1. FC Magdeburg – SG Dynamo Dresden – 1:2

1. FC Magdeburg – SG Dynamo Dresden – 1:2

    „DYNAMO GEWINNT ELB-CLÁSICO“

    24.01.2026

    2. Bundesliga
    Heinz-Krügel-Stadion
    Zuschauer: 27.875

      MAGDEBURG – Das Derby zwischen den ehemaligen DDR-Größen 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden stand unter besonderen Vorzeichen. Beide Teams befanden sich mitten im Abstiegskampf. Zwischen dem Tabellen­vorletzten SG Dynamo Dresden und dem vierzehnten aus Magdeburg lagen vor dem Spiel lediglich vier Punkte. Zudem handelte es sich um das Samstagabend-Topspiel der 2. Bundesliga.

      Bevor es jedoch zum Klassiker an die Elbe ging, wurde sich der Abstiegs­konkurrent Fortuna Düsseldorf bei seinem Gastspiel an der Leine angeschaut. Nach einem versuchten Blocksturm der Gästefans kam es zu Stauungen am Eingangstor der Südkurve. Das Stadion konnte jedoch gerade noch rechtzeitig vor Anpfiff betreten werden. Die Fans vom Rhein fielen – wie schon oft in dieser Saison – mit einem ansprechenden Szenebild auf und zündelten nahezu durchgehend rote Fackeln und Rauch.
      Auf dem Rasen zitterte sich Hannover am Ende zu einem 2:1-Sieg.

      Nach dem Spiel wurde ich netterweise von einem Austria-Salzburg-Fan mitgenommen, der zum Hoppen in Deutschland unterwegs war. Nach einer Stärkung in einem italienischen Restaurant in Braunschweig kamen wir schließlich rund eine Stunde vor Anpfiff am Stadion des 1. FC Magdeburg an.

      Vor einigen Jahren hatte ich hier bereits meinen HSV im Gästeblock gesehen. Nun sollte der Ground allerdings noch einmal mit neutraler Brille gekreuzt werden. Und genau wie damals zeigte der Block U auch dieses Mal wieder eine sehenswerte Choreografie.

      Die Bereiche der Tribüne wurden aufgeteilt und bildeten durch eingesetzte Regenponchos ein blau-weißes Schachmuster. Der Spruch „FCM – unser Leben, so haben wir es gewollt“ rundete die Choreo ab. Wenig später leuchtete die gesamte Tribüne quasi auf Knopfdruck rot auf.

      Auch im Gästeblock gab es etwas fürs Auge. Unter dem Motto „Sachsen regiert“ zeigten die Dynamo-Fans eine riesige Blockfahne. Zu sehen war ein Dynamo-Krieger, der einen am Boden liegenden Magdeburg-Fan mit einem langen Schwert bedrohte. Die Mitmachquote war auf beiden Seiten überragend. Besonders deutlich wurde dies beim Einsatz der Schals sowie bei der zwischenzeitlich unfassbaren Lautstärke.

      Zwischendurch kam es zu diversen Provokationen: Leuchtraketen wurden in Richtung der benachbarten Magdeburger geschossen, außerdem wurden Gesänge wie „Wollt ihr mit uns spielen?“ oder „Schwuler FCM“ angestimmt.

      Einig war man sich allerdings in der Meinung zur Polizei. „ACAB“ („All Cops Are Bastards“) wurde im Wechselgesang skandiert. Grund dafür war offenbar ein als fragwürdig empfundener Polizeieinsatz.

      Salz in die Wunde streute schließlich das 1:2 durch Keller in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, wodurch es mit einer knappen Gästeführung in die Kabinen ging.

      Kurz nach dem Seitenwechsel zündete auch Dynamo „auf Knopfdruck“ ordentlich Pyrotechnik in Form von Rauch und Stroboskopen, sodass das Spiel aufgrund der Nebelbildung kurzzeitig unterbrochen werden musste. Nach Wiederaufnahme der Partie gab es zwar noch weitere Torchancen auf beiden Seiten, ein weiteres Tor fiel jedoch nicht mehr. Somit konnte sich Dynamo für die 1:2-Heimniederlage im August des vergangenen Jahres revanchieren.

      Für mich war es nach den Spielen Chemie – Lok und Jena – Erfurt bereits das dritte Ost-Derby, und auch dieses Mal hatte es sich wieder gelohnt.
      Mal sehen, welches Derby als Nächstes besucht wird. (fj)

      Holstein Kiel – SG Dynamo Dresden – 2:1

      Holstein Kiel – SG Dynamo Dresden – 2:1

      “ADVENT ADVENT – DAS STADION BRENNT”

      20.12.2025
      2.Bundesliga
      Holstein Stadion
      Zuschauer: 15.034

      KIEL – Das letzte Bundesliga-Wochenende des Jahres stand an, und kurz vor Weihnachten bescherte uns die DFL einen wunderbaren Doppler. Um 15:30 Uhr sollte der eigene Verein, der HSV, ein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt austragen, und um 20:30 Uhr folgte das Topspiel des Tages: Holstein Kiel gegen Dynamo Dresden. Zwei der besten Fankurven zu Gast im hohen Norden – und das an einem Tag. Was will man mehr?

      Der Spieltag begann im Hamburger Volkspark, wo die Hamburger Gruppe Sektion Schleswig-Holstein ihr 15-jähriges Jubiläum feierte und dabei eine Choreografie zeigte.

      Die Gäste vom Main zündeten zu Beginn der zweiten Halbzeit Pyrotechnik, während auch der Förderkreis Nordtribüne sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Das Spiel endete vor dem ausverkauften Haus mit 1:1.

      Nach dem Abpfiff ging es zum Auto, das in der Nähe des S-Bahnhofs Stellingen abgestellt war. Nach circa einer Stunde Fahrt erreichten wir die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins und parkten in der Nähe eines Edeka-Marktes. Schnell noch im genannten Supermarkt mit einem nicht allzu leckeren Frikadellenbrötchen gestärkt, stand man kurze Zeit später im alten Gästeblock des Holstein-Stadions: Block L. Die knapp 17 Euro Eintritt sollten sich definitiv lohnen. Bereits vor dem Anpfiff zeigten die Cheerleader, was sie draufhaben. Eine einstudierte Aufführung direkt vor dem Gästeblock wurde zunächst mit Applaus begleitet. Als am Ende jedoch die Holstein-Fahne zum Vorschein kam, wurden die Damen und der Herr mit „Fotzen“-Sprechchören verabschiedet. Mindestens genauso sehenswert wie der Auftritt der cheerleader war das, was in den Fanblöcken abging. Dynamo zeigte zum Intro ein Schachbrettmuster in den Vereinsfarben. In der Mitte des Blocks war eine Blockfahne angebracht, auf der das Wappen der SG Dynamo zu sehen war.

      Auf der anderen Seite wünschte die Kieler Ultra-Gruppe New Connection allen Kasselern und Kielern frohe Weihnachten, da die Gruppe eine Fanfreundschaft mit Kassel pflegt. Bei ihrer Choreografie wurden drei Weihnachtselemente gezeigt: ein Weihnachtsbaum, ein Kaminofen mit KSV-Socken sowie ein weiterer Weihnachtsbaum in der Mitte des Blocks. Aus dem Kaminofen brannten mehrere Fackeln, und auch neben den genannten Basteleien funkelte, blinkte und qualmte es lichterloh.

      Das Spielgeschehen war von Beginn an zweitrangig, da das Drumherum deutlich interessanter war. Dynamo sang mehrere Gassenhauer, wie zum Beispiel: “Von Dresden bis zum Kosovo, immer wieder Dynamo“. Beeindruckend, wie es die Fans aus Dresden immer wieder schaffen, ein geschlossenes Bild abzugeben. Nahezu jeder – inklusive der Spieler beim Aufwärmen – trug einen Schlauchschal, der für einen Zehner als Mottoartikel verkauft wurde. Zudem folgte fast jeder dem Aufruf: „Alle in Bomberjacke“. Die Mitmachquote beim Support dürfte im hohen Neunzigerbereich gelegen haben. Besonders laut wurde es, als Vermeij die Gäste in Führung brachte. Auch wenn es mit einem 1:1 in die Kabinen ging, waren alle Dresdner im Block bereit für die zweiten 45 Minuten. Knapp fünf Minuten nach Wiederanpfiff brannten bereits vereinzelte Lichter im Gästeblock. Schließlich sauste eine Rakete in die Luft – doch noch bevor diese explodierte, explodierte das Stadion. Kiel traf zum 2:1, und Millisekunden später brannte der Dynamo-Block. Neben Raketen wurden auch gelbe Farbfontänen in die Luft geschossen. Es rauchte gelb und blinkte hell – ein absolut eindrucksvolles Bild.
      Auch als der gesamte Block der SG Dynamo „Walzer tanzte“, zeigte sich die geballte Qualität der Dynamo-Anhänger: Champions League! Lichtjahre davon entfernt ist allerdings die Mannschaft der Gäste. Dresden überwintert nach drei Niederlagen in Folge auf dem letzten Tabellenplatz. Wie von einem Aufsteiger erwartet, wird es sehr schwer, die Liga zu halten. Der Absteiger aus Kiel hingegen verschaffte sich etwas Luft von den unteren Rängen und konnte entspannter in die Festtage gehen.

      Einen großen Weihnachtswunsch äußerte noch der Holstein-Fan (hr): Er hoffe, dass Kollege (tp) sich eine Rückrunden-Dauerkarte holt, da er aus 13 KSV-Spielen nur eine Niederlage der Kieler miterlebte. Ich persönlich hoffe, dass (tp) in Zukunft mehr dem HSV Glück bringt und man in der kommenden Saison nicht auf Holstein Kiel treffen wird.

      Der Schwechheimer Landbote wünscht allen frohe Weihnachten! (fj)