SpVgg Sterkrade 06/07 – DJK Arminia Klosterhardt – 2:2

SpVgg Sterkrade 06/07 – DJK Arminia Klosterhardt – 2:2

„ACH, DU DICKER STEIN!“

08.02.2026
Bezirksliga Niederrhein 6
Stadion „Am Dicken Stein“
Zuschauer: 530

OBERHAUSEN – Um 7 Uhr landete der Flieger aus Rumänien am Flughafen Dortmund. Was für eine unchristliche Zeit! Auf der anderen Seite war der Tag gerade erst 7h alt und wollte befüllt werden. Später warteten noch 3 Spiele in Oberhausen und Mülheim auf mich. Der Puffer zwischen der Landung und dem ersten Spiel wurde mit einem ausgiebigen Frühstück und einem Schwimmbadbesuch in Oberhausen bespielt. Praktischerweise lag der „AQUApark“ nur ein paar Minuten von dem ersten Ground des Tages entfernt. Fast neben dem Schwimmbad erfreut der „Zauberlehrling“ das Auge – ein tanzender Strommast, der als Skulptur von der Künstlergruppe „inges idee“ entworfen wurde.

Damit war der Kulturteil abgehakt und frisch gefönt ging es zu den ersten beiden Begegnungen des Tages. 8 Wochen ohne Amateurspiel sollten zu Ende gehen. Doch die ersten beiden Partien in der letzten Liga bei SuS 21 Oberhausen III und Fatihspor Mülheim II waren harte Kost. Das wusste man vorher und so gab es trotzdem ein paar nette Dinge zu notieren: Bei SuS an der „Schleuse“ stimmte die Verpflegung. Da sowohl die II. als auch die I. Herren am Nachmittag antrat, wurde bereits bei der III. Mannschaft der Kiosk geöffnet und die Fritteuse leistete ganze Arbeit. In Mülheim konnte der Ground vom Dümptener TV durchaus überzeugen – viel wichtiger aber, dass sich nach einer halben Stunde die Sonne aus ihrem Wolkennest schälte und für leichte Frühlingsgefühle sorgte.

Vom dritten Spiel des Tages versprach ich mir etwas mehr. Mit über einer halben Stunde Vorlaufzeit ging es nach Oberhausen-Sterkrade. Den Wagen etwas rechtswidrig auf einer Grünfläche abgestellt, wurde zügig der Eingang angesteuert. Dort angekommen, lautete der erste Gedanke: „Ach, du dicker Stein!“. Was war denn hier los? Lange Schlangen an der Kasse. Dass Platz 2 auf Platz 1 traf und der Sieger der Partie die Tabellenführung übernehmen würde, konnte zuvor dem DFB-Net entnommen werden. Auch wenn beide Vereine Oberhausener Ursprungs sind, hielt man das Spiel für eine wahllose Bezirksliga-Partie. Dass die jeweiligen Sportplätze keine anderthalb Kilometer auseinander liegen, wurde vorher jedoch nicht gecheckt. Lokalderby in der Bezirksliga!

Eigentlich wollte vor der Partie noch der Magen befüllt werden. Doch dank des Andrangs reichte es gerade noch für eine entleerte Blase, da marschierten die Akteure schon ein. Auch in Sterkrade rundete ein azurblauer Himmel die Szenerie ab. Nicht zuletzt dank einer Kulisse von rund 600 Zuschauern strahlte der Groundhopper an diesem Sonntag-Nachmittag mit der Sonne um die Wette. Außerdem ließ das „Stadion Am Dicken Stein“ das Herz höherschlagen. Ein großer Wall mit alten Baumbeständen, die unüberdachte Tribüne mit den blauen Sitzen und viele kleine Details sorgen für einen Bezirksliga-Ground aus dem Bilderbuch. Die Verpflegung wurde natürlich sukzessive nachgeholt. Und Sterkrade tischte richtig auf: Neben einer sehr guten Bratwurst im Brötchen, gab es Currywurst mit lecker Soße und nach dem Spiel noch ein Stück Käsekuchen, sowie eine Frikadelle als Reiseproviant für die Rückfahrt. Auf die Erbsensuppe verzichtete ich, bekam aber auf meine Nachfrage in Sachen Tickets gleich drei verschiedene Sammler-Exemplare in die Hand gedrückt. Sensationell!

Genau so muss Amateurfußball sein! Das galt nicht nur für die Beköstigung, sondern auch für den sportlichen Teil. In einer intensiven Bezirksliga-Partie ging es von der ersten Sekunde an voll zur Sache. Klosterhardt hatte die besseren Ansätze, Sterkrade kämpfte sich in die Partie zurück und erzielte nach einer halben Stunde den ersten Treffer des Tages. Im Ruhrgebiet gehören die Meckerrentner einfach dazu. Natürlich auch in Oberhausen. Wäre es nach ihnen gegangen, so wäre spätestens jetzt Schluss gewesen, „…weil hier heute eh nichts passiert“. Doch das Gegenteil war der Fall, die Partie wurde immer besser.

Der Halbzeitführung für Sterkrade folgte der verdiente Ausgleich für die Arminia. Dann wurde es bunt. Ein Gästespieler sah die Rote Karte und fortan beherrschten die Emotionen dieses Spiel. Denn Klosterhardt war nicht zufrieden mit dem Platzverweis und die SpVgg legte schnell das 2:1 nach. Die nächste strittige Situation ließ nicht lange auf sich warten: Elfmeter für die Gäste. Das war die Rettung für Klosterhardt, aber den Elfer konnte man geben – 2:2! In einer wilden Schlussphase stand die Abwehr auf beiden Seiten schließlich offen wie ein Scheunentor, aber es blieb bei dem gerechten Remis. Oder wie die Meckerrentner sagen würden: „Hier wollte heute ja eh kein Team gewinnen“. (mm)