VfB Lübeck – Hamburger SV II – 0:2

VfB Lübeck – Hamburger SV II – 0:2

“ZURÜCK AN DER LOHMÜHLE”

13.03.2026
Regionalliga Nord
Stadion an der Lohmühle
Zuschauer: 3.381

LÜBECK – Freitagabend und Fußball an der Lohmühle. So könnte jedes Wochenende starten, dieses Stadion zählt definitiv zu den Favoriten im näheren Umkreis von Schwechheim. Auch wenn die Zeiten bei diesem Verein auch oft schwer waren: Von Insolvenzen, dem Drittligajahr im Corona-Lockdown oder mäßigen Leistungen der Akteure auf dem grünen Rasen. Die Tristesse der Regionalliga Nord übersteht in Lübeck viele Stürme. Die treuen Anhänger stehen weiterhin zu ihrem Verein. So muss es sein!

Dank der aktuell viel zu hohen Spritpreisen an deutschen Tankstellen, entschied ich mich mit meinem Kollegen (fj) für den Sozialschlauch vom Hamburger Hauptbahnhof aus. Die einzige brauchbare Strecke, auf der es in meinen Augen oft klappt ist eben die Verbindung in die Stadt an der Trave. Im Vergleich zu den Angeboten in Richtung Hannover, Kiel oder Bremen punktet der RE8 eindeutig. Dank des Rückfalls in die nassen und kalten Temperaturen nahmen wir den Linienbus an die Lohmühle.

Blicken wir kurz zurück in den November 2006: Der Redakteur (tp) im jungen Alter. Das erste Mal an der Lohmühle, zu Gast war der heutige Bundesligist 1. FC Union Berlin. Fast 20 Jahre und eine zweistellige Anzahl von Besuchen später, stand man wieder hier. Die Zeit ist verflogen, von der damaligen Regionalliga Nord fehlt jede Spur. Die Vereine unter anderem in dieser Liga lauteten: Holstein Kiel, Dynamo Dresden, FC St. Pauli, Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiss Erfurt, Kickers Emden, Wuppertaler SV oder SV Wilhelmshaven. Lassen wir uns das mal auf der Zunge zergehen. Der Stadtteilverein aus Hamburg ist einer von zwei Klubs heutiger Bundesligisten, die damals in dieser Liga kickten. Der Rest agiert teilweise in der Oberliga, der heutigen Regionalliga oder zweite bis dritte Liga.

Zurück in das Hier und Jetzt. 20 Jahre? Passend zu meiner kleinen persönlichen Anekdote, feierten am kalten Freitagabend die „Vitalienbrüder“ ihr 20-Jähriges Bestehen. Eine Choreo zu Ehren der Gruppe gab es in der Pappelkurve zu sehen. Später, untermalt durch endlos viele Rauchtöpfe, ein sehr gelungenes Bild und ein idealer Start in den Fußballabend.

Auf dem heutigen Acker der Lohmühle bot sich für die Zuschauer eine abgezockte Leistung der Rothosen an. Die Grün-Weißen konnten nicht mit dem spielerisch attraktiven Fußball der Zweitvertretung mithalten. Im aktuellen Ligaverlauf und bei dem Stand der Tabelle wahrscheinlich nebensächlich. Nach unten oder oben ist viel Abstand. Der aktuell führende SV Meppen streitet sich mit dem Dorfverein aus Drochtersen um den direkten Aufstiegsplatz.

Für mich steht es fest: An die Lohmühle komm ich immer gerne. Im Wunschdenken gerne nochmal zu höherklassigem Fußball. Ein erneutes Jahr in der dritten Liga kann man den Anhängern nur wünschen! Dieses Mal dann bitte ohne Lockdown, Zuschauerausschluss oder sonstigem. (tp)

VfB Lübeck – Kaltenkirchener TS – 2:1

VfB Lübeck – Kaltenkirchener TS – 2:1

“DER TRAUM LEBT”

24.05.2025
Landespokal Schleswig-Holstein, Finale
Stadion an der Lohmühle
Zuschauer: 5.893

LÜBECK – Mein erster Besuch an der Lohmühle ist fast 16 Jahre her. Damals kegelte der VfB den FSV Mainz 05 aus der ersten Runde des DFB-Pokals. Für meinen zehnten Abstecher in die Marzipanstadt entschied ich mich spontan, weil der Samstag noch vollkommen offen war und ich Lust auf etwas Entspanntes in der Nähe von Schwechheim hatte.

Somit machte ich mich mit der Bummelbahn auf den Weg in die schöne Hansestadt an der Trave. Die knapp 1000 Gästefans waren dagegen mit zahlreichen Bussen aus Kaltenkirchen angereist. Für sie stand das Spiel des Jahres an und das merkte man auch im Stadion. Zum Intro gab es eine kleine Choreo mit weißen und roten Fahnen.

Natürlich hatte auch die Pappelkurve etwas vorbereitet: “GEWEINT UND GELACHT, HAST UNS ZUM TRÄUMEN GEBRACHT” war als Spruch am Zaun zu lesen. Dazu wurden grüne Pappen hochgehalten. Außerdem wurde ein VfB-Fan mit seinen größten Träumen in Form von zwei Gedankenblasen abgebildet. Offensichtlich träumte er vom Endspiel im DFB-Pokal und der Teilnahme am Europapokal.

Doch um diese Träume zu realisieren musste man den Landespokal gegen den Underdog vom Kaltenkirchener TS gewinnen. Gesagt-getan! Lübeck war über weite Strecken die aktivere Mannschaft und führte bereits zur Halbzeit mit 2:0. Spannung kehrte zwar in der 75. Minute zurück, als Rerop den Anschlusstreffer erzielen konnte. Am Ende brachten die Gastgeber das Ergebnis von 2:1 aber über die Zeit und konnten zum 18. Mal den Pott erobern. Herzlichen Glückwunsch also an den VfB. Damit kann nun in der ersten DFB-Pokalrunde der nächste Schritt gemacht werden, um die Fanträume zu realisieren. (fj)