sogenannte Klein-Venedig: Ein Stadtteil von Banda Seri Begawan, der auf dem Wasser errichtet wurde.

Bewusst hungrig ging es dann zum abendlichen Highlight, dem 16. Spieltag der Malaysian League Super. Bereits 2,5 Stunden vor Spielbeginn kamen wir am Stadion an, um uns ausgiebig durch die vielen Streetfoodstände zu probieren. Mehr hierzu im in Kürze erscheinenden Sonderteil #schwechheimisst.

Brunei DPMM FC spielte bereits bis 2009 einige Jahre im malaysischen Verband, bevor der Wechsel nach Singapur erfolgte. Bereits in den Jahren 2017-2025 gab es trotz sportlicher Erfolge (u. a. zweifacher Meister) mehrfach Versuche, der indonesischen oder auch malaysischen Liga erneut beizutreten. Dies scheiterte jedoch häufig an der Local-Player-Regel: Spieler aus Brunei wären unter die Ausländerregel gefallen und hätten nur begrenzt eingesetzt werden dürfen. Da nach der letzten Saison zwei Vereine aus finanziellen Gründen in Malaysia kein Team mehr für die erste Liga meldeten und dem Verband somit die Vereine ausgingen, wurden die Regelungen etwas gelockert. Einzige Bedingung für die Austragung der Heimspiele in Brunei war, dass sämtliche Reisekosten der Gastvereine getragen werden müssen. Da dem Kronprinzen sowohl der Verein als auch die staatliche Airline gehören, war dies wohl kein Hindernis.

Der Rekordmeister und heutige Gast aus dem Klang Valley, Selangor FC, entpuppte sich als wahrer Zuschauermagnet. Über 10.000 Zuschauer sind zumindest in dieser Saison ein Rekordwert. Brunei, sehr holprig in die Saison gestartet (u. a. mit einer 0:10-Niederlage beim Plastikclub Johor), performt mittlerweile besser, war jedoch in diesem Spiel den favorisierten Gästen deutlich unterlegen, und das 2:5 auf der Anzeigetafel bildete den Spielverlauf gut ab.

Die Gäste wurden von ca. 400 Awayfans begleitet, wobei auch „ultrasel“, der wohl beste Ultrahaufen des Landes, mit gut 100 Schlachtenbummlern vertreten war. Dank der kürzlichen sportlichen Neuaufstellung im Verein, beendete man auch den fast drei Monate andauernden Stimmungsboykott – zur Freude beider Redakteure. Solltet ihr mal im Raum Kuala Lumpur unterwegs sein und die Wahl zwischen Kuala Lumpur City und Selangor haben, wählt immer die Jungs aus Shah Alam. Die Kurve ist an guten Tagen wirklich sensationell.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass es Gerüchte gibt, die einen Wechsel zurück in die Singapore Premier League zur neuen Saison prophezeien, da sich DPMM von den Schiedsrichtern benachteiligt fühlt. Angesichts des Zuschauerschnitts halten wir diesen Schritt jedoch für unwahrscheinlich. Brunei hat definitiv Bock auf Heimspiele.
(CvS)

IFC Malaysia – Selangor FC – 1:3

IFC Malaysia – Selangor FC – 1:3

„ALLE IN ROT – UND PLÖTZLICH DREHT MALAYSIA DOCH NOCH AUF“

05.10.2025
Malaysia Super League
Negeri Pulau Pinang Stadium
Zuschauer: 784

PENANG- „Ansonsten war nicht viel los in Malaysia, zumindest fürs Erste. Weder auf dem Platz noch abseits des Stadions hat uns das Land überzeugt, das sollte sich aber schnell ändern.“, lautete das Schlusswort des gestern im Landboten erschienenen Artikels. Wie die 180° Wende beim Redakteur doch noch gelang, erfahrt ihr im folgenden Bericht.

Malaysia Experte (CvS) ließ per Textnachricht verlauten, dass mindestens 400 Selangor Fans den weiten Weg nach Penang auf sich nehmen würden. „Das lohnt sich, den Kick müsst ihr noch mitnehmen.“
Hätte ich geahnt, was für ein Brett der 40.000 Ground ist, wäre mir die Anzahl der angekündigten Gästefans fast egal gewesen. Das diese allerdings noch das Sahnehäuptchen auf der Fussballtorte ausmachen sollten, war schon ein starkes Stück. Bevor wir uns aber ins gelb blaue Rund stürzen, zuvor ein paar Worte zu Malaysia.

Knapp 34 Millionen Menschen leben hier aufgeteilt auf die westmalayische Halbinsel mit der Hauptstadt Kuala Lumpur, sowie der Insel Borneo. Letztere untergliedert sich in drei Staaten: Malaysia, Brunei und Indonesien. Wir waren 10 Tage auf der westlich gelegenen Halbinsel unterwegs. Besonders gut hat es uns auf der Insel Penang gefallen. Schöne Strände, tolle budhistische sowie hinduistische Tempelanlagen und die drittgrößte Stadt des Landes, Georgetown, warten mit einem weltweit geschätzten kulinarischen Angebot auf ihre Besucher. Außerdem möchten wir noch eine Empfelung für den botanischen Garten von Penang als auch den Tropical Spice Garden aussprechen. Hier kann man die Natur genießen und einige verschiedene Tiere, meist Affen, beobachten. Ein zwei tägigen Stop in den Cameron Highlands würden wir allen naturbegeisterten Reisenden ebenfalls ans Herz legen. Die Teeplantagen überzeugten uns vollkommen, ganz gleich wie stehengeblieben der Rest der Gegend ist. Wer 80er Jahre Vibes ganz ohne Lametta liebt, ist hier richtig. Zu guter letzt verweilten wir noch ein paar Tage in Kuala Lumpur. Batu Caves, Patrones Towers, Wasserspektakel im KLCC Park und die ein oder andere Mall konnten erfolgreich von unserer Bucket List gestrichen werden. So schön das alles auch klingen mag bestätigte sich unser erstes Gefühl, welches wir ähnlich schon von vielen Anderen geschildert bekommen haben. Malaysia hat alles zu bieten, was es in den restlichen südostasiatischen beziehungsweise südasiatischen Ländern ebenfalls gibt. Hier bekommt man es kompakt, aber irgendwie ist es dann doch in jedem einzelnen anderen Land schöner oder interessanter. Die thailändischen Strände, die Reisfelder in Indonesien, die Teeplantagen auf Sri Lanka, die Wasserfälle in Laos oder aber die Tempel in Kambodscha. Alles vorhanden in Malaysia, das gewisse etwas fehlt aber irgendwie überall.

Ganz anders beim heutigen Spiel zwischen IFC und Selangor. Dort hat einfach alles gepasst. Das riesige Stadion mit seiner einzigartigen Architektur, die angereisten Gästefans aus Selangor und das Spiel selbst machten einfach Spaß und die 90 Minuten vergingen wie im Flug. Selangor war durchgehend klar besser, sowohl auf den Rängen als auch auf dem Rasen. Kein großes Wunder, hat Immigration F.C. gar keine so richtige Fanbase. Von den 784 Zuschauern waren es mindestens 500 aus dem weit entfernten Bundesstaat Selangor. Dazu gesellten sich ein paar deutschsprachige Hopper und rund 200 Unparteiische. Tatsächliche Heimfans konnten gerade einmal 20-30 auserkohren werden. Wen es wundert, IFC gibt es erst seit 2015 und hat zudem seine Wurzeln im 450km entfernten Putrajaya. So läuft’s: Schöne moderne Fussballwelt. Da gefiel uns der lautstarke, ultraorientierte Selangor Haufen schon besser. 3:1 für die Gäste, das ging ganz klar in Ordnung. Alle in Rot war das Motto, an dieser Stelle sei gesagt:
Ganz klar gelungen, Malaysia dreht auf und alles wieder in Butter in Penang. (hd)

Penang FC – Negeri Sembilan FC – 2:1

Penang FC – Negeri Sembilan FC – 2:1

„NICHT VIEL LOS IN MALAYSIA, ZUMINDEST FÜRS ERSTE“

04.10.2025
Malaysia Super League
City Stadium Penang
Zuschauer: 1.143

GEORGETOWN – Am 04.10 hat Penang FC im städtischen Stadion die Gäste aus Seremban empfangen. Karten gab’s vorab online oder am Stadion zum fairen Kurs von 5 Euro. In der Kurve hat das Ticket zwei Euro gekostet. Die Hintertorseite als Fankurve zu bezeichnen, erscheint der Redaktion allerdings doch etwas übertrieben.

Hinter dem ‚Ultras Panthers‘ Banner versammelten sich gerade einmal drei Jugendliche. Die Gäste hingegen stellten gute dreihundert Mann. Der ultraorientierte Haufen erschien, wohl bemerkt, erst kurz vor der Halbzeitpause und umfasste 40 Leute. Supportet wurde nicht wirklich, nur alle paar Minuten wurde gelangweilt auf einer mitgebrachten Trommel rumgeschlagen und dazu lustlos gesungen.

Auf dem Platz hingegen lief es dann schon etwas besser. Die Heimelf, klar im Vorteil, konnte das Spiel mit 2-1 gewinnen und es hätte durchaus auch deutlicher ausgehen können. Verstecken müssen sich die Profis von beiden Teams allerdings nicht, kicken können sie in Malaysia. Im AFC Club Ranking schaffen es die Malaien immerhin auf Platz 10 von 47. Davor stehen Hochkaräter wie Japan, Saudi Arabien oder Katar.

Ansonsten war nicht viel los in Malaysia, zumindest fürs Erste. Weder auf dem Platz noch abseits des Stadions hat uns das Land überzeugt, das sollte sich aber schnell ändern. Wie es für uns in Malaysia weiter ging und warum das Land uns sowohl im Stadion als auch abseits des Fußballs doch noch überzeugen konnte, lest ihr morgen Abend beim Schwechheimer Landboten. Samstags um 15:30. Premiere quasi, nur ohne PayTV Abo (hd)

Perak FC – Penang FC – 0:2

Perak FC – Penang FC – 0:2

„HIGHLANDS OHNE KRIEGER“

13.07.24
Malaysia Super League
Stadium Perak
Zuschauer: 5.582

IPOH – Nach vier Tagen und zwei Spielen auf der koreanischen Halbinsel wurde es Zeit für die letzte Etappe meiner Tour durch Asien. Der allseits beliebte Billig-Carrier AirAsia (so viel Werbung muss sein) brachte mich pünktlich von Seoul über Kuala Lumpur nach Alor Setar in den Norden Malaysias. Dort sah ich Spiel Nummer 1 von 3 zwischen Kedah und Kelantan. Dazu folgt sicherlich später noch ein Bericht, denn hier soll es um das zweite Spiel im Bundesstaat Perak am darauf folgenden Tag gehen.

Auch auf dem letzten Abschnitt der Reise sollte für den Landboten das Ressort Kultur nicht vernachlässigt werden und so nahm ich mir ein strammes Tagesprogramm vor. Morgens ging es per Zug von Alor Setar los und ich erreichte ohne Probleme nach 2,5 Stunden Ipoh, die Hauptstadt Peraks. Schnell noch die schöne Town Hall neben dem Bahnhof geknipst und per Mietroller ab in Richtung Osten in die Cameron Highlands. Die alte Möhre von Honda mit Fußschaltung schnaufte ganz schön, brachte mich aber in zwei Stunden zuverlässig in die Teeplantagen rund um Tanah Rata. Nach allen getätigten Schnappschüssen, einer standesgemäßen Tasse Tee und Apple Pie rief innerlich wieder die Malaysia Super League. Also zwei Stunden runtergedüst, Roller abgegeben und ab zum Perak Stadium.

Dort war Penang von der gleichnamigen Insel zu Gast und hatte etwa 40 Fans in einheitlichen weißen Shirts mitgebracht. Auf der Heimseite fand sich im Oberrang neben der Anzeigetafel ein Haufen mit dem simplen Namen „The Supporters“ zusammen. Die zogen ihr Ding im europäischen Stil mit Schalparaden, Schwenkern und melodischen Gesängen durch. Leider wirkte das Ganze in dem 40.000er bei etwas über 5.000 Zuschauern doch recht verloren. Das überdimensionierte Stadion erinnerte mich stark an die Bude in Gimcheon ein paar Tage vorher.

Auf dem Feld ließ Perak mehrere Chancen aus und wurde mit dem Halbzeitpfiff durch einen perfekt gezirkelten Freistoß bestraft. Im zweiten Durchgang ergab sich die ein oder andere Chance, aber statt einfacher Abschlüsse musste es typisch malaysisch ein Strahl in den Winkel oder wahlweise ein Fallrückzieher sein. Führte alles zu nichts und brachte die Supporters gegen Ende auf die Palme. Penang machte dann in der Nachspielzeit den Deckel drauf, wobei der Torwart sehr schlecht aussah. Ohne Selbstvertrauen und ohne Kampfgeist stand die dritte Niederlage für Perak in Folge. Krieger gibt es in den malaysischen Highlands also aktuell wohl nicht. (hr)