Portsmouth FC – Sheffield United – 0:1

Portsmouth FC – Sheffield United – 0:1

“VERSUCH VIER: IT’S A MATCH“

14.02.2026
Championship
Fratton Park
Zuschauer: 20.092

PORTSMOUTH – Viele haben einen Ground, der einfach nicht klappen soll. Bei mir war es bis zum vergangenen Samstag der Fratton Park.

Alles begann Silvester 2022. Der Mob durstig und motiviert auf das neue Jahr im Wetherspoon – ich krank in einem Hotel, nicht weit entfernt vom Fratton Park. Am nächsten Morgen war ich nicht einmal dazu in der Lage, länger als fünf Sekunden zu stehen: Kreislaufzusammenbruch – zurück ins Hotelzimmer, während die restliche Reisegruppe ganz entspannt den Fratton Park kreuzte.

Beim zweiten Versuch hatte mein Flug aus Belfast so viel Verspätung, dass das Spiel nicht mehr besucht werden konnte und stattdessen ein Besuch bei Portadown FC stattfinden musste (siehe Portadown-Bericht).
Der dritte Versuch wurde noch in diesem Jahr gestartet. Bereits einen Tag vor dem Spieltag war ich vor Ort. Am nächsten Tag schaute ich beim Spaziergang an der See auf mein Handy und es kam, wie es kommen musste: GAME OFF – Frozen Pitch.

Dass dann die Kollegen vom Schwechheimer Landboten eine Woche später quasi im Vorbeigehen den Fratton Park kreuzten – sei ihnen gegönnt.

Ursprünglich wollte ich den vierten Versuch erst zu einer besseren Jahreszeit starten, um so wenig Risiko wie möglich einzugehen. Es kitzelte dann aber doch zu stark, mal wieder die Buchungstaste zu drücken.

In der Woche vor dem Spieltag war ich ziemlich nervös. Würde der vierte Versuch klappen? Eine Woche zuvor war das Spiel zwischen Pompey und den Tractor Boys wortwörtlich ins Wasser gefallen. Keine Ahnung, wer für die Lizenzierungen bei der EFL zuständig ist, aber in der heutigen Zeit muss ein Zweitliga-Ground das aushalten.
Wegen dieses amateurhaften Rasens wurde der Wetterbericht also ganz genau beobachtet. Immer wieder wurde eine Live-Webcam eingeschaltet, um die Lage vor Ort zu checken.

Dann kam der Spieltag: Valentinstag.
Mit 30 Minuten Verspätung landete die A319 in Heathrow. Wetterprognose: regenfrei und Sonne. Den ersten Bus ab Heathrow knapp verpasst, ging es weiter zur Victoria Coach Station, wo es gegen 10:00 Uhr Richtung Southsea gehen sollte. Ein Blick auf das Handy – und die Erleichterung war am ganzen Körper zu spüren. Portsmouth FC gab für das Spiel grünes Licht – keine Platzinspektion.

In Portsmouth angekommen, ging es noch kurz ans Wasser, ehe im gleichen Wetherspoon zu Mittag gegessen wurde, in dem ich vor wenigen Wochen noch völlig frustriert und angeschlagen einen gewöhnungsbedürftigen Nudeltopf gegessen hatte.

Wenig später spazierte ich die halbe Stunde zum Fratton Park, wo ich unter anderem auch an dem Hotel vorbeikam, in dem ich vor einigen Jahren noch krank im Bett lag.

Wenige Meter weiter stand ich vor einem der schönsten Stadioneingänge, die ich je gesehen habe: ein altes Haus mit der Aufschrift „Fratton Park“ und der Gründungszahl des Vereins. Nichts stand mir und dem Ground mehr im Weg.

Im Stadion habe ich – wie es sich am Valentinstag gehört – einen ½ Pint Cider ausgegeben bekommen. Warum, weiß ich selber nicht, aber Fakt ist: Er war lecker!

Das Stadion – wie die Bilder schon im Bericht vom Kollegen (mb) aus Portsmouth gezeigt haben – ist eine echte Ground-Perle.

Der 1899 eröffnete Ground, der über 20.000 Plätze verfügt, wurde unter anderem vom berühmten Archibald Leitch designt.

Im Spiel war Pompey zunächst überlegen. Es gab immer wieder vielversprechende offensive Momente. Ein Tor wurde allerdings nicht erzielt. Dies gelang jedoch den Gästen aus Sheffield: In der 90. Spielminute war es Brooks, der den Gästeblock zum Toben brachte und den Auswärtssieg perfekt machte.

Die während des Spiels pöbelnden Zuschauer verließen rasch das Rund. Denn auch wenn man zwei Spiele weniger hat als die Konkurrenz, steht man auf Tabellenplatz 21. Die Abstiegsangst wächst. (fj)

Portsmouth FC – Arsenal FC – 1:4

Portsmouth FC – Arsenal FC – 1:4

„THIS IS THE FA CUP“

11.01.2026
FA Cup
Fratton Park
Zuschauer: 20.611

PORTSMOUTH — Am Samstag brachte uns British Airways pünktlich nach London. Dort gab es im Wetherspoon ein paar leckere Kaltgetränke und im Tagesverlauf auch zwei neue Grounds. Weitere Infos über den Tag gab es am Mittwoch im Bericht zu Charlton vs. Chelsea zu lesen.

Am Sonntag öffneten sich die kleinen Äuglein um acht Uhr, da wir heute ein paar Meter gen Süden machen wollten. Pünktlich um neun Uhr standen wir bei Avis vor der Tür, um unseren Leihwagen abzuholen. Der Verkäufer wollte uns natürlich über den Tisch ziehen und behauptete in seinem „Paperwork“, dass ich einer zusätzlichen Versicherung zugestimmt hätte. Bei der Auflistung der Kosten fiel mir dies jedoch sofort auf und konnte entsprechend „korrigiert“ werden. Kurze Zeit später saßen wir in der Mistkarre und fuhren mit zwei kleinen Umwegen nach Portsmouth. Es ist natürlich immer suboptimal, wenn das Navigationsgerät kurz vor einem Autobahnkreuz ausfällt. Trotzdem kamen wir zeitig in Portsmouth an, parkten das Gefährt mit vier Reifen in einem Parkhaus und klapperten ein paar Spots ab. Per Uber ging es dann schlussendlich aus dem Pub zum Fratton Park.

Vor Ort tauschten wir unsere vier QR-Codes aus dem General Sale gegen eine Gebühr von drei Pfund in Hardtickets um und bewegten uns in den legendären Fratton Park. Nach einer kurzen Verwirrung auf der Tribüne saßen wir schließlich auch auf unseren Plätzen. Der gute Ordner konnte nicht lesen und schickte uns zunächst in den Lower Stand, obwohl wir Tickets für den Oberrang hatten. Schwamm drüber, denn drei Minuten später explodierte der Fratton Park: Der Zweitligist konnte sensationell das 1:0 gegen den Tabellenführer der Premier League erzielen. Die Freude hielt jedoch nicht lange, denn fünf Minuten später erzielte Arsenal durch ein Eigentor den Ausgleich zum 1:1. Die rund 3.000 mitgereisten Fans jubelten und wollten die Heimfans verspotten. Das kam natürlich nicht gut an, sodass es für den neutralen Beobachter einige lustige Gesänge in Richtung der Gäste gab.
Auf dem Rasen hatte die Blue Army allerdings nichts mehr zu feiern, denn die Gunners zeigten eindrucksvoll, warum sie momentan das beste Team in England sind. Die Jungs können schon gut zocken. Somit nahm der Spielverlauf nach dem kurzen „Hoch“ seinen erwarteten Lauf. Trotzdem blieb das Stadion – wie sonst in England – nicht ruhig. Jede Aktion wurde kommentiert und gestikuliert. „You are a wanker“ war dabei einer der netteren Sätze, die in Richtung der Spieler und des Schiedsrichters fielen. Wir haben uns gut amüsiert und alles gefeiert.

Unterm Strich war das Spiel um 15:53 Uhr vorbei und wir fuhren ohne Probleme zurück nach London. Am Airport trafen wir unseren Reporterkollegen FJ, der von der Isle of Man nach Heathrow gereist war. Mister FJ war ganz gespannt auf unseren Bericht aus der Hafenstadt, da er bereits drei Touren nach Portsmouth gebucht hatte, die alle ins Wasser fielen – zuletzt erst letzte Woche aufgrund eines „frozen pitch“. Da hilft nur ein leckeres Cider am Airport! Mit 45 Minuten Verspätung ging es dann für uns mit der „Standby Crew“ zurück nach Schwechheim.

Im Flieger schwelgten wir in Erinnerungen an diesen tollen Trip in England. Der FA Cup ist es einfach: Bei den Partien Klein gegen Groß sind die Fans lautstark dabei und pushen ihre Spieler nach vorne. Wäre es in der Liga auch so, hätten viele Redakteure eine ganz andere Meinung zur „Insel“. Es ist nicht immer eine Library – manchmal wird aus der alten Bibliothek auch ein Tollhaus mit vier uralten Stands und ordentlich Gepöbel. (mb)

Ipswich Town – Portsmouth FC – 2:1

Ipswich Town – Portsmouth FC – 2:1

“BEI DEN TRACTOR BOYS FÄLLT NUMMER 57/92”

27.09.2025
Championship
Portman Road Stadium
Zuschauer: 29.141

IPSWICH – Nach einer circa einstündigen Fahrt vom Stansted Airport kam ich schließlich in Ipswich an, und der Weg führte mich durch das Stadtzentrum, wo tatsächlich nahezu jeder ein Ipswich-Trikot trug, weiter zum Wetherspoon. In dieser geliebten Kette ist vor drei Wochen die Idee entstanden, gleich die nächste Tour nach England zu buchen. Irgendwie muss die 92 ja voll werden.


Und da ich vor drei Wochen noch über die Portman Road geflogen war, war das ein eindeutiges Zeichen, die Nummer 57/92 einzufangen.


Nach einem Cider ging es auch schon zum altehrwürdigen Stadion, und natürlich musste ein Besuch im Fanshop folgen. Nachdem mir das Meiste zu teuer war, fielen mir auf einmal die Socken ins Auge. Gut sahen diese aus, und noch besser: drei Paare zum Preis von 10 Pfund – Deal!


Schon wenig später war ich dann auf der Tribüne dieses wunderbaren Stadions. Zufällig landete ich im „Safety-Standing“-Bereich. Wenig später kamen ein paar junge Personen hinzu, die sich selbst als Ultras definierten und ein paar Fahnen dabei hatten. Vorher habe ich die „Tractor Boys“ nur auswärts gesehen. Damals waren mir die Fans noch nicht in dieser Form aufgefallen.
Die Gästefans aus Portsmouth waren mir schon vertrauter. Zwar werde ich den Fratton Park erst in Kürze kreuzen, allerdings habe ich Portsmouth bereits dieses Jahr in Norwich gesehen und bin mit dem trinkfesten Auswärtsmob damals im selben Zug nach London gewesen. Im Gegensatz zum Spiel in Norwich glich der Gästeblock heute eher einer Bücherei. Vielleicht lag es auch daran, dass Portsmouth nach neun Minuten 1:0 hinten lag. Zur Halbzeit stand es dann bereits 2:0. Im Gästeblock war Totenstille.
Die zweite Halbzeit war noch langweiliger als die erste. Das Tor von Portsmouth fiel in der Nachspielzeit – zu spät, um noch mal Spannung zu erzeugen. Am Ende konnte Ipswich das Spiel mit 2:1 gewinnen.
Für mich ging es anschließend weiter: in den Straßen von Ipswich und in den Pubs. (fj)

Norwich City – Portsmouth FC – 3:5

Norwich City – Portsmouth FC – 3:5

“ACHT TORE AN DER CARROW ROAD”

18.04.2025
Championship
Carrow Road
Zuschauer: 26.838

NORWICH – Erstmals flog ich vom Flughafen Lübeck ab. Da dieser über einen eigenen Bahnhof verfügt, war er einfach zu erreichen. Insgesamt zwei „Rainer“ Flieger sollten um diese Zeit die schöne Hansestadt verlassen. Der eine Richtung Málaga und der andere nach London-Stansted. Da für die Komplettierung der 92 noch einiges auf der Liste steht, entschied ich mich für die Maschine Richtung Insel. Wieder einmal machte Ryanair ihrem Jingle alle Ehre, denn auch dieser Flug landete “on time”.

Mit dem Stansted Express ging es erst zur Liverpool Street und anschließend mit einem anderen Zug nach Norwich. Praktischerweise liegt die Heimstätte der Canaries nicht einmal zehn Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt.

Im Stadion erblickte ich dann sogar ein paar Fahnen auf der Hintertortribüne, die auf ein Intro hindeuteten. Beim Einlaufen der Mannschaften wurden diese dann auch geschwenkt. Die Gäste aus Portsmouth füllten den Gästeblock bis auf den letzten Platz und sorgten für gute Stimmung. Das lag aber auch wie eigentlich immer in England am Erfolg ihres Teams. Bereits nach 15 Minuten brachte Bishop die Gäste in Führung. Zwar konnte der ehemalige Bremer Sargent für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgen, aber Pompey antwortete noch vor dem Seitenwechsel doppelt. Zunächst traf Ritchie in der 39. Minute und in der Nachspielzeit gab es einen Foulelfmeter, den Bishop sicher im Tor unterbringen konnte. Mit Pfiffen wurden die Spieler von Norwich in die Kabine begleitet.

Sechs Minuten nach Wiederanpfiff entschied Bishop mit seinem dritten Treffer zum 1:4 die Partie. Doch lobenswert zu erwähnen ist die Moral der Kanarienvögel, die noch zweimal verkürzten. Am Ende stand aber ein hoch verdientes 3:5 auf der Anzeigetafel, dass die Fans im Gästeblock noch ordentlich zelebrierten.

Für mich ging es mit Ground 55/92 wieder in den Zug zum Flughafen. Dieses Mal allerdings nach Gatwick, wo der Airbus von Wizzair mich nach Istanbul befördern sollte.(fj)