SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12 II – SuS Beckhausen 05 III – 8:2

SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12 II – SuS Beckhausen 05 III – 8:2

„DER BALL KULLERT IMMER NOCH IN GELSENKIRCHEN“

21.02.2026
Kreisliga C2/Gelsenkirchen
Südstadion am Haidekamp (Nebenplatz)
Zuschauer: 12

GELSENKIRCHEN – Vor etwa 4 Monaten berichteten wir schon mal aus dem Südstadion am Haidekamp. Auch damals vom Nebenplatz. Die Anlage ist uns wichtig genug, an dieser Stelle ein Update zu posten: Der Ball kullert immer noch in Gelsenkirchen! Die Szenerie gleicht nach wie vor einer Dystopie, aber: Bisher ist nichts passiert bei der Eintracht. Der Plan – scheinbar für den Sommer – ist laut Aussage folgender: Game over für alle Stehstufen und Kunstrasenplatz auf den „Grand“, wie wir im Schwechheimer Land so schön sagen.

Das Spiel in der 11. und letzten Liga an diesem Sonntag-Mittag war wichtig genug, ein kleines Sümmchen in die Anreise per Taxi zu investieren. Die Bahn versagte nach insgesamt 2,5h Anreise mal wieder wie so oft. Viel zu spät angekommen in Gelsenkirchen, hieß es: Erste Halbzeit verpassen oder ins Taxi steigen? Was hättet ihr an diesem grauen, verregneten Tag in dieser Stadt gemacht? Werten wir die 19€ für den gelben Mercedes einfach als Eintritt – und der war es wert!

„Groundhopping Noir“ mitten Ückendorf, wo in dieser historischen Anlage mittlerweile fast alles in die Binsen gegangen ist. Alles ist schief, krumm, einsturzgefährdet und abgesperrt. Die Anlage wirkt wie eine Abraumhalde aus einem schlechten Film. Einzigartig. Zumindest in Deutschland. Der Nebenplatz ist wirklich kernig, zumal unter solchen Bedingungen wie am Sonntag. Ein Spaziergang durch das Stadion nebenan sei aber auch jedem ans Herz gelegt. So viele verwelkte Stufen gibt es in Deutschland wohl höchstens noch im Motodrom Halbemond. Die Tribüne ist auch ein richtiger Klopper und soll – Gott sei Dank – erhalten bleiben.

Zur Feier des Tages gab es bei strömendem Regen 10 Tore auf dem roten Teppich. Einfach nur Liebe dafür, dass die netten Herren in dem Verpflegungscontainer keine Position auf der Speisekarte in ihrem Angebot ausließen und die maximal 12 Zuschauer gewissenhaft verköstigten. Die Currywurst mit scharfer Soße für 3€ ist mit das Beste, was man in diesem Segment bekommt. Der Ball kullert hoffentlich noch lange in Gelsenkirchen, im Südstadion am Haidekamp und auf dem Nebenplatz. (mm)

SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12 – VfL Resse 08 – 3:1

SG Eintracht Gelsenkirchen 07/12 – VfL Resse 08 – 3:1

“DER BALL KULLERT IN GELSENKIRCHEN”

09.11.2025
Kreisliga B Gelsenkirchen
Südstadion am Haidekamp Nebenplatz
Zuschauer: 66

GELSENKIRCHEN – An diesem Wochenende dreht sich wieder einmal alles um Nordrhein-Westfalen. Am Sonnabend in der Heimat empfing man das Spitzenteam Borussia Dortmund im Hamburger Volksparkstadion. Wie schon so oft vorgekommen, bekleckerten sich die Borussen nicht mit Ruhm, sondern ließen Punkte in der Hafenstadt. Für mich war es eines der Wochenenden im Monat mit dem Motto “Zuhause bleiben”. Am Sonntag allerdings stand eine Tagestour in das beliebte Bundesland an. Der Plan war Oskarreif und gespickt mit tollen Ansetzungen im deutschen Amateurfußball.

Der Tag fing bescheiden an: Die Fahrt wurde selbstverständlich über die App “BlaBlaCar” angeboten, zwei Personen buchten sich für die Abfahrt am Sonntag um 07:00 Uhr ein. Eine halbe Stunde vor Abfahrt kam dann die Absage. Vielleicht war es ein Zeichen für den weiteren Verlauf des Tages. Im Glück-Auf Stadion Am Holzplatz in Sodingen sollte um 11:00 Uhr der Ball rollen. Am Stadion angekommen, wurden wir schon komisch von den Spielern des Heimteams erwartet. Die Frage kam: Seid ihr die Gäste? Nein! Schnell war klar, die Kicker aus Röhlinghausen haben wahrscheinlich alle ihren Wecker nicht gehört. Vielen Dank auch, flexibel umgeplant und dank wenig Zeit konnte leider nur noch der Revisit im Stadion am Schloss Strünkede eingetütet werden.

Ein absoluter Graus, mein Kick noch im (alten) Zustand, mit Tribüne aber leider schon mit Kunstrasen im Jahr 2021 gegen die SG Wattenscheid 09 bleibt mir wahrscheinlich für immer im Kopf. Sobald man dieses Stadion betritt, bricht jedem Fußballfan das Herz. Die Stadt Herne sorgte dafür, dass das Dach der Tribüne abgetragen wurde und das Herzstück dieses Grounds einfach gestrichen wurde. Eine verantwortliche Person erzählte von Plänen einer neuen Tribüne in Zusammenarbeit mit einer Firma für erneuerbare Energien, diese sollten die durch Asbest nicht mehr benutzbare Tribüne neu bauen. Nichts da, die Stadt entschied anders. Ein Stück Fußballgeschichte im Ruhrpott einfach mal weg. So wirklich zufrieden wirkte keiner der heutigen Zuschauer mit dieser Entscheidung, absolut zurecht!

Nach dem obligatorischen Besuch zum Komafressen ging es nach Gelsenkirchen. In Deutschland genießt die Stadt besonders bei Groundhoppern großes Ansehen. Die nächste Geschichte bahnt sich an. Das Südstadion am Haidekamp ist sicher einigen Lesern ein Begriff. Die Gerüchte um den Umbau sorgten für Sorgenfalten bei einigen Menschen. Da ich das Kreuz hier schon gesetzt habe und der Ascheplatz neben dem Stadion auch richtig was her gibt. Dank der Stadt Gelsenkirchen und der Nachricht vom Verein war ich mir sicher: das Stadion wurde gesperrt, obwohl es gutes Wetter war. Bahn frei für Fußball auf dem roten Rasen. Ich bin natürlich gespannt, wann hier wirklich die Bauarbeiten starten. Dieses Stadion ist eine absolute Perle, die Treppenstufen sind weiterhin gesperrt und dürfen nicht betreten werden. Kurzzeitig fühlt es sich so an, als wäre man wieder in Rumänien gelandet, nur mit Hinweisschildern.

Nebenan zocken die Kicker der Eintracht souverän gegen den Gast aus Resse, ebenso ein Stadtteil dieser schönen Stadt. Die Hausherren setzten sich souverän durch und gewannen ihr Spiel. Im Verkaufsladen gibt es Stauder, Malzbier von der gleichen Marke und andere Getränke für 2€. Die Currywurst mit Pommes bekommt man für 5€, einfach ein Traum. Preise, von denen wir in Norddeutschland träumen, sind hier noch an der Tagesordnung. Den Besuch auf dem Nebenplatz und natürlich im Stadion kann man jedem nur ans Herz legen. Der Ball kullert hoffentlich noch Ewigkeiten in diesem schönen Schmuckkasten! (tp)