Fatih Karagümrük SK – Samsunspor – 0:0

Fatih Karagümrük SK – Samsunspor – 0:0

“ISTANBUL – OHNE STRESS”

22.02.2026
Süper Lig
Atatürk Olimpiyat Stadi
Zuschauer: 450

ISTANBUL – Nach den Ansetzungen vor Weihnachten der DFL brachte Skyscanner die Flüge von Köln/Bonn bis Istanbul und zurück nach Hamburg für schlappe 60€ hervor. Somit ging es am Freitag über Mainz zum Gastspiel der Rothosen und anschließend im grünen Hotel zum Airport. Mit Heimspielen von Fenerbahçe und Fatih Karagümrük kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Der Preis gewinnt nun mal und ein Wochenende in der Metropole lohnt sich immer. Am Donnerstag vor meinem gebuchten Wochenende spielten die heutigen Gäste im Olimpiyat und Fener europäisch. Leider bekam dann Fenerbahçe das Montagsspiel ab. Das hätte dann aber auch wieder Stress mit der Passolig bedeutet, somit wird der Besuch im Stadion erst mal vertagt.

Bei meinem letzten Wochenende vor ein paar Jahren suchte ich noch über eine Website für Amateurfußball passende Ansetzungen heraus. Mittlerweile gibt es ein Profil auf Instagram, das besonders “Highlights-Spiele” postet und ebenso dafür sorgt, dass diese leichter zu finden sind. Falls Interesse besteht, folgt: “istanbul_amator_ligi”.

Der Spielort bietet eine Kapazität von rund 75.000 Plätzen und hat natürlich schon das ein oder andere Highlight erlebt. In einem legendären Spiel krönten sich zum Beispiel die “Reds” zum damaligen Champions-League-Titel. Heutzutage wirkt die Umgebung des Stadions nicht wirklich einladend. Ein Restaurant zum Verweilen sucht man vergebens. Um die Metrostation herum spielt sich immerhin ein wenig Leben ab, wenn man hier überhaupt davon sprechen kann. Die Bilder des Beitrags sprechen für sich. Hier sind einfach viel zu wenig Zuschauer bei diesem Verein. Seit dem Jahr 2020 trägt der heutige Gastgeber seine Spiele in diesem Stadion aus. Es lohnt sich quasi nicht, außer bei größeren Events das Gebiet hier mit Lokalitäten zu befüllen.

Über einen Bekannten, der vor ein paar Wochen ebenfalls dieses Stadion besuchte, wusste ich, dass der Verein Tickets über ein anderes System als über die allseits bekannte und bei einigen Groundhoppern unbeliebte Passolig verkauft. Biletix, ein neues Portal, das Verkäufe für Vereine anbietet. Ein großer Vorteil in meinen Augen: Die Anmeldung und die Fan Card kosten kein Geld und läuft zumindest nach Informationen des Fachpersonals am Stadion nicht ab. Meine Registrierung der Fancard aus Deutschland wurde allerdings zwei Mal abgelehnt. Somit fuhr ich frühzeitig zum Stadion und checkte die Lage. Schnell wurde mir geholfen, probierte erneut die Registrierung und der Anruf folgte prompt des Mitarbeiters. Somit klappte die Registrierung diesmal, woran es lag, konnte mir keiner so wirklich sagen. Für umgerechnet 15 Euro konnte ich mein Ticket kaufen. Das Stadion ist es definitiv mal wert.

Das Gästeteam sorgte für einen Schmunzler meinerseits, an der Seitenlinien steht seit wenigen Tagen Thorsten Fink. Ein alter Bekannter in der Stadt an der Elbe. Bei dem Trainerverschleiß, den mein Verein zum Glück eher hatte als aktuell hat, ist die Wahrscheinlichkeit natürlich enorm hoch, auf alte Wegbegleiter zu treffen. Für seine neuen Akteure lief das Spiel schleppend, das torlose Remis eine Bestätigung des fast schon einschlafenden Kick. Die Gesichter der Anwesenden zeigten Müdigkeit und Langeweile. Die zahlreichen Ordner und Polizisten tranken ihren Çay bei den kalten Temperaturen. (tp)